Osterbrief 2022

Der Himmel ist dort,
wo Menschen einander gut sind,
wo Menschen miteinander reden,
wo Menschen füreinander sorgen,
wo Hungernde Nahrung erhalten,
wo Kranke besucht werden,
wo Traurige getröstet werden,
wo Versöhnung den Streit beendet,
wo Gemeinsinn den Eigensinn ablöst,
wo Menschen miteinander teilen,
wo Gerechtigkeit regiert,
wo jeder Mensch gleich viel gilt,
wo ein Leben in Würde möglich ist.

An alle lieben Menschen, in Gedanken mit uns verbunden.

Und schon wieder ist Ostern – das Fest der Auferstehung. Und das nach 2 Jahren Corona, nach mehrfach Impfungen, nach Infektion oder positiven Testen, manche auch nach schwerer Erkrankung  – und manche haben es auch nicht überlebt. Nun stecken wir tief in der Bedrohung durch Krieg. Die Bilder treiben Tränen in die Augen und kein Ende in Sicht. Dazu kommen persönliche Erlebnisse, entweder große Freude, manchmal auch tiefe Trauer. Und dann – schon wieder ist Ostern.

In diesem Fest der Auferstehung gibt Gott uns die Zusage, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern, dass nach jedem Dunkel auch ein neues Licht kommt.
Gerade durch Corona, wissen wir oft nicht, welche Dunkelheit Euch in den letzten Monaten getroffen hat, aber auch nicht, welches Licht – als Funke oder als Flamme – Euch begegnet ist und Freude und Liebe gebracht hat.
Wir wünschen uns für die kommende Zeit mehr Begegnungen mit Euch, ob persönlich oder am Telefon. Wir wünschen uns schönere Bilder in den Nachrichten und mehr Strahlen in den Augen der Menschen. Wir wünschen uns keine weinenden Kinder und Mütter mehr. Wir wünschen uns, dass unser Beten und unser Tun Frucht bringt und die Welt, wenigstens begrenzt, ein bisschen heller und froher macht.

Der Glaube an die Auferstehung unseres Gottes, der von unseren Eltern in uns Grund gelegt wurde, gibt uns die Kraft unsern Beitrag zu leisten. Seine Hand wird uns führen das Gute zu tun. Sein Geist gibt uns die Worte der Liebe und Versöhnung.

Das wünschen wir uns und allen an diesem Osterfest in einer besonderen Zeit.

Eure
Ursel und Arthur

Ostern 2022
Ursula und Arthur Springfeld, 33415 Verl, Pausheide 9 -05246-6964 – diakon-arthur.de

SONNTAG – 27. März 2022 – Laetare verlorene Sohn – der barmherzige Vater

4. Fastensonntag – 27. März 2022 – Laetare

Der verlorene Sohn – der barmherzige Vater


Eine tolle Geschichte, die wir eben gehört haben. Kennen wir alle, seit unserer Kindheit. Aber diese Geschichte ist wie ein großes Haus mit ganz vielen Zimmern.
Ich gehe durch eine große Tür in das Haus, gehe von Raum zu Raum und begegne immer neuen Bewohnern.

Man kommt in das Haus und begegnet zuerst dem Vater mit seinen zwei Söhnen, von denen der Evangelist Lukas erzählt. Da ist der eine Sohn, der zu Hause bleibt und treu und brav hilft auf dem Hof, in der Landwirtschaft. Und der andere Sohn, der raus will, der sich sein Erbe auszahlen lässt und sein Elternhaus verlässt.
Und damit tun sich für mich gleich wieder neue Räume auf:
Ich komme in ganz andere Zimmer. In einem sitzt eine junge Familie.
Gerade hat die Frau ihr erstes Kind geboren, die beiden Eltern sind ganz begeistert von ihrem Glück: Sie sind so sehr eins miteinander und mit ihrem Kind, wie sie nie wieder sein werden. Denn aus ihrem Neugeborenen wird ein selbständiges Menschenkind, ein Persönchen, das eigene Vorlieben entwickelt, sich eigene Freunde sucht, auch wenn die den Eltern nicht passen.
Eine beeindruckende Geschichte von großer Nähe und Liebe und schrittweisem Loslassen. Eine Geschichte von Kindern, die verloren gehen, weil der Mensch nicht immer Kind bleibt – wo immer die Geschichte vom verlorenen Sohn erzählt wird, hört man auch diese Geschichten.

Oder diese: Von der alten Dame, die ihren achtzigsten Geburtstag feiert. Viele sind gekommen: die Nachbarn, zwei ihrer Söhne, sogar der Pastor und Bürgermeister.
Nur der dritte, der jüngste Sohn, ist nicht da.
Und damit ist der Geburtstag für die alte Dame gelaufen.
Sie bedankt sich höflich für alle Glückwünsche und Geschenke.
Sie wahrt die Form denen gegenüber, die gekommen sind, um mit ihr zu feiern.
Aber der eine, der Wahre, fehlt.
Und alle, die gekommen sind, spüren, dass sie nicht die Wahren sind.
Auch diese Geschichte steckt in der Geschichte vom verlorenen Sohn: Die Geschichte von der Sehnsucht nach denen, die besonders fern von uns sind.
Die Geschichte der Liebe zu denen, die wir am wenigsten verstehen, die uns am meisten verletzen.

Und da ist auch die Geschichte von der Verlorenheit der Menschen, die immer da sind.
Die still und treu helfen, die immer verfügbar sind und denen selten gedankt wird.
Die Geschichte der stillen und fleißigen Kinder, die selten Probleme machen, die unauffällig sind und pflegeleicht.
Die nicht beabsichtigen, von sich selbst zuviel Aufhebens zu machen.

So viele Geschichten wohnen in der einen Geschichte vom „Verlorenen Sohn“.
Und noch viel mehr: Geschichten, die davon erzählen, dass trotzdem alles gut werden kann. Dass aus schutzbedürftigen Neugeborenen erwachsene Menschen werden, die ihre eigenen Wege nehmen und sich vielleicht sehr weit entfernen von den Eltern.

Aber die Geschichte vom Vater und seinen beiden Söhnen erzählt uns auch davon, dass unsere Kinder, auch wenn sie weggehen, doch immer unsere Kinder bleiben.
Dass wir sie gehen lassen können.
Weil wir darauf vertrauen dürfen, dass die Liebe, die wir ihnen gegeben haben, eben nicht verloren ist.
Dass die Liebe seines Vaters auch den verlorenen Sohn noch hält und ihm die Kraft gibt, umzukehren.
Die Richtung zu wechseln. Sich zu ändern, wieder heimzugehen zum Vater.

Die Geschichte erzählt von verlassenen Eltern, die wie verwaist dastehen, wenn die Kinder aus dem Haus sind.
Die Kinder, um die sich jahrelang so viele Sorgen und so viele Hoffnungen gedreht haben.
Sie erzählt von Eltern, die verletzt und enttäuscht sind.

Aber sie erzählt noch viel mehr: Von einem Vater, der nicht an seinen Verletzungen festhält, der ganz einfach dem Sohn entgegenrennt.
Sie kennen das: „Wer kommt in meine Arme“, dieses alte Spiel, bei dem das Kind atemlos den ausgebreiteten Armen der Eltern entgegenrennt.
Hier wird sie in einer Variante erzählt, die nur die Liebe sich ausdenken kann: Der Vater rennt mit ausgebreiteten Armen dem Sohn entgegen.

Die Geschichte vom verlorenen Sohn erzählt auch von der Bitterkeit und der Enttäuschung des daheimgebliebenen Sohnes.
Aber sie erzählt noch viel mehr: Dass einmal der Moment kommt, wo das scheinbar wenig beachtete Kind seinen Vater zur Rede stellt.
Wo es seine Wut und den Ärger rauslassen kann und in so einem Moment seine Enttäuschung zeigen kann.
Und die Geschichte erzählt von einem Vater, der endlich mal ausspricht, wonach der daheimgebliebene Sohn sich immer schon gesehnt hat: „Junge – Ich liebe dich doch! Was mein ist, ist doch auch dein.
Die Geschichte vom verlorenen Sohn lässt mindestens die Chance offen, dass der Daheimgebliebene, der Verbitterte, doch noch ins Haus geht und das Fest mitfeiert, das für den Heimkehrer ausgerichtet wird.
Die Geschichte vom verlorenen Sohn hält die Hoffnung wach, dass das immer gelingen kann.

Auch in unseren Familien. In unseren Gemeinden.
Dass die Ausreißer und die Dagebliebenen, die ganz Braven und die Suchenden, die Sparer und die Verschwender, die Lauten und die Leisen an einem Tisch sitzen können.
Und Miteinander feiern können. Die sich achten und vielleicht sogar lieben können.

Der, der uns diese Geschichte erzählt hat, Jesus, hat es vorgemacht:
ER hat sich mit Reichen und Armen, Gebildeten und Ungebildeten, Frommen und Sündern an einen Tisch gesetzt – immer wieder.

Und er hat immer neue Geschichten erzählt, von seinem Vater im Himmel, der sie alle liebt, jeden auf seine ganz eigene Weise.
Und der nie und auch nur einen verloren gibt.

Eine Wahnsinnsgeschichte – ich liebe diesen Gott!

Amen

Friedensgebet für Ukraine 28.02.22

Friedensgebet für Ukraine am Kriegerdenkmal 28.02.22 – 17.00 Uhr

Musik abspielen:
– Komm wir ziehen in den Frieden.
– Wozu sind Kriege da?

Begrüßung:
DANKE, Danke, dass Sie heute gekommen sind. Danke, dass wir uns treffen, hier an diesem Denkmal gegen den Krieg. Hier wo für viele Verler schmerzhafte Erinnerungen wach werden an Zeiten von Bomben, Trauer, Hunger und Tod und Verlust. Hier wollen wir beten zu unserm Gott. Zu unserm Gott, egal wie er heißt, ob Jesus Christus, Allah oder Jahwe, oder wie auch immer. Und wenn der heutige Grund die Bomben und Raketen in der Ukraine sind, wollen wir auch an die vielen Menschen denken, die in Afghanistan, Mali und vielen Ländern dieser Welt unter der Last von Krieg und Unterdrückung leiden. Unser Gott ist es, der uns die Kraft gibt Frieden zu halten und uns für den Frieden einzusetzen und mit unserm Reichtum die Not der Betroffenen zu lindern.

Zu ihm lasst uns beten:
Ewiger Gott,
mit Erschütterung und voller Sorge
schauen wir in den Osten unseres Kontinents Europa.
Wir bringen vor dich die Opfer der Gewalt
und die Not des ukrainischen Volkes
und bitten dich:
Stärke alle, die mutlos sind und sich fürchten.
Gib Mäßigung den Entscheidungsträgern.
Wende dich den Opfern des Krieges zu, beschütze alle, die auf der Flucht sind
und tröste die Trauernden.
Dein Sohn hat alle seliggepriesen und deine Kinder genannt, die den Frieden stiften.
Sei allen nahe, die in diesen Tagen für Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit eintreten.
Darum bitten, dich Gott aus der ganzen Tiefe unseres Herzens.

Es ist Krieg.
Aufgeschreckt bin ich, du mein Gott, ich reibe mir zitternd die Augen,
ein Traum muss es sein, ein schrecklicher, ein Alptraum.

Entsetzt höre ich die Nachrichten, kann es nicht fassen,
Soldaten marschieren, kämpfen und sterben. Es ist Krieg.

Der Wahn eines Mächtigen treibt sie zu schändlichem Tun,
mit Lügen hat er sie aufgehetzt, mit dem Gift seiner Hassreden.

In den Kampf wirft er sie, missbraucht ihre Jugend, missbraucht ihre Kraft,
erobern sollen sie, töten sollen sie, sein Befehl ist eiskalt.

Seine Nachbarn hat er zu Feinden erklärt, ein Zerrbild gemalt,
in den dunkelsten Farben seiner wirren Machtphantasien.

Niemand wagt ihm zu widersprechen, seine Berater halten still,
ein Marionettentheater umgibt ihn, das er höhnisch bespielt.

Seine Bosheit hat Raffinesse, listig und schamlos geht er voran,
die Versuche ihn umzustimmen ließ er ins Leere laufen,

umsonst sind sie angereist aus besorgten Ländern,
Friedensappelle und Warnungen ließen ihn kalt.

Angst und Schrecken verbreiten sich, blankes Entsetzen,
wie viele Verletzte wird es geben, wieviel Tote?

Wann wird die gefräßige Gier des Tyrannen gesättigt sein,
wann der Blutstrom versiegen, wann die Waffen schweigen?

Hilflos starre ich auf die Bilder und Meldungen,
meine Fäuste voll Wut, in meinen Augen regnet es.

Fahr den Kriegstreibern in die Parade, Ewiger Gott. Allen!
Lege ihnen das Handwerk, lass sie straucheln und fallen.

Wecke den Mut und den Widerstand der Rückgrat-Starken,
lass das Volk sich erheben und die Verbrecher entlarven.

Nicht entmutigen lassen sollen sich alle, die an den Frieden glauben,
die unverdrossen ihre Stimme erheben, gegen Verführer immun sind.

Sei unter denen, die nicht schweigen, die nicht wegschauen,
die nicht achselzuckend sagen, was kann ich schon bewirken.

Höre unser Beten, unser Schreien, es töne in Deinen Ohren,
unsere Angst um die Welt unser Kinder und Kindeskinder.

Sie hast Du uns in die Hände gegeben, Deine Welt ist die unsrige.
Die Welt soll nicht in die Hände der Machthungrigen ohne Gewissen fallen.

Du hast uns die Erde gegeben, einen unfassbaren Reichtum,
gib uns nun die Kraft sie mit allen Völkern in Frieden zu teilen.

Es liegt an uns dich zu bitten, auf dich zu hoffen und deine Hand zu sein.

Oh Herr – gib uns die Macht des Glaubens, des Vertauens und der Versöhnung.
die Völker wollen Frieden, Freiheit und Glück!

Song: Ein bißchen Frieden

„Frieden ist nicht selbstverständlich“.
Das sehen wir in diesen Tagen, nicht nur an den aktuellen Konflikten, sondern auch an den vielen vergessenen Dramen und Spannungen in der Welt; und auch hier unter uns im Kleinen.

Wir wünschen uns den Frieden sehr herbei. Und viele, so wie wir, beten deshalb auch für den Frieden. – Leben wir danach? – Lassen wir dem Wunsch Taten und Zeichen folgen?

Ja, wir tun es jeden Tag: Wie der Friedensgruß, ein freundliches Winken, ein Augenblick, ein Nicken – und ein nettes „Hi“. Diese kleinen Zeichen setzen den Frieden in Gang; zeigen sie doch das wir freundlich sind.

„Friede auf Erden!“ Das haben die Engel bei Betlehem vor über 2000 Jahren gesungen. Und dennoch sind so viele unvorstellbare Taten in der Geschichte gefolgt. Frieden zu Leben und Frieden zu geben, heißt also noch viel mehr!

Immer noch und immer wieder sterben heute Menschen in Kämpfen und durch Bomben, sogar jetzt bei uns in Europa, in der Ukraine und vielen weiteren von der Weltgeschichte vergessenen Konflikten, wie zum Beispiel im Jemen und in Syrien, in Kolumbien oder auf den Straßen in Mexiko-Stadt.

Was nur können wir tun, damit mehr Friede wird auf dieser Erde?
Was kann ich persönlich tun?

Ich bin überzeugt: mehr, als ich manchmal denke. Natürlich, die hohe Politik und die niederen Beweggründe vieler Mächtiger, die kann ich kaum beeinflussen.

Aber: In Maßen kann ich doch etwas tun für den Frieden auf dieser Erde, auch im Großen, das glaube ich ganz fest.

Der Friede hat ja vor allem auch mit Verstehen und Gerechtigkeit zu tun. Mit gerechten und fairen Verhältnissen und mit einem respektvollen Umgang – auch mit scheinbar schwierigen Standpunkten. Wo weder Gerechtigkeit noch Verständnis herrschen, brechen schnell Streit und Krieg aus. Das wusste schon die Bibel.

Der Prophet Jesaja zum Beispiel nennt Frieden und Gerechtigkeit immer wieder in einem Atemzug. Und auch heute könnte man so rufen: Wehe ihnen! Es gibt sie ja noch immer, diese Unterdrückung der Armen.

Es tut mir in der Seele weh, mir vorzustellen, wie viele Millionen Kinder auf dieser Erde in Unfrieden und auf der Flucht leben müssen.

Song: Wes shall overcome

Frieden schaffen – beginnt bei jedem und mit jedem.

Jede Entscheidung an jedem Tag kann helfen die Kette zu durchbrechen. Es kann das fair gehandelte Produkt sein, aber auch das versöhnliche Gespräch in der Firma, der Kontakt zu einem verschmähten Nachbarn.
Natürlich kann es auch die Schlichtung eines Streits sein; vielleicht auf dem Schulhof.
Es kann auch der freie Stuhl neben mir sein, den ich jemanden anbiete.
Sehen wir hin, wenn jemand fällt – lachen wir nicht auch, wenn es komisch aussah – sondern helfen wir Ihm auf, stützen wir ihn.

Setzen wir uns für Lösungen ein, auch wenn niemand es für möglich hält, denn für den Frieden lohnt sich jeder Schritt – auch das Wort, das zueinander führt – uns zusammenbringt.

Ich glaube: – So fängt der Friede an. So kann er wachsen. Wenn ich Menschen offen begegne, ohne Überheblichkeit und Vorurteile.


Alle gemeinsam (Zettel vorbereitet)
Barmherziger Gott,
wir haben Angst vor dem Krieg, der so viel Leid bringen wird – 
für Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Europa.
Wir beten für all die Verantwortlichen in Russland, der Ukraine, 
Belarus, den USA und der EU,
dass sie Wege aus der Eskalation finden.
Lass uns alle abrüsten mit Worten und Taten.
Erweiche die Herzen derer, die hart geworden sind.
Bewahre uns vor der Willkür der Mächtigen dieser Welt
und bringe sie zur Erkenntnis ihrer Grenzen. 
Segne uns mit deinem Frieden, damit dein Friede sich auf Erden ausbreite! 

Lasst uns gemeinsam unsere Hände öffnen. Damit unser Gott sie mit all seiner Liebe und Kraft füllen kann. Und dann lasst uns zusammen das Gebet sprechen, dass Jesus schon damals mit seinen Freunden gebetet hat.

VATER UNSER

Song: Frieden von Reinhard Fendrich

Wir beten gemeinsam:

Ich glaube an Gott, der die Liebe ist und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.

Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren, an die Stärke der Waffen, an die Macht der Unterdrückung.

Ich glaube an Jesus Christus, der gekommen ist, uns zu heilen und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.

Ich glaube nicht, dass Kriege unvermeidbar sind, dass Friede unerreichbar ist.

Ich glaube, dass Gott für die Welt eine Ordnung will, die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet, und dass alle Menschen gleichberechtigt sind.

Ich glaube nicht, dass Leiden umsonst sein muss, dass der Tod das Ende ist, dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.

Ich glaube an Gottes Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, wo Gerechtigkeit und Frieden herrschen.

Ich glaube an die Schönheit des Einfachen, an die Liebe mit offenen Händen, an den Frieden auf Erden. – Amen

Wir wollen Gott um seinen Segen bitten:
Der Herr sei vor euch, um euch den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben euch, um euch in die Arme zu schließen
und euch zu schützen.

Der Herr sei hinter euch, um euch zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.

Der Herr sei unter euch, um euch aufzufangen, wenn ihr fallt.

Der Herr sei in euch, um euch zu trösten, wenn ihr traurig seid.

Der Herr sei um euch herum, um euch zu verteidigen, wenn andere über euch herfallen.

Der Herr sei über euch, um euch zu segnen,

und so segne Euch der jeden Menschen liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen
und dann geht hin und haltet Frieden.

Songs einspielen: Wir wollen Frieden für alle

Tabaluga Salamander

Wes shall overcome

Dies ist die Nacht…… in der Christus die Fesseln des Todes zerbrach

Dies ist die Nacht…… in der Christus die Fesseln des Todes zerbrach

Dies ist die Nacht,
die auf der ganzen Erde alle, die an Christus glauben,
scheidet von den Lastern der Welt,
dem Elend der Sünde entreißt,
ins Reich der Gnade heimführt
und einfügt in die heilige Kirche.
Dies ist die selige Nacht,
in der Christus die Fesseln des Todes zerbrach
und aus der Tiefe als Sieger emporstieg.
Wahrhaftig, umsonst wären wir geboren,
hätte uns nicht der Erlöser gerettet.

Fußspuren im Sand – my way

So habe ich mich mein ganzes Leben gefühlt! DANKE

Fußspuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?“

Da antwortete er:
„Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

6. So. im Jahreskreis C – Predigt – Selig sind ….

13. 02. 2022 – C  6. Sonntag im Jahreskreis – Predigt – Selig sind ….

Liebe Gemeinde – Lasst uns anstelle der Predigt heute lieber gemeinsam beten:
Du Gott aller Menschen – wir danken Dir für unsern Wohlstand.
Aber, den haben wir uns auch ganz bestimmt verdient.
Da sind wir ganz sicher, wo wir doch oft 35 Stunden pro Woche arbeiten, oder viele Jahre unseres Lebens gearbeitet haben.
Und Du siehst es ja Gott, sogar an Tagen wie heute, wo andere noch im Bett liegen oder spazieren gehen, kommen wir hier zusammen, um zu beten und Dir zu danken und manchmal sprechen wir sogar auch zuhause das Tisch – und Abendgebet.

Uns geht es wirklich gut Gott, – bis auf ein bisschen „Rücken“ oder Corona manchmal, oder wenn mieses Wetter ist, oder wenn ein paar Euro für das neue Auto fehlen.
Aber für den „Rücken“ und Corona, da haben wir gute Ärzte – auch hier in der Sürenheide, und für das Wetter haben wir eine Heizung und für das Auto hilft uns wahrscheinlich wieder mal die Bank.

Eigentlich ist hier bei uns alles gut Gott, weil Du natürlich auch da bist, hier bei uns.
Wir können Dich spüren, auch trotz Corona – aber, – sorry Gott – ,
was ist mit den Menschen, z.B. in Afghanistan und Mali, in Bangladesch und Eritrea?
Den Menschen dort reicht nicht mal eine 60 Stunden Woche und sie haben keine Heizung und keinen Strom, wenig Ärzte, ja nicht mal WLAN oder Handyempfang.

Sogar das Brot müssen sie selbst backen, draußen am Feuer – wenn sie gerade Korn haben.
Sie bekommen Cholera und Malaria, weil Ihnen der Schlamm bis zum Hals steht – kein Arzt in der Nähe ist, und wenn doch einer kommt – haben sie kein Geld für Medikamente.
 
Und du Gott !?– du wirst sie hören wenn sie schreien, denn die beten wahrscheinlich Tag und Nacht um eine Chance zu überleben, hauptsächlich für ihre Kinder, aber ?– da bist DU doch auch Gott?!
Oder verstehst Du die nur nicht?
Verstehst Du nur Deutsch, Gott?

Du Gott aller Menschen?  Du bist bestimmt auch regelmäßig in den Booten auf dem Mittelmeer oder in den runter gekommenen Containern unserer Flüchtlinge, und spürst selbst, körperlich die Angst dieser Menschen, dass sie elendig absaufen oder wieder zurückmüssen in das alte Elend !?

Oder Du liebender Gott? Du stehst bestimmt mit in der Schlange am Warenkorb in Verl, oder in den Suppenküchen in Gütersloh und Bielefeld oder am Eingang der Obdachlosenunterkünfte, um mit den Menschen Schutz vor Frost und diesem vielen Regen zu finden!

OK – Gott – nun ist gut – wir sagen dir hier und jetzt Danke. Das andere ist alles oft so weit weg von der Sürenheide, und den Fernseher können wir ja schnell ausschalten.
Aber Du könntest diesen Menschen doch wenigstens ein bisschen helfen, Gott, – dass sie wenigsten einmal am Tag ein wenig zu essen haben, oder Decken oder freundliche hilfsbereite Menschen, die sich kümmern – da würden die sich doch ganz bestimmt freuen!

Tu uns doch bitte den Gefallen Gott!
Das kann doch nicht so schwer sein, mach doch endlich was, damit wir endlich ein gutes Gewissen haben.
Letzten Sonntag haben wir doch auch schon für die Caritas gespendet, in allen Kirchen von Verl – hast Du bestimmt gesehen Gott – und die Centstücke mitgezählt.

Und dann noch Gott –  Schau Dir doch bitte mal dein Haus hier an, – wenn Du mal da drin bist Gott.
Wir haben doch unsere Kirchen so schön zum wiederholten Mal restauriert – alles nur für Dich.
Wir haben auch wirklich viel Geld dafür bezahlt und wir machen auch weiter – das versprechen wir Dir.

Schade, dass wir nicht sehen können, wie Du Dich freust.

Ach ja Gott, wir bitten Dich ja selten, aber eine Bitte haben wir doch noch:
Bitte, gib uns ein bisschen mehr Verstand, damit wir endlich begreifen, was Du uns sagen willst. Amen.

Und – er ist doch da!

Und – er ist doch da!


Wie kann man diese Wut noch steuern,
die hochkommt wie mit Sturmgebraus,
da sollte mancher gern abheuern,
verlassen dieses werte Haus.

Doch Schuld liegt auch auf unseren Rücken,
die wir geschwiegen so oft schon,
Verantwortung kann schmerzhaft drücken,
wenn wir verraten Gottes Sohn.

Er ist es, der uns schenkt Versöhnung,
wenn wir ergreifen seine Hand,
denn seine Liebe ist die Krönung,
die Schuld durch seinen Blick verbannt.

Er schenke uns den neuen Anfang,
lässt leben uns die Liebe neu,
den Grund legte er in seinem Kreuzgang;
und macht dadurch uns Menschen frei.

Lasst uns gemeinsam neu bezeugen,
dass Liebe über allem steht,
wenn immer neu das Haupt wir beugen,
er mit uns durch das Leben geht.

AS 2.22



Selbstmord – nicht mit uns!

Selbstmord – nicht mit uns!

Soll ich nun schreien oder fluchen,
mir Trost bei andern Göttern suchen,
soll ich nun beten oder weinen,
und alles erlebte nur verneinen.

Die Wut ist groß und auch die Trauer,
im Kopf entsteht die neue Mauer,
wie kann der Glaube das verkraften,
wenn die von oben hier mithaften.

Der Wert des Menschen ist zu achten,
der Schutz der Kinder zu beachten,
die uns als Beispiel vorgegeben,
als Messlatte auch für unser Leben.

Die Liebe ist das höchste Gut,
das Beispiel vieler macht mir Mut,
doch weiter unserm Gott zu glauben,
und niemand kann die Liebe rauben.

Gott schuf den Menschen ihm zur Ehre,
dass niemandem der Schutz verwehre,
ich diene weiter, ich kann hoffen,
das Tun von manchen macht betroffen.

Doch seine Botschaft gibt mir Kraft,
die Liebe leben, schafft mir Haft,
nach Vorne schauen, auf seinen Bund,
mit ihm im Boot, das gibt mir Grund.

Seine Liebe, die ist meine Stärke,
durch all mein Tun, ich immer merke,
mein Gott ist da, trotz aller Bürde,
mit Ihm schaff ich auch jede Hürde.

Drum glaub ich weiter, jeden Tag
ich werde kämpfen, bis zum Sarg,
lass mir nicht meinen Glauben stehlen,
wenn andere ihr Ziel verfehlen.

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 12. Januar 2022

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 12. Januar 2022

Lied: Wir ziehen in den Frieden  Udo Lindenberg

Begrüßung
Ein gutes und gesegnetes neues Jahr wünsche ich Ihnen und Euch an diesem ersten Friedensgebet in 2022. Nicht zuletzt auch: ein friedliches neues Jahr! Frieden für unsere Welt, im Kleinen wie im Großen: Den wünschen sich so viele. Nicht zuletzt diejenigen, die in ihrer Kindheit oder sogar später noch Krieg erlebt haben. Viele sehnen sich auch nach dem Frieden im Persönlichen, nach Versöhnung in der Familie. Frieden, der ist ja nicht selbstverständlich. Wir wünschen ihn uns manchmal sehr herbei. Und viele, so wie wir, beten deshalb auch für den Frieden.

„Friede auf Erden!“ Das haben die Engel bei Betlehem vor über 2000 Jahren gesungen. Und so viel blutige Taten sind noch gefolgt. Und immer noch sterben heute Menschen in blutigen Kämpfen und durch Bomben, im Jemen und in Syrien, in Kolumbien oder Mexiko, sogar bei uns in Europa, in der Ukraine.

Was nur können wir tun, damit mehr Friede wird auf dieser Erde? Was kann ich persönlich tun? Ich bin überzeugt: mehr, als ich manchmal denke. Natürlich, die hohe Politik und die niederen Beweggründe vieler Mächtiger, die kann ich kaum beeinflussen. Aber: In Maßen kann ich doch etwas tun für den Frieden auf dieser Erde, auch im Großen, das glaube ich ganz fest.

Der Friede hat ja vor allem auch mit Gerechtigkeit zu tun. Mit gerechten und fairen Verhältnissen. Wo die nicht herrschen, brechen schnell Streit und Krieg aus. Das wusste schon die Bibel. Der Prophet Jesaja zum Beispiel nennt Frieden und Gerechtigkeit immer wieder in einem Atemzug. Und auch heute könnte man so rufen: Wehe ihnen! Es gibt sie ja noch immer, diese Unterdrückung der Armen. Zum Beispiel in Peru, Brasilien oder Kolumbien. Indigene, die von ihrem Land vertrieben werden, weil man dort Rohstoffe gewinnen – oder riesige Rinder- oder Sojafarmen anlegen will. Menschen dort in Südamerika müssen außerdem für billigsten Lohn auf Plantagen oder in Fabriken arbeiten. All das hat auch mit uns zu tun, in Europa. Wir profitieren von der Ungerechtigkeit und dem Unfrieden auf dieser Erde.

Frieden schaffen im neuen Jahr: Das kann deswegen tatsächlich im Supermarkt beginnen: indem ich kein billiges Rindfleisch kaufe. Indem ich Produkte mit Palmöl stehen lasse. Und so oft wie möglich zu fair gehandelten Produkten greife, zu fairem Kaffee, auch zu fair produzierter Kleidung. Friede und Gerechtigkeit und auch die Bewahrung der Schöpfung gehören zusammen. Ich ganz persönlich kann etwas ändern, ich kann Frieden stiften, mit jedem Einkauf, den ich tätige für eine gerechtere Welt.

Es tut mir in der Seele weh, mir vorzustellen, wie viele Millionen Kinder auf dieser Erde in Unfrieden und auf der Flucht leben müssen.

Ich glaube: So fängt der Friede an. So kann er wachsen. Wenn ich Menschen offen begegne, ohne Überheblichkeit und Vorurteile. Ich will das im neuen Jahr immer wieder versuchen. Mich im Großen gegen Krieg und Waffen einsetzen. Und im Kleinen den Menschen friedlich begegnen. Und ich werde wie heute und jeden Mittwoch auch immer dafür beten: dass der Frieden sich durchsetzt. „Gib uns Frieden, Herr! Dona nobis pacem!“ Damit die Botschaft der Engel irgendwann wahr wird: Friede auf Erden!

Kyrie

Zu dir, Gott, Schöpfer der Welt, kommen wir,
mit unserer Sorge um den Frieden.
Wir schämen uns, weil wir zum Unfrieden beitragen:
mit unserem Wirtschaften,
mit unserem Lebensstil,
durch rassistische Worte und nationalistische Politik.
All das spaltet deine Schöpfung, zerstört deine Geschöpfe.
Vergib uns unsere Schuld,
Kyrie eleison.

Zu dir, Bruder Jesus, kommen wir.
Du hast uns gezeigt, wie Frieden geht:
Miteinander, füreinander.
„Genug“ sagen und einfach leben.
Die Schwachen und Kleinen im Blick.
Lass uns deinem Ruf zu Buße und Umkehr folgen.
Kyrie eleison

Geistkraft des Friedens,
erfülle uns mit bleibender Sehnsucht:
nach Frieden, nach Gerechtigkeit,
nach Gottes Reich, das mitten unter uns ist.
Hier und heute. Jetzt und überall.
Kyrie eleison

Umkehren zum Frieden wollen wir
und in der Welt Frieden wachsen lassen.
Zur Ehre Gottes und zum Wohl unserer Nächsten.
Zur Freude unseres Herzens und für ein Leben in Fülle.
In Jesu Namen, Amen

Lied: Das weiche Wasser  Bots

Schwestern und Brüder,
Wenn es stimmt, dass Reichtum glücklich macht,
sollten wir unser Handeln nur noch am Gewinn orientieren.
Wenn es stimmt, dass der Stärkere immer gewinnt,
sollten wir weiterhin aufrüsten und zuschlagen.
Wenn es stimmt, dass sich eh nichts ändert,
sollten wir bequem sitzen bleiben.
Schwestern und Brüder,
Wenn es aber stimmt, dass den Armen das Reich Gottes gehört,
lasst uns noch heute ihre Solidarität suchen.
Wenn es stimmt, dass die Gewaltlosen das Land erben,
lasst uns noch heute Gewaltlosigkeit einüben.
Wenn es stimmt, dass die reinen Herzens Gott schauen,
lasst uns noch heute mit der Umkehr beginnen.
Wenn es stimmt, dass die Friedensstifter Kinder Gottes sind,
lasst uns noch heute dem Frieden nachjagen.
Wenn es stimmt, dass der Geist Gottes
Hoffnungslosigkeit in Hoffnung,
Mutlosigkeit in Mut,
Verdorrtes in Leben wandelt,
lasst uns noch heute dem Geist Gottes trauen,
uns seinem schöpferischen Wirken öffnen
und handeln.

Wir beten gemeinsam:
Ich glaube an Gott, der die Liebe ist
und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.
Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren,
an die Stärke der Waffen,
an die Macht der Unterdrückung.
Ich glaube an Jesus Christus,
der gekommen ist, uns zu heilen,
und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.
Ich glaube nicht, dass Kriege unvermeidbar sind,
dass Friede unerreichbar ist.
Ich glaube nicht, dass Leiden umsonst sein muss,
dass der Tod das Ende ist,
dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.
Ich glaube, dass Gott für die Welt eine Ordnung will,
die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet,
und dass alle Männer und Frauen
gleichberechtigte Menschen sind.
Ich glaube an Gottes Verheißung
eines neuen Himmels und einer neuen Erde,
wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.
Ich glaube an die Schönheit des Einfachen,
an die Liebe mit offenen Händen,
an den Frieden auf Erden. Amen

Lied: Wes hall overcome

Lasst uns die Hände öffnen, damit Gott uns beschenken kann und dann gemeinsam beten, wie Jesus schon mit seinen Freunden gebetet hat:
Vater Unser …..

Segen
Den tiefen Frieden im Rauschen der Wellen

wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden im schmeichelnden Wind

wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden über dem stillen Land

wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden unter den leuchtenden Sternen

wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden vom Sohn des Friedens

wünsche ich dir.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

LIED: Hevenu shalom alechem

Fest der Taufe des Herrn – 09.1.2022 – C Jesus wird zum Sündenbock für uns!

Fest der Taufe des Herrn – Sonntag, 09.1.2022 – C Jesus wird zum Sündenbock für uns!

Wenn ich Sie so anschaue, kommt mir die Idee, dass Sie wohl alle schon lange nicht mehr zur Beichte waren, sie würden sonst froher ausschauen. Ich hatte da so eine Idee, aber ich konnte den Bruno leider nicht erreichen, sonst hätte ich heute einen Ziegenbock mit in den Gottesdienst gebracht.
Hier vor die Krippe hätte ich sie gestellt und dann könnten sie alle nach Vorne kommen und all Ihre Schuld auf diesen Ziegenbock legen.
So, wie man das damals zu Jesu Zeiten auch gemacht hat.
Für die Menschen damals war das ein ganz wichtiges Zeichen.
Sie haben dann zu dem Bock gesagt: „All das, was wir im vergangenen Jahr falsch gemacht haben, all die Dinge, die schief gelaufen sind, all unsere Sünden und all unsere Schuld, die legen wir jetzt auf dich.“
Und zum Zeichen dafür, berührten sie den Bock mit ihrer Hand.
Und nachdem alle es getan hatten, nachdem die ganze Gemeinde diesem Tier die Hände und ihre Schuld aufgelegt hatten, ist man mit dem Ziegenbock zum Rande der Stadt gezogen – dorthin, wo die Wüste anfängt – hier wäre das Kaunitz oder Avenwedde.
Und da hat man dieses Tier; das nun für die Menschen zum Sündenbock geworden ist, ganz einfach davongejagt.
Man hat den Sündenbock, dem man die ganze Schuld aufgeladen hatte, in die Wüste getrieben.
Und so wie dieses Tier dort in der Wüste zwangsläufig verendet ist, so hat man gehofft, dass mit ihm zusammen auch die Schuld der Menschen, gleichsam umkommen würde, dass man dadurch seine Verfehlungen und all seine Schuld loswerden würde und einen neuen Anfang hatte.

Für die Menschen damals war das ein ganz wichtiges Ritual.
Aber, wenn man sich das vorstellt, ein grausames Ritual. Nicht nur, weil man dieses Tier elendiglich hat zugrunde gehen lassen – schon allein die Tatsache, einen anderen, selbst wenn es ein Tier ist, für sein eigenes Versagen büßen zu lassen, das ist wirklich grausam.

Und ganz besonders grausam ist es, wenn dann nicht eine Ziege, – wenn ein Mensch für andere büßen soll, zum Sündenbock abgestempelt wird.

„Ich kann nichts dafür, der da war’s…“
Wie oft sucht man selbst, manchmal sogar eine ganze Gesellschaft, auch eine christliche, einen anderen, dem man die ganze Schuld aufladen kann.

Da ist dann ein einziger Minister schuld an der ganzen Misere mit der Coronaplage, oder noch besser, irgendein Wissenschaftler, einer, von den ganz bekannten.
Oder ein Bischof, der mit seiner Schuld herhalten muss, wenn Hunderttausende aus der Gemeinschaft austreten.
Oft trifft es einen Menschen, den man einfach herauspickt, – damit alle mit dem Finger auf ihn zeigen können, weil er falsch gelegen, oder einen Fehler begangen hat

So hat man es seit ewigen Zeiten gemacht: Man suche sich einfach irgendeinen, oder eine Minderheit, am allerbesten Menschen, die sich nicht wehren können..

Und deshalb ist es eigentlich auch ein grausames Fest, das wir heute feiern.
Denn heute geht es los, heute beginnt es: Heute denken wir daran, dass da wieder einer angefangen hat, zum Sündenbock zu werden.

Mit dem Tag der Taufe im Jordan hat es begonnen, da hört die Zeit der Weihnacht dann endgültig auf, da enden die süßen Kindheitsgeschichten, da tritt ER endgültig in unsere Reihen, da reiht er sich ein: ER, der Unschuldige, er, der keine Fehler hat, Jesus Christus, der Gott und Mensch zugleich war.

Er stellt sich am Jordan in die Reihe der Menschen, die zur Bußtaufe gekommen waren.
Er stellt sich in die Reihe der Sünder.
Und er stellt sich dorthin, wie der Ziegenbock am „Jom Kippur“, am altisraelitischen Versöhnungstag, wie dieses unschuldige Tier, dem jetzt die Schuld aufgeladen wird, und er wird sie dann tragen bis zum Kreuz, wo er sie dann endgültig wegtragen wird.

Eigentlich ein grausames Fest.
Taufe des Herrn: der Festtag eines Menschen, der sich entscheidet, für uns zum Sündenbock zu werden.4

Es gibt nur eines, was diesem Gedanken ein klein wenig von seiner Schärfe nimmt:
Niemand, kein Mensch hat diesen Jesus nämlich zum Sündenbock gemacht!
Keiner hat ihn dazu gezwungen.  
Gott war es, ER, der freiwillig so weit heruntergekommen ist, dass er Mensch wurde.
ER geht dann sogar so weit, dass er sich freiwillig unsere Schuld aufladen lässt.

An diesem Sonntag denken wir wieder daran – und damit beginnt die Zeit des Jahreskreises C -, dass Gott sich einreiht,
in die Reihe der Sünder stellt,
in unsere Reihen stellt,
um uns von unserer Schuld zu befreien.
Da wird jemand aus freien Stücken zum Sündenbock – und das für uns.

Eigentlich ein grausames Fest.
Aber es ist ein Fest, das uns zeigt, wie wichtig wir diesem Gott sind.
Es ist ein Fest, mit dem Gott wieder einmal seine Liebe zu uns Menschen unter Beweis stellt. Noch ein Fest der Liebe. Ein Tag an dem Gott auch zu jedem von uns sagt: DU, gerade Du bist mein geliebtes Kind.
Heute feiern wir wieder ein Fest der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Und jetzt – wartet er auf unsere, auf meine Antwort.

Amen.