20. 11. 2022 – Christkönig – C – Wortgottesfeier

20. November 2016 – Christkönigssonntag – C

LIED: 377 1+2 O Jesu, all mein Leben bist Du

LITURGISCHER GRUSS

Schön, dass wir zusammengekommen sind, um miteinander Gottesdienst zu feiern und unser Leben neu an Gottes Wort auszurichten. So beginnen wir diese Feier im Zeichen des lebendigen Gottes + des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes.  Amen.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes des Vaters und die Kraft des Hl. Geistes sei mit euch!

EINFÜHRUNG

Liebe Gemeinde, wenn man von Königen redet, dann sehen viele vor dem inneren Auge ein Schloss und Ländereien. Da spielt es keine Rolle, ob von Märchen oder real existierenden Königen die Rede ist.

Wenn wir von Christus als König am heutigen Christkönigsfest reden, dann gehören dazu nicht Schloss und Land, sondern das Kreuz, das er auf sich genommen hat, und die Liebe, aus der heraus er gelebt hat.

So rufen wir:    – kurze Stille –

Herr Jesus Christus,

  • du bist die rettende Brücke in unser Leben, du vergisst niemanden, du gibst gerade den Hoffnungslosen Hoffnung. Herr, erbarme dich unser.
  • Dir begegnen wir einmal von Angesicht zu Angesicht, du wirst uns einmal nach unserer Liebe fragen, nach unserer Sehnsucht, nach unserer Schuld. Christus, erbarme dich unser.
  • Du wirst das Verhärtete erweichen, das Verkrümmte geradebiegen, das Niedergedrückte aufrichten. Herr, erbarme dich unser.

Der Herr vergebe uns unsere Schuld. Er öffne unsere Augen, wenn wir vor lauter Um-uns-selber-Kreisen für die Nöte anderer blind sind und einander Liebe schuldig bleiben. Er schenke uns Kraft, mutig an einer besseren, von seinem Geist erfüllten Welt mitzubauen.

Er bestärke uns darin, das Unsere dazu beizutragen, damit etwas von seiner Liebe spürbar werden kann. Amen.

GLORIA: 392 1++2+5  Lobet den Herren

TAGESGEBET

Lasset uns beten. Guter und treuer Gott, du hast uns deinen Sohn geschenkt. Durch ihn haben die Menschen Gerechtigkeit, Heilung und Liebe erfahren. Er gab allen Anteil an seiner königlichen Würde: den Kranken, den Ausgestoßenen, den Sündern. Er nahm den Tod auf sich, damit wir Wege ins Leben finden. Stärke in uns den Glauben an seine Verheißung und schenke uns Mut, seinem Wort und seinem Beispiel zu folgen und unsere ganze Hoffnung auf ihn zu setzen.  Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

EINFÜHRUNG IN DIE 1. LESUNG

Einer der frühesten Könige Israels war David – und auch der Bedeutendste, weil es ihm gelang, alle Stämme Israels zu vereinigen zu einem Volk. Aber auch der große König David ist nicht König aus sich selber heraus und auch nicht allein aufgrund der Entscheidung der anderen Volksführer. Er ist vor allem König, weil Gott ihn ausgesucht und bestimmt hat, sein Volk zu führen.

LESUNG aus dem zweiten Buch Samuel

In jenen Tagen kamen alle Stämme Israels zu David nach Hebron und sagten: Wir sind doch von deinem Fleisch und Bein.

Schon früher, als noch Saul unser König war, bist du es gewesen, der Israel in den Kampf und wieder nach Hause geführt hat.

Der Herr hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels Fürst werden. Alle Ältesten Israels kamen zum König nach Hebron; der König David schloss mit ihnen in Hebron einen Vertrag vor dem Herrn, und sie salbten David zum König von Israel.

LIED: 383 1-3 Ich lobe meinen Gott

HINFÜHRUNG ZUR 2. LESUNG

Wer regiert die Welt? Die Lesung bekennt – gegen allen Augenschein -, dass es nicht die Mächtigen sind, die das letzte Wort haben.

In Jesus ist die Herrschaft Gottes gekommen, ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens. Wenn er das letzte Wort hat, können wir ohne Angst leben.

LESUNG AUS DEM BRIEF AN DIE KOLOSSER

Schwestern und Brüder! Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind.

Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes. Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.

Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.
Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen,
um durch ihn alles zu versöhnen.
Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen,
der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

LIED: 483 1+4 Halleluja Taize

AUS DEM HL. EVANGELIUM NACH LUKAS 23,35‑43

In jener Zeit verlachten die führenden Männer des Volkes Jesus und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.
Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand:
Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn:
Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!
Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten;
dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst.
Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

PREDIGT

Sie kenne alle dir drei großen monotheistischen Religionen, die, die alle an den einen Gott glauben?! Die Juden, die Muslime und die Christen

Vor einiger Zeit habe ich über die folgendes gelesen:
„Der Jude geht mit Gott, der Muslim fällt nieder vor Gott und der Christ …?“

Liebe Schwestern und Brüder,
ich könnte Sie jetzt ja mal raten lassen, wie es wohl weiter geht.
Was ist charakteristisch für das Verhältnis von uns Christen zu Gott?

Ich will sie ja nicht unnötig auf die Folter spannen – der Satz geht weiter mit:
„Der Christ steht vor Gott!“

Das ist eine wunderbare toll Aussage. Damit wird auf den Punkt gebracht, was wir im zweiten Hochgebet der Messe immer wieder beten: „Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen.“

Damit ist die ungeheure Würde zum Ausdruck gebracht, die Gott uns Menschen verleiht.
Gerade heute, am Christkönigstag, macht dieser Gott uns deutlich, dass er, der König der Welt, sich in Christus zu uns herabgelassen hat – und uns dadurch gleichsam emporgehoben hat, auf Augenhöhe.

„Steht auf!“ sagt er zu uns. „Macht euch nicht klein!“

Das bedeutet: Wir Menschen brauchen vor dem Herrn der Welt nicht im Staub zu liegen, denn Gott hat uns gezeigt, dass er unser Bruder sein will, dass er den Menschen als bundgerechten Partner möchte.

Ein Christ ist einer, der weiß, dass er vor Gott stehen darf.

Natürlich trifft auch das, was über die anderen Religionen gesagt wird, auf uns Christen zu. Und natürlich können wir von den Grundhaltungen anderen Religionen lernen.

Von den Juden beispielsweise können wir wiederentdecken, dass glauben, einen Weg gehen bedeutet, einen Weg, auf dem man von Gott begleitet wird, wie Israel damals aus Ägypten hinein in das gelobte Land. Wege, die nicht immer einfach sind, aber durch Gottes Begleitung gangbar werden, egal durch welche Wüste sie auch führen.

Und von den Muslimen müssen wir uns manchmal wieder neu sagen lassen, dass wir unserm Gott die nötige Ehre erweisen sollten, dass er so hoch erhaben ist, dass wir daneben verschwindend klein erscheinen, und dass wir dieses Verhältnis nie aus dem Blick verlieren dürfen, um nicht überheblich und auch gottververgessen zu werden. Denn Gott ist der Schöpfer aller Dinge, er ist der Herr der Welt, der König aller Menschen.

Aber das macht ja nur umso großartiger, was dieser König aller Könige uns Menschen in und durch Christus vermittelt:
Der Herr der Welt kommt zu uns hernieder und sagt zu jedem von uns, zu jeder und jedem Einzelnen:
Steh auf! Bleib nicht im Staube liegen. Erhebe dich, mein Kind!

Gerade im Vergleich mit anderen Religionen ist mir wieder ganz neu bewusst geworden, was für eine ungeheure Botschaft, welch große Liebe, in diesen Worten steckt.

So sprechen nur wir Christen und diese Botschaft ist so prägend für unseren Glauben geworden, dass sie ihn in vielen Beispielen durchdringt. Bis hinein in die Liturgie, unsere Feier der Gottesdienste.

Denn auch dort ist die Grundhaltung des Christen nicht etwa das Knien – wie manche immer noch meinen – und auch nicht das Sitzen. Die Grundhaltung des Christen im Gottesdienst ist das Stehen.
Wir sind dazu berufen, vor Gott zu stehen und ihm zu dienen.

Man sitzt selbstverständlich bei den Teilen der Messe, in denen es überwiegend um das Hören geht – das ist keine Frage.
Und Knien sieht das Messbuch seit über vierzig Jahren eigentlich nur noch zu den Wandlungsworten vor.
Ansonsten nämlich stehen wir vor Gott, wie die Engel an seinem Altar, von ihm dazu berufen, als seine Kinder, die er unendlich liebt.

Das ist wahrhaft frohe, einzigartige und überwältigende Botschaft. Aus dieser Botschaft heraus kann man leben, denn sie gibt Kraft zum Leben.

Amen.

GLAUBENSBEKENNTNIS

Jesu Reich geht nicht in dieser Welt auf, sondern geht darüber hinaus. Sprechen wir dies im Glaubensbekenntnis vor Gott und voreinander aus. Ich glaube an Gott, …

FÜRBITTEN

Guter Gott, du bist groß und mächtig, aber auch voll Güte und Liebe für uns Menschen. Du nimmst dich unserer Probleme und Sorgen an.

Darum bitten wir dich:

  • Für die Menschen, die allein und einsam sind. Halte deine segnende Hand über sie.
    GL 560 Christus Sieger, …… (Arthur singt jeweils vor)
  • Für alle, die in ihrem Leben gescheitert sind oder in den Augen der anderen alsgescheitert gelten. Halte deine schützende Hand über sie. GL 560 Christus Sieger, ……
  • Für alle, die körperlich und seelisch krank sind oder vor den Trümmern ihres Lebens stehen: Bewege ihre Herzen, neue Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen. GL 560 Christus Sieger, ……
  • Für alle, die unsere Kirchen und Gemeinden leiten: Gib ihnen deinen Geist, zu entscheiden und zu tun, was du mit deiner Kirche heute willst. GL 560 Christus Sieger, ……
  • Wir beten für alle Getauften und Gefirmten: Gott sei ihnen nahe, dass sie in deiner Nachfolge ein glaubwürdiges Zeugnis geben, dort, wo sie Verantwortung tragen. GL 560 Christus Sieger, ……
  • Wir bitten für unsere Gemeinde: Wir sorgen uns um unsere Zukunft. Jesus, unser König, sei du gegenwärtig in unseren Gruppen und Gremien und schenke uns deinen befreienden Geist. GL 560 Christus Sieger, ……
  • Für unsere Verstorbenen, mit denen wir durch viele Jahre unseres Lebens gegangen sind. Dass unsere Fürbitte ein kleiner Dank an sie sei für das, was sie uns an Gutem geschenkt haben. GL 560 Christus Sieger, ……

Denn du hast durch deinen Sohn die Menschen von allem befreit, was sie bedrückt. Dich loben und preisen wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und König, alle Tage bis in Ewigkeit. Amen.

GABENGEBET

Guter Gott, auch in diesem Gottesdienst bringen dir unsere Gaben: Das, was uns Freude macht, was uns gut gelungen ist, aber auch das, was uns Sorgen und Angst macht, was uns trennt, und was uns verbindet. Nimm unseren Alltag und unser Bemühen an, und Bleibe immer an unserer Seite.
Wandle unsere Gaben und durch sie auch unser Inneres, damit wir dir danken und nicht mutlos werden.
Denn dein ist das Reich und die Kraft in Ewigkeit. Amen.

LOBPREIS
Kehrvers: Dankt dem Vater mit Freude.

Gott und Vater, wir haben Grund dir zu danken,
denn du hast uns deinen Sohn geschenkt.
Er hat uns würdig gemacht,
das Erbe der Heiligen zu empfangen, die im Lichte sind.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.

Kehrvers: Dankt dem Vater mit Freude.

Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.

Kehrvers: Dankt dem Vater mit Freude.

Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten,
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.

Kehrvers: Dankt dem Vater mit Freude.

Er ist vor aller Schöpfung, alles hat in ihm Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.

Kehrvers: Dankt dem Vater mit Freude.

Denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen
um durch ihn alles zu versöhnen.
Er wollte alles auf Erden und im Himmel zu Christus führen,
der Frieden gestiftet hat durch das Blut seines Kreuzes.
Für all das danken wir dir.
Wir stimmen ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen mit allen Engeln und Heiligen:

LIED GL 380 (Großer Gott, wir loben dich), Strophen 5 bis 7.

Guter Gott, wir sagen dir unseren Dank durch deinen Sohn Jesus Christus, den du unseretwegen gesandt hast, um uns Heil und Erlösung zu bringen und der Welt deine Liebe zu künden.
In ihm warst du am Werk, und sein Leben gefiel dir.
Er handelte nach deinem Willen und gewann dir ein Volk –  ein Volk, das dich liebt.
Darum Gott, gedenken wir des Leidens und Sterbens deines Sohnes, seiner Auferstehung und Himmelfahrt, aber auch seiner Wiederkunft am Ende unserer Tage.
Wir danken dir, weil wir hier sein dürfen, um miteinander das Mahl zu halten, das uns mit dir und untereinander verbindet.
Lass deine Kirche durch deinen Hl. Geist eins werden in der Liebe, damit sie auch eins sein kann im Glauben, im Glauben an dich und an den, den du gesandt hast: Jesus Christus.
Durch ihn und mit ihm und in ihm gebührt dir, guter Gott, die Ehre und Verherrlichung im Hl. Geist, heute und für alle Ewigkeit. Amen.

VATER UNSER

Lasst uns nun gemeinsam beten, wie Jesus uns zu beten gelehrt hat. Vater unser im Himmel, …

FRIEDENSGRUS

Jesus Christus ist unser König, er will uns befreien aus unseren Verstrickungen von Gewalt und Unheil.
Er will uns seinen Frieden schenken. So lasset uns beten:
Herr Jesus Christus, du bist gekommen, der Welt Wege des Friedens zu eröffnen. Wir bitten dich, schau nicht auf unsere Sünden und unser Versagen, sondern auf unsere Sehnsucht nach einem gelingenden und sinnerfüllten Leben. Stärke uns als deine Kirche und schenke uns deinen Frieden!
Der Friede des Herrn sei immer mitten unter uns!

HL. KOMMUNION

Jesus ist uns nahe in seinem Wort und in der Liebe, die wir einander schenken.
Er hat die Gemeinschaft des Mahles mit seinen Jüngern gepflegt.
Er war für alle Menschen offen, hat niemanden von sich gestoßen.
Hier und heute lädt er uns wieder ein, an der Mahlgemeinschaft teilzuhaben, wenn er in der Gestalt des Hl. Brotes unter uns ist.

So seht Christus, den König des Himmels und der Erde, der uns das Brot des Friedens und der Liebe schenkt! Er nimmt hinweg die Sünden der Welt.   A: Herr, ich bin nicht würdig …

Christus spricht: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt!

MEDITATION NACH DER HL. KOMMUNION – Entscheide dich

Entscheide dich, zu lieben statt zu hassen.
Entscheide dich, zu lächeln statt ein finsteres Gesicht zu machen.

Entscheide dich, aufzubauen statt niederzureißen.
Entscheide dich, durchzuhalten statt die Flinte ins Korn zu werfen.

Entscheide dich, zu loben statt Klatsch zu verbreiten.
Entscheide dich, zu heilen statt zu verletzen.

Entscheide dich, zu geben statt gierig an dich zu raffen.
Entscheide dich, zu handeln statt die Dinge auf die lange Bank zu schieben.

Entscheide dich, zu vergeben statt zu fluchen.
Entscheide dich, zu beten statt zu verzweifeln.

LIED: 423 1-3 Wer unterm Schutz des Höchsten steht

SCHLUSSGEBET

Guter Gott, wir danken dir für deine Einladung, unseren Weg an der Seite deines Sohnes zurückzulegen. Du willst, dass wir durch unseren Glauben und durch unsere Gemeinschaft zu den Schwestern und Brüdern, Kirche in unserer Welt sind.

Lass uns Mitarbeiter sein, die dein Wort den Menschen glaubwürdig weitersagen und dich vor den Menschen bezeugen.

Hilf, dass dieser Gottesdienst noch lange in uns nachklingt, damit wir deine Boten sind, durch Christus, unseren Herrn. Amen.

SEGENSBITTE

Bitten wir Gott nun um seinen Segen:

Der Herr segne uns mit seinem Frieden.
Er erfülle unser Herz mit seiner Liebe –
und er schenke uns Vertrauen in seine Nähe.
So segne uns mit seiner Liebe der allmächtige und jeden Menschen liebende Gott,
+ der Vater, der Sohn und der Hl. Geist. Amen.

SENDUNG

Seid gesegnet und gesendet, heute Kirche zu sein – mitten in der Welt.
So geht nun hin, bereitet Freude und haltet Frieden!   

LIED 325 1-3: Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit

16. Sonntag im Jahreskreis 2022 C – Abraham und 3 Fremde

16. Sonntag im Jahreskreis 2022 C – Abraham und 3 Fremde

Wow – das ist schon ein Hammer! Das muss man erst mal nachmachen oder selbst erleben. Da kommt ein Fremder, klopft an deine Tür, Du lässt ihn rein, er bekommt zu Essen kann das Bad benutzen und dann stellt sich heraus, dass es sich um Gott handelt, der da vor dir steht.
Verrückt – oder? Was ist das für eine Chance!
So konnten wir das in der Lesung eben hören.
Abraham hat die drei Männer nicht kommen sehen, plötzlich stehen sie da – und er bittet sie zu bleiben.

Als erstes kommt selbstverständlich damals zunächst das Waschen der staubigen Füße. – Und dann erst gibt es was zu essen.
Aber aus dem Bissen Brot und der kleinen Stärkung wird ein üppiges Mahl, so wie Nomaden es damals anbieten können: reichlich Backwaren, Milch und Butter, und zartes Kalbfleisch.
 
Ok, der Wein fehlt – Nomaden haben eben keinen und Bier gab es noch nicht, aber lebensspendendes Wasser.  
Bis hierher ist es die Schilderung ganz normaler orientalischer Gastfreundschaft.

Aber – dass Abraham sich dann vor den Männern auf die Erde wirft, macht deutlich, dass er erkannt hat, dass das hier keine gewöhnlichen Gäste sind.

Wir können es nachlesen, Gott selbst ist es, der zu ihnen gekommen ist.  Abraham und Sara aber, merken es erst nach und nach.

Für die Menschen des Alten Orients war die Gastfreundschaft damals eine überlebenswichtige Tugend. Es gab ja keine Hotels und Restaurants. Man war direkt darauf angewiesen, bei wildfremden Menschen unterzukommen.

In der Erzählung wird die gewährte Gastfreundschaft dann zur Gotteserfahrung.
So wie es in einem polnischen Sprichwort heißt: gość w dom, Bóg w dom , das bedeutet – kommt ein Gast ins Haus, ist Gott im Haus. Das sollte man sich über die Tür schreiben: „Kommt ein Gast ins Haus – ist Gott im Haus!“

Durch diese Begegnung wird Abraham plötzlich eine ganz neue Zukunft eröffnet.
Er erfährt, dass Sara doch noch einen Sohn bekommen wird: dieser alte Mann und die auch schon alte Sara.

Gastfreundschaft damals – so wie meistens auch heute, auch durch die Flüchtlinge in Verl – war ein Geben und Empfangen, ein investieren und beschenkt werden.
Man lernte völlig fremde Menschen kennen, man erfuhr die neuesten Nachrichten.
Nicht selten entstanden Freundschaften und manchmal auch Ehen.
Und man konnte damals sicher sein, auch auf den eigenen Reisen immer eine Unterkunft zu finden.

Man brauchte nie das Gefühl zu haben, unerwünscht zu sein.
Man konnte ohne Bedenken Speise und Trank annehmen. Eine eigentlich tolle Zeit damals.

Das hat sich in unserer Zeit und vor allem in unserem Umfeld gründlich geändert.
Würden Sie sich trauen, bei einem wildfremden Menschen an die Tür zu klopfen und um Aufnahme zu bitten?
Würden Sie jemanden in Ihre Wohnung lassen, der Sie um eine Übernachtungsgelegenheit ersucht und vielleicht sogar noch eine dunkle Hautfarbe hat?

Ja, natürlich laden wir auch Gäste ein und sind selbst oft zu Gast. Aber: Meist sind es doch Verwandte, Freunde oder Bekannte.
Und dann gibt es auch noch andere ganz wichtige Orte, wo Gastfreundschaft gelebt werden soll: unsere Kirche, unsere christliche Gemeinschaft.
Wir feiern – ok feiern sieht meistens anders aus – wir sind Teilnehmer an einem Gottesdienst.
Meist sind es ja immer die gleichen Leute, die wir hier treffen – man kennt sich.

Aber immer wieder passiert es, dass auch neue Gesichter auftauchen: Vielleicht Neu-Zugezogene, Flüchtlinge oder Gäste, die zu Besuch hier sind.
Vielleicht kommen sie sogar bald auch zum Pfarrfest. Und was geschieht dann?
Was tun wir?
Haben wir für sie ein freundliches Lächeln? Einen zugenickten Gruß?
Sprechen wir sie vielleicht sogar an und bedanken uns für das Kommen oder Mitbeten?
Oder werden wir von Neugier oder Sorge geplagt: Wer ist denn das – war noch nie da?
Oder denken wir vielleicht:
Was will denn der oder die hier bei uns? Gehört hier doch gar nicht hin.

Wie gastfreundlich sind die Menschen unserer christlichen Gemeinde?

Beim Einkaufen im Elli Markt?
Grüßen wir nur die, die wir sowieso kennen?
Grüßen wir nur die, die auch uns grüßen?

Fühlen wir uns durch Fremde belästigt oder sehen wir darin auch eine Chance?
Warten wir darauf, dass Neu-Zugezogene von sich aus auf uns zukommen, oder kommen wir ihnen entgegen?

Im Hebräerbrief steht: »Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.«

Gott kommt zu uns nicht mit Donner und Blitz, mit Macht und Herrlichkeit – das tut er am letzten Tag.
Bis dahin kommt er leise, unscheinbar, oft in menschlicher Gestalt, oft als Fremder, vielleicht sogar als Schwarzer. Die Chance, die Abraham hatte, haben wir auch.
Nur manchmal erfahren wir, so wie Abraham, erst hinterher: In diesem Gast ist uns Gott begegnet. Machen wir die Tür auf!

Amen.

Kindergottesdienst Kindergarten 08. Juni 2022 – Schöpfungsgeschichte

Kindergottesdienst Kindergarten 08. Juni 2022 – Schöpfungsgeschichte
(Alle Texte werden bei Bedarf freihändig kindgemäß verändert)

LIED: Danke für diesen guten Morgen

Kreuzzeichen: Gott, hat mich lieb!

Am Anfang war die Erde leer und wüst und nur Gott schwebte über dem Chaos          .
Da befahl Gott: „Er werde Licht!“ und tatsächlich wurde es hell auf der Erde. Gott fand dass das Licht eine gute Idee war, aber es gefiel ihm noch nicht so recht. Also trennet Gott das Licht und die Finsternis. Das Helle nannte er Tag und das Dunkele wurde Nacht genannt.
Und da verging schon der erste Tag.

Am zweiten Tag wollte Gott noch etwas schaffen und er befahl: „Es soll eine Wölbung über dem Wasser entstehen!“ Der Wölbung entstand, wie Gott befohlen hatte und er nannte diese neue Erfindung Himmel.

Dann kam der dritte Tag. Gott hatte jetzt die Nacht, den Tag und den Himmel geschaffen. Aber das Wasser auf der Erde war unverändert. Da befahl Gott: “ Das Wasser soll sich in Tälern sammeln und trockene Erde freigeben!“ Und das Wasser gehorchte. Das Land was nicht mehr vom Wasser überspült wurde, trocknete schnell im Licht und Gott nannte das trockene Land Erde und die Wasserbecken Meer.
Aber immer nur die braune nackte Erde vor sich zu sehen, ist auch kein schöner Ausblick. Es fehlte etwas Farbe. Deshalb befahl Gott.“ Nun sollen auf der Erde Bäume und Sträucher wachsen. Und Graß, Wiesen und Blumen sollen die nackte kahle Erde schmücken.“ Und aus dem Erdboden schossen kleine grüne Grashalme und Kräuter hervor. In rasendem Tempo hatten sie sich über die ganze Erde verteilt.
Am Abend des dritten Tages konnte Gott schon auf eine wunderschöne blühende und farbenfrohe Erde blicken.

Am vierten Tag, schaute sich Gott den Himmel an und stellte fest, dass der ziemlich leer aussah. Also erschuf er Sterne, Mond und Sonne, brachte sie am Himmel an und gab ihnen ihre Zeit.
„Der Mond und die Sterne sollen nur in der Nacht zu sehen sein. Die Sonne dagegen soll man auch am Tag bestaunen können.“ Das passierte am vierten Tag.

Am fünften Tag, fand Gott die Erde langweilig. Nichts das sich bewegte, keine Veränderung.
Nichts das Geräusche macht. Also erschuf Gott die Tiere. Viele bunte Fische setzte er ins Meer und kleine Vögel in den Himmel. Pferde, Giraffen, Löwen und alle anderen Tiere, die du dir nur vorstellen kannst erschuf Gott und setzte sie auf die Erde.

Am sechsten Tag erschuf Gott dann den Menschen. Er nahm einen Klumpen Lehm von der Erde und formte daraus den ersten Menschen: Adam. Und damit Adam nicht so alleine war, bat er Gott um einen zweiten Menschen. Gott erfüllte Adam seinen Wunsch. Doch diesmal nahm er nicht einen Klumpen Lehm, sondern eine Rippe von Adam. Aber der bekam das gar nicht mit. Er schlief so fest, dass er es gar nicht merkte.
Aus Adams Rippe formte Gott einen zweiten Menschen. Diesmal eine Frau und er nannte sie Eva. Beiden Menschen hauchte er den Lebensatem ein und so bekam der Mensch eine Seele.

Als Gott endlich fertig war, mittlerweile war es schon der siebente Tag, lehnte er sich zurück und ruhte sich aus. Da bei schaute er auf seine Schöpfung und er fand es war eine tolle Idee gewesen.

LIED: Er hält die ganze Welt
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält das winzig kleine Baby in seiner Hand
Er hält die Mutter und die Tochter in seiner Hand
Er hält den Sohn und den Vater in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält auch dich und mich, in seiner Hand
Er hält auch dich und mich, in seiner Hand
Er hält uns alle hier in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält die Erde und den Himmel in seiner Hand
Er hält die Nacht und den Tag in seiner Hand
Er hält die Sonne und den Mond in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält die Vögel und die Fische in seiner Hand
Er hält den Wind und den Regen in seiner Hand
Er hält den Frühling und den Winter in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Gebet:
Lieber Gott, Du hast diese Welt so toll gemacht. Alles ist so schön. Die Blumen, die Bäume, die Tiere, es gibt so viel schönes in dieser Welt, auch hier in Verl. Du hast zu uns gesagt, wir sollen gut aufpassen auf deine schöne Erde. Darum lass uns nicht extra was kaputt machen. Wir wollen lieber Blumen verschenken und nicht kaputt trampeln. Wir wollen gut auf die Natur und die Tiere aufpassen und auch keinen Müll wegwerfen. Besonders wollen wir in dieser schönen Welt miteinander spielen und später arbeiten. Streiten wollen wir uns auch nicht und wenn es doch mal passiert, wollen wir uns schnell wieder vertragen. Lieber Gott, jeden Tag wollen wir Dir Danke sagen für diese schöne Welt, die Du gemacht hast. Darum rufen wir zusammen: Danke lieber Gott!

Lied: Gottes Liebe ist so wunderbar! (Treue, Hilfe)

VATER UNSER

Segen:
Alle stehen auf.

Gott, der Herr, schaue mit freundlichen Augen auf uns!
Jeder steht für sich. Einander anschauen.

Er halte uns an der Hand, beschütze uns und führe uns auf guten Wegen!
Sich an den Händen fassen.

Er stärke uns den Rücken und gebe uns Kraft und Mut.
Hände auf das Schulterblatt des Nachbarn legen.

So gehen wir und Gott geht mit uns.

Es segne euch Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

A: Amen.

Lied: Halte zu mir guter Gott
1.Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

2. Du bist jederzeit bei mir, wo ich geh und steh
spür ich wenn ich leise bin, dich in meiner Näh,
halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

3. Gibt es Ärger oder Streit und noch mehr Verdruss
weiß ich doch, du bist nicht weit, wenn ich weinen muss.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

4. Meine Freude, meinen Dank, alles sag ich dir.
Du hälst zu mir guter Gott, spür ich tief in mir.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

(Alle Kinder erhalten ein Ausmalbild: Schöpfungsgeschichte)

Friedensgottesdienst, Samstag, 21. Mai 2022 Flüchtlingsunterkunft

Friedensgottesdienst, Samstag, 21. Mai 2022 – 17.00 Uhr
(Flüchtlingsunterkunft Bökamp)

Musik (meditative Musik)

Begrüßung: Herzlich willkommen zu diesem Friedensgottesdienst in einer sehr schwierigen Zeit. teple pryvitannya. (Herzlich Willkommen.)
Wir hier in Deutschland sind noch weit weg von der Fronten der Kriege dieser Welt, aber dennoch können wir zu unserm Gott beten, ihn anrufen, vielleicht ihn anschreien, dass er den Menschen endlich den Frieden bringt. Frieden beginnt aber auch in uns und hier in Verl. Jeder von uns kann einen Beitrag zum Frieden auf der Welt leisten. Bitten wir Gott um seinen Hilfe; Im Namen des Vaters ……………….

Du fragst:
Was soll’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen, nicht aufhalten Rakete und Panzer.
Aber wir können was tun – und das ist:
festhalten an unseren Träumen.

Du fragst,
was nützt’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen. „Die da oben lassen sich von uns nicht reinreden!“
Aber wir können was tun – und das ist:
sagen, was uns nicht passt.

Du fragst:
was bringt’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen: auch wenn wir dagegen sind – Krieg kommt.
Aber wir können was tun –
und das ist: gemeinsam beten, und die Stimme erheben.

LIED: Wir wollen Frieden für alle / Hevenu shalom alechem 3x

Der Krieg in der Ukraine, aber auch in anderen Ländern geht uns allen unsagbar nahe. Die schrecklichen Bilder von den verzweifelten und verletzten Menschen, die uns aus den Kriegsgebieten erreichen, stimmen uns traurig und machen uns wirklich wütend.
Ich könnte heulen und schreien.
Warum lässt Gott das zu? Ich weiß es nicht.
Und darum möchte ich beten für die, die keine Worte finden.

Herr, du mein Gott, du Gott des Friedens, 
wir haben Krieg. 
Es ist Krieg in der Ukraine, Krieg auf der Welt. 

Ich leide mit. Wir alle weinen mit. 
Wir weinen mit den Menschen in den Kriegsgebieten. 

Hilf Herr, du mein Gott, wir bitten dich, hilf. 
Hilf den Menschen in der Ukraine, hilf denen, die flüchten müssen, 
bleib bei denen, die verzweifelt und in Angst zurückbleiben, 
stärke die, die jetzt sinnlos um ihr Leben kämpfen müssen 
und sich fürchten vor dem Tod. 

Tröste die Mütter, tröste die Väter, tröste die Kinder. 
Wische ihre Tränen aus den Augen. Tröste auch uns mit deiner Liebe. 
Ich fühle mich so so hilflos. Ich habe Angst, um die Menschen im Kriegsgebiet, 
ich habe Angst, vor einem noch größeren Krieg, 
ich habe Angst, um die vielen Menschen, die ich liebe. 

Herr, wie kann ich helfen? Wie kann ich trösten? 

Herr, ich bitte dich um Frieden, ich bete für den Frieden in der Ukraine, 
um Frieden in den Kriegsgebieten der Welt. 

Lass mich nicht verzweifeln. 
Lass mich an die Hoffnung glauben, dass alles gut wird. 
Bleibe bei uns, bleibe bei mir, du mein Gott, des Friedens. Amen

LIED: 800 Herr gib uns deinen Frieden 3x

In den Seligpreisungen der Bibel heißt es – heute in Jugendsprache:

1. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Voll krass sind die, die einem nicht alles abkaufen; denen gehört die Zukunft.

2. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Hammerhart sind die, die Angst und Schmerz anderer mittragen; die verlieren ihre eigene Angst.

3. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Himmelreich besitzen.
In echt sind die, die ohne Gewalt leben. Ihre Ideen sind bessere Waffen als Messer und Schießeisen.

4. Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Total fett werden die, die noch was suchen; sie werden alles bekommen.

5. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Easy sind die, die sich kümmern; die werden wahre Freundschaften zimmern.

6. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Voll normal sind die, die keine Hintergedanken haben; denn sie erleben Big Boss.

7. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Hammerhart sind die, die nicht ständig einen Harten ziehen müssen; die werden eine Party auf Wolke 7 feiern.

8. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Super sind die, die in kritischen Situationen Nachteile haben können und doch cool und gerecht bleiben; die haben das Himmelreich.

9. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
Total cool seid ihr, wenn ihr euch nicht zu schade seid, für andere einzustehen, auch wenn die anderen lästern oder euch durch ständiges Volllabern unter Druck setzen.

LIED: Wir wollen Frieden für alle 3 x

Was kann ich für den Frieden tun? Ich bin doch machtlos. Hat denn meine einzelne Stimme überhaupt Gewicht?
In einer Fabel wird erzählt:
„Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke“ fragte die Tannenmeise die Wildtaube. „Nicht mehr als nichts“, gab sie zur Antwort.
Dann muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen“, sagte die Meise. „Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing; nicht etwa heftig im Sturmgebraus, nein, wie ein Traum, lautlos und ohne Schwere. Da nichts Besseres zu tun war, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und die Nadeln des Astes fielen und darauf hängenblieben. Genau dreimillionensiebenhundertein- undvierzigtausendneunhundertzweiundfünfzig waren es. Als die
dreimillionensiebenhunderteinundfvierzigtausendneunhundertdreiundfünf- zigste Flocke niederfiel – nicht mehr als nichts – brach der Ast ab.“
Damit flog die Meise davon.
Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage, sagte zu sich nach kurzem Nachdenken:“ Vielleicht fehlt nur eines einzigen Menschen Stimme zum Frieden der Welt!“

Friede ist da,
wenn zwei sich nach dem Streit die Hände reichen;
Friede ist da,
wenn ich nicht immer schaue, ob der andere mehr hat als ich;
Friede ist da,
wenn ich nicht immer beobachte, ob man den anderen lieber hat;
Friede ist da, wenn dem Schwachen geholfen wird.
Ist der Friede schon da, hier bei uns angekommen?

Fürbittengebet (Kyrieruf GL 155 aus der orthodoxen Liturgie in der Ukraine)

Lasst uns beten 

für die Menschen in der Ukraine, deren Leben so plötzlich und so furchtbar mit Krieg überzogen wurde. Lasst uns beten für jeden einzelnen, jede einzelne von ihnen: Dass ihnen Leben und Gesundheit erhalten bleiben, dass ihre Seele vor schwerem Schaden bewahrt bleibt. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Lasst uns beten für alle, die jetzt kämpfen und die kämpfen müssen, um ihr Land gegen die Angreifer zu verteidigen, als Soldaten oder auf andere Weise, in den Krankenhäusern, bei der Feuerwehr, in den Versorgungsbetrieben, in den Behörden. Lasst uns für sie beten um Kraft und um Ausdauer, dass sie standhalten können und dass sie sich dabei ihre Menschlichkeit bewahren. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Lasst uns beten für die Verwundeten auf beiden Seiten. Lasst uns beten für die getöteten Soldatinnen und Soldaten und für die Todesopfer in der Zivilbevölkerung – und für alle, die um sie trauern. Lasst uns beten für die Traumatisierten und die Geängstigten. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch Verantwortlichen der Ukraine lasst uns beten, dass es ihnen gelingt, weiter so gut wie möglich für die Menschen in ihrem Land da zu sein. Der Bedrohung mit aller Kraft zu widerstehen und zugleich offen zu sein für alles, was Wege zur Beendigung der Kriegs-handlungen, zu Frieden und Freiheit eröffnen könnte. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch Verantwortlichen in der Welt lasst uns beten und für alle, die sonst Einfluss haben: Dass die internationalen Bemühungen zur Beendigung des Krieges Wirkung zeigen, und dass sie helfen können, Wege zum Frieden zu finden. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch und militärisch Verantwortlichen und die Mitverantwortlichen in Russland lasst uns beten, dass ihre Pläne nicht aufgehen. Lasst uns beten, dass mehr und mehr von ihnen das Unrecht erkennen, das sie begehen, und den Schaden, den sie damit letztlich auch für ihr eigenes Land herbeiführen. Für alle, die Einfluss nehmen können, lasst uns beten um ein lebendiges Gewissen und um Mut. Für alle, die jetzt schon und von Anfang an in Russland dem Krieg widersprechen, lasst uns beten, dass Gott sie behüte. Zu ihm lasst uns rufen:

Kyrie eleison

Und lasst uns beten für die vielen Menschen auf der Flucht, im Lande selbst und in den Nachbarländern und für die, die jetzt zu uns kommen. Lasst uns beten für sie und für alle, die sich jetzt engagieren, um zu helfen und um ihnen gute Aufnahme zu bereiten. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison 

Vaterunser

Gegrüßet seist Du Maria

Lasst uns nun gemeinsam von dem Zettel beten:

O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens
O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass du mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.
(Franz von Assisi

Segen:

Der Herr segne uns und die Menschen in der Ukraine und überall in der Welt.
Er bewahre uns vor Unheil, Krieg, Not und Vertreibung und lenke unsere Schritte
auf den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens, im Namen des Vaters ………

Und nach dem Schlusslied geht hin schließt Frieden, haltet Frieden.

LIED: Großer Gott, wir loben Dich 1+2

Nationalhymne

 
 

Osterbrief 2022

Der Himmel ist dort,
wo Menschen einander gut sind,
wo Menschen miteinander reden,
wo Menschen füreinander sorgen,
wo Hungernde Nahrung erhalten,
wo Kranke besucht werden,
wo Traurige getröstet werden,
wo Versöhnung den Streit beendet,
wo Gemeinsinn den Eigensinn ablöst,
wo Menschen miteinander teilen,
wo Gerechtigkeit regiert,
wo jeder Mensch gleich viel gilt,
wo ein Leben in Würde möglich ist.

An alle lieben Menschen, in Gedanken mit uns verbunden.

Und schon wieder ist Ostern – das Fest der Auferstehung. Und das nach 2 Jahren Corona, nach mehrfach Impfungen, nach Infektion oder positiven Testen, manche auch nach schwerer Erkrankung  – und manche haben es auch nicht überlebt. Nun stecken wir tief in der Bedrohung durch Krieg. Die Bilder treiben Tränen in die Augen und kein Ende in Sicht. Dazu kommen persönliche Erlebnisse, entweder große Freude, manchmal auch tiefe Trauer. Und dann – schon wieder ist Ostern.

In diesem Fest der Auferstehung gibt Gott uns die Zusage, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern, dass nach jedem Dunkel auch ein neues Licht kommt.
Gerade durch Corona, wissen wir oft nicht, welche Dunkelheit Euch in den letzten Monaten getroffen hat, aber auch nicht, welches Licht – als Funke oder als Flamme – Euch begegnet ist und Freude und Liebe gebracht hat.
Wir wünschen uns für die kommende Zeit mehr Begegnungen mit Euch, ob persönlich oder am Telefon. Wir wünschen uns schönere Bilder in den Nachrichten und mehr Strahlen in den Augen der Menschen. Wir wünschen uns keine weinenden Kinder und Mütter mehr. Wir wünschen uns, dass unser Beten und unser Tun Frucht bringt und die Welt, wenigstens begrenzt, ein bisschen heller und froher macht.

Der Glaube an die Auferstehung unseres Gottes, der von unseren Eltern in uns Grund gelegt wurde, gibt uns die Kraft unsern Beitrag zu leisten. Seine Hand wird uns führen das Gute zu tun. Sein Geist gibt uns die Worte der Liebe und Versöhnung.

Das wünschen wir uns und allen an diesem Osterfest in einer besonderen Zeit.

Eure
Ursel und Arthur

Ostern 2022
Ursula und Arthur Springfeld, 33415 Verl, Pausheide 9 -05246-6964 – diakon-arthur.de

Friedensgebet für Ukraine 28.02.22

Friedensgebet für Ukraine am Kriegerdenkmal 28.02.22 – 17.00 Uhr

Musik abspielen:
– Komm wir ziehen in den Frieden.
– Wozu sind Kriege da?

Begrüßung:
DANKE, Danke, dass Sie heute gekommen sind. Danke, dass wir uns treffen, hier an diesem Denkmal gegen den Krieg. Hier wo für viele Verler schmerzhafte Erinnerungen wach werden an Zeiten von Bomben, Trauer, Hunger und Tod und Verlust. Hier wollen wir beten zu unserm Gott. Zu unserm Gott, egal wie er heißt, ob Jesus Christus, Allah oder Jahwe, oder wie auch immer. Und wenn der heutige Grund die Bomben und Raketen in der Ukraine sind, wollen wir auch an die vielen Menschen denken, die in Afghanistan, Mali und vielen Ländern dieser Welt unter der Last von Krieg und Unterdrückung leiden. Unser Gott ist es, der uns die Kraft gibt Frieden zu halten und uns für den Frieden einzusetzen und mit unserm Reichtum die Not der Betroffenen zu lindern.

Zu ihm lasst uns beten:
Ewiger Gott,
mit Erschütterung und voller Sorge
schauen wir in den Osten unseres Kontinents Europa.
Wir bringen vor dich die Opfer der Gewalt
und die Not des ukrainischen Volkes
und bitten dich:
Stärke alle, die mutlos sind und sich fürchten.
Gib Mäßigung den Entscheidungsträgern.
Wende dich den Opfern des Krieges zu, beschütze alle, die auf der Flucht sind
und tröste die Trauernden.
Dein Sohn hat alle seliggepriesen und deine Kinder genannt, die den Frieden stiften.
Sei allen nahe, die in diesen Tagen für Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit eintreten.
Darum bitten, dich Gott aus der ganzen Tiefe unseres Herzens.

Es ist Krieg.
Aufgeschreckt bin ich, du mein Gott, ich reibe mir zitternd die Augen,
ein Traum muss es sein, ein schrecklicher, ein Alptraum.

Entsetzt höre ich die Nachrichten, kann es nicht fassen,
Soldaten marschieren, kämpfen und sterben. Es ist Krieg.

Der Wahn eines Mächtigen treibt sie zu schändlichem Tun,
mit Lügen hat er sie aufgehetzt, mit dem Gift seiner Hassreden.

In den Kampf wirft er sie, missbraucht ihre Jugend, missbraucht ihre Kraft,
erobern sollen sie, töten sollen sie, sein Befehl ist eiskalt.

Seine Nachbarn hat er zu Feinden erklärt, ein Zerrbild gemalt,
in den dunkelsten Farben seiner wirren Machtphantasien.

Niemand wagt ihm zu widersprechen, seine Berater halten still,
ein Marionettentheater umgibt ihn, das er höhnisch bespielt.

Seine Bosheit hat Raffinesse, listig und schamlos geht er voran,
die Versuche ihn umzustimmen ließ er ins Leere laufen,

umsonst sind sie angereist aus besorgten Ländern,
Friedensappelle und Warnungen ließen ihn kalt.

Angst und Schrecken verbreiten sich, blankes Entsetzen,
wie viele Verletzte wird es geben, wieviel Tote?

Wann wird die gefräßige Gier des Tyrannen gesättigt sein,
wann der Blutstrom versiegen, wann die Waffen schweigen?

Hilflos starre ich auf die Bilder und Meldungen,
meine Fäuste voll Wut, in meinen Augen regnet es.

Fahr den Kriegstreibern in die Parade, Ewiger Gott. Allen!
Lege ihnen das Handwerk, lass sie straucheln und fallen.

Wecke den Mut und den Widerstand der Rückgrat-Starken,
lass das Volk sich erheben und die Verbrecher entlarven.

Nicht entmutigen lassen sollen sich alle, die an den Frieden glauben,
die unverdrossen ihre Stimme erheben, gegen Verführer immun sind.

Sei unter denen, die nicht schweigen, die nicht wegschauen,
die nicht achselzuckend sagen, was kann ich schon bewirken.

Höre unser Beten, unser Schreien, es töne in Deinen Ohren,
unsere Angst um die Welt unser Kinder und Kindeskinder.

Sie hast Du uns in die Hände gegeben, Deine Welt ist die unsrige.
Die Welt soll nicht in die Hände der Machthungrigen ohne Gewissen fallen.

Du hast uns die Erde gegeben, einen unfassbaren Reichtum,
gib uns nun die Kraft sie mit allen Völkern in Frieden zu teilen.

Es liegt an uns dich zu bitten, auf dich zu hoffen und deine Hand zu sein.

Oh Herr – gib uns die Macht des Glaubens, des Vertauens und der Versöhnung.
die Völker wollen Frieden, Freiheit und Glück!

Song: Ein bißchen Frieden

„Frieden ist nicht selbstverständlich“.
Das sehen wir in diesen Tagen, nicht nur an den aktuellen Konflikten, sondern auch an den vielen vergessenen Dramen und Spannungen in der Welt; und auch hier unter uns im Kleinen.

Wir wünschen uns den Frieden sehr herbei. Und viele, so wie wir, beten deshalb auch für den Frieden. – Leben wir danach? – Lassen wir dem Wunsch Taten und Zeichen folgen?

Ja, wir tun es jeden Tag: Wie der Friedensgruß, ein freundliches Winken, ein Augenblick, ein Nicken – und ein nettes „Hi“. Diese kleinen Zeichen setzen den Frieden in Gang; zeigen sie doch das wir freundlich sind.

„Friede auf Erden!“ Das haben die Engel bei Betlehem vor über 2000 Jahren gesungen. Und dennoch sind so viele unvorstellbare Taten in der Geschichte gefolgt. Frieden zu Leben und Frieden zu geben, heißt also noch viel mehr!

Immer noch und immer wieder sterben heute Menschen in Kämpfen und durch Bomben, sogar jetzt bei uns in Europa, in der Ukraine und vielen weiteren von der Weltgeschichte vergessenen Konflikten, wie zum Beispiel im Jemen und in Syrien, in Kolumbien oder auf den Straßen in Mexiko-Stadt.

Was nur können wir tun, damit mehr Friede wird auf dieser Erde?
Was kann ich persönlich tun?

Ich bin überzeugt: mehr, als ich manchmal denke. Natürlich, die hohe Politik und die niederen Beweggründe vieler Mächtiger, die kann ich kaum beeinflussen.

Aber: In Maßen kann ich doch etwas tun für den Frieden auf dieser Erde, auch im Großen, das glaube ich ganz fest.

Der Friede hat ja vor allem auch mit Verstehen und Gerechtigkeit zu tun. Mit gerechten und fairen Verhältnissen und mit einem respektvollen Umgang – auch mit scheinbar schwierigen Standpunkten. Wo weder Gerechtigkeit noch Verständnis herrschen, brechen schnell Streit und Krieg aus. Das wusste schon die Bibel.

Der Prophet Jesaja zum Beispiel nennt Frieden und Gerechtigkeit immer wieder in einem Atemzug. Und auch heute könnte man so rufen: Wehe ihnen! Es gibt sie ja noch immer, diese Unterdrückung der Armen.

Es tut mir in der Seele weh, mir vorzustellen, wie viele Millionen Kinder auf dieser Erde in Unfrieden und auf der Flucht leben müssen.

Song: Wes shall overcome

Frieden schaffen – beginnt bei jedem und mit jedem.

Jede Entscheidung an jedem Tag kann helfen die Kette zu durchbrechen. Es kann das fair gehandelte Produkt sein, aber auch das versöhnliche Gespräch in der Firma, der Kontakt zu einem verschmähten Nachbarn.
Natürlich kann es auch die Schlichtung eines Streits sein; vielleicht auf dem Schulhof.
Es kann auch der freie Stuhl neben mir sein, den ich jemanden anbiete.
Sehen wir hin, wenn jemand fällt – lachen wir nicht auch, wenn es komisch aussah – sondern helfen wir Ihm auf, stützen wir ihn.

Setzen wir uns für Lösungen ein, auch wenn niemand es für möglich hält, denn für den Frieden lohnt sich jeder Schritt – auch das Wort, das zueinander führt – uns zusammenbringt.

Ich glaube: – So fängt der Friede an. So kann er wachsen. Wenn ich Menschen offen begegne, ohne Überheblichkeit und Vorurteile.


Alle gemeinsam (Zettel vorbereitet)
Barmherziger Gott,
wir haben Angst vor dem Krieg, der so viel Leid bringen wird – 
für Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Europa.
Wir beten für all die Verantwortlichen in Russland, der Ukraine, 
Belarus, den USA und der EU,
dass sie Wege aus der Eskalation finden.
Lass uns alle abrüsten mit Worten und Taten.
Erweiche die Herzen derer, die hart geworden sind.
Bewahre uns vor der Willkür der Mächtigen dieser Welt
und bringe sie zur Erkenntnis ihrer Grenzen. 
Segne uns mit deinem Frieden, damit dein Friede sich auf Erden ausbreite! 

Lasst uns gemeinsam unsere Hände öffnen. Damit unser Gott sie mit all seiner Liebe und Kraft füllen kann. Und dann lasst uns zusammen das Gebet sprechen, dass Jesus schon damals mit seinen Freunden gebetet hat.

VATER UNSER

Song: Frieden von Reinhard Fendrich

Wir beten gemeinsam:

Ich glaube an Gott, der die Liebe ist und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.

Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren, an die Stärke der Waffen, an die Macht der Unterdrückung.

Ich glaube an Jesus Christus, der gekommen ist, uns zu heilen und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.

Ich glaube nicht, dass Kriege unvermeidbar sind, dass Friede unerreichbar ist.

Ich glaube, dass Gott für die Welt eine Ordnung will, die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet, und dass alle Menschen gleichberechtigt sind.

Ich glaube nicht, dass Leiden umsonst sein muss, dass der Tod das Ende ist, dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.

Ich glaube an Gottes Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, wo Gerechtigkeit und Frieden herrschen.

Ich glaube an die Schönheit des Einfachen, an die Liebe mit offenen Händen, an den Frieden auf Erden. – Amen

Wir wollen Gott um seinen Segen bitten:
Der Herr sei vor euch, um euch den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben euch, um euch in die Arme zu schließen
und euch zu schützen.

Der Herr sei hinter euch, um euch zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.

Der Herr sei unter euch, um euch aufzufangen, wenn ihr fallt.

Der Herr sei in euch, um euch zu trösten, wenn ihr traurig seid.

Der Herr sei um euch herum, um euch zu verteidigen, wenn andere über euch herfallen.

Der Herr sei über euch, um euch zu segnen,

und so segne Euch der jeden Menschen liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen
und dann geht hin und haltet Frieden.

Songs einspielen: Wir wollen Frieden für alle

Tabaluga Salamander

Wes shall overcome

Fußspuren im Sand – my way

So habe ich mich mein ganzes Leben gefühlt! DANKE

Fußspuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?“

Da antwortete er:
„Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Fest der Taufe des Herrn – 09.1.2022 – C Jesus wird zum Sündenbock für uns!

Fest der Taufe des Herrn – Sonntag, 09.1.2022 – C Jesus wird zum Sündenbock für uns!

Wenn ich Sie so anschaue, kommt mir die Idee, dass Sie wohl alle schon lange nicht mehr zur Beichte waren, sie würden sonst froher ausschauen. Ich hatte da so eine Idee, aber ich konnte den Bruno leider nicht erreichen, sonst hätte ich heute einen Ziegenbock mit in den Gottesdienst gebracht.
Hier vor die Krippe hätte ich sie gestellt und dann könnten sie alle nach Vorne kommen und all Ihre Schuld auf diesen Ziegenbock legen.
So, wie man das damals zu Jesu Zeiten auch gemacht hat.
Für die Menschen damals war das ein ganz wichtiges Zeichen.
Sie haben dann zu dem Bock gesagt: „All das, was wir im vergangenen Jahr falsch gemacht haben, all die Dinge, die schief gelaufen sind, all unsere Sünden und all unsere Schuld, die legen wir jetzt auf dich.“
Und zum Zeichen dafür, berührten sie den Bock mit ihrer Hand.
Und nachdem alle es getan hatten, nachdem die ganze Gemeinde diesem Tier die Hände und ihre Schuld aufgelegt hatten, ist man mit dem Ziegenbock zum Rande der Stadt gezogen – dorthin, wo die Wüste anfängt – hier wäre das Kaunitz oder Avenwedde.
Und da hat man dieses Tier; das nun für die Menschen zum Sündenbock geworden ist, ganz einfach davongejagt.
Man hat den Sündenbock, dem man die ganze Schuld aufgeladen hatte, in die Wüste getrieben.
Und so wie dieses Tier dort in der Wüste zwangsläufig verendet ist, so hat man gehofft, dass mit ihm zusammen auch die Schuld der Menschen, gleichsam umkommen würde, dass man dadurch seine Verfehlungen und all seine Schuld loswerden würde und einen neuen Anfang hatte.

Für die Menschen damals war das ein ganz wichtiges Ritual.
Aber, wenn man sich das vorstellt, ein grausames Ritual. Nicht nur, weil man dieses Tier elendiglich hat zugrunde gehen lassen – schon allein die Tatsache, einen anderen, selbst wenn es ein Tier ist, für sein eigenes Versagen büßen zu lassen, das ist wirklich grausam.

Und ganz besonders grausam ist es, wenn dann nicht eine Ziege, – wenn ein Mensch für andere büßen soll, zum Sündenbock abgestempelt wird.

„Ich kann nichts dafür, der da war’s…“
Wie oft sucht man selbst, manchmal sogar eine ganze Gesellschaft, auch eine christliche, einen anderen, dem man die ganze Schuld aufladen kann.

Da ist dann ein einziger Minister schuld an der ganzen Misere mit der Coronaplage, oder noch besser, irgendein Wissenschaftler, einer, von den ganz bekannten.
Oder ein Bischof, der mit seiner Schuld herhalten muss, wenn Hunderttausende aus der Gemeinschaft austreten.
Oft trifft es einen Menschen, den man einfach herauspickt, – damit alle mit dem Finger auf ihn zeigen können, weil er falsch gelegen, oder einen Fehler begangen hat

So hat man es seit ewigen Zeiten gemacht: Man suche sich einfach irgendeinen, oder eine Minderheit, am allerbesten Menschen, die sich nicht wehren können..

Und deshalb ist es eigentlich auch ein grausames Fest, das wir heute feiern.
Denn heute geht es los, heute beginnt es: Heute denken wir daran, dass da wieder einer angefangen hat, zum Sündenbock zu werden.

Mit dem Tag der Taufe im Jordan hat es begonnen, da hört die Zeit der Weihnacht dann endgültig auf, da enden die süßen Kindheitsgeschichten, da tritt ER endgültig in unsere Reihen, da reiht er sich ein: ER, der Unschuldige, er, der keine Fehler hat, Jesus Christus, der Gott und Mensch zugleich war.

Er stellt sich am Jordan in die Reihe der Menschen, die zur Bußtaufe gekommen waren.
Er stellt sich in die Reihe der Sünder.
Und er stellt sich dorthin, wie der Ziegenbock am „Jom Kippur“, am altisraelitischen Versöhnungstag, wie dieses unschuldige Tier, dem jetzt die Schuld aufgeladen wird, und er wird sie dann tragen bis zum Kreuz, wo er sie dann endgültig wegtragen wird.

Eigentlich ein grausames Fest.
Taufe des Herrn: der Festtag eines Menschen, der sich entscheidet, für uns zum Sündenbock zu werden.4

Es gibt nur eines, was diesem Gedanken ein klein wenig von seiner Schärfe nimmt:
Niemand, kein Mensch hat diesen Jesus nämlich zum Sündenbock gemacht!
Keiner hat ihn dazu gezwungen.  
Gott war es, ER, der freiwillig so weit heruntergekommen ist, dass er Mensch wurde.
ER geht dann sogar so weit, dass er sich freiwillig unsere Schuld aufladen lässt.

An diesem Sonntag denken wir wieder daran – und damit beginnt die Zeit des Jahreskreises C -, dass Gott sich einreiht,
in die Reihe der Sünder stellt,
in unsere Reihen stellt,
um uns von unserer Schuld zu befreien.
Da wird jemand aus freien Stücken zum Sündenbock – und das für uns.

Eigentlich ein grausames Fest.
Aber es ist ein Fest, das uns zeigt, wie wichtig wir diesem Gott sind.
Es ist ein Fest, mit dem Gott wieder einmal seine Liebe zu uns Menschen unter Beweis stellt. Noch ein Fest der Liebe. Ein Tag an dem Gott auch zu jedem von uns sagt: DU, gerade Du bist mein geliebtes Kind.
Heute feiern wir wieder ein Fest der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Und jetzt – wartet er auf unsere, auf meine Antwort.

Amen.

Gottesdienst am Heiligen Abend 2021

Gottesdienst am Heiligen Abend

Lied zur Eröffnung „Wir sagen euch an den lieben Advent“ – GL 223
Bei jeder Strophe wird von einem Kind eine Kerze am Adventskranz angezündet.

A: Endlich ist es so weit. Es ist Weihnachten. Die Adventszeit ist vorbei. Das Warten hat ein Ende. Wir haben uns auf den Weg durch die Adventszeit gemacht und sind nun fast am Ziel.
Heute kommen wir gemeinsam zur Krippe. Heute heißt es: Kommt, wir gehen nach Betlehem!

A: Wir breiten die Arme aus und beten:
Gott, du bist uns nah – noch bevor wir zu dir kommen.
Du bist bei uns – noch bevor wir uns aufmachen zu dir.
Schau auf die Kinder und alle, die hier zusammengekommen sind: Schau unsere Sehnsucht nach Glück, unseren Willen zum Guten und auf all das, was uns nicht so gut gelungen ist.
Erfülle uns mit deinem Leben, mit deinem Licht und mit deiner Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Freund und Bruder.  Amen.

Evangelienbuch holen:
A: Aus der Bibel wissen wir viel über Jesus. Menschen, die mit Jesus zusammen waren, haben weitererzählt, was Jesus gesagt und getan hat. Andere haben es dann aufgeschrieben. Einer, der die Frohe Botschaft von Jesus aufgeschrieben hat, hieß Lukas. Er erzählt uns, wie Jesus geboren wurde.

Lukas war nicht dabei, als Jesus geboren wurde, aber andere Christen haben ihm von Jesus erzählt. Lukas wusste: Jesus wurde von einer Frau geboren. Sie hieß Maria. Maria war verlobt mit Josef. Gott schickte einen Boten zu Maria. Lukas hat es aufgeschrieben.

F: Maria hat sich sehr gewundert. Sie war erstaunt über das, was der Engel zu ihr gesagt hatte.
Aber sie glaubte ihm. Sie glaubte, dass er ein Bote Gottes war.

T: Das alles geschah zu der Zeit, als ein mächtiger Kaiser herrschte. Er hieß Augustus. Er war
Kaiser des Römischen Reiches. Er wohnte in der Hauptstadt Rom.
Dieser Kaiser beherrschte viele Länder. Er hatte viele Soldaten. Damit er und seine Soldaten schnell überall hinkommen konnten, baute er Straßen. Und wenn er andere besiegt hatte, baute er Siegessäulen und Triumphbögen.

F: Dafür brauchte er viel Geld. Er war mächtig und bestimmte, dass alle in seinem Reich Steuern zahlen sollten. Alle sollten sich in Listen eintragen lassen. Sie mussten dafür dorthin gehen, wo sie geboren waren.
A: Lukas hat auch das aufgeschrieben.

F: Maria und Josef sind nach Betlehem gegangen.
Natürlich war die Wanderung nach Bethlehem sehr anstrengend, vor allem für Maria,
die bald ihr Kind bekommen sollte.
Wie froh waren Josef und Maria, als sie endlich am Ziel waren.
Sie suchten eine Herberge, aber alle waren bis auf den letzten Platz belegt.
In Bethlehem wimmelte es wegen der Volkszählung von Menschen.

T: Ein Herbergsbesitzer hatte Mitleid und bot den beiden Fremden einen Stall an, in dem sie übernachten konnten. Er diente den Tieren auf dem Feld als Unterschlupf in der Nacht.
Der Mann gab Maria und Josef noch Decken. Denn die Nächte waren kalt.

F: Kaum hatte Josef den Stall gesäubert und hergerichtet, brachte Maria ihr Kind zur Welt, einen Jungen. Sie nannten ihn Jesus, wie der Engel es Josef aufgetragen hatte.
Maria wickelte das Kind in Windeln.
Und da sie keine Wiege hatten, legte Josef das Baby in die Futterkrippe.

LIED: 239 1+2 Zu Bethlehem geboren

A: Ein Engel kommt von Gott. Er hat eine Nachricht für die Hirten. Er verkündet ihnen, was in Betlehem passiert ist. Was der Engel zu den Hirten sagt, hören wir jetzt aus der Bibel.

T: In der Nähe lagerten Hirten auf den Feldern.
Viele schliefen bereits, als es plötzlich hell vom Nachthimmel leuchtete.
Ein Engel Gottes trat zu den Hirten. Sie hatten große Angst.
Der Engel aber sagte: Fürchtet euch nicht. Denn ich verkünde euch eine große Freude.
Heute wurde in Bethlehem der Auserwählte geboren, euer aller Retter.
Geht und seht selbst! Ihr werdet das neugeborene Kind in einem Stall finden.
Es liegt dort in einer Futterkrippe.

F: Die Hirten schauten wie gebannt zum Himmel, aus dem der Engel herabgestiegen war.
Da war plötzlich der ganze Himmel voller Engel.
Sie sangen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf der Erde.
So schnell die Engel gekommen waren, verschwanden sie wieder.
Die Hirten aber konnten kaum glauben, was sie erlebt hatten.
Ein alter weiser Hirte sagte: Kommt, lasst uns das neugeborene Kind in der Krippe suchen!

LIED: 237 1-3 Vom Himmel hoch

T: Die Hirten liefen, so schnell sie konnten, bis sie endlich den Stall erreicht hatten.
Dort fanden sie Maria, Josef und das Kind in der Krippe.
Die Hirten fielen auf die Knie und beteten es an.
Dann erzählten sie Maria und Josef von den Engeln und ihrer Botschaft.
Maria freute sich, und sie bewahrte alles, was sie gehört hatte, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

LIED: 248 1+2 Ihr Kinderlein kommet

Predigt

Liebe Gemeinde am Heiligen Abend!

Was ist eigentlich schöner: Schenken oder beschenkt werden?

Was ist leichter: Geschenke bekommen oder Geschenke geben?

Alle warten heute auf Geschenke – auf eine schöne Bescherung – so oder so.

Manchmal glaube ich, dass es viel mehr Freude macht für andere Päckchen zu packen

und Geheimnisse zu hüten als umgekehrt.

Irgendwie stimmt es auch an Weihnachten das Sprichwort: Geben ist seliger, denn nehmen.

Heiligen Abend kommt es auf Eines ganz besonders an:

Wie und ob ich mich beschenken lasse.

Wie und ob ich offen bin, dafür, dass ich etwas bekomme.

Nicht was ich mitbringe, sondern was ich mitbekomme –  darauf kommt es an!

Ich will es mit einer Geschichte deutlich machen:

In einer Gemeinde sollte ein Krippenspiel sein. Wie jedes Jahr am Heiligen Abend.

Diesmal hatten junge Leute das Krippenspiel selber geschrieben, wie oft auch in unserer Gemeinde.

Und sie hatten wirklich an alles gedacht.

Sogar an Ochs und Esel, ja sogar an das Stroh.

Bei der Generalprobe, bei der angeblich generell alles schief gehen muss, ging tatsächlich allerhand ziemlich schief.

Kaum einer hatte seinen Text im Kopf, die Kulisse war noch absolut unfertig und was das schlimmste war,  –   die 3 Könige hatte man schlichtweg vergessen.

Aus nicht bekannten Gründen hatte man diese so wichtigen  Rollen überhaupt nicht besetzt.

Aber natürlich gehören die dazu und darum schlug jemand vor, in der Gemeinde rumzufragen, wer spontan bereit wäre, König zu sein.

Es müsse jetzt ja kein Text mehr auswendig gelernt werden, es würde genügen, wenn die 3 ein Geschenk mitbringen und das an der Krippe ablegen.

Gesagt, getan.

Und so war wieder einmal ganz plötzlich Heilig Abend.

Die Kirche war voll, die Leute gespannt und die Schauspieler aufgeregt.

Das Krippenspiel begann und es begann gut,

und es lief wunderbar, niemand blieb hängen,

und wenn doch mal einer ins Stottern kam, war es genau an der richtigen Stelle

und hat zu der Weihnachtsgeschichte wunderbar gepasst.

Und dann die letzte Szene, der Auftritt der 3 Könige.

Absolut ungeprobt sozusagen traten sie auf, ganz live, wie es ist eben im Leben.

Der erste König war ein Mann. Mitte 40 vielleicht. Oder auch schon älter.

Er hatte eine Krücke dabei brauchet sie aber scheinbar nicht.

Alle schauten gespannt und spitzten die Ohren als er die Krücke vor der Krippe ablegte und sagte:

„Ich hatte in diesem Jahr einen Autounfall. Ich lag lange im Krankenhaus.

Niemand konnte mir sagen, ob ich je wieder laufen kann. Jeder kleine Fortschritt war für mich wie ein Geschenk.

Diese Zeit hat mein Leben verändert. Ich bin aufmerksamer und dankbarer geworden.

Es gibt für mich nichts Kleines oder Selbstverständliches mehr.

Aufstehen am Morgen, sitzen, gehen und stehen, dabei sein, alles ist wunderbar, alles ein Geschenk

Ich lege diese Krücke vor die Krippe als Zeichen für meinen Dank, für den der mich wieder auf die Beine gebracht hat!“

Es war sehr still geworden in der Kirche, als der zweite König nach vorne trat.

Der zweite König war eine Königin, Mutter von 2 Kindern,

sie sagte:

„Ich schenke Dir etwas, was man nicht kaufen und nicht sehen und nicht einpacken kann

und was mir heute doch das wertvollste ist.

Ich schenke Dir mein JA, mein Einverständnis zu meinem Leben wie es geworden ist

so wie Du es bis heute geführt hast,

auch wenn ich zwischendurch oftmals nicht mehr glauben konnte, dass Du wirklich einen Plan für mich hast,

Ich schenke Dir mein JA zu meinem Leben und allem, was dazu gehört

meine Schwächen und Stärken, meine Ängste und meine Sehnsucht

die Menschen, die zu mir gehören

mein Ja zu meinem Zweifel auch und zu meinem Glauben

ich schenke Dir mein Ja zu Dir –  Heiland der Welt!“

Jetzt trat der 3. König vor.

Ein junger Mann mit abenteuerlicher Frisur, top gekleidet, gut gestylt

so wie er sich auf jeder Party sehen lassen könnte, aber jetzt war ja die Party hier erst mal wichtig

und alles hielt den Atem an, als er mit ziemlich lauter Stimme sagte:

„Ich bin der König mit den leeren Händen!

Ich habe nichts zu bieten.

In mir ist nichts als Unruhe und Angst.

Ich sehe nur so aus, als ob ich das Leben leben kann, hinter der Fassade ist nichts

kein Selbstvertrauen, kein Sinn, keine Hoffnung,

dafür aber viel Enttäuschung, viel Vergebliches, viele Verletzungen auch.

Ich bin der König mit den leeren Händen.

Ich zweifle an so ziemlich allem, auch an Dir, Du Kind in der Krippe.

Meine Hände sind leer. Aber mein Herz ist voll

voller Sehnsucht nach Vergebung, Versöhnung, Geborgenheit und Liebe.

Ich bin hier und halte Dir meine leeren Hände hin, und bin gespannt, was Du für mich hast…“

Tief beeindruckt von diesem unerwarteten Königsauftritt zum guten Schluss, stand jetzt eine merkwürdig bedrückende Sprachlosigkeit im Raum –

bis Josef spontan zur Krippe ging, einen Strohhalm herausnahm ihn dem jungen König in die leeren Hände gab und sagte:

„Das Kind in der Krippe ist der Strohhalm, an den du dich klammern kannst!“

Spätestens jetzt war aus dem Spiel Ernst geworden das hatten sie so nicht geprobt

und weil alle spürten, dass so gesehen alle mehr oder weniger Könige mit leeren Händen waren- trotz voller Taschen und Geschenke –

konnte man die Betroffenheit mit Händen greifen

Und so kam es, dass am Ende alle Leute, die in der Kirche waren

nacheinander nach vorne zur Krippe kamen und einer nach der anderen nahm sich einen Strohhalm.

Und da wurde auf einmal deutlich, dass es am Heiligen Abend ganz und gar keine Schande ist

mit leeren Händen dazustehen,  sondern ist geradezu die Voraussetzung dafür, dass man etwas entgegennehmen, etwas bekommen kann.

Damit wir wieder auf die Beine kommen, damit wir das JA finden mit unserem Lebensweg

damit wir einen Halt finden, dazu ist der Heiland geboren für Dich – für mich – für uns! Amen


LIED: 238 1-3 O du fröhliche

Fürbittgebet
A:
Herr, Jesus Christus, du bist in die Welt gekommen. Damals zu den Hirten.
Du hast sie froh gemacht. Du hast Licht in ihr Leben gebracht.
Komm auch heute zu uns und allen Menschen. Höre unsere Bitten:

T: Wir bitten für alle, die allein und einsam sind. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus: – A: Wir bitten dich, erhöre uns.
 
F: Wir bitten für alle, die arm sind und hungern müssen. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus:

T: Wir bitten für alle, die sich streiten und nicht vertragen. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus:

F: Wir bitten für alle, die krank sind und Schmerzen haben. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus:

T: Wir bitten für alle, die kein Zuhause haben, für Obdachlose und Flüchtlinge. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus:

Vaterunser
A:
Wie wir es von Jesus gelernt haben, so beten wir jetzt voll Vertrauen zu Gott,
der immer bei uns sein will wie ein guter Vater und eine liebende Mutter:
A: Vater unser im Himmel …

Segen
A:
Der gute Gott hat durch die Geburt seines Sohnes die dunkle Nacht vertrieben. Er mache unsere Herzen hell mit seinem Licht.
Den Hirten ließ er durch den Engel die große Freude verkünden. Mit dieser Freude erfülle er unser ganzes Leben.
In Jesus schenkt Gott allen Menschen guten Willens seinen Frieden. Er segne uns und bleibe bei uns heute und alle Tage.
Das schenke uns das Christkind, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Könnte es sein, dass sich etwas in mir verändert hat,
wenn ich an der Krippe war – und das ich verändert
in den gleichen Alltag zurückkehre?
Vielleicht ein bisschen vertrauender,
ein bisschen getrösteter,
ein bisschen hoffnungsvoller?
Was nehme ich von der Krippe meinen Alltag hinein?
Es muss nicht viel sein,
vielleicht reicht ein Strohhalm Hoffnung,
ein Strohhalm Zuversicht,
ein Strohhalm Trost ….
ein Strohhalm, der uns mitten in unserm Alltag
davon erzählen kann,
dass Weihnachten wirklich war.

Die Kinder dürfen sich an der Krippe ein Ausmalbild mitnehmen und wenn es fertig ist wieder an die Krippe bringen.

Und jetzt singen wir noch das Lied: Tragt in die Welt nun ein Licht- Ich sage die Strophen an.
Lied: Tragt in die Welt nun ein Licht
          Tragt zu den Kindern ein Licht
          Tragt zu den Fremden ein Licht
          Tragt zu den Menschen ein Licht


„Nun freut euch, ihr Christen“ – GL 241 oder „O du fröhliche“ – GL 238

It`s not my way

It`s not my way

Man kann es kaum beschreiben,
das Dunkel schmerzt so stark.
Das alte, das kann nicht mehr bleiben
der Schrei von vielen geht ins Mark.

Was Jahrhunderte von Brokat geprägt
und Millionen graue Haar hat erfreut.
Die jungen, nachdem abgewägt,
sind rasenschnell wieder zerstreut.

Sie suchen weiter nach dem Wort,
das Kraft gibt und macht Mut,
die Sehnsucht nach dem Zufluchtsort
hält warm die kleine Glut.

Mit offenen Armen wartet einer
er bringt die Freude, Hoffnung pur,
und Liebe schenkt er uns wie keiner,
und warten ist, seine Natur.

Wo sind die kreativen Herzen,
die mutig sind, in dieser Welt,
die Liebe leben, seine Botschaft,
nicht suchen nach dem vielem Geld.

Du kannst es, und so viele warten,
in Verl und auch in Paderborn,
weltweit und auch im Petersgarten,
dass Liebe, endlich neugeboren.

Kein Gold und keine bronzenen Glocken,
nur frohes Gesicht unser Gott uns verlangt,
und liebende Hände, die andere locken,
die Selbstsucht von vielen, ist lange verdammt.

Das Lachen der Kinder, der strahlende Blick,
bringt freudiges Weinen in sein Gesicht.
So geht seine Botschaft, für unser Geschick,
dann niemand muss fürchten sein Gericht.

Lasst uns heute beginnen, den Willen zu tun,
frohen Herzens seine Botschaft zu leben,
das macht uns gegen das Böse immun,
die Liebe blüht auf, die er uns gegeben.

AS 4.21