Kindergottesdienst Kindergarten 08. Juni 2022 – Schöpfungsgeschichte

Kindergottesdienst Kindergarten 08. Juni 2022 – Schöpfungsgeschichte
(Alle Texte werden bei Bedarf freihändig kindgemäß verändert)

LIED: Danke für diesen guten Morgen

Kreuzzeichen: Gott, hat mich lieb!

Am Anfang war die Erde leer und wüst und nur Gott schwebte über dem Chaos          .
Da befahl Gott: „Er werde Licht!“ und tatsächlich wurde es hell auf der Erde. Gott fand dass das Licht eine gute Idee war, aber es gefiel ihm noch nicht so recht. Also trennet Gott das Licht und die Finsternis. Das Helle nannte er Tag und das Dunkele wurde Nacht genannt.
Und da verging schon der erste Tag.

Am zweiten Tag wollte Gott noch etwas schaffen und er befahl: „Es soll eine Wölbung über dem Wasser entstehen!“ Der Wölbung entstand, wie Gott befohlen hatte und er nannte diese neue Erfindung Himmel.

Dann kam der dritte Tag. Gott hatte jetzt die Nacht, den Tag und den Himmel geschaffen. Aber das Wasser auf der Erde war unverändert. Da befahl Gott: “ Das Wasser soll sich in Tälern sammeln und trockene Erde freigeben!“ Und das Wasser gehorchte. Das Land was nicht mehr vom Wasser überspült wurde, trocknete schnell im Licht und Gott nannte das trockene Land Erde und die Wasserbecken Meer.
Aber immer nur die braune nackte Erde vor sich zu sehen, ist auch kein schöner Ausblick. Es fehlte etwas Farbe. Deshalb befahl Gott.“ Nun sollen auf der Erde Bäume und Sträucher wachsen. Und Graß, Wiesen und Blumen sollen die nackte kahle Erde schmücken.“ Und aus dem Erdboden schossen kleine grüne Grashalme und Kräuter hervor. In rasendem Tempo hatten sie sich über die ganze Erde verteilt.
Am Abend des dritten Tages konnte Gott schon auf eine wunderschöne blühende und farbenfrohe Erde blicken.

Am vierten Tag, schaute sich Gott den Himmel an und stellte fest, dass der ziemlich leer aussah. Also erschuf er Sterne, Mond und Sonne, brachte sie am Himmel an und gab ihnen ihre Zeit.
„Der Mond und die Sterne sollen nur in der Nacht zu sehen sein. Die Sonne dagegen soll man auch am Tag bestaunen können.“ Das passierte am vierten Tag.

Am fünften Tag, fand Gott die Erde langweilig. Nichts das sich bewegte, keine Veränderung.
Nichts das Geräusche macht. Also erschuf Gott die Tiere. Viele bunte Fische setzte er ins Meer und kleine Vögel in den Himmel. Pferde, Giraffen, Löwen und alle anderen Tiere, die du dir nur vorstellen kannst erschuf Gott und setzte sie auf die Erde.

Am sechsten Tag erschuf Gott dann den Menschen. Er nahm einen Klumpen Lehm von der Erde und formte daraus den ersten Menschen: Adam. Und damit Adam nicht so alleine war, bat er Gott um einen zweiten Menschen. Gott erfüllte Adam seinen Wunsch. Doch diesmal nahm er nicht einen Klumpen Lehm, sondern eine Rippe von Adam. Aber der bekam das gar nicht mit. Er schlief so fest, dass er es gar nicht merkte.
Aus Adams Rippe formte Gott einen zweiten Menschen. Diesmal eine Frau und er nannte sie Eva. Beiden Menschen hauchte er den Lebensatem ein und so bekam der Mensch eine Seele.

Als Gott endlich fertig war, mittlerweile war es schon der siebente Tag, lehnte er sich zurück und ruhte sich aus. Da bei schaute er auf seine Schöpfung und er fand es war eine tolle Idee gewesen.

LIED: Er hält die ganze Welt
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält das winzig kleine Baby in seiner Hand
Er hält die Mutter und die Tochter in seiner Hand
Er hält den Sohn und den Vater in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält auch dich und mich, in seiner Hand
Er hält auch dich und mich, in seiner Hand
Er hält uns alle hier in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält die Erde und den Himmel in seiner Hand
Er hält die Nacht und den Tag in seiner Hand
Er hält die Sonne und den Mond in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält die Vögel und die Fische in seiner Hand
Er hält den Wind und den Regen in seiner Hand
Er hält den Frühling und den Winter in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Gebet:
Lieber Gott, Du hast diese Welt so toll gemacht. Alles ist so schön. Die Blumen, die Bäume, die Tiere, es gibt so viel schönes in dieser Welt, auch hier in Verl. Du hast zu uns gesagt, wir sollen gut aufpassen auf deine schöne Erde. Darum lass uns nicht extra was kaputt machen. Wir wollen lieber Blumen verschenken und nicht kaputt trampeln. Wir wollen gut auf die Natur und die Tiere aufpassen und auch keinen Müll wegwerfen. Besonders wollen wir in dieser schönen Welt miteinander spielen und später arbeiten. Streiten wollen wir uns auch nicht und wenn es doch mal passiert, wollen wir uns schnell wieder vertragen. Lieber Gott, jeden Tag wollen wir Dir Danke sagen für diese schöne Welt, die Du gemacht hast. Darum rufen wir zusammen: Danke lieber Gott!

Lied: Gottes Liebe ist so wunderbar! (Treue, Hilfe)

VATER UNSER

Segen:
Alle stehen auf.

Gott, der Herr, schaue mit freundlichen Augen auf uns!
Jeder steht für sich. Einander anschauen.

Er halte uns an der Hand, beschütze uns und führe uns auf guten Wegen!
Sich an den Händen fassen.

Er stärke uns den Rücken und gebe uns Kraft und Mut.
Hände auf das Schulterblatt des Nachbarn legen.

So gehen wir und Gott geht mit uns.

Es segne euch Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

A: Amen.

Lied: Halte zu mir guter Gott
1.Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

2. Du bist jederzeit bei mir, wo ich geh und steh
spür ich wenn ich leise bin, dich in meiner Näh,
halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

3. Gibt es Ärger oder Streit und noch mehr Verdruss
weiß ich doch, du bist nicht weit, wenn ich weinen muss.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

4. Meine Freude, meinen Dank, alles sag ich dir.
Du hälst zu mir guter Gott, spür ich tief in mir.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

(Alle Kinder erhalten ein Ausmalbild: Schöpfungsgeschichte)

Friedensgottesdienst, Samstag, 21. Mai 2022 Flüchtlingsunterkunft

Friedensgottesdienst, Samstag, 21. Mai 2022 – 17.00 Uhr
(Flüchtlingsunterkunft Bökamp)

Musik (meditative Musik)

Begrüßung: Herzlich willkommen zu diesem Friedensgottesdienst in einer sehr schwierigen Zeit. teple pryvitannya. (Herzlich Willkommen.)
Wir hier in Deutschland sind noch weit weg von der Fronten der Kriege dieser Welt, aber dennoch können wir zu unserm Gott beten, ihn anrufen, vielleicht ihn anschreien, dass er den Menschen endlich den Frieden bringt. Frieden beginnt aber auch in uns und hier in Verl. Jeder von uns kann einen Beitrag zum Frieden auf der Welt leisten. Bitten wir Gott um seinen Hilfe; Im Namen des Vaters ……………….

Du fragst:
Was soll’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen, nicht aufhalten Rakete und Panzer.
Aber wir können was tun – und das ist:
festhalten an unseren Träumen.

Du fragst,
was nützt’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen. „Die da oben lassen sich von uns nicht reinreden!“
Aber wir können was tun – und das ist:
sagen, was uns nicht passt.

Du fragst:
was bringt’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen: auch wenn wir dagegen sind – Krieg kommt.
Aber wir können was tun –
und das ist: gemeinsam beten, und die Stimme erheben.

LIED: Wir wollen Frieden für alle / Hevenu shalom alechem 3x

Der Krieg in der Ukraine, aber auch in anderen Ländern geht uns allen unsagbar nahe. Die schrecklichen Bilder von den verzweifelten und verletzten Menschen, die uns aus den Kriegsgebieten erreichen, stimmen uns traurig und machen uns wirklich wütend.
Ich könnte heulen und schreien.
Warum lässt Gott das zu? Ich weiß es nicht.
Und darum möchte ich beten für die, die keine Worte finden.

Herr, du mein Gott, du Gott des Friedens, 
wir haben Krieg. 
Es ist Krieg in der Ukraine, Krieg auf der Welt. 

Ich leide mit. Wir alle weinen mit. 
Wir weinen mit den Menschen in den Kriegsgebieten. 

Hilf Herr, du mein Gott, wir bitten dich, hilf. 
Hilf den Menschen in der Ukraine, hilf denen, die flüchten müssen, 
bleib bei denen, die verzweifelt und in Angst zurückbleiben, 
stärke die, die jetzt sinnlos um ihr Leben kämpfen müssen 
und sich fürchten vor dem Tod. 

Tröste die Mütter, tröste die Väter, tröste die Kinder. 
Wische ihre Tränen aus den Augen. Tröste auch uns mit deiner Liebe. 
Ich fühle mich so so hilflos. Ich habe Angst, um die Menschen im Kriegsgebiet, 
ich habe Angst, vor einem noch größeren Krieg, 
ich habe Angst, um die vielen Menschen, die ich liebe. 

Herr, wie kann ich helfen? Wie kann ich trösten? 

Herr, ich bitte dich um Frieden, ich bete für den Frieden in der Ukraine, 
um Frieden in den Kriegsgebieten der Welt. 

Lass mich nicht verzweifeln. 
Lass mich an die Hoffnung glauben, dass alles gut wird. 
Bleibe bei uns, bleibe bei mir, du mein Gott, des Friedens. Amen

LIED: 800 Herr gib uns deinen Frieden 3x

In den Seligpreisungen der Bibel heißt es – heute in Jugendsprache:

1. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Voll krass sind die, die einem nicht alles abkaufen; denen gehört die Zukunft.

2. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Hammerhart sind die, die Angst und Schmerz anderer mittragen; die verlieren ihre eigene Angst.

3. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Himmelreich besitzen.
In echt sind die, die ohne Gewalt leben. Ihre Ideen sind bessere Waffen als Messer und Schießeisen.

4. Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Total fett werden die, die noch was suchen; sie werden alles bekommen.

5. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Easy sind die, die sich kümmern; die werden wahre Freundschaften zimmern.

6. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Voll normal sind die, die keine Hintergedanken haben; denn sie erleben Big Boss.

7. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Hammerhart sind die, die nicht ständig einen Harten ziehen müssen; die werden eine Party auf Wolke 7 feiern.

8. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Super sind die, die in kritischen Situationen Nachteile haben können und doch cool und gerecht bleiben; die haben das Himmelreich.

9. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
Total cool seid ihr, wenn ihr euch nicht zu schade seid, für andere einzustehen, auch wenn die anderen lästern oder euch durch ständiges Volllabern unter Druck setzen.

LIED: Wir wollen Frieden für alle 3 x

Was kann ich für den Frieden tun? Ich bin doch machtlos. Hat denn meine einzelne Stimme überhaupt Gewicht?
In einer Fabel wird erzählt:
„Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke“ fragte die Tannenmeise die Wildtaube. „Nicht mehr als nichts“, gab sie zur Antwort.
Dann muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen“, sagte die Meise. „Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing; nicht etwa heftig im Sturmgebraus, nein, wie ein Traum, lautlos und ohne Schwere. Da nichts Besseres zu tun war, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und die Nadeln des Astes fielen und darauf hängenblieben. Genau dreimillionensiebenhundertein- undvierzigtausendneunhundertzweiundfünfzig waren es. Als die
dreimillionensiebenhunderteinundfvierzigtausendneunhundertdreiundfünf- zigste Flocke niederfiel – nicht mehr als nichts – brach der Ast ab.“
Damit flog die Meise davon.
Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage, sagte zu sich nach kurzem Nachdenken:“ Vielleicht fehlt nur eines einzigen Menschen Stimme zum Frieden der Welt!“

Friede ist da,
wenn zwei sich nach dem Streit die Hände reichen;
Friede ist da,
wenn ich nicht immer schaue, ob der andere mehr hat als ich;
Friede ist da,
wenn ich nicht immer beobachte, ob man den anderen lieber hat;
Friede ist da, wenn dem Schwachen geholfen wird.
Ist der Friede schon da, hier bei uns angekommen?

Fürbittengebet (Kyrieruf GL 155 aus der orthodoxen Liturgie in der Ukraine)

Lasst uns beten 

für die Menschen in der Ukraine, deren Leben so plötzlich und so furchtbar mit Krieg überzogen wurde. Lasst uns beten für jeden einzelnen, jede einzelne von ihnen: Dass ihnen Leben und Gesundheit erhalten bleiben, dass ihre Seele vor schwerem Schaden bewahrt bleibt. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Lasst uns beten für alle, die jetzt kämpfen und die kämpfen müssen, um ihr Land gegen die Angreifer zu verteidigen, als Soldaten oder auf andere Weise, in den Krankenhäusern, bei der Feuerwehr, in den Versorgungsbetrieben, in den Behörden. Lasst uns für sie beten um Kraft und um Ausdauer, dass sie standhalten können und dass sie sich dabei ihre Menschlichkeit bewahren. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Lasst uns beten für die Verwundeten auf beiden Seiten. Lasst uns beten für die getöteten Soldatinnen und Soldaten und für die Todesopfer in der Zivilbevölkerung – und für alle, die um sie trauern. Lasst uns beten für die Traumatisierten und die Geängstigten. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch Verantwortlichen der Ukraine lasst uns beten, dass es ihnen gelingt, weiter so gut wie möglich für die Menschen in ihrem Land da zu sein. Der Bedrohung mit aller Kraft zu widerstehen und zugleich offen zu sein für alles, was Wege zur Beendigung der Kriegs-handlungen, zu Frieden und Freiheit eröffnen könnte. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch Verantwortlichen in der Welt lasst uns beten und für alle, die sonst Einfluss haben: Dass die internationalen Bemühungen zur Beendigung des Krieges Wirkung zeigen, und dass sie helfen können, Wege zum Frieden zu finden. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch und militärisch Verantwortlichen und die Mitverantwortlichen in Russland lasst uns beten, dass ihre Pläne nicht aufgehen. Lasst uns beten, dass mehr und mehr von ihnen das Unrecht erkennen, das sie begehen, und den Schaden, den sie damit letztlich auch für ihr eigenes Land herbeiführen. Für alle, die Einfluss nehmen können, lasst uns beten um ein lebendiges Gewissen und um Mut. Für alle, die jetzt schon und von Anfang an in Russland dem Krieg widersprechen, lasst uns beten, dass Gott sie behüte. Zu ihm lasst uns rufen:

Kyrie eleison

Und lasst uns beten für die vielen Menschen auf der Flucht, im Lande selbst und in den Nachbarländern und für die, die jetzt zu uns kommen. Lasst uns beten für sie und für alle, die sich jetzt engagieren, um zu helfen und um ihnen gute Aufnahme zu bereiten. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison 

Vaterunser

Gegrüßet seist Du Maria

Lasst uns nun gemeinsam von dem Zettel beten:

O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens
O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass du mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.
(Franz von Assisi

Segen:

Der Herr segne uns und die Menschen in der Ukraine und überall in der Welt.
Er bewahre uns vor Unheil, Krieg, Not und Vertreibung und lenke unsere Schritte
auf den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens, im Namen des Vaters ………

Und nach dem Schlusslied geht hin schließt Frieden, haltet Frieden.

LIED: Großer Gott, wir loben Dich 1+2

Nationalhymne

 
 

Osterbrief 2022

Der Himmel ist dort,
wo Menschen einander gut sind,
wo Menschen miteinander reden,
wo Menschen füreinander sorgen,
wo Hungernde Nahrung erhalten,
wo Kranke besucht werden,
wo Traurige getröstet werden,
wo Versöhnung den Streit beendet,
wo Gemeinsinn den Eigensinn ablöst,
wo Menschen miteinander teilen,
wo Gerechtigkeit regiert,
wo jeder Mensch gleich viel gilt,
wo ein Leben in Würde möglich ist.

An alle lieben Menschen, in Gedanken mit uns verbunden.

Und schon wieder ist Ostern – das Fest der Auferstehung. Und das nach 2 Jahren Corona, nach mehrfach Impfungen, nach Infektion oder positiven Testen, manche auch nach schwerer Erkrankung  – und manche haben es auch nicht überlebt. Nun stecken wir tief in der Bedrohung durch Krieg. Die Bilder treiben Tränen in die Augen und kein Ende in Sicht. Dazu kommen persönliche Erlebnisse, entweder große Freude, manchmal auch tiefe Trauer. Und dann – schon wieder ist Ostern.

In diesem Fest der Auferstehung gibt Gott uns die Zusage, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern, dass nach jedem Dunkel auch ein neues Licht kommt.
Gerade durch Corona, wissen wir oft nicht, welche Dunkelheit Euch in den letzten Monaten getroffen hat, aber auch nicht, welches Licht – als Funke oder als Flamme – Euch begegnet ist und Freude und Liebe gebracht hat.
Wir wünschen uns für die kommende Zeit mehr Begegnungen mit Euch, ob persönlich oder am Telefon. Wir wünschen uns schönere Bilder in den Nachrichten und mehr Strahlen in den Augen der Menschen. Wir wünschen uns keine weinenden Kinder und Mütter mehr. Wir wünschen uns, dass unser Beten und unser Tun Frucht bringt und die Welt, wenigstens begrenzt, ein bisschen heller und froher macht.

Der Glaube an die Auferstehung unseres Gottes, der von unseren Eltern in uns Grund gelegt wurde, gibt uns die Kraft unsern Beitrag zu leisten. Seine Hand wird uns führen das Gute zu tun. Sein Geist gibt uns die Worte der Liebe und Versöhnung.

Das wünschen wir uns und allen an diesem Osterfest in einer besonderen Zeit.

Eure
Ursel und Arthur

Ostern 2022
Ursula und Arthur Springfeld, 33415 Verl, Pausheide 9 -05246-6964 – diakon-arthur.de

Friedensgebet für Ukraine 28.02.22

Friedensgebet für Ukraine am Kriegerdenkmal 28.02.22 – 17.00 Uhr

Musik abspielen:
– Komm wir ziehen in den Frieden.
– Wozu sind Kriege da?

Begrüßung:
DANKE, Danke, dass Sie heute gekommen sind. Danke, dass wir uns treffen, hier an diesem Denkmal gegen den Krieg. Hier wo für viele Verler schmerzhafte Erinnerungen wach werden an Zeiten von Bomben, Trauer, Hunger und Tod und Verlust. Hier wollen wir beten zu unserm Gott. Zu unserm Gott, egal wie er heißt, ob Jesus Christus, Allah oder Jahwe, oder wie auch immer. Und wenn der heutige Grund die Bomben und Raketen in der Ukraine sind, wollen wir auch an die vielen Menschen denken, die in Afghanistan, Mali und vielen Ländern dieser Welt unter der Last von Krieg und Unterdrückung leiden. Unser Gott ist es, der uns die Kraft gibt Frieden zu halten und uns für den Frieden einzusetzen und mit unserm Reichtum die Not der Betroffenen zu lindern.

Zu ihm lasst uns beten:
Ewiger Gott,
mit Erschütterung und voller Sorge
schauen wir in den Osten unseres Kontinents Europa.
Wir bringen vor dich die Opfer der Gewalt
und die Not des ukrainischen Volkes
und bitten dich:
Stärke alle, die mutlos sind und sich fürchten.
Gib Mäßigung den Entscheidungsträgern.
Wende dich den Opfern des Krieges zu, beschütze alle, die auf der Flucht sind
und tröste die Trauernden.
Dein Sohn hat alle seliggepriesen und deine Kinder genannt, die den Frieden stiften.
Sei allen nahe, die in diesen Tagen für Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit eintreten.
Darum bitten, dich Gott aus der ganzen Tiefe unseres Herzens.

Es ist Krieg.
Aufgeschreckt bin ich, du mein Gott, ich reibe mir zitternd die Augen,
ein Traum muss es sein, ein schrecklicher, ein Alptraum.

Entsetzt höre ich die Nachrichten, kann es nicht fassen,
Soldaten marschieren, kämpfen und sterben. Es ist Krieg.

Der Wahn eines Mächtigen treibt sie zu schändlichem Tun,
mit Lügen hat er sie aufgehetzt, mit dem Gift seiner Hassreden.

In den Kampf wirft er sie, missbraucht ihre Jugend, missbraucht ihre Kraft,
erobern sollen sie, töten sollen sie, sein Befehl ist eiskalt.

Seine Nachbarn hat er zu Feinden erklärt, ein Zerrbild gemalt,
in den dunkelsten Farben seiner wirren Machtphantasien.

Niemand wagt ihm zu widersprechen, seine Berater halten still,
ein Marionettentheater umgibt ihn, das er höhnisch bespielt.

Seine Bosheit hat Raffinesse, listig und schamlos geht er voran,
die Versuche ihn umzustimmen ließ er ins Leere laufen,

umsonst sind sie angereist aus besorgten Ländern,
Friedensappelle und Warnungen ließen ihn kalt.

Angst und Schrecken verbreiten sich, blankes Entsetzen,
wie viele Verletzte wird es geben, wieviel Tote?

Wann wird die gefräßige Gier des Tyrannen gesättigt sein,
wann der Blutstrom versiegen, wann die Waffen schweigen?

Hilflos starre ich auf die Bilder und Meldungen,
meine Fäuste voll Wut, in meinen Augen regnet es.

Fahr den Kriegstreibern in die Parade, Ewiger Gott. Allen!
Lege ihnen das Handwerk, lass sie straucheln und fallen.

Wecke den Mut und den Widerstand der Rückgrat-Starken,
lass das Volk sich erheben und die Verbrecher entlarven.

Nicht entmutigen lassen sollen sich alle, die an den Frieden glauben,
die unverdrossen ihre Stimme erheben, gegen Verführer immun sind.

Sei unter denen, die nicht schweigen, die nicht wegschauen,
die nicht achselzuckend sagen, was kann ich schon bewirken.

Höre unser Beten, unser Schreien, es töne in Deinen Ohren,
unsere Angst um die Welt unser Kinder und Kindeskinder.

Sie hast Du uns in die Hände gegeben, Deine Welt ist die unsrige.
Die Welt soll nicht in die Hände der Machthungrigen ohne Gewissen fallen.

Du hast uns die Erde gegeben, einen unfassbaren Reichtum,
gib uns nun die Kraft sie mit allen Völkern in Frieden zu teilen.

Es liegt an uns dich zu bitten, auf dich zu hoffen und deine Hand zu sein.

Oh Herr – gib uns die Macht des Glaubens, des Vertauens und der Versöhnung.
die Völker wollen Frieden, Freiheit und Glück!

Song: Ein bißchen Frieden

„Frieden ist nicht selbstverständlich“.
Das sehen wir in diesen Tagen, nicht nur an den aktuellen Konflikten, sondern auch an den vielen vergessenen Dramen und Spannungen in der Welt; und auch hier unter uns im Kleinen.

Wir wünschen uns den Frieden sehr herbei. Und viele, so wie wir, beten deshalb auch für den Frieden. – Leben wir danach? – Lassen wir dem Wunsch Taten und Zeichen folgen?

Ja, wir tun es jeden Tag: Wie der Friedensgruß, ein freundliches Winken, ein Augenblick, ein Nicken – und ein nettes „Hi“. Diese kleinen Zeichen setzen den Frieden in Gang; zeigen sie doch das wir freundlich sind.

„Friede auf Erden!“ Das haben die Engel bei Betlehem vor über 2000 Jahren gesungen. Und dennoch sind so viele unvorstellbare Taten in der Geschichte gefolgt. Frieden zu Leben und Frieden zu geben, heißt also noch viel mehr!

Immer noch und immer wieder sterben heute Menschen in Kämpfen und durch Bomben, sogar jetzt bei uns in Europa, in der Ukraine und vielen weiteren von der Weltgeschichte vergessenen Konflikten, wie zum Beispiel im Jemen und in Syrien, in Kolumbien oder auf den Straßen in Mexiko-Stadt.

Was nur können wir tun, damit mehr Friede wird auf dieser Erde?
Was kann ich persönlich tun?

Ich bin überzeugt: mehr, als ich manchmal denke. Natürlich, die hohe Politik und die niederen Beweggründe vieler Mächtiger, die kann ich kaum beeinflussen.

Aber: In Maßen kann ich doch etwas tun für den Frieden auf dieser Erde, auch im Großen, das glaube ich ganz fest.

Der Friede hat ja vor allem auch mit Verstehen und Gerechtigkeit zu tun. Mit gerechten und fairen Verhältnissen und mit einem respektvollen Umgang – auch mit scheinbar schwierigen Standpunkten. Wo weder Gerechtigkeit noch Verständnis herrschen, brechen schnell Streit und Krieg aus. Das wusste schon die Bibel.

Der Prophet Jesaja zum Beispiel nennt Frieden und Gerechtigkeit immer wieder in einem Atemzug. Und auch heute könnte man so rufen: Wehe ihnen! Es gibt sie ja noch immer, diese Unterdrückung der Armen.

Es tut mir in der Seele weh, mir vorzustellen, wie viele Millionen Kinder auf dieser Erde in Unfrieden und auf der Flucht leben müssen.

Song: Wes shall overcome

Frieden schaffen – beginnt bei jedem und mit jedem.

Jede Entscheidung an jedem Tag kann helfen die Kette zu durchbrechen. Es kann das fair gehandelte Produkt sein, aber auch das versöhnliche Gespräch in der Firma, der Kontakt zu einem verschmähten Nachbarn.
Natürlich kann es auch die Schlichtung eines Streits sein; vielleicht auf dem Schulhof.
Es kann auch der freie Stuhl neben mir sein, den ich jemanden anbiete.
Sehen wir hin, wenn jemand fällt – lachen wir nicht auch, wenn es komisch aussah – sondern helfen wir Ihm auf, stützen wir ihn.

Setzen wir uns für Lösungen ein, auch wenn niemand es für möglich hält, denn für den Frieden lohnt sich jeder Schritt – auch das Wort, das zueinander führt – uns zusammenbringt.

Ich glaube: – So fängt der Friede an. So kann er wachsen. Wenn ich Menschen offen begegne, ohne Überheblichkeit und Vorurteile.


Alle gemeinsam (Zettel vorbereitet)
Barmherziger Gott,
wir haben Angst vor dem Krieg, der so viel Leid bringen wird – 
für Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Europa.
Wir beten für all die Verantwortlichen in Russland, der Ukraine, 
Belarus, den USA und der EU,
dass sie Wege aus der Eskalation finden.
Lass uns alle abrüsten mit Worten und Taten.
Erweiche die Herzen derer, die hart geworden sind.
Bewahre uns vor der Willkür der Mächtigen dieser Welt
und bringe sie zur Erkenntnis ihrer Grenzen. 
Segne uns mit deinem Frieden, damit dein Friede sich auf Erden ausbreite! 

Lasst uns gemeinsam unsere Hände öffnen. Damit unser Gott sie mit all seiner Liebe und Kraft füllen kann. Und dann lasst uns zusammen das Gebet sprechen, dass Jesus schon damals mit seinen Freunden gebetet hat.

VATER UNSER

Song: Frieden von Reinhard Fendrich

Wir beten gemeinsam:

Ich glaube an Gott, der die Liebe ist und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.

Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren, an die Stärke der Waffen, an die Macht der Unterdrückung.

Ich glaube an Jesus Christus, der gekommen ist, uns zu heilen und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.

Ich glaube nicht, dass Kriege unvermeidbar sind, dass Friede unerreichbar ist.

Ich glaube, dass Gott für die Welt eine Ordnung will, die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet, und dass alle Menschen gleichberechtigt sind.

Ich glaube nicht, dass Leiden umsonst sein muss, dass der Tod das Ende ist, dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.

Ich glaube an Gottes Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, wo Gerechtigkeit und Frieden herrschen.

Ich glaube an die Schönheit des Einfachen, an die Liebe mit offenen Händen, an den Frieden auf Erden. – Amen

Wir wollen Gott um seinen Segen bitten:
Der Herr sei vor euch, um euch den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben euch, um euch in die Arme zu schließen
und euch zu schützen.

Der Herr sei hinter euch, um euch zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.

Der Herr sei unter euch, um euch aufzufangen, wenn ihr fallt.

Der Herr sei in euch, um euch zu trösten, wenn ihr traurig seid.

Der Herr sei um euch herum, um euch zu verteidigen, wenn andere über euch herfallen.

Der Herr sei über euch, um euch zu segnen,

und so segne Euch der jeden Menschen liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen
und dann geht hin und haltet Frieden.

Songs einspielen: Wir wollen Frieden für alle

Tabaluga Salamander

Wes shall overcome

Fußspuren im Sand – my way

So habe ich mich mein ganzes Leben gefühlt! DANKE

Fußspuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?“

Da antwortete er:
„Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Fest der Taufe des Herrn – 09.1.2022 – C Jesus wird zum Sündenbock für uns!

Fest der Taufe des Herrn – Sonntag, 09.1.2022 – C Jesus wird zum Sündenbock für uns!

Wenn ich Sie so anschaue, kommt mir die Idee, dass Sie wohl alle schon lange nicht mehr zur Beichte waren, sie würden sonst froher ausschauen. Ich hatte da so eine Idee, aber ich konnte den Bruno leider nicht erreichen, sonst hätte ich heute einen Ziegenbock mit in den Gottesdienst gebracht.
Hier vor die Krippe hätte ich sie gestellt und dann könnten sie alle nach Vorne kommen und all Ihre Schuld auf diesen Ziegenbock legen.
So, wie man das damals zu Jesu Zeiten auch gemacht hat.
Für die Menschen damals war das ein ganz wichtiges Zeichen.
Sie haben dann zu dem Bock gesagt: „All das, was wir im vergangenen Jahr falsch gemacht haben, all die Dinge, die schief gelaufen sind, all unsere Sünden und all unsere Schuld, die legen wir jetzt auf dich.“
Und zum Zeichen dafür, berührten sie den Bock mit ihrer Hand.
Und nachdem alle es getan hatten, nachdem die ganze Gemeinde diesem Tier die Hände und ihre Schuld aufgelegt hatten, ist man mit dem Ziegenbock zum Rande der Stadt gezogen – dorthin, wo die Wüste anfängt – hier wäre das Kaunitz oder Avenwedde.
Und da hat man dieses Tier; das nun für die Menschen zum Sündenbock geworden ist, ganz einfach davongejagt.
Man hat den Sündenbock, dem man die ganze Schuld aufgeladen hatte, in die Wüste getrieben.
Und so wie dieses Tier dort in der Wüste zwangsläufig verendet ist, so hat man gehofft, dass mit ihm zusammen auch die Schuld der Menschen, gleichsam umkommen würde, dass man dadurch seine Verfehlungen und all seine Schuld loswerden würde und einen neuen Anfang hatte.

Für die Menschen damals war das ein ganz wichtiges Ritual.
Aber, wenn man sich das vorstellt, ein grausames Ritual. Nicht nur, weil man dieses Tier elendiglich hat zugrunde gehen lassen – schon allein die Tatsache, einen anderen, selbst wenn es ein Tier ist, für sein eigenes Versagen büßen zu lassen, das ist wirklich grausam.

Und ganz besonders grausam ist es, wenn dann nicht eine Ziege, – wenn ein Mensch für andere büßen soll, zum Sündenbock abgestempelt wird.

„Ich kann nichts dafür, der da war’s…“
Wie oft sucht man selbst, manchmal sogar eine ganze Gesellschaft, auch eine christliche, einen anderen, dem man die ganze Schuld aufladen kann.

Da ist dann ein einziger Minister schuld an der ganzen Misere mit der Coronaplage, oder noch besser, irgendein Wissenschaftler, einer, von den ganz bekannten.
Oder ein Bischof, der mit seiner Schuld herhalten muss, wenn Hunderttausende aus der Gemeinschaft austreten.
Oft trifft es einen Menschen, den man einfach herauspickt, – damit alle mit dem Finger auf ihn zeigen können, weil er falsch gelegen, oder einen Fehler begangen hat

So hat man es seit ewigen Zeiten gemacht: Man suche sich einfach irgendeinen, oder eine Minderheit, am allerbesten Menschen, die sich nicht wehren können..

Und deshalb ist es eigentlich auch ein grausames Fest, das wir heute feiern.
Denn heute geht es los, heute beginnt es: Heute denken wir daran, dass da wieder einer angefangen hat, zum Sündenbock zu werden.

Mit dem Tag der Taufe im Jordan hat es begonnen, da hört die Zeit der Weihnacht dann endgültig auf, da enden die süßen Kindheitsgeschichten, da tritt ER endgültig in unsere Reihen, da reiht er sich ein: ER, der Unschuldige, er, der keine Fehler hat, Jesus Christus, der Gott und Mensch zugleich war.

Er stellt sich am Jordan in die Reihe der Menschen, die zur Bußtaufe gekommen waren.
Er stellt sich in die Reihe der Sünder.
Und er stellt sich dorthin, wie der Ziegenbock am „Jom Kippur“, am altisraelitischen Versöhnungstag, wie dieses unschuldige Tier, dem jetzt die Schuld aufgeladen wird, und er wird sie dann tragen bis zum Kreuz, wo er sie dann endgültig wegtragen wird.

Eigentlich ein grausames Fest.
Taufe des Herrn: der Festtag eines Menschen, der sich entscheidet, für uns zum Sündenbock zu werden.4

Es gibt nur eines, was diesem Gedanken ein klein wenig von seiner Schärfe nimmt:
Niemand, kein Mensch hat diesen Jesus nämlich zum Sündenbock gemacht!
Keiner hat ihn dazu gezwungen.  
Gott war es, ER, der freiwillig so weit heruntergekommen ist, dass er Mensch wurde.
ER geht dann sogar so weit, dass er sich freiwillig unsere Schuld aufladen lässt.

An diesem Sonntag denken wir wieder daran – und damit beginnt die Zeit des Jahreskreises C -, dass Gott sich einreiht,
in die Reihe der Sünder stellt,
in unsere Reihen stellt,
um uns von unserer Schuld zu befreien.
Da wird jemand aus freien Stücken zum Sündenbock – und das für uns.

Eigentlich ein grausames Fest.
Aber es ist ein Fest, das uns zeigt, wie wichtig wir diesem Gott sind.
Es ist ein Fest, mit dem Gott wieder einmal seine Liebe zu uns Menschen unter Beweis stellt. Noch ein Fest der Liebe. Ein Tag an dem Gott auch zu jedem von uns sagt: DU, gerade Du bist mein geliebtes Kind.
Heute feiern wir wieder ein Fest der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Und jetzt – wartet er auf unsere, auf meine Antwort.

Amen.

Gottesdienst am Heiligen Abend 2021

Gottesdienst am Heiligen Abend

Lied zur Eröffnung „Wir sagen euch an den lieben Advent“ – GL 223
Bei jeder Strophe wird von einem Kind eine Kerze am Adventskranz angezündet.

A: Endlich ist es so weit. Es ist Weihnachten. Die Adventszeit ist vorbei. Das Warten hat ein Ende. Wir haben uns auf den Weg durch die Adventszeit gemacht und sind nun fast am Ziel.
Heute kommen wir gemeinsam zur Krippe. Heute heißt es: Kommt, wir gehen nach Betlehem!

A: Wir breiten die Arme aus und beten:
Gott, du bist uns nah – noch bevor wir zu dir kommen.
Du bist bei uns – noch bevor wir uns aufmachen zu dir.
Schau auf die Kinder und alle, die hier zusammengekommen sind: Schau unsere Sehnsucht nach Glück, unseren Willen zum Guten und auf all das, was uns nicht so gut gelungen ist.
Erfülle uns mit deinem Leben, mit deinem Licht und mit deiner Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Freund und Bruder.  Amen.

Evangelienbuch holen:
A: Aus der Bibel wissen wir viel über Jesus. Menschen, die mit Jesus zusammen waren, haben weitererzählt, was Jesus gesagt und getan hat. Andere haben es dann aufgeschrieben. Einer, der die Frohe Botschaft von Jesus aufgeschrieben hat, hieß Lukas. Er erzählt uns, wie Jesus geboren wurde.

Lukas war nicht dabei, als Jesus geboren wurde, aber andere Christen haben ihm von Jesus erzählt. Lukas wusste: Jesus wurde von einer Frau geboren. Sie hieß Maria. Maria war verlobt mit Josef. Gott schickte einen Boten zu Maria. Lukas hat es aufgeschrieben.

F: Maria hat sich sehr gewundert. Sie war erstaunt über das, was der Engel zu ihr gesagt hatte.
Aber sie glaubte ihm. Sie glaubte, dass er ein Bote Gottes war.

T: Das alles geschah zu der Zeit, als ein mächtiger Kaiser herrschte. Er hieß Augustus. Er war
Kaiser des Römischen Reiches. Er wohnte in der Hauptstadt Rom.
Dieser Kaiser beherrschte viele Länder. Er hatte viele Soldaten. Damit er und seine Soldaten schnell überall hinkommen konnten, baute er Straßen. Und wenn er andere besiegt hatte, baute er Siegessäulen und Triumphbögen.

F: Dafür brauchte er viel Geld. Er war mächtig und bestimmte, dass alle in seinem Reich Steuern zahlen sollten. Alle sollten sich in Listen eintragen lassen. Sie mussten dafür dorthin gehen, wo sie geboren waren.
A: Lukas hat auch das aufgeschrieben.

F: Maria und Josef sind nach Betlehem gegangen.
Natürlich war die Wanderung nach Bethlehem sehr anstrengend, vor allem für Maria,
die bald ihr Kind bekommen sollte.
Wie froh waren Josef und Maria, als sie endlich am Ziel waren.
Sie suchten eine Herberge, aber alle waren bis auf den letzten Platz belegt.
In Bethlehem wimmelte es wegen der Volkszählung von Menschen.

T: Ein Herbergsbesitzer hatte Mitleid und bot den beiden Fremden einen Stall an, in dem sie übernachten konnten. Er diente den Tieren auf dem Feld als Unterschlupf in der Nacht.
Der Mann gab Maria und Josef noch Decken. Denn die Nächte waren kalt.

F: Kaum hatte Josef den Stall gesäubert und hergerichtet, brachte Maria ihr Kind zur Welt, einen Jungen. Sie nannten ihn Jesus, wie der Engel es Josef aufgetragen hatte.
Maria wickelte das Kind in Windeln.
Und da sie keine Wiege hatten, legte Josef das Baby in die Futterkrippe.

LIED: 239 1+2 Zu Bethlehem geboren

A: Ein Engel kommt von Gott. Er hat eine Nachricht für die Hirten. Er verkündet ihnen, was in Betlehem passiert ist. Was der Engel zu den Hirten sagt, hören wir jetzt aus der Bibel.

T: In der Nähe lagerten Hirten auf den Feldern.
Viele schliefen bereits, als es plötzlich hell vom Nachthimmel leuchtete.
Ein Engel Gottes trat zu den Hirten. Sie hatten große Angst.
Der Engel aber sagte: Fürchtet euch nicht. Denn ich verkünde euch eine große Freude.
Heute wurde in Bethlehem der Auserwählte geboren, euer aller Retter.
Geht und seht selbst! Ihr werdet das neugeborene Kind in einem Stall finden.
Es liegt dort in einer Futterkrippe.

F: Die Hirten schauten wie gebannt zum Himmel, aus dem der Engel herabgestiegen war.
Da war plötzlich der ganze Himmel voller Engel.
Sie sangen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf der Erde.
So schnell die Engel gekommen waren, verschwanden sie wieder.
Die Hirten aber konnten kaum glauben, was sie erlebt hatten.
Ein alter weiser Hirte sagte: Kommt, lasst uns das neugeborene Kind in der Krippe suchen!

LIED: 237 1-3 Vom Himmel hoch

T: Die Hirten liefen, so schnell sie konnten, bis sie endlich den Stall erreicht hatten.
Dort fanden sie Maria, Josef und das Kind in der Krippe.
Die Hirten fielen auf die Knie und beteten es an.
Dann erzählten sie Maria und Josef von den Engeln und ihrer Botschaft.
Maria freute sich, und sie bewahrte alles, was sie gehört hatte, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

LIED: 248 1+2 Ihr Kinderlein kommet

Predigt

Liebe Gemeinde am Heiligen Abend!

Was ist eigentlich schöner: Schenken oder beschenkt werden?

Was ist leichter: Geschenke bekommen oder Geschenke geben?

Alle warten heute auf Geschenke – auf eine schöne Bescherung – so oder so.

Manchmal glaube ich, dass es viel mehr Freude macht für andere Päckchen zu packen

und Geheimnisse zu hüten als umgekehrt.

Irgendwie stimmt es auch an Weihnachten das Sprichwort: Geben ist seliger, denn nehmen.

Heiligen Abend kommt es auf Eines ganz besonders an:

Wie und ob ich mich beschenken lasse.

Wie und ob ich offen bin, dafür, dass ich etwas bekomme.

Nicht was ich mitbringe, sondern was ich mitbekomme –  darauf kommt es an!

Ich will es mit einer Geschichte deutlich machen:

In einer Gemeinde sollte ein Krippenspiel sein. Wie jedes Jahr am Heiligen Abend.

Diesmal hatten junge Leute das Krippenspiel selber geschrieben, wie oft auch in unserer Gemeinde.

Und sie hatten wirklich an alles gedacht.

Sogar an Ochs und Esel, ja sogar an das Stroh.

Bei der Generalprobe, bei der angeblich generell alles schief gehen muss, ging tatsächlich allerhand ziemlich schief.

Kaum einer hatte seinen Text im Kopf, die Kulisse war noch absolut unfertig und was das schlimmste war,  –   die 3 Könige hatte man schlichtweg vergessen.

Aus nicht bekannten Gründen hatte man diese so wichtigen  Rollen überhaupt nicht besetzt.

Aber natürlich gehören die dazu und darum schlug jemand vor, in der Gemeinde rumzufragen, wer spontan bereit wäre, König zu sein.

Es müsse jetzt ja kein Text mehr auswendig gelernt werden, es würde genügen, wenn die 3 ein Geschenk mitbringen und das an der Krippe ablegen.

Gesagt, getan.

Und so war wieder einmal ganz plötzlich Heilig Abend.

Die Kirche war voll, die Leute gespannt und die Schauspieler aufgeregt.

Das Krippenspiel begann und es begann gut,

und es lief wunderbar, niemand blieb hängen,

und wenn doch mal einer ins Stottern kam, war es genau an der richtigen Stelle

und hat zu der Weihnachtsgeschichte wunderbar gepasst.

Und dann die letzte Szene, der Auftritt der 3 Könige.

Absolut ungeprobt sozusagen traten sie auf, ganz live, wie es ist eben im Leben.

Der erste König war ein Mann. Mitte 40 vielleicht. Oder auch schon älter.

Er hatte eine Krücke dabei brauchet sie aber scheinbar nicht.

Alle schauten gespannt und spitzten die Ohren als er die Krücke vor der Krippe ablegte und sagte:

„Ich hatte in diesem Jahr einen Autounfall. Ich lag lange im Krankenhaus.

Niemand konnte mir sagen, ob ich je wieder laufen kann. Jeder kleine Fortschritt war für mich wie ein Geschenk.

Diese Zeit hat mein Leben verändert. Ich bin aufmerksamer und dankbarer geworden.

Es gibt für mich nichts Kleines oder Selbstverständliches mehr.

Aufstehen am Morgen, sitzen, gehen und stehen, dabei sein, alles ist wunderbar, alles ein Geschenk

Ich lege diese Krücke vor die Krippe als Zeichen für meinen Dank, für den der mich wieder auf die Beine gebracht hat!“

Es war sehr still geworden in der Kirche, als der zweite König nach vorne trat.

Der zweite König war eine Königin, Mutter von 2 Kindern,

sie sagte:

„Ich schenke Dir etwas, was man nicht kaufen und nicht sehen und nicht einpacken kann

und was mir heute doch das wertvollste ist.

Ich schenke Dir mein JA, mein Einverständnis zu meinem Leben wie es geworden ist

so wie Du es bis heute geführt hast,

auch wenn ich zwischendurch oftmals nicht mehr glauben konnte, dass Du wirklich einen Plan für mich hast,

Ich schenke Dir mein JA zu meinem Leben und allem, was dazu gehört

meine Schwächen und Stärken, meine Ängste und meine Sehnsucht

die Menschen, die zu mir gehören

mein Ja zu meinem Zweifel auch und zu meinem Glauben

ich schenke Dir mein Ja zu Dir –  Heiland der Welt!“

Jetzt trat der 3. König vor.

Ein junger Mann mit abenteuerlicher Frisur, top gekleidet, gut gestylt

so wie er sich auf jeder Party sehen lassen könnte, aber jetzt war ja die Party hier erst mal wichtig

und alles hielt den Atem an, als er mit ziemlich lauter Stimme sagte:

„Ich bin der König mit den leeren Händen!

Ich habe nichts zu bieten.

In mir ist nichts als Unruhe und Angst.

Ich sehe nur so aus, als ob ich das Leben leben kann, hinter der Fassade ist nichts

kein Selbstvertrauen, kein Sinn, keine Hoffnung,

dafür aber viel Enttäuschung, viel Vergebliches, viele Verletzungen auch.

Ich bin der König mit den leeren Händen.

Ich zweifle an so ziemlich allem, auch an Dir, Du Kind in der Krippe.

Meine Hände sind leer. Aber mein Herz ist voll

voller Sehnsucht nach Vergebung, Versöhnung, Geborgenheit und Liebe.

Ich bin hier und halte Dir meine leeren Hände hin, und bin gespannt, was Du für mich hast…“

Tief beeindruckt von diesem unerwarteten Königsauftritt zum guten Schluss, stand jetzt eine merkwürdig bedrückende Sprachlosigkeit im Raum –

bis Josef spontan zur Krippe ging, einen Strohhalm herausnahm ihn dem jungen König in die leeren Hände gab und sagte:

„Das Kind in der Krippe ist der Strohhalm, an den du dich klammern kannst!“

Spätestens jetzt war aus dem Spiel Ernst geworden das hatten sie so nicht geprobt

und weil alle spürten, dass so gesehen alle mehr oder weniger Könige mit leeren Händen waren- trotz voller Taschen und Geschenke –

konnte man die Betroffenheit mit Händen greifen

Und so kam es, dass am Ende alle Leute, die in der Kirche waren

nacheinander nach vorne zur Krippe kamen und einer nach der anderen nahm sich einen Strohhalm.

Und da wurde auf einmal deutlich, dass es am Heiligen Abend ganz und gar keine Schande ist

mit leeren Händen dazustehen,  sondern ist geradezu die Voraussetzung dafür, dass man etwas entgegennehmen, etwas bekommen kann.

Damit wir wieder auf die Beine kommen, damit wir das JA finden mit unserem Lebensweg

damit wir einen Halt finden, dazu ist der Heiland geboren für Dich – für mich – für uns! Amen


LIED: 238 1-3 O du fröhliche

Fürbittgebet
A:
Herr, Jesus Christus, du bist in die Welt gekommen. Damals zu den Hirten.
Du hast sie froh gemacht. Du hast Licht in ihr Leben gebracht.
Komm auch heute zu uns und allen Menschen. Höre unsere Bitten:

T: Wir bitten für alle, die allein und einsam sind. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus: – A: Wir bitten dich, erhöre uns.
 
F: Wir bitten für alle, die arm sind und hungern müssen. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus:

T: Wir bitten für alle, die sich streiten und nicht vertragen. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus:

F: Wir bitten für alle, die krank sind und Schmerzen haben. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus:

T: Wir bitten für alle, die kein Zuhause haben, für Obdachlose und Flüchtlinge. – Stille (5 Sekunden)
Komm, Herr Jesus:

Vaterunser
A:
Wie wir es von Jesus gelernt haben, so beten wir jetzt voll Vertrauen zu Gott,
der immer bei uns sein will wie ein guter Vater und eine liebende Mutter:
A: Vater unser im Himmel …

Segen
A:
Der gute Gott hat durch die Geburt seines Sohnes die dunkle Nacht vertrieben. Er mache unsere Herzen hell mit seinem Licht.
Den Hirten ließ er durch den Engel die große Freude verkünden. Mit dieser Freude erfülle er unser ganzes Leben.
In Jesus schenkt Gott allen Menschen guten Willens seinen Frieden. Er segne uns und bleibe bei uns heute und alle Tage.
Das schenke uns das Christkind, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Könnte es sein, dass sich etwas in mir verändert hat,
wenn ich an der Krippe war – und das ich verändert
in den gleichen Alltag zurückkehre?
Vielleicht ein bisschen vertrauender,
ein bisschen getrösteter,
ein bisschen hoffnungsvoller?
Was nehme ich von der Krippe meinen Alltag hinein?
Es muss nicht viel sein,
vielleicht reicht ein Strohhalm Hoffnung,
ein Strohhalm Zuversicht,
ein Strohhalm Trost ….
ein Strohhalm, der uns mitten in unserm Alltag
davon erzählen kann,
dass Weihnachten wirklich war.

Die Kinder dürfen sich an der Krippe ein Ausmalbild mitnehmen und wenn es fertig ist wieder an die Krippe bringen.

Und jetzt singen wir noch das Lied: Tragt in die Welt nun ein Licht- Ich sage die Strophen an.
Lied: Tragt in die Welt nun ein Licht
          Tragt zu den Kindern ein Licht
          Tragt zu den Fremden ein Licht
          Tragt zu den Menschen ein Licht


„Nun freut euch, ihr Christen“ – GL 241 oder „O du fröhliche“ – GL 238

It`s not my way

It`s not my way

Man kann es kaum beschreiben,
das Dunkel schmerzt so stark.
Das alte, das kann nicht mehr bleiben
der Schrei von vielen geht ins Mark.

Was Jahrhunderte von Brokat geprägt
und Millionen graue Haar hat erfreut.
Die jungen, nachdem abgewägt,
sind rasenschnell wieder zerstreut.

Sie suchen weiter nach dem Wort,
das Kraft gibt und macht Mut,
die Sehnsucht nach dem Zufluchtsort
hält warm die kleine Glut.

Mit offenen Armen wartet einer
er bringt die Freude, Hoffnung pur,
und Liebe schenkt er uns wie keiner,
und warten ist, seine Natur.

Wo sind die kreativen Herzen,
die mutig sind, in dieser Welt,
die Liebe leben, seine Botschaft,
nicht suchen nach dem vielem Geld.

Du kannst es, und so viele warten,
in Verl und auch in Paderborn,
weltweit und auch im Petersgarten,
dass Liebe, endlich neugeboren.

Kein Gold und keine bronzenen Glocken,
nur frohes Gesicht unser Gott uns verlangt,
und liebende Hände, die andere locken,
die Selbstsucht von vielen, ist lange verdammt.

Das Lachen der Kinder, der strahlende Blick,
bringt freudiges Weinen in sein Gesicht.
So geht seine Botschaft, für unser Geschick,
dann niemand muss fürchten sein Gericht.

Lasst uns heute beginnen, den Willen zu tun,
frohen Herzens seine Botschaft zu leben,
das macht uns gegen das Böse immun,
die Liebe blüht auf, die er uns gegeben.

AS 4.21

OSTERN 2021

Stromberg – Burgmauer

OSTERN
Das Leben füllt die Dunkelheit,
was Neues wächst aus Stein.
Das Licht bringt Leben, Sicherheit
ganz karg beginnt das Sein.
Ein starker Samen grundgelegt
schenkt auch der Nacht das Leben,
die Kraft, auch Dich und mich belebt,
uns gern von Gott gegeben.     

AS 21

Pfarrblatt – Coronazeit 6. März 2021

Vorwort zum Pfarrblatt – Coronazeit 6. März 2021

Ein Reporter zu einem Schäfer: „Sie haben aber einen tollen Job. Ganz gemütlich auf die Schafe aufpassen, kein Stress, die Sonne scheint. Schön! Nur das Wetter, das ist natürlich manchmal Mist. Regen, Sturm oder Eiseskälte!“ Der Schäfer: „Ich finde das Wetter immer gut, bin sehr zufrieden!“ „Aber“, sagte der Reporter, „wenn es so richtig stürmt und regnet, ist doch furchtbar!“ „Ja“, sagte der Schäfer, „aber ich kann es nicht ändern und dann finde ich es doch lieber gut!“

Natürlich können wir uns stundenlang über Corona ärgern, können – wenn die Kinder nicht da sind – Sch…. schreien, das macht aber die Situation nicht wirklich besser. Darum ist doch der richtigere Weg, das Beste aus der Lage zu machen. Ist doch eigentlich gut, dass wir Corona jetzt haben. Vor 50 Jahren wären die Todeszahlen um ein Vielfaches höher gewesen – ohne Impfmöglichkeiten und gute medizinische Versorgung.
Selten habe ich Gottes Nähe so deutlich gespürt, wie in dieser Corona-zeit. Das waren nicht die wenigen Zeiten, als ich im Gottesdienst in der Kirche war. Das waren die oft wunderbaren Gottesdienste im Fern-sehen, auch von der evangelischen Kirche. Das waren die vielen Zeiten, die ich allein hinten in der Kirche saß. Da war eine spürbare Nähe zu unserm Gott, in meinen Gebeten für die Angehörigen der Verstorbenen. Da war mein Mitfühlen, als ehemaliger Intensivpfleger, an dem super Job, den die Mitarbeiter in den Kliniken gemacht haben. Das waren die langen Telefongespräche mit den Kindern und Enkeln, die selbst Weihnachten nicht kommen konnten. Nichts von all dem möchte ich missen, weil mein Glaube dadurch stärker wurde.

Natürlich sind wir in diesen Zeiten in vielen gewohnten Lebensabläufen gestört, aber es gibt so doch so viele Chancen andere schöne Dinge zu tun oder zu erleben und uns neu bewusst machen, wieviel Schönes uns trotz allem geblieben ist.
Unsere wärmende Sonne ist nicht abgesagt, das haben wir in der letzten Woche schon erlebt.
Der Frühling ist nicht abgesagt, das kann man draußen schon erahnen.

Die Liebe ist nicht abgesagt, wir können sie verschenken, in der Familie und gegenüber jedem, dem wir begegnen – auch die Ehefrau freut sich.

Das Lesen ist nicht abgesagt, wir können die freien Zeiten als Chance nutzen, soviel neues zu erfahren – auch in spannenden Krimis, wie ich.

Musik ist nicht abgesagt, das Radio ist voll davon, oder ist auch mit Hilfe der Kinder im Internet zu finden.

Fantasie ist nicht abgesagt. Einfach mal – auch am Tag – die Augen schließen und träumen, in Erinnerungen und in die Zukunft.

Freundlichkeit ist nicht abgesagt. Überraschen sie doch mal ihre Nachbarn oder die Menschen im Supermarkt durch wenige Worte.

Hoffnung ist nicht abgesagt. Es wird eine Zukunft geben und die wird bestimmt nicht schlechter sein als die Vergangenheit.

Beten ist nicht abgesagt. Immer wieder finde ich selbst im Gotteslob ganz tolle Gebete. Aber unser Gott versteht uns in jedem Gestammel und in jeder Sprache, selbst in Plattdeutsch.
Dieser kleine Virus, verändert unsere Welt und unser Miteinander dauerhaft. Wir haben es aber in der Hand, was sich daraus entwickelt – es kann alles gut werden. Und unser Gott wird uns bei unseren guten Gedanken und Ideen unterstützen – ganz sicher!
Ich bete mit Ihnen, dass diese Zeit wieder Normalität bekommt.

Und dann sind wir in der Pflicht, jeder – und Du auch – damit wir neu, vielleicht ganz anders, aber endlich froher unsern Glauben leben und auch an die Kinder weitergeben. Ich freue mich heute schon ganz toll, nicht nur die gewohnten, meist grauhaarigen, Mitstreiter zu treffen,

sondern viele neue, Eltern, Jugendliche und Kinder, die mithelfen, Gottes Botschaft der Liebe und des guten Miteinanders zu leben und zu feiern. Da wird jeder gebraucht: Sie, Du und ich – und das nicht nur in der Sürenheide, sondern am ganzen Ölbach und in ganz Deutschland!  „Wir schaffen das!“  

Ihr Arthur Springfeld, Diakon