Ehrennadel der Stadt Verl

Ehrennadel der Stadt Verl.

Am 30.06.2022 habe ich für meine Arbeit in der Flüchtlingshilfe die Ehrennadel der Stadt Verl erhalten. Nachfolgend meine Dankesrede:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Herr Esken,
verehrte Ratsmitglieder, liebe Gäste hier im Rathaussaal.

Vielen Dank Herr Bürgermeister für die liebevollen lobenden Worte, die Sie gesagt haben, Danke, darf ich auch sagen im Namen von Margret Lütkebohle und Josef Freisen.

Als ich im Winter vergangenen Jahres den Brief mit dem Logo der Stadt Verl sah, habe ich als erstes gedacht: Mist, wo haben sie dich denn dieses Mal wieder erwischt. Zu schnell gefahren, falsch geparkt?

Als ich dann das mit der Ehrennadel las, war ich ganz platt. Das war etwas, was ich mir nie gewünscht habe, aber dennoch habe ich mich sehr gefreut.
Aber wenn ich mir diese Nadel jetzt anschaue, bin ich zwar sehr dankbar, aber so ganz sind meine Erwartungen doch nicht erfüllt.
Habe ich mir zu diesem Termin heute doch viele Gedanken gemacht und extra diesen Seitenschneider mitgebracht, um diese Nadel aufzuteilen für die vielen Menschen, die geholfen haben, das zu tun, wofür ich hier heute geehrt werde. Dafür ist sie deutlich zu klein.

Begonnen hat das Ganze, wohl 2015, auf dem Wideiweg.
Viele Flüchtlinge waren dort in der Schule untergebracht.
Und dann, abends von der Pausheide nach Sürenheide auf dem Wideiweg: Nacht, alles dunkel, schwarzer Mann, schwarze Kleidung, schwarzes Fahrrad – und kein Licht.
Da haben wir mit der Kolpingfamilie einen Reparatursamstag an der Schule geplant. Viele Mithelfer waren da. Fahrrad Dieter Krax war auch da, unentgeltlich.
Und dann ging es weiter: Unmengen an Fahrrädern wurden gesucht, weil die Flüchtlinge mehrheitlich außerhalb des Ortes untergebracht waren.
Herrn Arthurs Telefonnummer hatte sich schnell rumgesprochen. Und durch Aufrufe in Zeitungen und im Pfarrblatt, konnte ich in kurzer Zeit mehr als 500 Fahrräder, zunächst durch Krax teilweise repariert, an die Flüchtlinge weitergeben. Und so kannte jeder Arthur.
Wenn weitere Hilfe erforderlich war, bekam ich oft auch Kontakt über Mustafa Haroglu und Barbara Menne.
Sehr vielen Anfragen konnte ich helfen, weil mein Bischof in Paderborn mir nahezu unbegrenzt Geld für die Flüchtlingshilfe gegeben hat und noch gibt.
Da kommt sicher auch meine Motivation ins Spiel. Wir alle, die wir mindestens das Fundament eines christlichen Glaubens erhalten haben, wissen, dass das Gebot der Nächstenliebe an oberster Stelle steht. Das versuche ich zu leben.
 
Nach den Fahrrädern kamen die Fernseher – mit viel Hilfe von Pollmeier und Heiner Stroth konnten wir wahrscheinlich nahezu allen helfen.
Und nach den Fernsehern kamen die ersten Wohnungen.  Möbel wurden gebraucht, hier war die AWO mit Rudi Raeder an vorderster Front mit dabei und das bis heute.

Und die Probleme, und Hilfsnachfragen in den Familien ließen nicht nach. Es ging um Jobsuche, um Schulbesuch, Sprachkurse und „Bürokratie in Höchstform“.

Da kamen die Patenfamilien, die ich finden konnte, ins Spiel, die mit viel zeitlichem Einsatz die meisten Probleme lösen konnten, und bis heute erste Ansprechpartner von vielen Familien sind.
Von ihnen waren nicht nur große bürokratischen Hürden zu überwinden, sondern oft gab es auch medizinische Probleme, die die geflüchteten Gäste allein nicht bewältigen konnten. Und viele Fahrten zwischen Verl – Gütersloh – Bielefeld und Münster waren angesagt, im Regelfall auf eigene Kosten und das von allen gerne.

Natürlich war das für alle Beteiligten oft ein ziemlicher Zeitaufwand, aber alle haben mir bestätigt, dass der Dank der Flüchtlinge und die oft strahlenden Kinderaugen meistens eine reichliche Entschädigung waren.

Viele Flüchtlinge, auch wenn ich sie heute nach längerer Zeit treffe, sagen zu mir Papa oder Daddy und erzählen mir stolz von ihrer Familie, ihrem Arbeitsplatz und ihrem Dank an Deutschland und Verl für alle Hilfe.

Und wenn ich bei einer Flüchtlingsfamilie klingele und ein Kind macht die Tür auf und ruft ganz laut erfreut: Mama, Mama, Opa ist da!
Wissen Sie, dann ist die Ehrennadel eine nette Zugabe.

Ganz herzlichen Dank an die vielen Menschen, die an meiner Seite den Flüchtlingen eine gute und liebevolle Willkommenskultur gezeigt haben, auch wenn sie auch nicht arabisch, nicht Farsi oder Paschtu sprechen konnten. Ich auch nicht. Oft zählt allein die Mimik und die offenen Hände.

Auch ganz herzlichen Dank an Barbara Menne, Mustafa und andere Mitarbeiter der Stadt Verl, für die Unterstützung, die sehr oft mehr war, als man unbedingt tun musste und im Regelfall unproblematisch und unbürokratisch.
Ähnliches kann ich auch über die VHS und das Jobcenter sagen.

Ganz lieben Dank an meine Familie, die sich oft mehrmals täglich an Besuch aus
-zig Staaten dieser Erde gewöhnen musste und mich in jeder Hinsicht unterstützt hat, auch wenn an manchen Tagen das Telefon nicht stillstand, nicht vor 23 Uhr jedenfalls.

Darum, die nächste Verdienstnadel bitte deutlich größer, denn viele, sehr viele haben diese in Verl verdient.

Und diesen Ausführungen schließen sich auch Margret Lütkebohle und Josef Freise an. Natürlich muss man manchmal die Initiative ergreifen, aber sehr schnell finden sich Helferinnen und Helfer, die oft scheinbar auf die Ansprache warten und mit viel Engagement einsteigen. Nur gemeinsam kann man diesen großen Nachfragen nach Hilfe ansatzweise gerecht werden. Das ehrenamtliche Engagement in Verl findet sich in jedem Viertel und jedem Straßenzug und jedem Verein unserer Gemeinde und das tut gut und nur so geht’s.

Und schön ist es, wenn man nach einigen Monaten oder auch Jahren, diese ehemaligen Flüchtlinge oder Familien wieder trifft, man kennt nur das Gesicht, aber meistens mit einem Strahlen vor Freude. Immer wieder bin ich sehr erstaunt, wie gut sie in Verl, bzw. Deutschland angekommen sind. Sie haben im Regelfall den größten Beitrag geleistet.  

Danke.

Segnungsgottesdienst für alle Liebenden – 19-06.22

Segnungsgottesdienst für alle Liebenden – 19-06.22 St. Anna Verl

LIED: 389 1-3 Dass du mich einstimmen läßt

Ich begrüße alle, die zu diesem „Gottesdienst für Liebende“ gekommen sind!
Wir sind versammelt im Namen des dreifaltigen Gottes,
der als Vater, die Quelle ist, aus der Leben und Liebe strömt,
der als Sohn die Liebe in ihrer Vollendung offenbart hat und
der als Heiliger Geist uns zu Liebenden macht.
In seinem Namen wollen wir diesen Gottesdienst nun beginnen.
Im Namen des Vaters…     Der Herr ist mit Euch!

Wir sind heute Abend zusammengekommen, um uns bewusst Zeit zu schenken und füreinander und vor Gott da zu sein.
In diesem Gottesdienst wollen wir die Liebe und das Segnen in den Mittelpunkt stellen.
Die Liebe ist die Kraft, die uns zueinander führt, die uns die Verantwortung füreinander erkennen lässt und die uns oft auch entgegen aller Logik dazu befähigt, zueinander zu stehen, einander zu vergeben und füreinander einzutreten.

Hören wir dazu einen schönen Text (von Erich Fried):
Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
Die Liebe ist letztlich etwas
Unbeschreibbares und ist zugleich ein kostbares Gut.
Sie ist etwas nicht Begreifbares und dennoch im Leben in konkret Taten erfahrbar.
Sie ist nicht fassbar und zeigt sich doch in konkreten Zeichen der Liebe.

Ich lade ein, sich Ihrem Partner, ihrer Partnerin zuzuwenden, um sich in die Augen, ins Gesicht zu schauen. (eine Minute leise Orgel)
Gönnen Sie sich diesen Augenblick.
Schauen Sie sich an.
Vielleicht gehen Ihnen dabei Gedanken durch den Kopf:
Wann haben Sie sich das erste Mal gesehen?
Wann haben Sie einander das erste Mal tief in die Augen geschaut?
Können Sie in den Augen Ihres Partners, ihrer Partnerin lesen wie in einem Buch?

Schenken Sie sich die Zeit für Ihre Augenblicke:
Einander ansehen heißt sich Ansehen schenken, Ansehen erlangen, wertvoll und wichtig
füreinander zu sein.
Nachdem Sie sich liebevoll angeschaut haben, reichen Sie sich die Hände.
Ich möchten Sie ermutigen, sich jetzt an etwas zu erinnern, was Ihnen in den letzten Tagen von Ihrem Partner, ihrer Partnerin gut getan hat.
Sagen Sie es einfach ihrem Partner/ihrer Partnerin jetzt!
(eine Minute leise Orgel)

Wir wollen beten.
Guter Gott,
du bist die Quelle des Lebens und der Ursprung der Liebe.
Du bist da, wo Menschen sich nach Liebe sehnen
Du bist da, wo Menschen zueinander finden.
Du bist da, wo Menschen füreinander da sind.
Du bist da, wo Menschen miteinander einen Weg gehen.
Lass uns deine Nähe immer wieder spüren,
damit wir tiefes Glück finden auf allen unseren Wegen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

In der Bibel, im Hohelied der Liebe heißt es:

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte
und alle Geheimnisse wüsste
und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besäße
und Berge damit versetzen könnte
hätte aber die Liebe nicht
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte
und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,
hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig,
die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles,
glaubt alles,
hofft alles,
hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.

Lied: 346, 1-3 Atme in uns

Du Gott des Lebens und der Liebe.
Du begleitest unseren Weg.
Dir vertrauen wir und bitten dich:
Wir beten heute besonders für alle Paare hier in der Kirche.
Manche von uns sind schon lange zusammen, viele sind verheiratet, haben Kinder oder sogar Enkelkinder, manche sind auch gerade erst frisch verliebt.
Erhalte in uns die Fähigkeit zur partnerschaftlichen Liebe.

Wir beten für alle jungen Paare, die gerade das Feuer des Verliebtseins erleben dürfen.
Hilf ihnen, mit ihren Gefühlen umgehen zu können und führe ihre Verliebtheit zur Liebe, damit sie zum Segen werde für ihr Leben und für andere.

Wir beten für alle Menschen, die sich in der Vergangenheit große Verletzungen zugefügt haben, dass sie einander verzeihen können und eine neuen Anfang finden.

Gott, du Quelle für alle Liebenden, wir danken dir, dass du unter uns bist und uns mit deinem Hl. Geist zur Liebe befähigst, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen

Wer miteinander betet, kann sich schlecht streiten. Das „Vater Unser“ hat Jesus auch schon mit seinen Freunden gebetet. Nehmen wir uns als Paare an die Hand und beten gemeinsam.: VATER UNSER ,…….

Einen Friedensgruß sollte man sich jeden Tag geben. In der Kirche ist das besonders schön.
Schenkt euch gegenseitig diesen Gruß und es darf nicht nur heute auch eine Umarmung oder ein Kuss sein.

Gott ist dort, wo sich Menschen lieben.
Er will dieser Liebe beistehen; er will dazu ermutigen, auch in schweren Momenten treu zu bleiben.
Er will diese Liebe segnen, damit sie glückliche Liebe wird und bleibt.
Sie haben sich in der Verantwortung und in der Freude an Ihrem gemeinsamen Weg hierher aufgemacht.
Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott auch Ihre Liebe segnen will.

Paarsegnung
Jetzt sind alle Paare eingeladen, nach vorn zu kommen und sich segnen zu lassen. Der Segen
ist die Zusage Gottes, dass er Ihnen beistehen und helfen will, dass ihre Partnerschaft gelingt!
Vorher lade ich Sie ein, vor dem Altar gemeinsam unsern Gott eine Bitte vorzutragen, und dann ein paar Körner Weihrauch auflegen, damit Ihr Wunsch wie der Rauch zum Himmel steigt.
Wer den Segen empfangen hat, setzt sich bitte wieder in die Bank. (Orgelmusik)

Segensspruch:
„Gott, der die Liebe ist, segne euch als Paar, damit ihr füreinander und für andere zum Segen werden.“
Wenn Einzelpersonen herauskommen:
„Gott, der die Liebe ist, segne dich in deinem Leben.

LIED: Gottes Liebe ist so wunderbar (Treue, Nähe)

Segen über alle

Der Segen Gottes ist die Liebe, die uns miteinander verbindet.
Der Segen Gottes ist die Freude, die wir auf dieser Erde und untereinander haben.
Der Segen Gottes ist die Phantasie und die Lust, die uns beflügelt und bereichert.
Der Segen Gottes ist der Friede, der uns glücklich miteinander leben lässt.
Der Segen Gottes ist die Sorge – auch die Sorge um unsere Kirche, die uns aufmerksam und wach hält.
Der Segen Gottes sind Leid und die Ungerechtigkeiten, auch die Ungerechtigkeiten in unserer Kirche, die wir bekämpfen und die uns reifen lassen.
Der Segen Gottes ist die Geduld, mit der wir an uns arbeiten und mit der wir mit den Unzulänglichkeiten der anderen und der Kirche umgehen.
Der Segen Gottes ist die Gemeinschaft unter uns und mit Gott, die uns trägt.
Der Segen Gottes ist die Zuversicht und der Glaube, auch der Glaube an uns selbst.
Der Segen Gottes ist die Hoffnung, die den Tod überwindet.

So segne euch alle der liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist. Amen

LIED: 326, 1+2+4+5 Wir wollen alle fröhlich sein

Kindergottesdienst Kindergarten 08. Juni 2022 – Schöpfungsgeschichte

Kindergottesdienst Kindergarten 08. Juni 2022 – Schöpfungsgeschichte
(Alle Texte werden bei Bedarf freihändig kindgemäß verändert)

LIED: Danke für diesen guten Morgen

Kreuzzeichen: Gott, hat mich lieb!

Am Anfang war die Erde leer und wüst und nur Gott schwebte über dem Chaos          .
Da befahl Gott: „Er werde Licht!“ und tatsächlich wurde es hell auf der Erde. Gott fand dass das Licht eine gute Idee war, aber es gefiel ihm noch nicht so recht. Also trennet Gott das Licht und die Finsternis. Das Helle nannte er Tag und das Dunkele wurde Nacht genannt.
Und da verging schon der erste Tag.

Am zweiten Tag wollte Gott noch etwas schaffen und er befahl: „Es soll eine Wölbung über dem Wasser entstehen!“ Der Wölbung entstand, wie Gott befohlen hatte und er nannte diese neue Erfindung Himmel.

Dann kam der dritte Tag. Gott hatte jetzt die Nacht, den Tag und den Himmel geschaffen. Aber das Wasser auf der Erde war unverändert. Da befahl Gott: “ Das Wasser soll sich in Tälern sammeln und trockene Erde freigeben!“ Und das Wasser gehorchte. Das Land was nicht mehr vom Wasser überspült wurde, trocknete schnell im Licht und Gott nannte das trockene Land Erde und die Wasserbecken Meer.
Aber immer nur die braune nackte Erde vor sich zu sehen, ist auch kein schöner Ausblick. Es fehlte etwas Farbe. Deshalb befahl Gott.“ Nun sollen auf der Erde Bäume und Sträucher wachsen. Und Graß, Wiesen und Blumen sollen die nackte kahle Erde schmücken.“ Und aus dem Erdboden schossen kleine grüne Grashalme und Kräuter hervor. In rasendem Tempo hatten sie sich über die ganze Erde verteilt.
Am Abend des dritten Tages konnte Gott schon auf eine wunderschöne blühende und farbenfrohe Erde blicken.

Am vierten Tag, schaute sich Gott den Himmel an und stellte fest, dass der ziemlich leer aussah. Also erschuf er Sterne, Mond und Sonne, brachte sie am Himmel an und gab ihnen ihre Zeit.
„Der Mond und die Sterne sollen nur in der Nacht zu sehen sein. Die Sonne dagegen soll man auch am Tag bestaunen können.“ Das passierte am vierten Tag.

Am fünften Tag, fand Gott die Erde langweilig. Nichts das sich bewegte, keine Veränderung.
Nichts das Geräusche macht. Also erschuf Gott die Tiere. Viele bunte Fische setzte er ins Meer und kleine Vögel in den Himmel. Pferde, Giraffen, Löwen und alle anderen Tiere, die du dir nur vorstellen kannst erschuf Gott und setzte sie auf die Erde.

Am sechsten Tag erschuf Gott dann den Menschen. Er nahm einen Klumpen Lehm von der Erde und formte daraus den ersten Menschen: Adam. Und damit Adam nicht so alleine war, bat er Gott um einen zweiten Menschen. Gott erfüllte Adam seinen Wunsch. Doch diesmal nahm er nicht einen Klumpen Lehm, sondern eine Rippe von Adam. Aber der bekam das gar nicht mit. Er schlief so fest, dass er es gar nicht merkte.
Aus Adams Rippe formte Gott einen zweiten Menschen. Diesmal eine Frau und er nannte sie Eva. Beiden Menschen hauchte er den Lebensatem ein und so bekam der Mensch eine Seele.

Als Gott endlich fertig war, mittlerweile war es schon der siebente Tag, lehnte er sich zurück und ruhte sich aus. Da bei schaute er auf seine Schöpfung und er fand es war eine tolle Idee gewesen.

LIED: Er hält die ganze Welt
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält das winzig kleine Baby in seiner Hand
Er hält die Mutter und die Tochter in seiner Hand
Er hält den Sohn und den Vater in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält auch dich und mich, in seiner Hand
Er hält auch dich und mich, in seiner Hand
Er hält uns alle hier in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält die Erde und den Himmel in seiner Hand
Er hält die Nacht und den Tag in seiner Hand
Er hält die Sonne und den Mond in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Er hält die Vögel und die Fische in seiner Hand
Er hält den Wind und den Regen in seiner Hand
Er hält den Frühling und den Winter in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

Gebet:
Lieber Gott, Du hast diese Welt so toll gemacht. Alles ist so schön. Die Blumen, die Bäume, die Tiere, es gibt so viel schönes in dieser Welt, auch hier in Verl. Du hast zu uns gesagt, wir sollen gut aufpassen auf deine schöne Erde. Darum lass uns nicht extra was kaputt machen. Wir wollen lieber Blumen verschenken und nicht kaputt trampeln. Wir wollen gut auf die Natur und die Tiere aufpassen und auch keinen Müll wegwerfen. Besonders wollen wir in dieser schönen Welt miteinander spielen und später arbeiten. Streiten wollen wir uns auch nicht und wenn es doch mal passiert, wollen wir uns schnell wieder vertragen. Lieber Gott, jeden Tag wollen wir Dir Danke sagen für diese schöne Welt, die Du gemacht hast. Darum rufen wir zusammen: Danke lieber Gott!

Lied: Gottes Liebe ist so wunderbar! (Treue, Hilfe)

VATER UNSER

Segen:
Alle stehen auf.

Gott, der Herr, schaue mit freundlichen Augen auf uns!
Jeder steht für sich. Einander anschauen.

Er halte uns an der Hand, beschütze uns und führe uns auf guten Wegen!
Sich an den Händen fassen.

Er stärke uns den Rücken und gebe uns Kraft und Mut.
Hände auf das Schulterblatt des Nachbarn legen.

So gehen wir und Gott geht mit uns.

Es segne euch Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

A: Amen.

Lied: Halte zu mir guter Gott
1.Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

2. Du bist jederzeit bei mir, wo ich geh und steh
spür ich wenn ich leise bin, dich in meiner Näh,
halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

3. Gibt es Ärger oder Streit und noch mehr Verdruss
weiß ich doch, du bist nicht weit, wenn ich weinen muss.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

4. Meine Freude, meinen Dank, alles sag ich dir.
Du hälst zu mir guter Gott, spür ich tief in mir.
Halte zu mir guter Gott heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

(Alle Kinder erhalten ein Ausmalbild: Schöpfungsgeschichte)

Ich glaube an einen Gott, der den Frieden liebt… 08.06.22

Ich glaube an einen Gott, der den Frieden liebt…             Friedensgebet St. Marien Kaunitz 08.06.22

Begrüßung

Gott,
ich weiß nicht, wie es sich anfühlt,
fliehen zu müssen:
nur das mitzunehmen,
was ich tragen kann,
und alles andere zurückzulassen:
Familienfotos, Tagebücher,
Spielzeug, Kleidung und den Garten.

Ich kann mir nicht ausmalen,
wie es einem das Herz zerreißt,
wenn man Abschied nehmen muss
von Mann und Frau,
von Tochter und Vater,
von den Menschen, die Familie sind.

Ich bitte dich, Gott:
Sei bei denen, die fliehen.
Lass sie spüren, dass du an ihrer Seite bist.
Sei bei allen, die jetzt ihre Türen aufmachen
und helfen und unterstützen.
Segne alle, die Zeichen des Friedens setzen
mitten im Krieg.

Für die Menschen aus der Ukraine
und alle Menschen auf der Welt,
die verfolgt werden und fliehen müssen.

Amen.

LIED: Ich glaub an einen Gott der singt …..

Gott,

wir sind erschrocken, ängstlich und wütend.
Die Nachrichten aus der Ukraine und die Bilder von Krieg, Zerstörung und Flucht
sind unbegreiflich, dunkel und bedrohlich.
Wir sorgen uns, Gott, um die Menschen im Kriegsgebiet.
Ihre Ängste können wir nur erahnen.
Du kennst ihre Not.
Schütze ihr Leben und schenke ihnen Zukunft.

Wieder Krieg in Europa.
Es fühlt sich an,
als ob manches, was wir für sicher hielten, in sich zusammenbricht.
Wir suchen nach etwas, an dem wir uns festhalten können.
Du, unser Gott, hast uns versprochen:
„Berge mögen wohl weichen und Hügel wanken,
aber meine Treue wird nicht von dir weichen
und mein Friedensbund nicht wanken.“

Lass deine tiefe Liebe in uns allen Kraft entfalten,
dass der Himmel aufbricht,
dass das Kleine aufblüht,
dass sich die Erde wandelt.
Schenk unserem Frieden Kraft –
im Kleinen wie im Großen. Amen.

Lied: Blowing in the wind (Box)

Versöhnungslitanei von Coventry

In der Kathedrale wird jeden Freitagmittag die 1959 formulierte Versöhnungslitanei gebetet:

Wir alle haben gesündigt und mangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollten.
Darum laßt uns beten:

Alle: Vater, vergib!
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse:
Vater, vergib!
Das habsüchtige Streben der Menschen und Völker, zu besitzen, was nicht ihr eigen ist:
Vater, vergib!
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet:
Vater, vergib!
Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen:
Vater, vergib!
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Heimatlosen und Flüchtlinge:
Vater, vergib!
Den Rausch, der Leib und Leben zugrunde richtet:
Vater, vergib!
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf dich:
Vater, vergib!
Lehre uns, o Herr, zu vergeben und uns vergeben zu lassen, dass wir miteinander und mit dir in Frieden leben.
Darum bitten wir um Christi willen. Amen

Lied: Traum vom Frieden (Wader) (Box)

Gott,
das Bildnis deines Sohnes ist nicht sichtbar
– auf den Seiten unserer Zeitungen
– in den Gesichtern unserer Entscheidungsträger
– beim Einsatz unserer Waffen
– in der Gewalt unserer Taten.
Christus,
nimm unsere Worte,
unsere Welt,
unsere Waffen,
unsere Arbeit
und verwandle sie nach deinem Bilde.
Damit wir dein Antlitz sehen können
in der Wahrheit, dort wo Falschmeldungen berichtet werden
in der Gerechtigkeit, dort wo Machtmissbrauch betrieben wird
im Frieden, dort wo mit Krieg gedroht wird
in der Versöhnung, dort wo Hass gefördert wird.
Öffne unsere Augen, Herr!

Gott, das Bildnis deines Sohnes wird durch unsere Sünde entstellt,
denn wir sündigen gegen dich und gegen unsere Nächsten.
Vergib uns, wenn wir das Leiden deines Volkes und die Gewalt und Ungerechtigkeit nah und fern nicht wahrnehmen.
Gib uns Mut dazu, dass wir uns unseren Ängsten stellen und
hilf uns, als Friedensstifter zu wirken.
Erneuere in uns die Vision der einen Kirche.
Öffne unsere Augen!
Gott,
wir sind nach deinem Bildnis geschaffen.
Nur durch uns kannst du deinen Frieden und deine Gerechtigkeit zeigen.
Wir sind verantwortlich für deine Welt und für einander.
Verwandle uns durch deinen Heiligen Geist.
Öffne unsere Augen!

Lied: Friedensnetz (Box)

Vater unser

Gott. Dein Frieden ist höher.
Höher als Macht und Hass und alles, was verletzt.
Deine Liebe ist größer.
Größer als Grenzen und Konflikte und alles, was trennt.

Ach, Gott. Was kann ich tun?
Ich balle Fäuste in ohnmächtiger Wut.
Du nimmst meine Fäuste in die Hand.
Meine Augen füllen sich mit Tränen.
Du sagst: Lehn Dich an mich in Deiner Angst.
Ich bitte Dich um Frieden.
Um Deinen Shalom.
Ich bitte Dich für die in Angst um ihr Leben,
um die an Grenzen und in den Krisengebieten.
Ich bitte Dich für die in Verantwortung.
Ich bitte Dich um Vernunft und Liebe, die leiten.
Ich bitte Dich um Frieden.
Um Deinen Shalom.

Gott. Meine Hoffnung ist unbeirrbar.
Auf Dich und Deinen Frieden.
Dieser Frieden soll in den Herzen wohnen
und herrschen auf dieser Deiner Welt.
Das ist meine Sehnsucht.
Meine Hoffnung ist unbeirrbar.
Meine Hoffnung auf Deine Liebe.
Diese Liebe soll in mir wohnen
und in dem neben mir und in allen Menschen.
Diese Liebe soll unsere Taten lenken.
Bitte. Amen.

Es sollen gesegnet sein Freund und Feind, damit sie Brüder werden und Schwestern.
Es sollen gesegnet sein Alte und Junge, damit sie einander leben helfen.
Es sollen gesegnet sein Einheimische und Fremde, dass sie einander Nähe und Weite schenken.
Es sollen gesegnet sein Kirchgänger und Distanzierte, dass sie einander die Augen öffnen für das, was hinter dem Horizont liegt.
Sie sollen gesegnet sein im Namen Jesu Christi. Amen

Es segne dich Gott, der Vater; er sei dir Raum, in dem du lebst.
Es segne dich Jesus Christus, der Sohn; er sei der Weg, den du gehst.
Es segne dich Gott, der Heilige Geist; er sei das Licht, das dich zur Wahrheit führt. Amen

Lied: Herr, wir bitten, komm und segne uns

Friedensgottesdienst an Flüchtlingsunterkunft

Gottesdienst mit wenig Anklang, aber jedes Gebet zählt

Verl (abb)

Gläubige haben bei einem Friedensgottesdienst in Verl Hoffnung geschöpft – auch wenn die Teilnehmerzahl nicht so hoch war wie erhofft. Dienstag, 24.05.2022,

Seit Jahren schon setzt sich Diakon Arthur Springfeld für Flüchtlinge in Verl ein und wird nicht müde, für den Frieden auf der Welt zu beten – so auch am Samstag an der Flüchtlingsunterkunft.

Verl (abb) – Zu einem Friedensgottesdienst an der Flüchtlingsunterkunft an der Ecke Bleichestraße/Bielefelder Straße haben sich am frühen Samstagabend lediglich rund 25 Personen versammelt. In seiner Ansprache machte Diakon Arthur Springfeld aber klar, dass jedes einzelne Gebet wichtig sei, um für Frieden in der Ukraine und auf der ganzen Welt zu bitten.

Unglückliche Ansetzung

„Eingeladen sind alle, die den Frieden suchen“, lautete die Einladung von Diakon Springfeld auf der Homepage des Pastoralen Raums am Ölbach. Man darf getrost davon ausgehen, dass weitaus mehr als nur 25 Menschen aus Verl den Frieden suchen und dafür eintreten. Dass bei weitem nicht so viele Menschen kamen wie erhofft, könnte aber Gründe haben. Zum einen wurde der Gottesdienst nicht sehr ausgiebig beworben und die zeitgleiche Ansetzung mit der Messe in der St.-Anna-Kirche um 17 Uhr war unglücklich gewählt.

Insbesondere der schon seit langer Zeit für den Frieden bittende und engagierte Diakon Arthur Springfeld ließ sich aber nicht beirren. Gemeinsam mit den gläubigen Verlern sowie einigen ukrainischen Flüchtlingen hielt er den Wortgottesdienst und machte anhand einer Fabel klar, dass jedes einzelne Gebet für den Frieden wichtig sei. So sei eine einzelne Schneeflocke nicht schwer, aber viele Schneeflocken würden einen Ast brechen. „Wir fragen uns auch oft, ob eine einzelne Stimme überhaupt Gewicht hat“, so Arthur Springfeld. Aber vielleicht fehle genau diese eine Stimme, um den Krieg in der Ukraine zu beenden.

„Ich könnte heulen und schreien“

Der Friede beginne schon in Verl. Springfeld: „Wir müssen sagen, wenn uns etwas nicht passt, gemeinsam beten und unsere Stimmen erheben.“ Die Bilder aus der Ukraine seien erschütternd. „Ich könnte heulen und schreien. Warum lässt Gott das zu?“, so der Diakon. Dennoch dürfe man den Glauben nicht verlieren, die Gebete sollten auch Hoffnung geben. In den Fürbitten dachten die Gläubigen an die Menschen in der Ukraine, an die Verwundeten und Toten sowie die Traumatisierten und Geängstigten. Man dachte an die verantwortlichen Politiker in der Ukraine und die Verantwortlichen in der ganzen Welt. Es sei wichtig, Wege zum Frieden zu finden. Ebenso schloss man aber auch die Bürger und die politisch Verantwortlichen in Russland ins Gebet ein, diese sollten das Unrecht einsehen.

 Dass die Ukraine sich gegen den Angriff wehren muss, steht für die Gläubigen fest. Man stand für die Menschen in der Ukraine, die mit Waffengewalt kämpfen müssen und diejenigen, die in Krankenhäusern und Behörden ihren Dienst tun. Die Ukrainer unter den Gläubigen verstanden kein Wort des Gottesdienstes, beim mehrfach angestimmten Lied „Wir wollen Frieden für alle“ sangen sie aber den über alle Völker, Nationen und Religionen bekannten hebräischen Teil „Hevenu Shalom Alechem“ mit.

Kirche geht zum Menschen

Arthur Springfeld hält Wortgottesdienst im Elli-Markt in Sürenheide

Kirche geht zum Menschen

Verl (WB). Da, wo Einkaufswagen rollen und Menschen sich begegnen, sind mitten im Tagesgeschehen Fürbitten vorgetragen worden, in einem offenen Seitenraum wurde am Dienstagabend gesungen und gebetet.

Manuela Fortmeier Donnerstag, 11.04.2019, 07:45 Uhr11.04.2019, 07:50 Uhr

Wenn die Menschen nicht in die Kirche kommen, kommt die Kirche zu den Menschen: In einem Nebenraum des Elli-Markts in Sürenheide, hat Diakon Arthur Springfeld am Dienstag zum Wortgottesdienst mit 34 Gläubigen gebetet und gesungen. Foto: Manuela Fortmeier

Kein herkömmliches Gotteshaus, kein Altar, nur eine Kerze, ein Kreuz und Blumen auf einer bescheidenen Decke, die auf der Erde liegt. »Ich bin begeistert«, war Diakon Arthur Springfeld von der katholischen Kirchengemeinde nach dem Wortgottesdienst im Elli-Markt in Sürenheide sehr zufrieden mit der Resonanz im Supermarkt. Zwölf Besucher hatte er erwartet, »das entspricht der üblichen Besucherzahl unserer Wortgottesdienste«. 34 waren dann aber gekommen.

Mehr erreichen

»Hinaus aus der Kirche, sich auf den Weg zu den Menschen machen«, das wollte Arthur Springfeld. »Ich dachte, unser Team könnte möglicherweise künftig mehr Menschen erreichen.«

Eigentlich bestehe das Vorbereitungsteam dieser Wortgottesdienst-Feiern aus fünf Verantwortlichen, »die sich regelmäßig mit viel Zeit und Leidenschaft einbringen, um alle zwei Wochen diese besonderen Wortgottesdienste zu gestalten«, sagt Diakon Springfeld. Bislang habe die Erfahrung gezeigt, dass nur wenige Besucher dieses Angebot annehmen.

So stand im Vordergrund seines Gottesdienstes die Motivation der Menschen, selbst aktiv zu werden. »Viele Menschen haben nicht einmal das Nötigste, um jeden Tag unbelastet leben zu können. Schenke uns die Kraft, mit unseren Möglichkeiten, die wir haben, unsere Ressourcen zu teilen«, betete er. »Auch wenn die Kirchen immer leerer werden, sind wir nicht die letzten Zeugen eines sterblichen, christlichen Abendlandes, sondern Pioniere, die Gründer Gottes neuer Welt. So, wie er sie immer schon haben wollte.« Jeder habe die Möglichkeit, sich jeden Tag auf seine persönlich Weise einzubringen.

Die Besucher des Wortgottesdienstes zeigten sich zum Abschluss begeistert. »Der Gottesdienst war sehr bereichernd. Mir wurde eben klar, dass Gott überall ist, egal ob im Supermarkt oder im Kuhstall. Genau dessen müssen wir uns wieder bewusst werden«, sagt Besucherin Maria Klenke.

Mit Respekt

Auch wenn die Menschen auf dem Weg in den Supermarkt nicht alle Platz nehmen und beten, teilweise auch »nichts mit Gott anfangen« können, oder sich der Kirche abgewandt haben, nehmen sie Rücksicht. Sie respektieren den Wortgottesdienst nicht nur mit Achtsamkeit, sondern gehen bewusst leise, unterbrechen ihre Gespräche oder flüstern und schauen sich neugierig um, was passiert. Manche bleiben auch kurz stehen, lauschen den Worten Springfelds von Weitem, oder der Musik am Keyboard.

Bei seiner Anfrage an die Stadt hatte sich diese in ihrer Funktion als Verler Immobilien und Wirtschafts-Förderungs GmbH, Eigentümer des Supermarktes, sofort offen für Springfelds Idee gezeigt. »Wir werden auch künftig dafür offen sein, wenn weitere Wortgottesdienste in städtischen Einrichtungen stattfinden sollen«, sagt Heribert Schönauer, Erster Beigeordneter der Stadt.

Kaum war der Wortgottesdienst beendet, der Applaus verhallt, kündigt Diakon Arthur Springfeld an, dass er sich Wortgottesdienste auch in einem Feuerwehrhaus, in einem Unternehmen oder auf einem Bauernhof vorstellen könnte.

„Gott wird den Coronavirus nicht verhindern“

Verler Diakon appelliert an Gemeinde: „Gott wird den Coronavirus nicht verhindern“

„Durch unser Tun, durch unser Vorbild, können wir noch Schlimmeres verhindern“, sagt Arthur Springfeld. 19.03.2020

Verl. Die aktuelle Situation rund am das Coronavirus ist bedrohlich und macht vielen Menschen Angst. Dies nimmt der Verler Diakon Arthur Springfeld zum Anlass, um sich in einem „Geistlichen Wort“ an seine Gemeinde zu richten. Im Folgenden der Wortlaut:

Arthur Springfeld, Diakon in Verl:

Wahrscheinlich gehören Sie auch zu denen, die in diesen Tagen laut „Scheiße“ geschrien haben. Ganz schön einschränkend und bedrohlich die Situation. Auch ich bin Mitte 70 mit einigen Vorschäden. Was noch kommt, auch für uns – weiß im Moment niemand.

Menschliche Kontakte werden gegen Null reduziert, Gottesdienste finden nicht mehr statt und am Telefon kann man manches auch nicht austauschen. Unsere Großeltern sagten immer „Not lehrt beten“, da ist schon etwas dran. Aber beten löst zunächst nicht die Probleme und unser aller Gott wird den Coronavirus nicht verhindern, sonst hätte er oder sie auch die Kinder, nicht nur im Jemen vor dem Verhungern gerettet, oder die Menschen im Mittelmeer oder die explodierenden Familien in den Terrorgebieten.

Hören und befolgen, was Fachleute raten

Aber, wenn wir beten – mit ihm sprechen, auf ihn hören – sagt er uns, wie wir uns verhalten müssen. „Liebt einander!“, „Seid verantwortungsvoll!“, Unterstützt Euch gegenseitig!“, „Nehmt Rücksicht!“, das ist seine Botschaft, die Jesus uns hinterlassen hat. Das ist die Lösung, die die jetzige Situation entschärfen kann. Hören und Befolgen von dem, was die Fachleute uns jetzt raten.Dazu gehört auch, Hilfe durch Andere anzunehmen, den Nachbarn, oder die alleinstehenden Senioren mal anrufen und vielleicht auch gemeinsam „Scheiße“ sagen.

Natürlich werden wir manches Drama nicht verhindern können. Aber durch unser Tun, durch unser Vorbild, können wir noch Schlimmeres verhindern. Lasst uns Alten doch eine Solidargemeinschaft werden, die zusammenhalten – auch im Aushalten. Lasst uns gemeinsam Kraft und Motivation schöpfen aus dem aneinander Denken und im Gebet.

Gerne möchte ich mich mit Ihnen treffen, jeden Tag um 18 Uhr, in einem gemeinsamen Gebet, dem „Vater Unser“, oder auch „Allahu akkbar“, oder auch „Schma Jisrael“, und jedes andere Gebet geht natürlich auch.

Wir sollten es „CORgebet“ nennen, denn Cor bedeutet Herz. Machen Sie mit? Wir „hören uns“ – heute fangen wir noch an. Bleiben Sie gesund. Unser Gott, Euer Gott, möge uns alle schützen. Ihr Arthur Springfeld

6. Sonntag der Osterzeit C – Friede soll mit euch sein

6. Sonntag der OsterZEIT – 22. Mai 2022 – C

Wie oft ich früher dieses Lied schon in Kinder- oder Jugendgottesdiensten, oft in Hardehausen gesungen habe, kann ich kaum zählen. Und daher ist es mir beim Lesen des heutigen Evangeliums auch sofort wieder eingefallen:

„Friede soll mit Euch sein; Friede für alle Zeit. Nicht so wie ihn die Welt Euch gibt; Gott selber wird es sein …“ (gesungen)

Und jetzt denke ich dabei an die bösen unfriedlichen Situationen um mich herum, an die Terroropfer überall auf der Welt, an die Explosionen und Flüchtlinge in der Ukraine, aber auch an manch schwierige Begegnung direkt aus meiner eigenen Lebensgeschichte.
Es ist leider so, wie es im Lied heißt:

„Unfriede herrscht auf der Erde…“.

Und wenn ich daran denke, höre ich die Worte Jesu noch einmal ganz deutlich und bewusst, ja wie ein Ohrwurm habe ich sie im Ohr: „Frieden hinterlasse ich Euch, meinen Frieden gebe ich Euch.“

Die Jünger sollen nicht beunruhigt sein und nicht verzagen, nicht aufgeben, trotz der traurigen und verwirrenden Worte, mit denen Jesus ihnen gleichzeitig seinen baldigen Tod ankündigt.
Aber, wie kann Jesus da erwarten, dass seine Freunde gelassen bleiben?
Kaum zu verstehen, bei den Sorgen und Ängsten, die sie haben, auch um ihre eigene Zukunft.

Welchen? Ausweg aus diesem Unfrieden zeigt Jesus den Jüngern, oder vor allem auch uns, jedem von uns heute??

Für mich – verknüpft Jesus seine Friedenszusage ganz direkt mit dem Festhalten sollen an seinen Worten und vor allem verknüpft Jesus das: mit der Liebe!
Wie Augustinus später sagt: Liebe – und tue was Du willst! 
Mit einer so radikalen Liebe, einer so unkaputtbaren Liebe, mit der sich die Jünger, letztlich sogar fast über seinen Tod freuen müssten, weil Jesus ja zum Vater geht und ankündigt dann auch zurückzukommen.

Und dazu hinterlässt Jesus seinen Freunden die Botschaft:  „… denn der Vater ist größer als ich.“

Jesus zeigte den Jüngern einen größeren Zusammenhang all der Ereignisse auf, die geschehen werden. 
Dass unser Gott über allem steht – und dann auch das letzte Wort hat.
Aber kann Jesus, kann Gott die Jünger und auch uns dadurch wirklich zum Frieden führen?

Kann uns das heute, in dieser schwierigen Situation einen weltweiten, oder zumindest inneren Frieden geben?

Sollen wir dann Tod, Trauer, Streit und Verzweiflung, Ungerechtigkeit und Zorn einfach „weglächeln“?

Ich glaube nicht, dass wir das können und auch nicht, dass dies unser Weg ist, den Jesus uns vorgibt.

Vielleicht geht es mehr darum, in unguten Situationen, wenn wir nicht mehr weiterwissen, „ganz liebevoll“ nach dem Größeren, nach dem Darüber, nach Gottes Botschaft zu fragen, um dann durch unser Dazutun, durch unser Helfen, durch unsere Liebe dem beginnenden Unfrieden begegnen.

Das kann manchmal vielleicht ganz leicht sein, wenn wir spenden, liebevoll helfen, füreinander da sind und endlich die Hand zur Versöhnung reichen. Aber in vielen Situationen, da wo wir es kaum beeinflussen können, führt uns das sicherlich auch oft an unsere Grenzen.

Aber da ist noch einer, der uns hilft! „Ich, sagt Jesus: Ich gebe Euch den Beistand, den Heiligen Geist!“
Im Vertrauen auf den Beistand, den Hl. Geist, den uns Jesus versprochen hat, sollen wir es trotzdem wagen, Frieden zu halten und Frieden zu stiften, Liebe zu schenken und gemeinsam, mit Jesus im Bunde können wir das alle schaffen. Wir müssen nur in diesem Bund auch bleiben und die Gemeinschaft mit ihm pflegen.

Und dann können wir auch künftig kräftig mitsingen und in die Hände klatschen:
„Friede soll mit Euch sein …!“

Amen.

Friedensgottesdienst, Samstag, 21. Mai 2022 Flüchtlingsunterkunft

Friedensgottesdienst, Samstag, 21. Mai 2022 – 17.00 Uhr
(Flüchtlingsunterkunft Bökamp)

Musik (meditative Musik)

Begrüßung: Herzlich willkommen zu diesem Friedensgottesdienst in einer sehr schwierigen Zeit. teple pryvitannya. (Herzlich Willkommen.)
Wir hier in Deutschland sind noch weit weg von der Fronten der Kriege dieser Welt, aber dennoch können wir zu unserm Gott beten, ihn anrufen, vielleicht ihn anschreien, dass er den Menschen endlich den Frieden bringt. Frieden beginnt aber auch in uns und hier in Verl. Jeder von uns kann einen Beitrag zum Frieden auf der Welt leisten. Bitten wir Gott um seinen Hilfe; Im Namen des Vaters ……………….

Du fragst:
Was soll’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen, nicht aufhalten Rakete und Panzer.
Aber wir können was tun – und das ist:
festhalten an unseren Träumen.

Du fragst,
was nützt’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen. „Die da oben lassen sich von uns nicht reinreden!“
Aber wir können was tun – und das ist:
sagen, was uns nicht passt.

Du fragst:
was bringt’s, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen: auch wenn wir dagegen sind – Krieg kommt.
Aber wir können was tun –
und das ist: gemeinsam beten, und die Stimme erheben.

LIED: Wir wollen Frieden für alle / Hevenu shalom alechem 3x

Der Krieg in der Ukraine, aber auch in anderen Ländern geht uns allen unsagbar nahe. Die schrecklichen Bilder von den verzweifelten und verletzten Menschen, die uns aus den Kriegsgebieten erreichen, stimmen uns traurig und machen uns wirklich wütend.
Ich könnte heulen und schreien.
Warum lässt Gott das zu? Ich weiß es nicht.
Und darum möchte ich beten für die, die keine Worte finden.

Herr, du mein Gott, du Gott des Friedens, 
wir haben Krieg. 
Es ist Krieg in der Ukraine, Krieg auf der Welt. 

Ich leide mit. Wir alle weinen mit. 
Wir weinen mit den Menschen in den Kriegsgebieten. 

Hilf Herr, du mein Gott, wir bitten dich, hilf. 
Hilf den Menschen in der Ukraine, hilf denen, die flüchten müssen, 
bleib bei denen, die verzweifelt und in Angst zurückbleiben, 
stärke die, die jetzt sinnlos um ihr Leben kämpfen müssen 
und sich fürchten vor dem Tod. 

Tröste die Mütter, tröste die Väter, tröste die Kinder. 
Wische ihre Tränen aus den Augen. Tröste auch uns mit deiner Liebe. 
Ich fühle mich so so hilflos. Ich habe Angst, um die Menschen im Kriegsgebiet, 
ich habe Angst, vor einem noch größeren Krieg, 
ich habe Angst, um die vielen Menschen, die ich liebe. 

Herr, wie kann ich helfen? Wie kann ich trösten? 

Herr, ich bitte dich um Frieden, ich bete für den Frieden in der Ukraine, 
um Frieden in den Kriegsgebieten der Welt. 

Lass mich nicht verzweifeln. 
Lass mich an die Hoffnung glauben, dass alles gut wird. 
Bleibe bei uns, bleibe bei mir, du mein Gott, des Friedens. Amen

LIED: 800 Herr gib uns deinen Frieden 3x

In den Seligpreisungen der Bibel heißt es – heute in Jugendsprache:

1. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Voll krass sind die, die einem nicht alles abkaufen; denen gehört die Zukunft.

2. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Hammerhart sind die, die Angst und Schmerz anderer mittragen; die verlieren ihre eigene Angst.

3. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Himmelreich besitzen.
In echt sind die, die ohne Gewalt leben. Ihre Ideen sind bessere Waffen als Messer und Schießeisen.

4. Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Total fett werden die, die noch was suchen; sie werden alles bekommen.

5. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Easy sind die, die sich kümmern; die werden wahre Freundschaften zimmern.

6. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Voll normal sind die, die keine Hintergedanken haben; denn sie erleben Big Boss.

7. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Hammerhart sind die, die nicht ständig einen Harten ziehen müssen; die werden eine Party auf Wolke 7 feiern.

8. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Super sind die, die in kritischen Situationen Nachteile haben können und doch cool und gerecht bleiben; die haben das Himmelreich.

9. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
Total cool seid ihr, wenn ihr euch nicht zu schade seid, für andere einzustehen, auch wenn die anderen lästern oder euch durch ständiges Volllabern unter Druck setzen.

LIED: Wir wollen Frieden für alle 3 x

Was kann ich für den Frieden tun? Ich bin doch machtlos. Hat denn meine einzelne Stimme überhaupt Gewicht?
In einer Fabel wird erzählt:
„Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke“ fragte die Tannenmeise die Wildtaube. „Nicht mehr als nichts“, gab sie zur Antwort.
Dann muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen“, sagte die Meise. „Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing; nicht etwa heftig im Sturmgebraus, nein, wie ein Traum, lautlos und ohne Schwere. Da nichts Besseres zu tun war, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und die Nadeln des Astes fielen und darauf hängenblieben. Genau dreimillionensiebenhundertein- undvierzigtausendneunhundertzweiundfünfzig waren es. Als die
dreimillionensiebenhunderteinundfvierzigtausendneunhundertdreiundfünf- zigste Flocke niederfiel – nicht mehr als nichts – brach der Ast ab.“
Damit flog die Meise davon.
Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage, sagte zu sich nach kurzem Nachdenken:“ Vielleicht fehlt nur eines einzigen Menschen Stimme zum Frieden der Welt!“

Friede ist da,
wenn zwei sich nach dem Streit die Hände reichen;
Friede ist da,
wenn ich nicht immer schaue, ob der andere mehr hat als ich;
Friede ist da,
wenn ich nicht immer beobachte, ob man den anderen lieber hat;
Friede ist da, wenn dem Schwachen geholfen wird.
Ist der Friede schon da, hier bei uns angekommen?

Fürbittengebet (Kyrieruf GL 155 aus der orthodoxen Liturgie in der Ukraine)

Lasst uns beten 

für die Menschen in der Ukraine, deren Leben so plötzlich und so furchtbar mit Krieg überzogen wurde. Lasst uns beten für jeden einzelnen, jede einzelne von ihnen: Dass ihnen Leben und Gesundheit erhalten bleiben, dass ihre Seele vor schwerem Schaden bewahrt bleibt. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Lasst uns beten für alle, die jetzt kämpfen und die kämpfen müssen, um ihr Land gegen die Angreifer zu verteidigen, als Soldaten oder auf andere Weise, in den Krankenhäusern, bei der Feuerwehr, in den Versorgungsbetrieben, in den Behörden. Lasst uns für sie beten um Kraft und um Ausdauer, dass sie standhalten können und dass sie sich dabei ihre Menschlichkeit bewahren. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Lasst uns beten für die Verwundeten auf beiden Seiten. Lasst uns beten für die getöteten Soldatinnen und Soldaten und für die Todesopfer in der Zivilbevölkerung – und für alle, die um sie trauern. Lasst uns beten für die Traumatisierten und die Geängstigten. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch Verantwortlichen der Ukraine lasst uns beten, dass es ihnen gelingt, weiter so gut wie möglich für die Menschen in ihrem Land da zu sein. Der Bedrohung mit aller Kraft zu widerstehen und zugleich offen zu sein für alles, was Wege zur Beendigung der Kriegs-handlungen, zu Frieden und Freiheit eröffnen könnte. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch Verantwortlichen in der Welt lasst uns beten und für alle, die sonst Einfluss haben: Dass die internationalen Bemühungen zur Beendigung des Krieges Wirkung zeigen, und dass sie helfen können, Wege zum Frieden zu finden. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison

Für die politisch und militärisch Verantwortlichen und die Mitverantwortlichen in Russland lasst uns beten, dass ihre Pläne nicht aufgehen. Lasst uns beten, dass mehr und mehr von ihnen das Unrecht erkennen, das sie begehen, und den Schaden, den sie damit letztlich auch für ihr eigenes Land herbeiführen. Für alle, die Einfluss nehmen können, lasst uns beten um ein lebendiges Gewissen und um Mut. Für alle, die jetzt schon und von Anfang an in Russland dem Krieg widersprechen, lasst uns beten, dass Gott sie behüte. Zu ihm lasst uns rufen:

Kyrie eleison

Und lasst uns beten für die vielen Menschen auf der Flucht, im Lande selbst und in den Nachbarländern und für die, die jetzt zu uns kommen. Lasst uns beten für sie und für alle, die sich jetzt engagieren, um zu helfen und um ihnen gute Aufnahme zu bereiten. Lasst uns zu Gott rufen:

Kyrie eleison 

Vaterunser

Gegrüßet seist Du Maria

Lasst uns nun gemeinsam von dem Zettel beten:

O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens
O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass du mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.
(Franz von Assisi

Segen:

Der Herr segne uns und die Menschen in der Ukraine und überall in der Welt.
Er bewahre uns vor Unheil, Krieg, Not und Vertreibung und lenke unsere Schritte
auf den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens, im Namen des Vaters ………

Und nach dem Schlusslied geht hin schließt Frieden, haltet Frieden.

LIED: Großer Gott, wir loben Dich 1+2

Nationalhymne

 
 

C – PREDIGT – Ostermontag 1922

Ostermontag – 18. April 2022 – C – PREDIGT

„Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“ (gesungen)

Kennen Sie diesen schönen kurzen Kanon?
Es ist ja ein Satz aus dem heutigen Evangelium, der in dieser schlichten Melodie vertont ist, eine Zeile aus der Geschichte von den Emmaus-Jüngern. Wir haben sie gerade gehört. Am Ende ihres Weges von Jerusalem nach Jericho laden sie Jesus ein, bei ihnen zu übernachten, und ihre Einladung besteht eben in diesen Worten: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“

Erstmal ist dieser Satz ein Ausdruck der Gastfreundschaft.
Die beiden wollen den, mit dem sie unterwegs waren, der ihnen im Gespräch ans Herz gewachsen war, nicht einfach so weiterziehen lassen.
Sie laden ihn ein, den Abend, die Nacht bei ihnen zu verbringen, sie bieten ihm ihre Gastfreundschaft an.
Sie öffnen ihm ihr Haus, bieten im Unterkunft und Schutz. „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“

Aber bald stellt sich heraus, dass sie, – die Gastfreundschaft Schenkenden – , in Wahrheit die Beschenkten sind.
Der, den sie da aufnehmen, erweist sich als der, der sie aus ihrem Kummer und ihrem Leid herausholen kann.
Ihr Unglück verwandelt sich in Glück, ihre Trauer um den gestorbenen Herrn verwandelt sich in Freude über den Auferstandenen.
Am Brotbrechen erkennen sie ihn, begreifen, dass er lebt und nach wie vor in der Lage ist, ihnen Leben und Heil zu schenken.

Und so erweist sich die gastfreundliche Einladung in Wirklichkeit als Gebet.
Nicht er ist der, der ihre Gastfreundschaft braucht, sondern sie sind es,
die immer wieder darauf angewiesen sind, dass der Herr bei ihnen bleibt,
wenn es bei ihnen, in ihrem Leben Abend wird,
wenn sich der Tag neigt und Dunkelheit über sie hereinbricht.

„Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“ diese kurzen Worte können uns immer wieder in unserem Leben begleiten und trösten:

Wenn Ängste und Sorgen uns bedrücken und unser Leben verdunkeln, ob es eine Krankheit ist oder ein Schicksalsschlag;
ob es Sorgen um den Partner oder vielleicht auch berufliche Probleme oder Ängste sind;
ob es die Frage ist, welchen Weg unsere Kinder oder Enkel gehen werden und wer sie da begleitet,
oder ob es vielleicht auch bloß die Fülle der Alltagsaufgaben und Sorgen sind, die zuviel werden, die mich überfordern, die mich an die Grenzen meiner Kraft führen.
„Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“ –

Ob es Probleme und Nöte sind, die unsere Welt verdunkeln, wenn wir uns fragen, in welche Nächte und Dunkelheiten unsere Welt hineinsteuert – gerade im Moment.
Und das können wir uns jeden Tag fragen, wenn wir die Zeitung aufschlagen und wieder lesen von Gewalt, Hunger und Krieg und tiefe menschliche Not.
„Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“

Und nicht zuletzt kann dieser Vers ein Gebet werden für den Abend unseres Lebens, wenn wir spüren, dass unser ganz persönliches Lebenslicht schwächer wird.
Für manche und manchen unter uns ist das eine durchaus spürbare Wirklichkeit.
Das, was sozusagen den hellen Tag ihres Lebens ausgemacht und erfüllt hat, das wird Schritt um Schritt weniger: Die körperlichen und geistigen Kräfte lassen nach, die Familie, die Kinder und Enkel gehen ihre eigenen Wege, die beruflichen Aufgaben sind längst Vergangenheit.
Freunde und Bekannte von damals leben oft nicht mehr.

Aber einer verlässt uns nie, wir dürfen ihn immer wieder zu uns einladen, und er bleibt und gibt jedem Abend und jeder Dunkelheit unseres Lebens Licht.
Wir dürfen beten oder singen:
„Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“

Dass Jesus diese Einladung der beiden angenommen hat, dass er bei ihnen blieb und sie getröstet und gestärkt hat, das haben die Emmaus-Jünger am Brotbrechen erkannt.

Und so ist dieses Brot seit 2000 Jahren auch für uns das Zeichen, an dem wir erkennen, dass Jesus bei uns ist und bei uns bleibt bis dahin, wo es Abend wird und sich das Leben dem Ende entgegen neigt und auch noch darüber hinaus.

In diesem Gedanken und mit diesen Worten im Ohr wollen wir immer wieder Gottesdienst feiern und Mahl halten, miteinander und mit dem auferstandenen Herrn:
„Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“

Amen.