Wortgottesfeier 22.09.2020 – Corona – Frieden

Wortgottesfeier 22.09.2020    –   Corona   –   Frieden

Begrüßung:
Herzlich willkommen zu dieser ersten Wortgottesfeier nach Corona. Lange nicht gesehen. Es ist noch nichts vorbei. Meine Frau und ich waren seit März nur zwei Mal in der Messe. Unter den bestehenden Regeln, Flatterband, Desinfektion, Abstand, keine Gemeinschaft – so kann ich nicht beten. Natürlich bete ich zu Hause, jeden Tag, auch mehrmals. Aber ein Ende dieser Pandemie ist nicht in Sicht. Es ist im Moment eine Sch……zeit. Corona jeden Tag in der Zeitung und auch in Verl noch ziemlich nahe. Krieg immer noch in Syrien und Afghanistan. In Russland werden Kritiker vergiftet und in Weißrussland friedliche Menschen auf der Straße in Bullis gezerrt und eingesperrt. Eigentlich geht es uns in Verl Supergut. Darum habe ich mir gesagt, länger will ich nicht mehr warten. Ich brauche die Menschen, die mit mir glauben, die mit mir beten, die bald wieder mit mir singen. Wir können die Welt wahrscheinlich nicht retten, aber wir können durch unser Beten, durch unser Tun, durch unser Reden, durch unser Helfen, einen kleinen Teil leisten, damit die Welt, wenigstens um uns herum, ein bisschen heller und schöner wird. Darum lasst uns in Gottes Namen beginnen: Im Namen des Vaters ……..

Du guter, liebender Gott,
von dir erhalten alle Geschöpfe Kraft, Sein und Leben.
Wir beten um deine Hilfe anzurufen,
da wir durch die Erfahrung der Corona-Pandemie,
die uns herausfordert und ängstigt, mehr denn je
die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz erfahren.
Dir vertrauen wir die kranken und alten Menschen an.
Sei du bei ihnen und ihren Familien, wenn sie sich einsam
und verlassen fühlen.
Hilf allen Gliedern der Gesellschaft, Verantwortung
zu übernehmen und untereinander solidarisch zu sein.
Stärke alle, die im Dienst an den Kranken bis an
ihre Grenzen gehen.
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria,
die mit uns auch in schweren Zeiten auf dem Weg ist,
bitten wir dich:
Segne mit deiner Liebe und Kraft uns oft so hilflose Menschen,
halte fern von uns allen Unfrieden, schenke Frieden den Menschen
in den Brandherden dieser Erde
und schenke uns einen festen Glauben an deine liebende Nähe.
Befreie uns von der Krankheit,
die unser Leben so stark beeinträchtigt und bedroht und
schenke Hilfe den Menschen in den Flüchtlingslagern,
durch Europa, durch Deutschland und durch uns.
Auf dich vertrauen wir, wem sonst sollten wir vertrauen.
Du bist doch unser Gott, der zu uns hält
und immer für uns da ist. Amen

SONG: KOMM WIR ZIEHN IN DEN FRIEDEN (Udo Jürgens)

Hiob war einer, der sich mit Gott auseinandergesetzt hat. Er hat geklagt und sein Schicksal beklagt und Gott richtig angeklagt. Hiob 29,16-31

Im Buch Hiob heißt es – mit meinen eigenen Worten umformuliert – sinngemäß so:
Nun aber zerfließt meine Seele in mir und Tage des Elends packen mich.
Nachts kann ich nicht schlafen, meine Schmerzen hören nicht auf.
Ich schreie zu dir, und du antwortest nicht.
Ich stehe da, doch du achtest nicht auf mich.
Ja, ich hoffte auf Gutes, doch Schlechtes kam.
Ich sehnte mich nach Licht, aber sah nur die Dunkelheit.
Mein Innerstes kocht.
Und das hört gar nicht auf.
Das Elend hat mich fest im Griff, ich bin ganz erstarrt in Trauer und Klage.

Lied GL 422 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr 1. u. 3. Str. (singe ich vor)

Ansprache
Ijob hat sehr intensiv beschrieben, wie traurig und verlassen er sich fühlte.
Er hat Gott angeklagt.
Er hat Gott sein Leid regelrecht vor die Füße geworfen.
Genau so dürfen wir das auch tun.
Wir dürfen klagen, dürfen auch jammern, wenn uns danach ist…..
Und bei dem Gott an den ich glaube, darf ich auch SCHEISSE schreien.
Wir dürfen das! Ijob hat es uns vorgemacht

Wir wollen das Kreuz in Stille einen Moment lang anschauen.
Wir wollen dabei auch daran denken, dass wir in unserer Traurigkeit und unseren Ängsten nicht allein sind, weil Jesus sie auch schon ausgehalten hat, lange vor uns und für uns.
Er ist solidarisch in unserem Leid, aber auch mit den Menschen in Moria und Weißrussland.
Er ist an unserer Seite und der Seite aller Menschen, die guten Willens sind.
Stille….. (umdrehen)
Der Dichter Albrecht Goes hat einmal geschrieben: „Mein bist du, spricht der Tod und will Groß Meister sein. Mir aber hat der Herr versprochen: Du bist mein.“

Wenn ich auf das Kreuz schaue, darf ich an Jesus denken, der alle Traurigkeit, Ängste und Verzweiflung ausgehalten hat, – für uns – und uns damit neues Leben schenkt, selbst dann, wenn wir keinen Ausweg wissen, oder es mit uns zu Ende geht.

Fürbitten
Für all unsere Sorgen unsere Ängste unsere Bitten, aber auch unsern Dank werde ich eine Kerze entzünden:

Wir beten für die Menschen, die wir lieben: unsere Mütter und Väter, unsere Großeltern, unsere Partner, unsere Kinder und Enkel, unsere Freunde nah und fern. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen, an die ich gerne denke, weil ich ohne sie nicht wäre. Ohne sie nicht leben will. Wir bitten für die Alleinstehenden, für die Isolierten, für die Menschen auf der Straße. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen, an die vielleicht kein anderer denkt und die sich verlassen fühlen. Keiner ihnen Nähe schenkt Wir bitten für die Flüchtenden, für die Menschen im Krieg, für die Hungernden und Kranken auf der ganzen Erde, für die Menschen in Moria.
Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen, die der Krieg und Hunger schwächt, weil ich damit klagen möchte. Mein Gott, das ist nicht gerecht. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Bitte ist für die Kranken und die, die ihnen beistehen und helfen. Für die Ärztinnen und Krankenpfleger, für die Mediziner und Forscher, für die Menschen, die die politische Verantwortung tragen in dieser Zeit, für alle, die dafür sorgen, dass das Leben weitergeht.
Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen, dort wo die Verzweiflung wohnt. Weil ich ihnen herzlich wünsche, dass mein Gott sie reich belohnt

Wir bitten für die Sterbenden, für die Trauernden und Hinterbliebenen. Für die, die dem Krieg, aber auch diesem blöden Virus zum Opfer gefallen sind. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für alle Menschen – gleich welcher Herkunft, Geschlecht, Religion, ganz besonders aber auch für meine Flüchtlinge hier in Deutschland. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen Die bereits gestorben sind, unsre Eltern, Geschwister, Freunde, Nachbarn  –  und nun neu geboren sind in Gottes Reich, als Gottes Kinder.
Für sie brennt dieses Licht.

Soren Kierkegaard sagt zum Gebet
Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was womöglich ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörer.
Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber, dass Beten nicht nur Schweigen ist, sondern Hören.
So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden hören, beten heißt, still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.

Stille

Wir beten:
Du Gott der Wüste und Du Gott des Gartens: Dein Sohn ist in die Wüste gegangen. Dort saß er. Dort betete er. Dort träumte er von einem Leben in größerer Fülle für andere. Sieh uns, wie wir uns bemühen, für eine ungewisse Zeit in der Einsamkeit Wurzeln zu schlagen und zu bedenken, wie wir uns auseinandergelebt haben. Lass uns die Ruhe finden, die wir brauchen. Und lass neue Ideen in uns aufkeimen für die, die keine Ruhe kriegen. Amen 

Friedensgruß und Vater Unser

Bevor wir gleich das Vater Unser beten, wollen wir einander anschauen und durch einen freundlichen Blick dem Nächsten alle guten Wünsche zum Frieden und zur Gesundheit zeigen.

Und jetzt lasst uns die Hände öffnen, als Zeichen für unser offenes für Gott und gemeinsam und langsam das VATER UNSER beten: Vater unser im Himmel …….

Gott, du verbindest uns Menschen
In Angst und Unsicherheit werden wir uns nah.
Plötzlich sind wir Nächste, die wir es gestern noch nicht waren.
Wir teilen Fragen und Sorgen,
Nicht-Wissen und doch Ahnen, was da kommen kann.
Die einen mögen bewahrt bleiben.
Andere werden um ihr Leben kämpfen.
Gelassen und voller Sorgen könnte unser Alltag werden.
In den kommenden Wochen und heute schon
bitten wir für alle Kranken und die es werden,
die Angst haben, dass der Virus sie erreicht,
für alle Ärztinnen und Pflegenden,
für die, die in diesen Tagen um ihre Existenz bangen.  
Bitten wir um Frieden in der Welt, der da anfängt,
wo wir liebevoll denken und handeln.
Frieden beginnt dort,
wo wir uns selbst überwinden
und die Hand zur Versöhnung reichen.
Wir bitten dich Gott,
dass Du uns alle bewahrst in diesen schweren Zeiten,
sei Du der, der uns eint,
als die, die glauben und auch die es nicht tun.
Wir Menschen sind verbundene,
aufeinander angewiesene,
miteinander helfende.
Du verbindest uns Menschen, Gott. Amen.

Wir wollen unsern Gott um seinen Segen bitten.
Ich wünsche dir nicht ein Leben ohne Entbehrung,
ein Leben ohne Schmerz, ein Leben ohne Störung.
Was solltest du mit einem solchen Leben?

Ich wünsche dir aber, dass du bewahrt sein mögest an Leib und Seele. Dass dich einer trägt und schützt und dich durch alles, was dir geschieht, deinem Ziel entgegenführt.

Dass du unberührt bleiben mögest von Trauer,
unberührt vom Schicksal anderer Menschen,
das wünsche ich dir nicht.
So unbedacht soll man nicht wünschen.

Ich wünsche dir aber,
dass dich immer wieder etwas berührt,
das ich dir nicht recht beschreiben kann.

Es heißt Gnade.

Es ist ein altes Wort, aber wer sie erfährt,
für den ist sie wie ein Morgenlicht.

Man kann sie nicht wollen und erzwingen,
aber wenn sie dich berührt, dann weißt du: Es ist gut.

Dazu segne Dich und Euch, der jeden Menschen liebende Gott,
der Vater, in dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen

Und nun geht hin, haltet und bringt den Frieden.

 SONG: Blowin‘ in the Wind (Bob Dylan)

GOLDENE HOCHZEIT Hildegard und Otto Hagenlüke

GOLDENE HOCHZEIT
Hildegard und Otto Hagenlüke

Wort Gottes Feier

LIED: Lobet den Herren

Begrüßung:

Kyrie:
Begrüßen wir den Auferstandenen in unserer Mitte.

Christus, du bist unsere Hoffnung und unser Rückhalt. Herr erbarme dich.

Christus, du bist unsere Stärke und unsere Zuversicht. Herr, erbarme dich.

Christus, du bist die Liebe, die wir einander schenken. Herr, erbarme dich.

Der jeden Menschen liebende Gott erbarme sich unser. Er nehme von uns alles, was uns von ihm trennt, er mache heil, was wir kaputt gemacht haben und schenke uns seine Nähe für unser ganzes Leben. Amen

Alles ist Gnade
Zufrieden alt und älter werden,
sich freuen können trotz Beschwerden
und die Menschen nehmen wie sie sind
und trösten können ein trauriges Kind: – Das ist Gnade.
Zurück zu denken voll Dankbarkeit
an die durchschrittene Lebenszeit,
das Gute, das ihr erfahren habt, nicht vergessen,
das Leid, das es zu tragen galt, nicht messen: – Das ist Gnade.

Sich selber nicht allzu wichtig wissen,
sich zu Freundlichkeit auch bei Ärger beflissen,
auch einmal über sich selber lachen,
mit Humor den anderen Freude machen: – Das ist Gnade.

Nicht auf vergängliche Dinge bauen,
zu allen Zeiten dem Gott der Liebe vertrauen,
um unserer Schuld Vergebung wissen,
drum niemals je verzagen müssen: – Das ist Gnade.

Und schaut nun hin auf euer Leben,
auf die vielen Jahre, die Gott euch gegeben,
dann könnt ihr im Buch der Vergangenheit lesen:  Es ist alles aus Gottes Gnade gewesen!

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 12,31b-13,13)
Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.   Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.  Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

ANSPRACHE

Liebe Hildegard und lieber Otto Hagenlüke!

Liebe Kinder, Enkel und Freunde des Goldhochzeitspaares, liebe Schwestern und Brüder!

50 Jahre, eine lange Zeit! 600 Monate, 18000 Tage. Wo sind sie geblieben? Wie schnell ist die Zeit vergangen!

Es waren Jahre und Tage, in denen viel geschehen ist.

Es waren wohl Jahre, Monate und Tage randvoll mit beidem:

Freude und Leid, Hoffnungen und Enttäuschungen, Sorgen und Glück. Es gab Hochs und Tiefs. Es waren gefüllte Jahre, gefüllt mit allem, was ein Menschenleben ausmacht.

In glücklichen und frohen Tagen ist es leicht, aufeinander zuzugehen und einander zu lieben. Aber gerade in schweren Stunden bedürfen wir des anderen, an den wir uns halten können, dem wir vertrauen und der für uns da ist.

Und das ist es, was Ihr vor 50 Jahren am Traualtar versprochen habt: Euch gegenseitig beizustehen, Euch zu lieben, zu achten und zu ehren, sowohl in guten als auch in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod Euch scheidet.

Ich wünsche Euch, lieber Otto und liebe Hildegard, dass Ihr im Rückblick auf die hinter Euch liegenden Jahre, dass Ihr bei allem Harten und Schweren – es läuft ja nicht immer alles wie am Schnürchen, es gibt Hindernisse und Widrigkeiten, es gibt Trauriges und Schicksalhaftes, ich denke nur an Krankheiten bei Euch, den Kindern oder Enkelkindern, vielleicht tun auch die Kinder nicht alles was man möchte, ich wünsche Euch, dass Ihr trotz manchem, was nicht leicht war, dass heute doch der Dank überwiegt.

Wir wollen vor allem Gott danken für alles Gute und Schöne, das Ihr in diesen Jahren erfahren durftet. Ich denke an den Tag Eurer eigenen Hochzeit – heute vor 50 Jahren, an viele Feiern mit Verwandten und Freunden, an die Geburt der eigenen drei Kinder, an die Geburt der 10 Enkelkinder, an Erstkommunionen, Geburtstagsfeiern und andere Feste im Kreis der Familie.

Vielleicht kommt es Euch vor, als sei alles erst gestern gewesen.

Heute überwiegt der Dank. Dank für die Menschen, die Euch über weitere oder kürzere Strecken begleitet haben. Dank für die Men­schen, denen Ihr Wegbegleiter, Hilfe und Stütze sein konntet und durftet. Dank für die Liebe, die Ihr schenken konntet und Dank für die Liebe, die Ihr empfangen durftet.

Dank für jede gute Tat. Dank für alle Ausdauer und Geduld.

Dank gebührt vor allem Gott. Er war und ist in Eurem Bunde der Dritte. Dank für seine Hilfe und seinen Schutz: „In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über uns Flügel gebreitet!“

Liebe Hildegard, lieber Otto, liebe Freunde hier in der St. Judas Thaddäuskirche!

Ein 50-jähriges Ehejubiläum ist ein bedeutsamer Tag.

Er markiert einen Abschnitt im Leben zweier Menschen.

Er gibt Anlass, dankend zurückzublicken. Und er lädt ein, die Zukunft, die im Dunkeln liegt, in Gottes Hand zu legen bzw. alles, was kommen mag, aus Gottes Hand anzunehmen.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ sagt Dietrich Bonhoeffer.

Wir können dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern weil Gott es mit uns lebt.“ sagt Alfred Delp, im KZ umgekommen.

Vergessen wir nicht:  Leben ist eine Reise, ein Pilgerweg zu Gott.

In einem Lied heißt es: „Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruhe mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.“ Von Gott kommen wir, zu ihm gehen wir.

Er ist das Ziel all unserer Wege.

So wollen wir uns heute erneut, besonders aber Hildegard und Otto Hagenlüke, unter den Segen Gottes stellen.
An Gottes Segen ist bekanntlich alles gelegen.  Amen

LIED: Herr, Deine Liebe ist wie Grass und Ufer

Gemeinsames Gebet: Hildegard und Otto

Herr, wir sind heute zusammengekommen,um unser gegebenes JA-WORT nochmal zu unterstreichen.
Wir blicken zurück auf viele Jahre und sehen dankbar,
was alles an Liebe und Hoffnungen wachsen durfte.
Unser Weg führte nicht allein über Höhen,
auch durch Tiefen mussten wir gehen.
Wir lernten Erfüllung und Enttäuschung kennen.
Unsere Liebe wurde reifer, die Freundschaft tiefer.
Wir glauben, dass du uns auf unserem Weg begleitet hast. Dafür danken wir dir.
Sei auch weiterhin unser Weggefährte.
Lass uns spüren, dass wir in keiner Situation allein gelassen sind.
Stärke in uns die Hoffnung und das Vertrauen,
dass deine Liebe uns verbindet – auch über den Tod hinaus. Amen.

Arthur:
Wir wollen Gott um seinen Segen bitten, damit ihr in ihm geborgen bleibt und in dieser Geborgenheit die Liebe leben könnt bis ans Ende eures Lebens.

Segensgebet
Der Herr segne und behüte euch.
Er hat vor langer Zeit eure Wege zusammengeführt.
Es war ein Weg mit Freude und Vertrauen, wohl auch mit Mühe und mit Not.
In Erinnerung an die vergangenen Jahre, bitten wir Gott um seinen Segen für euch:
Er schenke euch heute von seinem Frieden und seiner heiteren Gelassenheit.
Er gebe euch ein versöhntes Herz, wenn ihr zurückdenkt an die Mühsal vergangener Tage.
Er schenke euch Frieden mit euren Kindern und Enkeln
und lasse euch Freude spüren über das, was ihr gesät habt,
und gebe euch ein weises Herz, das loslassen kann.
Er versöhne euch mit den Enttäuschungen eures Lebens
und mit dem, was ihr schuldig geblieben seid,
euch selbst und vielen anderen trotz allem guten Willen.
Und was ihr nicht mehr ändern könnt, das möge er zum Besten wenden.
Er gebe euch ein großes Maß an Freude und Zuversicht für die weiteren Jahre eures Lebens.
Das schenke euch Gott, der wohnt, wo man ihn einlässt,
der mit euch geht heute und alle Tage bis über den Tod hinaus ins neue Leben. Amen.

Fürbitten: Arthur Einleitung und Ende – Enkelkinder Hagenlüke

Gebet der Kinder für Ihre Eltern (Kinder Hagenlüke)

VATER UNSER

Schlußgebet:

Barmherziger, liebender Gott, Du bist uns Menschen nahe, näher als wir uns selber sind.
Als liebende Wesen hast Du uns geschaffen, als Dein Ebenbild sollen wir auf dieser Erde leben. Hier und heute danken wir Dir für Hildegard und Otto Hagenlüke, die seit über 50 Jahren ihren Weg miteinander gehen. Sie zeigen uns durch ihr Leben, was Liebe aushält und schaffen kann, in guten und in schweren Tagen. Wir danken Dir für alles was sie an uns weitergeben an Erfahrung, Weisheit und gutem Rat. Lass sie noch lange in Zufriedenheit leben und begleite all ihre Wege, heute, morgen und in Ewigkeit. Amen

Und so segne Euch alle, der treue und immer liebende Gott, der Vater mit dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.

LIED: Großer Gott wir loben Dich

Taufe von Theo

Taufe von Theo Eikelbaum am 23.08.2020 in der
St. Judas Thaddäuskirche in Verl – Sürenheide

(identtisch mit der Taufe meines 7.Enkelkindes Theo)

A:Begrüßung + Kreuzzeichen

Liebe Tanja, lieber Niels, wir alle haben unser Leben von Gott. So sollt ihr euern Theo als Gabe des Schöpfers annehmen. Durch eure Liebe soll er das erste Zutrauen zur Güte Gottes gewinnen. Aber noch größer als unsere Liebe ist die Liebe Jesu Christi. Darum sollt ihr Theo zum Glauben an Jesus Christus hinführen, zum Beten anleiten und ihm helfen, ein lebendiges Glied der Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi zu werden. Seid ihr dazu bereit?

A: Liebe Nicole, du vertritts bei diesem Kind die christliche Gemeinde. Deshalb frage ich Dich: Bist Du bereit, die Patenschaft an diesem Kind zu übernehmen, für Theo zu beten, ihm in Notlagen beizustehen und ihm zu helfen, ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi zu werden?

A: Liebe Freunde und Verwandte von Tanja, Niels, Tim und Theo. Theo soll einmal selbst auf den Ruf Jesus Christi antworten. Dazu braucht es die Gemeinschaft der Kirche, dazu braucht es unsere Mithilfe und Begleitung. Für diese Aufgabe stärke uns Gott durch seinen Heiligen Geist.

Guter uns liebender Gott,

dir wird heute durch die Taufe Theo anvertraut.
Segne und behüte ihn.
Bleibe bei ihm auf allen Wegen und
sei bei ihm alle Tage und Stunden.
Segne aber auch seine Eltern und Freunde,
dass sie Theo das, was er an Liebe braucht,
behutsam und verlässlich geben. Amen.

Bezeichnung mit dem Kreuz:
A:  Theo, mit großer Freude empfängt dich die Gemeinschaft der Glaubenden. Im Namen der Kirche bezeichne ich dich mit dem Zeichen des Kreuzes.

Aus dem Evangelium nach Markus (nacherzählt)

Am Rande des Dorfplatzes haben sich die Männer versammelt. Es waren sehr viele. Sie standen rund um Jesus aus Nazareth herum. Sie redeten miteinander. Manchmal waren sie so aufgeregt, dass sie wild gestikulierten, dann wieder hörten sie gefesselt zu, was dieser bekannte Wanderprediger aus Nazareth redete.

Alle wollten seine Geschichten hören. Jesus erzählte den Menschen von Gott, dem guten Vater im Himmel. Er heilte Kranke und tröstete die Traurigen. Er gab Hungrigen zu essen und sprach mit Zweiflern und Kritikern über ihre Fragen. Für alle hatte er ein offenes Ohr.
Da kamen Frauen mit ihren Kindern auf der Straße daher. Die einen führten sie an der Hand. Die andern trugen sie auf dem Arm. Sie wollten auch zu Jesus.
Und Jesus sollte ihre Kinder segnen. Denn es war auch damals nicht leicht, Kindern ein gutes Zuhause zu schenken und ihnen den Weg in das Leben zu zeigen.
Erst standen die Mütter mit ihren Kindern weit hinten. Niemand machte ihnen ein wenig Platz. Und als sie näher an Jesus herankamen, mussten sie hören, wie hier und da getuschelt wurde: „Was wollen denn die hier? Kinder haben hier doch nichts verloren.“
Aber die Mütter mit ihren Kindern blieben da. Sie wussten: morgen ist Jesus vielleicht schon wieder anderswo. Heute ist der Tag, um ihm zu begegnen.
So drangen sie langsam zu Jesus vor. Und als sie endlich in der ersten Reihe standen, schon ganz nah bei Jesus, da wurden sie plötzlich ganz unwirsch angefahren: „Was sucht ihr denn hier? Kinder gehören hier doch nicht her. Ihr Geplapper und ihr Lachen stören hier nur. Und richtig still sitzen können sie auch nicht. Außerdem verstehen sie ja nicht, worum es hier bei Jesus geht. Geht am besten wieder heim. Die Kinder sollen zuhause spielen.“
Die Männer machten ärgerliche Gesichter. Ihre Hände waren wie eine Mauer, wie ein Zaun. Undurchdringlich. Abweisend.
Doch plötzlich, da wurden sie von hinten auseinander geschoben.
Jesus war das. Mit energischen Händen zerbrach er die abweisende Mauer.
Er rief:
„Lasst die Kinder zu mir kommen. Weist sie nicht ab. Denn sie sind bei Gott, meinem Vater herzlich willkommen. Sie gehören zu Gott. Gott ist bei ihnen. Ihnen gehört das Reich Gottes. Habt ihr noch so wenig von Gottes Reich verstanden?
Ich sage euch: Die Kinder sind nicht nur willkommen; ihr sollt sie euch zum Vorbild nehmen. Schaut sie an, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Und wie selbstverständlich sie sich versorgen und helfen lassen. Sie rechnen nicht auf, ob das, was sie bekommen, verdient ist oder erstattet werden muss.
Wer sich so von Gott beschenken lässt wie diese Kinder, der empfängt von Gott alles, was er zum Leben braucht, der bekommt das Himmelreich geschenkt.
Mit vollen Händen, die viele Dinge festhalten wollen, mit Händen, die gefüllt sind mit dem, was wir vorweisen wollen, mit abweisenden oder abwartenden Händen können wir nichts empfangen.
Ihr müsst werden wie diese Kinder, euren leeren Hände Gott entgegenstrecken, dann erlebt ihr, dass Gott wie ein guter Vater für euch sorgt.“
Und dann ging Jesus zu den Kindern, schloss sie liebevoll in seine Armen, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Ansprache
Liebe Kinder, Liebe Tanja und Niel, liebe Nicole und alle Freunde und Verwandte von Theo.

TIM, weißt Du was da ist? Ein Absperrband! Wofür braucht man das?

Als Jesus lebte, da gab es so etwas noch nicht. Aber wenigstens einmal, Ich habe das gerade vorgelesen, da hätten sich die Freunde von Jesus, seine Jünger, sich so ein Absperrband gewünscht. Es waren so viele Väter und Mütter mit Babys auf dem Arm und kleinen Kindern an der Hand, die zu Jesus wollten. Eine richtig bunte, lustige und laute Menge war das.

Alle wollten hören, was Jesus über Gott erzählte. Sie wollten ganz nahe zu ihm hin, ihn am liebsten anfassen. Und die Jünger sahen, dass es immer mehr wurden und wurden ganz ärgerlich. Was wollen denn diese Kinder alle von Jesus. Der hat doch wirklich genug zu tun. All die Kranke, die er noch heilen sollte und dann die Männer aus den Tempeln, die mit ihm schlaue Gespräche führen wollten und nun auch noch die quiekenden Kinder?! So kann das nicht gehen.

Am liebsten hätten die Jünger so ein Absperrband gehabt und zwischen die Kinder und Jesus gezogen. (Absperrband ziehen)

Und dann hätten sie laut gerufen, Mikrofone gab es damals noch nicht:

  • Halt, Stop, keinen Schritt weiter!
  • Weg mit euch – ihr habt hier nichts zu suchen!
  • Jesus hat keine Zeit für Euch – ihr seid noch viel zu klein!
  • Ihr kennt ja nicht mal die 10 Gebote!
  • Ihr wisst ja nicht mal, wie man sich in einem Gottesdienst benimmt!
  • Ihr stört nur – weg mit euch – lasst unsern Jesus in Ruhe!

Liebe Tanja, lieber Niels, liebe anderen Eltern, ich ahne wie es Ihnen/euch geht, manchmal würdet ihr sicher auch gerne mal ein Absperrband ziehen, wenn alles durcheinander geht,

  • wenn ihr eure Ruhe mal haben wollt.
  • wenn ihr all die Probleme mit den Kindern auch mal aussperren wollt.
  • wenn ihr nur mal unter Euch sein wollt oder nur mit Freunden

Zumindest für begrenzte Zeit, sollen andere nicht reinkommen, nicht eindringen in eure Intimsphäre.
Die Jünger würden nicht gerne ein Absperrband ziehen, sie haben praktisch eins gezogen, nicht so ein weiß/rotes, eher ein unsichtbares.
Klare Meinung – klare Entscheidung – die Kinder haben bei Jesus nichts zu suchen!
Ihr beide, Tanja und Niels bringt den Theo heute hier zur Taufe. Wenn man für euch einen Platz in der Geschichte sucht, dann seid ihr mit vielen anderen Eltern, nicht auf der Seite der Jünger, sondern bei denen, die die Kinder zu Jesus bringen wollen.
Damit habt ihr nicht alle Eltern auf eurer Seite. Viele denken und handeln:

  • Taufe JA – aber mit einem Säugling schon beten?
  • oder sogar christliche Lieder singen beim ins Bett bringen!?
  • oder jeden Abend das Kind segnen und ein Kreuz auf die Stirn machen!?

Das versteht so ein kleines Kind sowieso nicht. Später mal, aber jetzt doch noch nicht! – Ein Absperrband, nicht rot weiß, aber unsichtbar im Kopf!
Natürlich kann Theo nicht, Tim sicher auch noch nicht und die größeren Kinder nur teilweise erfassen und begreifen, was passiert, wenn wir mit ihnen beten, am Bett oder bei Tisch.
Aber jedes, jedes Kind spürt dabei,

  • meine Eltern sind da,
  • da ist Nähe, da ist Wohlwollen und Geborgenheit,
  • da ist tiefstes Vertrauen zu jemandem der noch mit da ist.
  • Da ist Gott, bei uns und mit uns.

Für Gott sind alle Menschen wichtig und wertvoll – er liebt sie alle!“
Als Jesus das sagte, das war, als wenn das Absperrband zerschnitten wurde (durchschneiden).
Jetzt konnten auch die Kinder zu Jesus kommen, er nahm sie in den Arm und zeigte ihnen, wie lieb sie auch Gott hatte.
Seit Jesus die Kinder eingeladen hat, gibt es keine Absperrung mehr zwischen Kindern und Gott. Mit Jesus hat sich das Denken gewandelt, wenn vielleicht auch noch nicht in allen Köpfen.
Was Jesus da tut, geschieht auch in der Taufe:

  • Gottes Liebe spüren
  • seinen Segen, seine dauernde Nähe zugesprochen bekommen
  • angenommen werden ohne Vorbedingungen

Und ihr hier, ihr Großen, auch ihr werdet das alles richtig verstanden haben. Jesus sagt zu jedem von uns, ohne Vorbedingung:

  • Kommt doch alle zu mir, die ihr Sorgen und Angst habt, die ihr traurig seid, kommt einfach.
  • Und wenn ihr euch freut, teilt die Freude mit mir – macht es wie die Kinder.
  • Wenn ihr nicht mehr könnt, sagt es mir.
  • Wenn ihr keinen Ausweg wisst, nehmt meine Hand

bei mir dürft ihr euch ausruhen, könnt ihr durchatmen, und wenn ihr nicht mehr könnt, werde ich euch tragen. Das verspreche ich euch.

Gott aber will unsere Armut, unsere Leere, unsere Suche beschenken.
Er sucht immer wieder die leeren Hände, die sich ihm entgegenstrecken.
Gott hat immer Sprechstunde – bei ihm wird nie jemand abgewiesen.

Es ist nie zu spät!

AMEN

Taufwasserweihe:

Herr, unser Gott, du hast das Volk Israel durch das Rote Meer geführt, um es zu retten. Dein Sohn Jesus ist im Wasser des Jordan von Johannes dem Täufer getauft worden. Aus der geöffneten Seite deines Sohnes am Kreuz floss Wasser heraus. So ist uns das Wasser zum Zeichen des Heils geworden. Segne das Wasser, mit dem Theo getauft wird. Uns aber lass unserer eigenen Taufe gedenken und versuchen ein Leben zu führen das Gott gefällt. Amen.

Taufe (Arthur gemeinsam mit Tanja und Niels)

Chrisam Salbung: Theo, du bist was ganz besonderes. Du bist wertvoll, wie ein Kaiser oder König. Mit Gott an der Seite kannst Du alles schaffen.

Weißes Kleid: Theo, Du bist heute besonders schön angezogen. Du bist heute und für Dein ganzes Leben bekleidet mit der Würde Gottes. Bewahre Dir diese Würde das ganze Leben.

Taufkerze: So wie diese schöne Taufkerze leuchtet und wärmt, so soll Dein Leben sein. Die Menschen sollen sich freuen, wenn sie Dich sehen und Du in ihrer Nähe bist.

Fürbitten (Familie)

Vater Unser

Gegrüßet seist Du Maria

Segen für Theo

Theo: Es segne dich

mit allem Guten, das dein Körper, dein Geist und deine Seele benötigt

und behüte dich

vor allen Bedrohungen auf allen deinen Wegen

der allmächtige Gott

der dich in diese Welt schickte und dich begleitet

der Barmherzige

der dich trägt, wenn deine Kräfte versagen, der dir den Weg zeigt, wenn du dich verläufst, der dich neu anfangen lässt, wenn du Fehler machst

der Vater

der Ursprung allen Seins, ohne den diese Welt nicht bestehen würde

der Sohn

der Mensch wurde, um dir nahe zu sein, der dich willkommen heißt, der dich einlädt in das Reich Gottes, dich berührt, dich herzt und täglich neu segnet

und der Heilige Geist

der immer schon bei den Menschen war und der auch jetzt nahe ist und der bleiben wird und als gute Kraft dein Leben immer bereichern wird.

Amen!

A: Segen über alle:

Gottes Segen begleite euch alle in die neue Woche,
begleite euch in eure eigene Zukunft!
Gott segne euch und schütze euch vor den bösen Mächten,
auch auf den Straßen, in der Schule und bei der Arbeit, im Internet und anderswo!
Christus segne euch und lasse Euch seine Nähe spüren,
auch da wo ihr euch einsam und verlassen fühlt!
Die heilige Weisheit segne euch
und stärke das Licht auf eurem Weg
und das Licht, das in euch selbst leuchtet!

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Amen

GOLDENE HOCHZEIT Hildegard und Otto Hagenlüke

GOLDENE HOCHZEIT
Hildegard und Otto Hagenlüke

Wort Gottes Feier
LIED: Lobet den Herren

Begrüßung:

Kyrie:
Begrüßen wir den Auferstandenen in unserer Mitte.
Christus, du bist unsere Hoffnung und unser Rückhalt. Herr erbarme dich.
Christus, du bist unsere Stärke und unsere Zuversicht. Herr, erbarme dich.
Christus, du bist die Liebe, die wir einander schenken. Herr, erbarme dich.

Der jeden Menschen liebende Gott erbarme sich unser. Er nehme von uns alles, was uns von ihm trennt, er mache heil, was wir kaputt gemacht haben und schenke uns seine Nähe für unser ganzes Leben. Amen

Alles ist Gnade
Zufrieden alt und älter werden,
sich freuen können trotz Beschwerden
und die Menschen nehmen wie sie sind
und trösten können ein trauriges Kind: – Das ist Gnade.
Zurück zu denken voll Dankbarkeit
an die durchschrittene Lebenszeit,
das Gute, das ihr erfahren habt, nicht vergessen,
das Leid, das es zu tragen galt, nicht messen: – Das ist Gnade.

Sich selber nicht allzu wichtig wissen,
sich zu Freundlichkeit auch bei Ärger beflissen,
auch einmal über sich selber lachen,
mit Humor den anderen Freude machen: – Das ist Gnade.

Nicht auf vergängliche Dinge bauen,
zu allen Zeiten dem Gott der Liebe vertrauen,
um unserer Schuld Vergebung wissen,
drum niemals je verzagen müssen: – Das ist Gnade.

Und schaut nun hin auf euer Leben,
auf die vielen Jahre, die Gott euch gegeben,
dann könnt ihr im Buch der Vergangenheit lesen:  Es ist alles aus Gottes Gnade gewesen!

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 12,31b-13,13)
Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.   Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.  Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

ANSPRACHE

LIED: Herr, Deine Liebe ist wie Grass und Ufer

Gemeinsames Gebet: Hildegard und Otto

Herr, wir sind heute zusammengekommen,
um unser gegebenes JA-WORT nochmal zu unterstreichen.
Wir blicken zurück auf viele Jahre und sehen dankbar,
was alles an Liebe und Hoffnungen wachsen durfte.
Unser Weg führte nicht allein über Höhen,
auch durch Tiefen mussten wir gehen.
Wir lernten Erfüllung und Enttäuschung kennen.
Unsere Liebe wurde reifer, die Freundschaft tiefer.
Wir glauben, dass du uns auf unserem Weg begleitet hast. Dafür danken wir dir.
Sei auch weiterhin unser Weggefährte.
Lass uns spüren, dass wir in keiner Situation allein gelassen sind.
Stärke in uns die Hoffnung und das Vertrauen,
dass deine Liebe uns verbindet – auch über den Tod hinaus. Amen.

Arthur:
Wir wollen Gott um seinen Segen bitten, damit ihr in ihm geborgen bleibt und in dieser Geborgenheit die Liebe leben könnt bis ans Ende eures Lebens.

Segensgebet
Der Herr segne und behüte euch.
Er hat vor langer Zeit eure Wege zusammengeführt.
Es war ein Weg mit Freude und Vertrauen, wohl auch mit Mühe und mit Not.
In Erinnerung an die vergangenen Jahre, bitten wir Gott um seinen Segen für euch:
Er schenke euch heute von seinem Frieden und seiner heiteren Gelassenheit.
Er gebe euch ein versöhntes Herz, wenn ihr zurückdenkt an die Mühsal vergangener Tage.
Er schenke euch Frieden mit euren Kindern und Enkeln
und lasse euch Freude spüren über das, was ihr gesät habt,
und gebe euch ein weises Herz, das loslassen kann.
Er versöhne euch mit den Enttäuschungen eures Lebens
und mit dem, was ihr schuldig geblieben seid,
euch selbst und vielen anderen trotz allem guten Willen.
Und was ihr nicht mehr ändern könnt, das möge er zum Besten wenden.
Er gebe euch ein großes Maß an Freude und Zuversicht für die weiteren Jahre eures Lebens.
Das schenke euch Gott, der wohnt, wo man ihn einlässt,
der mit euch geht heute und alle Tage bis über den Tod hinaus ins neue Leben. Amen.

Fürbitten: Arthur Einleitung und Ende – Enkelkinder Hagenlüke

Gebet der Kinder für Ihre Eltern (Kinder Hagenlüke)

VATER UNSER

Schlußgebet:

Barmherziger, liebender Gott, Du bist uns Menschen nahe, näher als wir uns selber sind.
Als liebende Wesen hast Du uns geschaffen, als Dein Ebenbild sollen wir auf dieser Erde leben. Hier und heute danken wir Dir für Hildegard und Otto Hagenlüke, die seit über 50 Jahren ihren Weg miteinander gehen. Sie zeigen uns durch ihr Leben, was Liebe aushält und schaffen kann, in guten und in schweren Tagen. Wir danken Dir für alles was sie an uns weitergeben an Erfahrung, Weisheit und gutem Rat. Lass sie noch lange in Zufriedenheit leben und begleite all ihre Wege, heute, morgen und in Ewigkeit. Amen

Und so segne Euch alle, der treue und immer liebende Gott, der Vater mit dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.

LIED: Großer Gott wir loben Dich

Wortgottesfeier 11.02.2020 – „Bringt reiche Frucht!“

Wortgottesfeier 11.02.2020 – „Bringt reiche Frucht!“  (Weintrauben mitbringen)

LIED: 422 1-3 Ich steh vor dir mit leeren Händen

Begrüßung:
Alleine beten, zuhause, im Bett, im Sessel, tut auch gut. Aber schön ist auch, wenn man merkt, trotz aller Zweifel, so vieler Kirchenaustritte, soviel Ärger in und um Kirche, es gibt Menschen, die wollen weiter glauben, geben nicht auch auf, sondern glauben wie wir an den lebendigen Gott, den Jesus uns versprochen hat. Ein Gott, der zu uns hält, der uns trägt, auch in schweren Stunden und der uns nicht aufgibt, auch wenn unsere Gedanken manchmal ganz schön traurig oder dunkel und weit von ihm weg sind.
Unser Gott hält die Verbindung mit uns – wie der Weinstock mit den Reben – und wenn wir unser Herz öffnen, gibt er uns die Kraft weiter zu machen und reiche Frucht zu bringen.
Darum lasst uns unserm Nachbarn/Nachbarin zu Beginn dieses Gottesdienstes zur Stärkung, zum Mut machen, das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn zeichnen. Im Namen des Vaters ……

Herr Jesus Christus,

du bist der wahre Weinstock, der uns Menschen die Kraft zum Glauben und Leben schenkt. – Herr, erbarme dich

Wenn wir mit dir im Geist und im Gebet verbunden sind, dann blühen wir auf und tragen reiche Frucht. – Christus, erbarme dich

Wer in dir bleibt und in wem du bleibst, der muss keine Angst haben, denn er kann nicht verloren gehen. – Herr, erbarme dich
Der jeden Menschen liebende Gott erbarme sich unser, er nehme von uns alle Schuld, er mache alles heil, was wir kaputt gemacht haben und schenke uns irgendwann – nicht so schnell – das ewige Leben. Ame

LIED: 389 1+4+5 Dass du mich einstimmen lässt

Herr Jesus Christus, du hast versprochen, bei uns zu bleiben alle Tage bis zum Ende der Welt. Du hast uns nicht hilflos in dieser Welt zurückgelassen, sondern uns deinen Geist geschenkt. Wir bitten dich: Lass uns auch in diesen schwierigen Zeiten spüren, dass du da bist. Stärke uns untereinander im Denken und Tun und gib uns die Kraft, dass wir unseren Mitmenschen und somit der Welt verkünden und bezeugen, wie du liebevoll durch uns am Werk bist. Denn Du Jesus Christus bist mit Gott dem Vater und dem Heiligen Geist, die liebende Einheit, die immer bei uns ist. Amen

Was wir in unserem Glauben in uns tragen und was wir dann auch in unserem Alltag tun, das muss zusammenpassen. Sonst wäre unser Glaube nur eine billige Fassade – und nichts wäre dahinter.

Lesung aus dem ersten Johannesbrief
Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen. Denn wenn das Herz uns auch verurteilt – Gott ist größer als unser Herz, und er weiß alles.
Wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht; alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was ihm gefällt. Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht. Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott in ihm. Und dass er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns gegeben hat.   – Wort des lebendigen Gottes

LIED: 448,1+4 Herr, gib uns Mut zum Hören

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe

weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

ANSPRACHE
Liebe Früchte des Glaubens!
Weinstöcke gibt es in unserer Gegend nur selten. Und wenn, dann ist es schon ein Glücksfall, wenn sie auch noch gute Früchte tragen. Aber wir können sie uns wenigstens vorstellen: Weinstöcke, übervoll mit süßen Früchten, soweit das Auge sieht.
Von solchen saftigen Früchten am Weinstock spricht Jesus, damals, als er Abschied nimmt von seinen Freunden, von seinen Jüngern. Bevor er geht, möchte er seinen Freunden in dem berühmten Vergleich mit dem Weinstock mitteilen, worauf es ankommt. „Ich bin der wahre Weinstock, ihr seid die Rebzweige.
Bleibt in mir, dann tragt ihr reiche Früchte“ so sagt er.

Nur wenn wir die Verbindung zu Jesus pflegen und leben, dann bewegt sich etwas. Nur dann bringen wir Frucht, reiche Früchte. Jesu Worte sind sein Testament, sein Erbe, das er an uns weitergibt. Er hat diese Worte uns gleichsam als Tatoo, ins Herz geschrieben, ja eingebrannt.

Aber worin besteht diese Frucht? Ganz einfach – Sie besteht in der Liebe zu ihm und wenn wir diese Liebe weiter geben zu unseren Nächsten. Und darum müssen wir seine Nähe suchen, auf ihn hören, von ihm erzählen.
Jesus hat den Menschen von unserm Vater im Himmel erzählt und gleichzeitig diese Verbindung – nämlich diese Liebe ohne Einschränkung – gelebt.

Jesus sagt darum auch zu uns: Liebt einander, dann erfüllt ihr euren Auftrag. Dann werden wir zu seiner Frucht, so wie die Trauben am Rebstock.
Und manchmal spüren wir diese Verbindung, diese Nähe zu Gott ganz besonders. Manchmal müssen wir lange aus solchen Begegnungen Kraft schöpfen. Mutter Teresa sagte, dass sie Gott fast 10 Jahre nicht gespürt hat, bis er wieder ganz nahe war. Manchmal geht es uns sicher auch so. Manchmal spüren wir ihn aber sicher auch besonders nah.

Ich habe Euch Trauben mitgebracht. Nehmt sie, esst sie und erinnert Euch an die schönsten Momente, wo Ihr gespürt habt, dass Jesus Christus, dass Gott Euch ganz nahe war. (5 Min. mit Musik)
Es wäre schön, wenn der eine oder andere uns von einem dieser Momente erzählen würde.

GLAUBENSBEKENNTNIS (Kopie für alle)
Ich glaube an Gott, den Vater, die Allmacht der Liebe.
Er ist der Schöpfer des Himmels und der Erde;
dieses ganzen Universums,
mit all seinen Geheimnissen dieser Erde, auf der wir leben,
und der Sterne, zu denen wir reisen.
Er kennt uns von Ewigkeit, nie vergisst er,
dass wir aus dem Staub der Erde gemacht sind,
und einmal als Staub zu ihr zurückkehren werden.
Ich glaube an Jesus Christus, den einzig geliebten Sohn Gottes.
Er hat, aus Liebe zu uns allen, unsere Geschichte,
unser Dasein mit uns teilen wollen.
Ich glaube, dass Gott auf menschliche Weise auch Gott für uns sein wollte.
Er hat als Mensch unter uns gewohnt, ein Licht in der Finsternis.
Aber die Finsternis hat es nicht begriffen.
Wir haben ihn ans Kreuz geschlagen und er ist gestorben und begraben worden.
Aber er hat auf Gottes letztes Wort vertraut und ist auferstanden, ein für alle Mal,
er sagte, er werde uns einen Platz bereiten im Haus seines Vaters,
in dem er jetzt wohnt.
Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und Leben schenkt.
Und den Propheten unter uns ist er Sprache, Kraft und Feuer.
Ich glaube, dass wir als Pilger gemeinsam unterwegs sind,
gerufen und versammelt, um Gottes heiliges Volk zu werden.
Denn ich bekenne die Befreiung vom Bösen,
den Auftrag zur Gerechtigkeit und den Mut zur Liebe.

Ich glaube an das ewige Leben, an die Liebe,
die stärker ist als der Tod,
an einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Und ich glaube, dass ich hoffen darf auf ein Leben mit Gott
und miteinander bis in alle Ewigkeit;
Herrlichkeit für Gott und Friede für die Menschen. AMEN

LIED: Der mich atmen lässt (Kopien)

Fürbitten:
Herr Jesus Christus, du bist der Weinstock. Wir sind die Reben. Wenn wir mit dir in Verbindung bleiben, dann bringt unser Leben reiche Frucht. Wir bitten dich:

– Für die Bischöfe und Priester, die versuchen, die Botschaft vom Heil immer wieder neu für uns auszulegen, damit sie uns hilft, unser Leben in Jesu Sinn zu gestalten. – Christus höre uns!

– Für alle Frauen und Männer, die sich in den kirchlichen Organisationen unseres Landes engagieren und ihren Glauben bezeugen, dass ihr Kraft nicht erlahmt. – Christus höre uns!

– Für die Armen mit ihrem Hunger, für die Fremden mit ihren Enttäuschungen und für die Verzweifelten mit ihrem Schweigen, dass Menschen sie in ihrer Not nicht alleine lassen. – Christus höre uns!

– Für die Frauen und Kinder, wenn sie körperliche und seelische Gewalt ertragen müssen, dass ihre Umwelt sensibel reagiert und ihnen helfen kann. – Christus höre uns!

Herr, nicht aus eigener Kraft, sondern weil du es willst sind wir gerettet. Sehe uns immer wieder neu unsere Fehler nach und lass uns als glaubhafte Zeugen deiner Liebe leben.
Sei gelobt in Ewigkeit. Amen

VATER UNSER
Beten heißt, mit unserm Gott sprechen. Wir sagen Worte und hören zu, was er antwortet. Darum lasst uns unsere Hände öffnen wie eine Schale, die Gott mit Frucht füllt. Lasst uns unsere Augen schließen und zu ihm sagen: Vater unser im Himmel …..

Schlussgebet:
Gott unser himmlischer Vater, du hast uns angenommen als deine von dir geschaffenen und von dir geliebten Kinder. Du hast uns hinein genommen in die große Lebensgemeinschaft mit deinem Sohn. Er ist der Weinstock, wir sollen die Frucht seines Tuns sein. Bewahre uns in der Treue zu dir auch wenn die Glaubenswelt zurzeit durch ein Erdbeben geht. Gib uns die Kraft, dass wir uns auch untereinander Stärken, durch Worte, durch Beispiele durch Hilfe im Gebet, damit wir die Frucht bringen, die du von uns erwartest und so die Welt ein bisschen schöner und heller machen. Amen

Allmächtiger Gott,du hast die Erde gesegnet, weil du sie erschaffen hast.
Du hast die Erde gesegnet, weil du zu den Menschen gesprochen hast.
Du hast die Erde gesegnet, weil du uns in deinem Sohn deine ganze Liebe geschenkt hast. Durch ihn gibst du uns Leben und Kraft.

Es segne und beschütze uns der allmächtige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Als Boten und Zeugen für Christus sind wir hinein gesandt in diese Welt.
So lasset uns gehen in Frieden.

LIED: 456 1+2+4 Herr, du bist mein Leben

Predigt 33. So. C – 17. 11. 2019 – Endzeitversicherung

33. So. C – 17. 11. 2019 – Endzeitversicherung

Eine Versicherung, das ist schon was Gutes!
Ich bin ja so dankbar, dass ich immer gute Versicherungen hatte. Ein paar Mal gebraucht bei 4 Kindern, kurz nach dem Führerschein, dann Sturmschaden, Rohrbruch, Abschleppdienst, Glasbruch und natürlich habe ich eine gute Krankenversicherung.
 
Jetzt habe ich gelesen, dass man für 12 Euro sogar eine Ufo-Versicherung abschließen kann, wenn die bei einer Landung in meinem Garten Schaden anrichten.
Ich überlege noch!
Rundherum abgesichert sein, ist schon ne gute Sache, denn wer gut versichert ist, dem kann eigentlich gar nichts mehr passieren.

In allen Religionen und zu allen Zeiten haben Menschen sich eine Versicherung gesucht. Sie haben gebetet oder Opfer gebracht, oder Rituale eingehalten, auch in der kath. Kirche, in der Hoffnung, dadurch schweren Schaden von sich und der Welt abzuhalten.

So auch die Israelis damals, sie lebten mit dem festen Glauben so eine Versicherung abgeschlossen zu haben. Dafür hatten sie ja sogar extra einen Bund mit Gott geschlossen. Und dieser Bund sollte ihnen das Wohlergehen garantieren – wie eine Superlebensversicherung für alle Fälle und alle Zeiten.

Sie hatten sogar eine vorzeigbare Versicherungspolice!
Jawoll – das war nämlich bis zur der Zeit Jesu, der Tempel in Jerusalem. Solange dieser Tempel steht, solange Gott in diesem Tempel mitten unter den Menschen wohnt, solange kann dem Volk Israels gar nichts Böses passieren.
Das war wie eine Vollkasko gegen alles – wenn man auch das Kleingedruckte gelesen hätte!

Und die Israelis hatten es nicht gelesen, hatte nicht mal begriffen, was dieser Vertrag wirklich bedeutet.

Und diesen Menschen das klar zu machen, das war die Aufgabe auch von Jesus in seiner Zeit. Und Jesus kannte sich aus. Das alte Testament – die Thora – war auch sein Glaubensbuch.

Und Jesus kannte auch die Stelle von Jeremia, der sinngemäß schrieb:
„Ihr Menschen – Vertraut nicht den trügerischen Worten, wenn gesagt wird: Wo der Tempel des Herrn ist kann euch nichts passieren! So nicht!
Nur wenn ihr euer Verhalten von Grund auf bessert und euer Tun überdenkt,
wenn ihr euch gerecht verhaltet im Umgang mit dem Nächsten,
wenn ihr die Fremden nicht abweist in euerm Land, sondern ihnen helft,
wenn ihr die Armen und Schwachen nicht unterdrückt,
wenn ihr den Anderen durch Worte und Taten nicht verletzt
und euch nicht andere weltliche Dinge wichtiger sind, als die Worte Gottes,
dann und nur dann will Gott bei euch wohnen hier an diesem Ort,
in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe, für ewige Zeiten.“

Jeremia sagte damals schon den Menschen, dass die Versicherungspolice nicht der schön hergerichtete, teure und vergoldete Tempel sei, auch nicht das regelmäßige Erscheinen zum Gottesdienst und großzügige Geben und Darbringen von Opfern.
Die eigentliche Police war die Bundescharta, die Wegweisung, die Gott seinem Volk mit auf die lebenslange Wanderschaft gegeben hat.
Nämlich – Die Thora, die 5 Bücher Mose, die dem Volk klar machen sollen, wie es sein Leben zusammen mit Gott gestalten soll.

Und jetzt kommt Jesus.
Er setzt noch einen drauf.
Er bringt das Ganze auf den Punkt.
Er sagt: Was schielt ihr immer so auf den Tempel. Glaubt Ihr wirklich, dieser schöne Tempel ist das Wichtigste?

Das ist ein Bau – von Menschenhand, einfach Stein auf Stein und der wird es nicht überleben. Bei dem bleibt kein Stein auf dem andern.

Dieser von euch gebaute und geschmückte Tempel garantiert euch nicht eine ewige Zukunft mit mir.
Haltet Euch an meine Worte!!
Nur so habt ihr die richtige Richtung.
Ich bin der Weg! Was ich sage ist die Wahrheit und ich bringe euch das Leben.

Kapiert Freunde, hier in der Thaddäus Kirche?
Glaube – das ist keine UFO Versicherung!
Das ist nix –  nur schöne Kirche, Sonntags immer frisch geduscht erscheinen und fromm Gebete sprechen!
Das ist das falsche Pferd – sagt Jesus!
Nur äußerliche Dinge, rote, violette oder grüne Gewänder, ein paar Cent in den Kollektenkorb, in der Kirche am liebsten in die letzte Bank und dann ein ernstes Gesicht – und das wars – das alles wird unser Überleben nicht garantieren.
Diese Versicherung ist ne reine Nullnummer.

Wer Jesus nachfolgen will, der findet seine Lebens-Anweisung allein in seiner Botschaft.
Macht euch fest an unserem Gott, sagt er.
Haltet euch an ihn und seinem Beispiel.
Tut das was die Liebe euch eingibt und nicht die Gesetze und das, was euch Ansehen und Lob verschafft.
Nicht euer frommes plappern bringt euch das Leben,
sondern eine lebendige Beziehung zu unserm Gott,
die in euerm Tun auch im Alltag, bei der Arbeit, in der Familie,
im Umgang mit Fremden,
Gottes Liebe spiegelt, lebendig und sichtbar macht.

Solche lebendige ehrliche Beziehung zu unserm Gott,
dieses mit IHM auf du und du sein,
ihn erkennen auch in dem Nächsten,
das ist es, was unserem Leben wirklich Halt geben kann;
einen Halt, der, wie Jesus im heutigen Evangelium deutlich macht uns auch die Kraft geben will, für ihn Zeugnis abzulegen.

Viele Menschen heute, auch in Verl, haben diesen Halt, diesen Glauben an Gott nicht mehr.
Sie lesen nicht in der Bibel, sie wissen vielleicht nicht mal was das ist.

Die einzige Bibel, der sie im Alltag begegnen – DAS SIND WIR!

Wortgottesfeier 22.10.2019 – KALEO – Way down we go

Wortgottesfeier 22.10.2019 – KALEO –   Way down we go

LIED: 422 1-3 Ich steh vor dir mit leeren Händen Herr

Schön, dass Ihr da seid. Hat ja wieder mal geklappt. Wir leben noch. Seit der letzten Wortgottesfeier hatten wir in Verl mehr als 9 Beerdigungen. Ist doch toll, dass wir nicht dabei waren und jetzt hier beten und singen können, dass wir untereinander und mit Gott ins Gespräch kommen können. Ist doch richtig Grund zur Freude, wer weiß, was bis zur nächsten Wortgottesfeier passiert. In Gottes Haus sind wir zumindest schon mal gut aufgehoben. Darum lasst uns in seinem Namen beginnen: Im Namen des Vaters …..

Wir haben Herbst. Man sieht es in der Natur. Blätter fallen, bei manchen Bäumen weiß man nicht, ob sie nächstes Jahr wieder ausschlagen. Trotzdem, es geht immer weiter. Der tote Baum landet vielleicht im Schredder oder im Kamin, oder es werden Paletten daraus gemacht. Was ist mit uns? Wie geht es weiter?

Hören wir, was der Apostel Paulus im Römerbrief schreibt (14,7-12):

Denn keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Und du, was verachtest du deine Schwester? Wir werden doch alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen. Denn es steht geschrieben: So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen und jede Zunge wird Gott preisen. Also wird jeder von uns vor Gott Rechenschaft über sich selbst ablegen.

Ich habe Euch heute ein Lied mitgebracht. Habt Ihr alle bestimmt schon mal gehört. Vielleicht inhaltlich nicht ganz verstanden, ist bei diesen englischen Texten oft auch schwierig. Die Übersetzung bekommt ihr und dann wollen wir mal zuhören.

Kaleo – Way Down We Go (einspielen)
Vater sag‘ mir, bekommen wir das,
was wir verdienen
Oh, wir bekommen, was wir verdienen.

Und immer weiter gehen wir runter
Oh, immer weiter gehen wir runter
Sag, immer weiter gehen wir runter
Immer weiter gehen wir runter

Du lässt deine Füße den Weg bestimmen
Die Zeit ist gekommen, oh,
wo wir alle nach unten gehen
Ja, aber was das Fallen angeht, oh Mann
Traust du dich, ihm direkt in die Augen zu sehen?

Weil sie dich niedermachen werden,
niedermachen, bis in den Abgrund
Ja, sie werden dich niedermachen,
niedermachen, bis du fällst
Und sie werden dich niedermachen,
niedermachen, bis du gehst
Ja, damit du nicht mal mehr kriechen kannst
Und immer weiter gehen wir runter
Oh, immer weiter gehen wir runter
Sag, immer weiter gehen wir runter
Weil sie dich niedermachen werden,
niedermachen, bis du fällst
Immer weiter gehen wir runter

Uh uhhhh
Oh bab-bab-yeah
Wow Baby-a-aha
Baby
Baby, runter gehen wir
Yeah
Und weit runter gehen wir -o-o-o-o
weit runter gehen wir

Sage: weit runter gehen wir
weit runter gehen wir  

Tiefe Töne begleiten einen düsteren, aber auch nachdenklichen Text. „Wir gehen alle unter“ so könnte man den Song übersetzen. Doch sind wir wirklich dem Untergang geweiht? Wenn nicht alle – dann vielleicht einige doch?

Die Blätter, die da liegen erinnern uns auch an unseren Lebenslauf:

  • – die werdenden Blätter sind in den Knospen eingeschlossen – wie das Kind im Mutterleib
  • – das erste zarte grün im Frühling ist voller Hoffnung und Erwartung – wie das erste Lächeln eines Kindes oder die ersten Schritte, die es tut.
  • – das satte Grün im Sommer ist kräftig – wie wir Menschen uns fühlen, wenn wir mitten im Arbeitsleben stehen.
  • – die vielen Farben im Herbst machen deutlich wie bunt auch unser Leben ist; was wir alles erlebt haben; mit wie vielen Menschen wir zu tun hatten und noch haben; welche Gaben und Fähigkeiten wir entwickelt haben in unserem Leben …

Lasst uns einige Zeit darüber nachdenken   (3 Minuten leise meditative Musik)

Das Welk-Werden der Blätter im Herbst erinnert uns daran, dass auch wir „welk“ werden. Manchmal denken auch wir gerade in dieser Zeit mehr als sonst daran, was wohl aus uns werden wird wenn unser Leben zu Ende geht.
In der Bibel wird uns gesagt: Alles geht einem Ende zu. Aber das Ende auf der Erde ist nicht das Ende des Weges, den Gott mit uns geht.

LIED: 383 1-3 Ich lobe meinen Gott

Manchmal, da liegst du abends im Bett, kannst nicht schlafen und fängst an über alles Mögliche nachzudenken. Vielleicht ist auch ein Gebet dazwischen. Aber Du denkst an die Menschen, die du getroffen hast. Daran, was Du geschafft hast am Tag – oder auch nicht. An die freundliche Verkäuferin im Ellymarkt, wo Du vergessen hast Danke zu sagen, weil du so in Gedanken warst. Und irgendwie, manchmal denkst du auch dran, dass du die meisten Jahre wahrscheinlich oder auch sicher schon hinter dir hast. Und der Gedanke macht auch ein bisschen Angst. Was passiert dann?

Father tell me, we get what we deserve.
Vater, sag mir, ob wir das bekommen, was wir verdienen.
Die isländische Band KALEO scheint daran zu zweifeln und in Frage zu stellen, ob Gott gut ist. Gott ist zwar barmherzig, aber auch gerecht? So gerecht wie der Richter am letzten Sonntag im Evangelium der der Witwe nicht helfen wollte?
Wie lange kann man die Geduld Gottes auf die Probe stellen, bis ihm der Kragen platzt?

Wird Gott mir auch verzeihen, wenn ich immer wieder den selben Fehler mache?
Bekomme ich dann doch die Strafe, die mir zusteht?

Do you dare to look him right in the eye?
Traust Du dich ihm direkt in die Augen zu schauen?
Vielleicht bin ich nicht demütig genug ihn anzuschauen.
Wenn man bedenkt, dass man direkt vor dem Herrscher des Universums steht, dem Schöpfer dieser Welt – da kann, da wird es einem doch ganz bestimmt ein bisschen anders werden.

Ich denke die Wahrheit ist und das glaube ich so fest, wirklich ganz fest:
Wir brauchen keine Angst zu haben!
Wir haben es oft in der Bibel gelesen. Immer wenn Gott seine Boten ausschickt, so ist das erste was sie sagen: „Fürchte Dich nicht! Friede sei mit dir!“

Wir Menschen sind gut beraten, Achtung vor unserm Gott zu haben, aber er will nicht, dass wir auf Knien rutschen oder, dass wir uns vor ihm fürchten. In einem Hochgebet heißt es: „Ich danke dir, dass ich vor dir stehen darf, um dir zu dienen!“ 
Jesus beschreibt unsern Gott als den liebenden Vater, der dem verlorenen Kind entgegenläuft. Der ihn umarmt, obwohl das Kind ihn verlassen hat und das Vermögen verprasst und verhurt hat.

Natürlich wissen wir alle, was Gott von uns erwartet.
Das Böse zu meiden, Frieden zu halten, Liebe zu verschenken und Schuld wieder gut zu machen. Aber egal was passiert, wir dürfen nach unserem Herbst ohne Angst zu unserm Gott kommen und er wird uns nicht abweisen, sondern mit offenen Armen empfangen.

Darum liebe Grüße und eine Botschaft an KALEO:
„Habt keine Angst, wir und ihr werdet nicht untergehen – denn unser Gott hält uns an seiner rettenden Hand!“

LIED: 384 1+2 Hoch sei gepriesen unser Gott

Lasst uns auch untereinander immer wieder an die Hand nehmen und helfen. Jetzt nehmen wir uns an die Hand und beten das Gebet, dass Jesus auch mit seinen Freunden gebetet hat.
Vater unser im Himmel, ……

Beten wir gemeinsam den Psalm 23 unter Nummer 37 im Gotteslob:    Der gute Hirt

Der HERR ist mein Hirt, * nichts wird mir fehlen.

Er lässt mich lagern auf grünen Auen * und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Meine Lebenskraft bringt er zurück. /Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, * getreu seinem Namen.

Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, * ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, * dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.

Du deckst mir den Tisch * vor den Augen meiner Feinde.

Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, * übervoll ist mein Becher.

Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang /und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN * für lange Zeiten.

GEBET
Gott,  du allein weißt,
was mein Leben und dieser Tag wert ist.
Ich habe vieles getan
und vieles versäumt.
Ich habe vieles versucht
und vieles nicht vollendet.
Ich bin den Meinen
viel Liebe schuldig geblieben.
Ob mein Leben und dieser Tag
seinen Ertrag brachte,
weiß ich nicht.
Du allein siehst es.
Ich lege den Tag und mein Leben in deine Hand.
Oft bin ich umgeben von Dunkelheit und Nacht.
Aber ich weiß,
dass ein Morgen kommt
und die Sonne aufgeht:
deine Liebe
und dein Licht. AMEN

SEGEN:

Der Schöpfer Gott
segne uns,
sodass wir leben in der Gewissheit,
gewollt und geliebt zu sein
und uns so auch selbst annehmen können.

Christus, unser Bruder,
segne uns,
sodass wir leben können im Glauben,
dass er den Tod überwunden hat
und alles Schwere leicht werden kann,
sodass wir einander annehmen können,
so wie er uns angenommen hat.

Der Heilige Geist
stärke uns
mit der Kraft des Trostes und der Versöhnung,
die uns hilft, die Herausforderungen unseres Lebens zu bewältigen
und uns ermutigt,
mehr Frieden und Gerechtigkeit in die Welt zu tragen,
damit sie Heimat werde für alle.

Und so segne uns der jeden liebende und treue Gott: Der Vater, und der Sohn und der Heilige Geist. Amen              Gehet hin und haltet Frieden!

LIED: 382 1 – 5 Ein Danklied sei dem Herrn

Wort zum Sonntag, 07.07.2019 – Endlich Urlaub –

Wort zum Sonntag, 07.07.2019 – Endlich Urlaub –

Sie kennen vielleicht den Spruch: „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu!“ Ich denke, Urlaub ist die Chance, das mal auszuprobieren. Alles das, womit wir uns täglich umgeben, zurück zu lassen. Handy, Emails, Aufgaben, Verantwortung … und die Sorgen. (Den Partner darf man gerne mitnehmen)
Einfach nur am Strand sitzen. Nichts vorhaben. Nichts geplant. Kein Zeitdruck. Sich fast langweilen. Die Sonne scheint, die Wellen rauschen, Zeit haben, kein Stress, einfach nurda sein.
Nichts Sinnvolles machen. Wellen gucken. Möwen gucken. Wellen gucken. Jede Welle ist anders, mal kommen sie weiter hoch, mal weniger weit.
Das Wasser steigt oder fällt. Die Möwe fängt einen Fisch.
Die Möwe versucht vielleicht ihren Keks zu klauen.
Etwas von der Möwe platscht nur kurz vor ihre Füße.
„Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu“!
Wir kennen das, dass wir uns zu viele Gedanken machen, darüber, wie wir sein sollten und was wir sein sollten. Für den Partner, Eltern, Freunde, Lehrer, Schule, Kinder …
Wir versuchen dem gerecht zu werden und kommen nicht dazu so zu sein, wie wir sind. Vielleicht verlernen wir es sogar?! Nur wenige Menschen haben den Mut, sich völlig aus diesem Druck, diesen Ansprüchen und Verpflichtungen zu lösen.
Aber ich hoffe und wünsche ihnen, dass es ihnen in diesem Sommer gelingen möge, mal auszuprobieren, wie es ist, wie sie sind, wenn sie sich mal keine Gedanken und Sorgen machen.

Jesus hat es – nicht nur für den Urlaub, sondern das ganze Leben betreffend zusammengefasst: „Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage“. (Mt 6)
Wenn wir alle ein wenig von dieser Freiheit, die darin verheißen ist, in diesem Sommer spüren können, dann wird es ein erholsamer Urlaub, der uns wirklich gut tut und eine gute Basis ist, für alles was noch auf uns zu kommt.
Aus Südafrika stammt folgendes Gebet:
„Lass mich langsamer gehen, Gott, entlaste das eilige Schlagen meines Herzens durch das Stillwerden meiner Seele. Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks. Lass mich langsamer gehen, um eine Blume zu sehen, ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln, einen Hund zu streicheln, ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen. Lass mich langsamer gehen, Gott. Und gib mir den Wunsch, meine Wurzeln tief in den ewigen Grund zu senken, damit ich empor wachse zu meiner wahren Bestimmung“.
Ihnen und ihrer Familie einen gesegneten Sonntag – vielleicht sehen wir uns.
Ihr Arthur Springfeld (Diakon)

PREDIGT – 13. SO. C – 2019 – Lk 9,51-62 – Unsere Nachfolge –

PREDIGT – 13. So. C – 2019 – Lk 9,51-62 – Unsere Nachfolge –
Na, heute Sonntag – alle ruhig und gelassen?
Heute vor der Messe noch schnell aufs Handy geschaut, ob es was Neues gibt?
Alle jetzt ganz konzentriert auf den Gottesdienst und eine gute Predigt von Arthur?

Wenn ich so schaue, bin ich ja älter als die meisten hier, als die Frauen sowie so.
Darum kann ich mich noch gut erinnern, als wir den ersten Fernseher bekamen.
Natürlich Schwarzweiß und nur zwei Programme – später noch ein Regionalprogramm.

Seit auf jedem Balkon oder Dach eine Parabolantenne hängt oder vielleicht sogar ein Kabelanschluss liegt, ist es für viele ungewöhnlich schwer geworden „Fernsehen zu schauen“ und das richtige Programm zu wählen.
Und so „Zappt“ man sich durch alle Programme, von einem Kanal zum andern.
Und manche schauen zwei Stunden Fernsehen, haben aber keinen Film oder keine Show zu Ende geschaut, also eigentlich die Zeit vertrödelt und nichts gesehen.

Das ist wie mit der Maus im Laden:
Einmal lief eine Maus nachts in den Laden. Sie roch all die leckeren Sachen: Butter und Speck und Wurst und Käse und Brot und Kuchen und Schokolade und Nüsse und frische Möhren. Zuerst setzte sie sich auf die Hinterbeine und streckte das Schnäuzchen in die Luft und pfiff vor Freude. Aber womit sollte die anfangen? Sie wollte gerade an einem guten Butterpaket knabbern, da roch es von der einen Seite so gut nach Speck und von der anderen Seite so gut nach Käse! Sie wollte gerade an dem Käse knabbern, da roch es auf der einen Seite so gut nach Wurst und von der anderen Seite roch es so gut nach Schokolade! Sie wollte gerade an der Schokolade knabbern, da roch es von der einen Seite so gut nach Kuchen und von der anderen Seite roch es wieder so gut nach Butter! Die arme Maus lief immer hin und her. Sie wusste und wusste nicht, was sie zuerst fressen sollte. Und auf einmal wurde es hell, und die Leute kamen in den Laden. Sie jagten die Maus nach draußen.Die Maus sagte zu den anderen Mäusen: „Nie mehr gehe ich in den Laden! Wenn man gerade anfangen will zu fressen, wird man weggejagt.

Gehören Sie auch zur großen Mäusefamilie?
Einfach so durchs Leben zappen. Mir das aussuchen was mir passt und wozu ich gerade Bock habe, tun was mir Spaß macht.
Die meisten von uns wissen aber, die Wirklichkeit unseres Lebens sieht anders aus.
Es gibt auch viele Dinge, die keinen Spaß machen: Krankheit, Schmerzen, Kraftlosigkeit, Krisen, Abschied und Sterben, Verbitterung und Verlust.
Alles Entwicklungen, alles Fakten, die wir nicht einfach wegzappen können.
Und so ist das mit unserem christlichen Glauben auch.
So wie ich mit der Fernbedienung mir das Programm aussuche, oder bei Spotify die Musik, die mir gefällt oder auf die ich Lust habe, so suchen manche sich auch im Glauben aus, was ihnen gerade nützt, zappen von einer Ausnahme zur anderen – und alles andere wird ausgeblendet oder als altmodisch abgestempelt.

Bei Festlichkeiten oder besonderen Anlässen zu Gottesdienst gehen, das ist ok. Aber den not-wendigen Kontakt zu unserem Gott und seiner Gemeinschaft suchen – so eng sehen wir das auch nicht.

Wenn wir hin und wieder mal für die Not in der Welt kollektieren, das ist ok, aber unser Geld sollte eigentlich lieber in unserer Gemeinde bleiben, auch das vom Pfarrfest. Mit den verhungernden Kindern im Jemen sind wir, Gott sei Dank nicht verwandt und die sind so weit weg – und Schuld haben sowieso die Iraner und sonstigen Araber.

Die Stadt Verl hat ja Container aufgestellt für die Flüchtlinge. Es regnet nicht rein, ist warm. Klamotten gibt es günstig bei der Caritas und das Geld soll wohl für das Essen reichen. Da brauchen wir uns doch nicht auch noch kümmern. Die meisten sind nicht mal Christen.

Selbstverständlich beten wir vor dem Essen, ok – manchmal, aber bitte nur zuhause – muss ja nicht jeder sehen.

Liebe Nachfolger von Jesus:
Erinnern Sie sich noch an das Evangelium von eben?
Jesus sagt nicht: „Eiert rum wie die Mäuse. Folgt mir nur, wenn es Euch passt. Tut das, was Euch gefällt!“ Jesus macht für jeden von uns eine klare unmissverständliche Ansage: „Folge mir nach!“
Viele wollen das auch gerne tun – aber – vorher wählen sie aus.
Nachfolge ist schon ok, aber, aber, aber, aber …….

Freunde Christi!    Christsein ist keine Sache von Beliebigkeit – Christsein bedeutet sich klar und eindeutig zu entscheiden.
Da wo unsere Nachfolge nur darin besteht nichts Böses zu tun, ist sie von Faulheit kaum zu unterscheiden.

Wer glaubt und ihm nachfolgen will, wählt sein Tun nicht aus wie eine Ferienreise aus dem Katalog oder Internet.
Nein – er lässt sich auf Jesus ein   …… und zwar ohne Wenn und Aber.

Glaube leben ist mehr als das, was mir gerade Spaß macht, oder wozu ich gerade Lust habe.
Gelebter Glaube sind reale Schritte auf dem Weg der Nachfolge – und das mit allen Konsequenzen.

„Ein bisschen nachfolgen“ funktioniert nicht – genau wie ich auch nicht ein bisschen heiraten kann, auch wenn manche das versuchen.

Gottes Liebe und Nachfolge will uns ganz!
Und das ohne Halbheiten, ohne Hintertürchen.
Er schenkt sich uns auch – ganz – total, auch mit unseren Schwächen und Fehlern. Wahnsinn – welch ein Geschenk!

Seit Jahren mache ich Gottesdienst hier im Kindergarten.
Es ist sehr schwer, Worte oder eine Sprache zu finden, die die Kinder von 1 ½ bis 6 Jahren verstehen können.
Darum beginnen wir jeden Gottesdienst mit dem Kreuzzeichen und sagen dabei vereinfacht: „Gott hat mich lieb!“
Das ist für mich zu einem Ohrwurm geworden.

Jeden Morgen sitze ich auf der Bettkante und beginne den Tag: „Gott hat mich lieb!“ Natürlich muss ich auch manchmal schmunzeln und wundere mich über unsern Gott, der mich – Arthur – liebt.
Aber diese seine Zusage gibt mir Mut und Kraft um jeden Tag neu anzufangen und ihm zu folgen.
Lasst es uns doch einmal zusammen versuchen:  + „Gott hat mich lieb“!

Amen