Friedensgebet in St. Marien Kaunitz am 26.08.2020 (Coronazeit)

Friedensgebet in St. Marien Kaunitz am 26.08.2020 (Coronazeit)

Begrüßung: Herzlich willkommen zum Friedensgebet. Lasst uns in Gottes Namen beginnen.
Das schöne Friedensgebet von Erika in der letzten Woche hat mir so gut gefallen, dass ich da anknüpfen möchte. Was wir Menschen brauchen, um diese Welt zu gestalten, zu verschönern, Licht reinzubringen – das ist der Frieden in uns selbst. Der Ruf: „Herr gib Frieden meiner Seele“, ist das Kernziel, das zu erreichen ist. Darum wollen wir auch heute beten – beten in einer besonderen Form. Ich möchte mit Euch ein Experiment machen und hoffe, Ihr kommt damit klar. Vielleicht lasst Ihr euch einfach darauf ein. Bitte!

MEDITATION 15 Minuten     (https://www.youtube.com/watch?v=J35wBoJc9F0)

HERZINTELLIGENZ
Je reicher die Menschen sind,
desto eher betrachten sie ihre Privilegien und Vorzüge
als eine Selbstverständlichkeit.
Wenn wir uns bester Gesundheit erfreuen
und das Leben uns zudem mit vielen günstigen
Gelegenheiten beschenkt,
nehmen wir diese wahrscheinlich ebenfalls für selbstverständlich,
was nicht gerade unsere Zufriedenheit mehrt.
Zufriedenheit wächst vielmehr aus der Dankbarkeit,
die wir für alle positiven Lebensumstände fühlen.
Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen, in uns keine Ruhe finden.
Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause,
nicht wo unser Körper ist.
Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald wir unser Herz öffnen,
sobald wir ein Gefühl liebevoller Wertschätzung spüren,
sobald wir dankbar, zufrieden, erleichtert und sorglos sind.

SONG: Frieden beginnt in mirSuppihuhn und die Kinderkönige https://www.youtube.com/watch?v=cn-0z4iXmIY

FRIEDE

Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede.    Mutter Teresa

Und Mutter Teresa sagt auch:
PEACE BEGINNS WITH A SMILE

Friede beginnt mit einem Lächeln – auch über uns selbst.

Wir wollen gleich das VATER UNSER beten und darum lasst uns nun unsere Hände öffnen wie Schalen, damit Gott sie füllen kann und langsam gemeinsam beten: VATER UNSER

GEBET
Ich komme in die Gegenwart Deines heiligen Geistes, o Herr,
um den Weg zu erkennen, auf dem ich Dir am meisten dienen kann,
und um mich auf die Aufgabe vorzubereiten,
die meine göttliche Bestimmung ist.

In meinem Bewusstsein ist die Wahrheit geboren,
dass der vollkommene Ausdruck Deines Menschenbildes abhängt
von der Erfüllung der Aufgabe, für die ich geschaffen wurde;
und all mein eigenes Wünschen und Streben ist still geworden
vor dem Verlangen meiner Seele, Deinen vollkommenen Willen zu tun.

Die Mauern, die Eigensucht um meine Welt errichtet hat,
sind zerbröckelt,
und ich sehe jetzt die Grenzenlosigkeit Deines Universums.
Lass mich in mein Leben nur noch das einbauen,
was mit dem einen großen Plan in Einklang steht
und für das Vollkommene gut ist.

Nimm mein Herz und mache es zu einem Heiligtum der Liebe,
das so grenzenlos ist, dass keines Deiner Kinder von seiner Wärme
unberührt bleibt, so einladend, dass jeder gerne darin willkommen
sein möchte. Mache es zu einem Platz, an dem jeder Verständnis
für seine Seele und sein Herz, für seine Nöte und Fragen findet.
Fülle es bis zum Überströmen mit Deinem Geiste des Erbarmens
und der Menschenliebe.
Nimm aus ihm, was Du willst, und fülle es mit dem, was Dir gefällt.

Meine Hände, o Herr, sind zwei geweihte Diener: Mache sie bereit,
jedem zu dienen, geschickt zu sein zur Erfüllung ihrer Pflichten.
Segne sie mit der Kraft, Strauchelnde zu stützen,
und mit der Bereitwilligkeit, die zu führen,
die das Licht Deiner Gegenwart suchen.
Segne sie auch mit Zartheit, damit alle die, auf denen sie ruhen,
die Weihe Deiner Güte spüren.

Segne meine Augen mit dem Blick, der durch allen äußeren Schein
in die Seele dringt, damit ich nicht falsch urteile oder handle.
Mache sie bereit, stets zu sehen, wo ein Wort, eine Handlung
oder ein Gedanke einen anderen segnen würde,
und lass sie niemals müde werden,
die kleinen Freuden des Lebens,
die aus der Erkenntnis erwachsen,
zu sehen und sie mit anderen zu teilen.

Segne meine Ohren, dass sie nicht nur die Worte vernehmen,
die von den Lippen gesprochen werden,
sondern auch die Stimmen des Herzens
und des Geistes, damit ich ihnen die rechte Auslegung geben kann
und so das vollkommene ICH des anderen in Erscheinung treten lasse.

Segne meine Lippen, dass von ihnen nur gute und heilsame Worte
ausgehen, damit durch meine Rede
auch andere dahin gebracht werden, dass sie Gutes reden.
Gebrauche mich ganz, o Herr, für Deine eigene große Güte
und Herrlichkeit; denn in Deiner Freude an mir
ist meine eigene Freude willkommen.

Darum bitte ich Dich – im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Gehet hin und haltet Frieden

LIED: Herr gib uns Deinen Frieden 3x

Friedensgebet St. Marien Kaunitz, 3. Juni 2020 – Corona

Friedensgebet St. Marien Kaunitz, 3. Juni 2020

Begrüßung und Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters. 
Alle: Er hat uns erschaffen. Er hält uns und die ganze Welt in seinen Händen. 
Im Namen des Sohnes. 
Alle: Er ist in unsere Welt gekommen und hat uns mit Gott versöhnt, 
Im Namen des Heiligen Geistes. 
Alle: Er erfüllt uns mit Leben, verbindet uns mit der Gemeinschaft der Christen und stiftet uns zum Frieden mit allen Völkern der Erde an. Amen.

Lieber Gott, die Gebete zu Dir sind in den letzten Wochen lauter geworden.
Mit vielen Menschen auf Deiner Erde suchen auch wir Deine Hilfe.
Einige von uns sind erschöpft vom ständigen Strom schlechter Nachrichten
Einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, bei den vielen Kranken und Toten nicht auszuflippen.
Einige von uns sind erschöpft, weil sie nicht wissen, wie sie die Miete bezahlen sollen.
Einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, Kinder, die zu Hause festsitzen, zu unterhalten, zu erziehen, zu ernähren und zu lieben.
Einige von uns sind erschöpft von den 13-Stunden-Schichten in einem Krankenhaus, das wir nicht mehr wiederkennen, während wir einen Job haben, von dem wir befürchten, dass er uns töten könnte.
Einige von uns gerieten in diese Pandemie mit bereits bestehenden körperlichen und geistigen Erkrankungen, die schon vorher anstrengend waren.
Einige von uns sind von der Einsamkeit erschöpft.
Einige von uns sind erschöpft, weil wir so lange auf einen Neuanfang von Nachfolge warten.
Einige von uns sind erschöpft, weil ihnen der Gottesdienstbesuch in der Gemeinschaft fehlt.
Und einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, dies alles für andere erträglicher zu machen.
Das Leben ist gerade so angespannt und zart.
Ich weiß, dass keinem von uns ein anderer Tag versprochen wird, Gott.
Aber ich bitte um die Kraft nur für den einen, in dem wir uns befinden.
Gib uns heute unsere tägliche Kraft.
Kraft für heute, und wenn du sie über hast, strahlende Hoffnung für morgen. AMEN.

Musik: Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden

Höre die Stille!
Still werden und hören.
Das Beten ist sehr schwer, wenn man nicht weiß, wie man beten soll,
aber wir müssen einander helfen, es zu lernen.
Das Wichtigste ist die Stille.
Menschen, die das Gebet lieben, lieben die Stille.
Wir werden uns nicht in die Gegenwart Gottes versetzen können,
ohne uns zu einer inneren und äußeren Stille zu zwingen.
Deshalb müssen wir uns an eine Stille des Geistes, der Augen und der Zunge gewöhnen.
Gott ist der Freund der Stille.
Wir müssen Gott finden,
wir können ihn aber weder im Lärm noch in der Betriebsamkeit finden.
Seht, wie die Natur, die Bäume, die Blumen, das Gras in einer tiefen Stille wachsen, wie Sterne, Mond und Sonne in der Stille auf- und untergehen.
So – Mutter Teresa von Kalkutta

GLAUBENSBEKENNTNIS

Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer dieser Welt, der uns mit seiner Liebe in seinen Händen hält.
Er schuf aus Nichts das Leben, den Menschen als Frau und Mann:
die Krone seiner Schöpfung. Daran glaube ich.
Ich glaube auch an Jesus Christus, der auf die Erde kam,
der Mensch wie wir wurde, und die Sünde auf sich nahm.
Er ist am Kreuz gestorben, für uns: und dann er ist auferstanden. ‚
Ich glaube an den Hl. Geist, den man im Herzen spürt,
der überall zugegen ist, und der uns Gottes Wege führt.
Ich glaube an diesen Hl. Geist!
Ich glaube, dass er meine Vorurteile abbauen kann.
Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.
Ich glaube, dass er meine Gleichgültigkeit überwinden kann.
Ich glaube auch, dass er mir Phantasie zur Nächstenliebe geben kann.
Ich glaube, dass er mich vor dem Bösen warnt.
Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.
Ich glaube, dass er meine Niedergeschlagenheit besiegen kann.
Ich glaube, dass er mir hilft, meine Schwächen zu ertragen.
Ich glaube, dass er mir die Arme stützt für meine Schwestern und Brüder.
Ich glaube, dass er mich verwandeln kann.
Er wird die Welt verwandeln und treibt uns an,
im Sinne Gottes zu handeln.
Ich glaube auch an die Gemeinschaft mit Gott –
als Fundament meines Lebens.
Ich glaube an die Liebe, die eint, was uns trennt.
Und wir werden auferstehen, so wie Christus es getan hat:
Und die Schuld wird uns vergeben. An all das glaube ich. Amen.

Musik: Frieden (Fendrich)

Weniger ist mehr – ein Versuch (Dorothee Sölle)

War geplant, aber nicht genommen – dafür Geschichte: „Das kleine Frieden“ – steht am Ende
„Wir leben das Leben in wachsenden Ringen“ (Rilke)
und werden darin nicht alles vollbringen
was wir uns träumen und wünschen und denken,
doch sind es wir selber, die wir uns lenken.
Wir können Neues ins Auge fassen,
selbst wenn es bedeutet, Geplantes zu lassen.
Manches gelingt zu ganz anderen Zeiten
Wir müssen dazu unseren Horizont weiten
Was einmal nicht wird, das kann neu gelingen,
Wir leben das Leben in wachsenden Ringen.

Manchmal sind wir richtig beschenkt,
– als wären die Schritte heilvoll gelenkt –
wenn aus Schwäche eine Kraft entsteht,
eine Kraft, die wir teilen, weil sie alles durchwebt –
die trägt und segnet und heilvoll belebt …

sie kommt auch in Stille, im Lassen, im Ruh´n,
zuweilen müssen wir dafür gar nichts tun.
Paulus nannte sie Gnade, diese Segenskraft,
weil sie aus dem Nichts alles erschafft.
Sie ist unser Grund – wie eine Hand, die uns hält
und uns ganz neu auf die Füße stellt.

Vielleicht werden nicht alle Pläne gelingen,
wir leben das Leben in wachsenden Ringen
doch: Was nicht ist, das kann noch werden
zum Beispiel der große Frieden auf Erden,
wir brauchen Geduld – und einen Atem ganz lang
wir werden und sind ein Lobgesang,
der die Schöpfung besingt und das Leben,
in Schwächen und Stärken die Güte als Segen.

Die Güte sucht und findet das Gute.
Mit Güte ist uns ganz anders zumute,
Wir können so lernen, mit vielem anders umzugeh’n
und sogar zu unseren Schwächen zu steh’n.
Denn es muss nicht immer alles gelingen
Wir leben das Leben in wachsenden Ringen …

Am Ende ist vielleicht Nichtkönnen eine Stärke
weil wir nicht vertrauen auf unsere Werke,
Leistung und Kraft und Pläne und Ziele,
die sollen sofort – und möglichst ganz viele –
gelingen.
Was ist mit dem Leben in wachsenden Ringen?

Manches braucht Zeit, um kraftvoll zu werden,
wie zum Beispiel der Frieden auf Erden.
Manches muss man auch lassen –
Und etwas neu ins Auge fassen.
Wir brauchen Geduld – und einen Atem ganz lang,
wir werden und sind ein Lobgesang,
der die Schöpfung besingt und das Leben,
in Schwächen und Stärken die Güte als Segen.

Die ganze Schöpfung ist voll Gesang,
das Leben ist ein weiter Klang,
wir sind nur ein Teil von alledem
geschaffen aus Erde, aus einer Handvoll Lehm
wir sind nicht das Ganze, nur ein Teil,
wir sind nicht die Schöpfung und nicht ihr Heil.

Darum gilt es, mit Grenzen zu leben.
Die Schöpfung, sie zeigt, was wird, wenn wir streben
nach Mehr und Weiter und Jetzt und Sofort.
Am Ende ist es, als wäre es Mord.
Weil wir das Lassen nicht lernen wollen
und Grenzen keinen Respekt mehr zollen.
Als wären Bescheidenheit und Begrenzungen kein Ziel,
weil wir in ihnen nicht die Größe sehn,
die es braucht, um zu verstehen:
„Alles“ zu wollen ist einfach zu viel.
Es bewirken Zeit und Raum,
um etwas anderem zu trau’n,
das entsteht, wenn wir lassen und ruhen und ändern
in uns, in Gesellschaft und ganz vielen Ländern,
es klingt ganz einfach und ist doch schwer:
Am Ende ist einfach weniger mehr.

Das gilt auch für das persönliche Leben,
in dem wir oft nach Dingen streben,
die wir wollen und denken, wir müssten sie machen,
es ist wie mit allen anderen Sachen
jetzt und sofort und schnell und mehr
als gäbe es keine Wiederkehr
als lebten wir nicht in wachsenden Kreisen
und müssten es uns selber beweisen,
dass wir alles können und tun,
nur nicht lassen – oder ruh’n.

Wie können wir andere Wege beschreiten
und unseren engen Horizont weiten,
indem wir lassen – und nicht mehr tun,
vielleicht müssen wir dazu mehr im Inneren ruh’n
Es ist auch hier – wie im großen Ganzen
sehr schwer, aus der Reihe zu tanzen
und etwas zu beginnen, was neu ist und schwer:
Am Ende ist einfach weniger mehr.

DAS KLEINE FRIEDEN

Da saß es still und leise. In einer kleinen Ecke. Eigentlich war es hier dunkel doch es selbst verbreitete Licht. Es hat sich hier her verkrochen, weil es einen Schutzraum suchte. Zu viele wollten ihm an den Kragen. Nun saß es hier in der Ecke. Abgehetzt. Unruhig. Gejagt. Das kleine Frieden. Gejagt von den Großen und Lauten. Mal wieder grölten sie und stritten miteinander. Die aggressive Wut mit der hinterhältigen Lüge. Die unbändige Habgier mit dem lieblosen Neid. Das schuldige Nachtragen mit dem trotzigen Stolz. Immer wieder ging es um dieselben Themen: Wer ist größer? Wer hat den meisten Einfluss? Wer kann am besten für das Wohl des einzelnen Menschen sorgen? All dies wurde für das kleine Frieden zu viel. Es verschwand und versteckte sich. Es fühlte sich von ihnen gejagt. Irgendwo auf der Flucht sah es die Zuversicht davonhoppeln. Es kam an der Hoffnung vorbei. Sie lag reglos am Boden. Hier in der dunklen Ecke fühlte sich das Frieden sicher. Hier wollte es bleiben. Bloß nicht mehr zu den anderen. Hier war es weit weg von dem Geschrei. Hier hatte es Ruhe. Vor den anderen und auch vor den Menschen. Hier konnte es sein Friedenslicht in Ruhe flackern lassen, ohne dass es jemand auspusten würde. Hier konnte es in den weichen Boden ein kleines Peace-Zeichen malen. Und auch die weiße Taube entspannte sich. Warum jagte man das Frieden? Es war doch so klein … so zerbrechlich … so unbedeutend …?? Nein, bei diesem Gedanken musste es selbst etwas schmunzeln. Es war zwar klein und zerbrechlich. Das bestimmt. Aber unbedeutend? Das war es auf keinen Fall! Ganz im Gegenteil: Im Grunde schätzen es alle. Im Kleinen, wie im Großen. Eigentlich wollten es alle haben. Und vielleicht war genau das das Problem. Alle wollten das kleine Frieden haben. Es besitzen. Es für die eigenen Zwecke ge- und eventuell sogar missbrauchen. Und das nervte das Frieden sehr. Wenn zwei verschiedene Seiten das kleine Frieden für die persönlichen Interessen beanspruchten, fühlte es sich zerrissen. Es hielt nicht mehr. Es wurde gejagt, weggedrängt und zog sich zurück. Ein kleines Frieden auf der Flucht. Manche sagten sogar, sie würden es irgendwo hinbringen. Sie sagten, „wir bringen euch Frieden.“ Dabei hatten sie das Frieden nicht im Gepäck, sondern politische, wirtschaftliche oder militärische Interessen. Das kleine Frieden hatten sie dabei vertrieben. Andere hatten das Frieden vergessen. Vermutlich war es schon zu lange bei ihnen. Man sprach von 73 Jahren gemeinsam mit dem Frieden. Doch über die Jahre wurde es als selbstverständlich wahrgenommen und nicht mehr mit Leben gefüllt. Es fühlte sich bei ihnen innen hohl. Nicht mehr als eine Hülle. Dabei wollte es doch einfach groß sein. Sich mit der Hoffnung freuen und mit der Versöhnung Feste feiern. Das war doch eigentlich das Ziel des Friedens. Bei ihnen sein. Leben. Frei sein. Es wollte nicht gejagt, erlegt oder benutzt werden. Es wollte nicht in Vergessenheit geraten oder einfach nur hingenommen werden. Es wollte wertgeschätzt werden. Liebevoll umsorgt. So saß das Frieden in der Ecke. Es begann sich umzugucken und war überrascht: Da waren ja noch andere. Die Liebe und die Leidenschaft. Das Vertrauen und das Staunen. Die Vergebung und auch die Würde. Sie alle waren da. Selbst die Hoffnung kam gestützt von dem Mut und der Kraft langsam auf das Frieden zu. Da wollte das Frieden wieder raus aus der Ecke. Hin zu den anderen. „Wir sind mehr“ sagte es sich. Mehr als die Lauten und Großen. Wir haben mehr zu sagen. Mehr zu geben. „Das wird mein Jahr“, sagte sich das Frieden und ging los.

Eine Geschichte zur Jahreslosung 2019 ev. Kirche:
Suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15)

Musik: Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden

Ökumenisches Gebet in Zeiten der Corona-Krise
Guter und barmherziger Gott!
In Zeiten von Verunsicherung und Krankheit kommen wir gemeinsam zu dir und werfen alle unsere Sorgen auf dich.
Du schenkst uns neue Zuversicht, wenn uns Misstrauen und Unsicherheit überwältigen.
Du bleibst uns nahe, auch wenn wir Abstand voneinander halten müssen.
Wir sind in deiner Hand geborgen, selbst wenn wir den Halt zu verlieren drohen.

Wir bitten dich:
für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind;
für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind;
für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern;
für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten.
Sei ihnen allen nahe, gib ihnen neue Hoffnung und Zuversicht,
den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

Wir bitten dich:
für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Heimen und Hospizen;
für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft;
für alle, die uns Tag für Tag mit dem Lebensnotwendigen versorgen;
für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen.
Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

Wir bitten dich:
für die jungen Menschen unter uns, die Kinder und Jugendlichen,
für alle, die um ihre Zukunft fürchten,
für die Familien, die die erzwungene Nähe nicht gewohnt sind,
für alle, die die Betreuung von Kindern und Jugendlichen übernommen haben.
Sei ihnen allen nahe, schenke ihnen Geduld und Weitsicht, Verständnis und Hoffnung.

Wir bitten dich:
für die Menschen weltweit, deren Gesundheit an jedem Tag gefährdet ist,
für alle, die keine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können,
für die Menschen in den Ländern, die noch stärker von der Krankheit betroffen sind.
Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht.

Auch bitten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sorgen den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen beistehen.
Mache uns bereit, Einschränkungen in Kauf zu nehmen
und lass uns dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.
Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Gott,
der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller annimmt.
Dir vertrauen wir uns an.
Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.

Wir beten mit der ganzen Christenheit auf Erden: Vater unser…

Gott, an diesem Abend bitten wir dich:
Bleibe du uns nah, auch wenn wir uns weiterhin voneinander fernhalten müssen.
Bleib uns nah, auch im Zweifel. Stille.
Für die Traurigen beten wir um Zeichen, die auch auf Abstand Nähe schenken und Trost.
Für die Fröhlichen beten wir und danken für alle Oster- und Pfingststimmung in diesen Tagen, für allen Humor. Stille.
Wir beten für alle, die Leben schützen und retten. Für den Frieden und das Recht. Stille.
Für die schaukelnden Boote auf offenen Meeren und all die gebeugten Menschen darin.
Führe sie an rettende Ufer. Stille.

Musik: Ein bißchen Frieden (Nicole)

Ich wünsche Euch nicht ein Leben ohne Entbehrung, ein Leben ohne Schmerz, ein Leben ohne Störung. Was solltet Ihr mit einem solchen Leben?

Ich wünsche Euch aber, dass Ihr bewahrt sein möget an Leib und Seele. Dass Euch einer trägt und schützt und Euch durch alles, was Euch geschieht, euerm Ziel entgegenführt.

Dass Ihr unberührt bleiben möget von Trauer, unberührt vom Schicksal anderer Menschen, das wünsche ich Euch nicht. So unbedacht soll man nicht wünschen.

Ich wünsche Euch aber, dass Euch immer wieder etwas berührt, das ich Euch hier nicht recht beschreiben kann.  –    Es heißt Gnade.

Es ist ein altes Wort, aber wer sie erfährt, für den ist sie wie ein Morgenlicht.

Man kann sie nicht wollen und erzwingen, aber wenn sie dich berührt, dann weißt du: Es ist gut. Es ist wirklich gut.

Gott schenke Euch seine Gnade durch seinen Segen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Geht hin, und haltet Frieden!

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 15.01.2020 – In manibus tuis –

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 15.01.2020 – In manibus tuis –

Jeder steckt eine kleine Kerze vor der Krippe an! (Meditationsmusik )

Begrüßung:
Wir wollen für den Frieden beten.  Bilder der Gewalt und der Brutalität stehen uns vor Augen.  Wir wollen den Blick und unsere Gedanken hinwenden zu den Menschen in Not, wollen nicht blind sein für die Menschen, die unser Gebet brauchen. Wir bitten Gott um seine Hilfe und um seinen Trost, um Fantasie und Mut, um Schritte des Friedens und der Versöhnung zu suchen und zu gehen.

Wir haben jeder ein Licht angezündet – die Flammen sind zur Ruhe gekommen. Von diesem Lichtermeer, das von der Krippe her strahlt, wollen wir das Licht nehmen für die Menschen, an die wir denken.

Das ist unser Gebet, das es hell und warm werden möge bei den Menschen, die im Dunkel von Gewalt, Krieg, Vertreibung oder Hunger leben müssen.

Wir wissen, es gibt das Licht der Welt, an den wir glauben, Jesus Christus. Wir wollen jetzt neu Mut schöpfen, dass dieses Licht der Welt uns gemeint hat, als er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt!“ Dass dieser Christus uns an seiner Hand hält und uns führt, dass wir unseren Beitrag zum Frieden und zur Versöhnung mit liebendem Herzen leisten können.

Darum beginnen wir im Namen des Gottes, der auch Friedensfürst heißt:
Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

In manibus tuis Wir beten gemeinsam (langsam)
(Bild von Habdank auf Liederzettel)
Gott,
ich suche eine Hand,
die mich hält und ermutigt,
die mich beruhigt und beschützt.
Ich taste nach einer Hand,
die mich begleitet und führt,
die mich heilt und mich rettet.
Ich brauche eine Hand,
die stark ist und mich trägt,
die mich ergreift, nicht mehr loslässt.
Ich möchte eine Hand,
die es gut mit mir meint,
die sich zärtlich um mich legt.
Ich sehne mich nach einer Hand,
der ich mich restlos anvertrauen kann,
die treu ist, die mich liebt.
Ich suche eine große Hand,
in die ich meine kleinen Hände
und auch mein Herz
hineinlegen kann,
eine Hand,
in der ich geborgen bin – ganz.

Gott,
Deine Hand lädt mich ein:
Komm!
Deine Hand läßt mich spüren:
Fürchte dich nicht!
Deine Hand schenkt die Gewißheit:
Ich liebe dich.
In Deiner Hand bin ich geborgen
und aufgehoben für immer.
Und wenn ich dennoch
in einen Abgrund stürzte –
ich weiß:
am Grund dieses Abgrunds
wartet auf mich
Deine Hand,
Deine gütige, alles bergende Hand.
Und Deiner liebenden Hand –
kann mich niemand entreißen.
Gott,
in Deine Hand – lege ich alles.
Deine Hand – läßt mich nicht mehr los.
Danke, Du gute zärtliche Hand, danke.

Jesus,
kranke Menschen
erfasst Du mit Deiner Hand
und richtest sie auf.
Nach dem sinkenden Petrus
streckst Du Deine Hand aus
und rettest ihn.
Den Kindern
legst Du zärtlich die Hand auf
und segnest sie.
Den traurigen Jüngern
zeigst du Deine wunden Hände
und sagst: Seht und begreift!
Jesus, ergreife auch mich mit Deiner Hand.
Denn in Deiner Hand – ist alles gut.

LIED: Er hält die ganze Welt in seiner Hand

Frieden
Frieden ist ein Geschenk Gottes, aber er kommt nicht schön verpackt vom Himmel gefallen.
Man kann ihn auch nicht mit noch so viel Geld kaufen.
Auch im Lotto kann man ihn nicht gewinnen.
Er ist nicht wie ein Schatz, irgendwo auf der Welt vergraben.
Frieden ist ein Geschenk, ein Geschenk in uns.
Wir müssen ihn in uns finden, ihn herauslassen, unseren Egoismus überwinden, den Frieden verbreiten.

Für den Frieden müssen wir alle etwas tun, er ist nicht nur Sache der Politiker.
Wir alle können etwas für den Frieden tun, den Menschen zeigen, wie man in Frieden zusammenleben und eine neue Welt schaffen kann.
Wir können Frieden schaffen, indem wir Menschen dieser Welt miteinander sprechen, einander zuhören, Freude und Kummer teilen, uns gegenseitig helfen, uns immer wieder die Hände reichen!

LIED: Der mich atmen läßt, ….

Wir bilden eine lange Kette vor der Krippe, nehmen uns an die Hand und beten gemeinsam das Gebet unseres Gottes: Vater Unser ….

Euch fällt jetzt bestimmt noch ein netter Wunsch ein, den Ihr Eurem Mitbeter rechts und links sagen könnt.

Wir wollen jetzt die Hände zum Christuskind hin öffnen:
Herr, ich halte dir meine Hände hin, alles, was sie heute in die Hand genommen haben, alles, was mir gelungen und misslungen ist.
Ich halte dir die Menschen hin, denen ich heute die Hand gereicht habe, und die, denen ich sie verweigert habe.
Ich halte dir hin, was ich geformt und gestaltet habe und was mir aus der Hand geglitten ist. Ich halte dir in meinen Händen diesen Tag hin, so wie er war.
Ich verzichte darauf, zu beurteilen und zu bewerten, was war.
Ich überlasse dir das Urteil.
Ich vertraue dir, dass du alles verwandeln kannst, was heute war.
Ich übergebe dir den Tag.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir alles zwischen den Fingern zerrinnt, dass der Tag nur Stückwerk war. Füge du zusammen, was zerstückelt ist.
Ich lege meinen Tag und alles, was ich heute in die Hand genommen habe, in deine guten und zärtlichen Hände.
Halte du deine schützende Hand über mich.
Lass mich heute Nacht in deiner guten Hand geborgen sein.
Du hast deinen Namen in meine Hand geschrieben und meinen Namen in deine Hand.
So lass mich in dieser Hand spüren, dass ich in dir bin und du in mir.
In dir darf ich nun ruhen. Und du wirst bei mir und in mir sein, wenn ich nun schlafe.
Lass dein Licht in meinem Herzen leuchten, wenn ich mich nun der Dunkelheit der Nacht anvertraue.
Und halte deine schützende Hand über meine Familie und über alle, die mir lieb sind. Amen

SEGEN
Unser Gott, Vater und Freund, segne uns und unsere Familien, segne unsere Freunde und all die Menschen, die wir nicht leiden können. Segne alle, die sich für den Frieden einsetzen und die unter den Kriegen leiden. Segne die Liebenden und die Zerstrittenen, die Kranken und Sterbenden und die Gesunden. Segne alle Menschen dieser Erde: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

LIED: Hevenu shalom alechem – Wir wollen Frieden für alle

Friedensgebet St. Marien Kaunitz – Weihnachten 2019

Friedensgebet St. Marien Kaunitz – Weihnachten 2019

Begrüßung: Lasst uns in Gottes Namen beginnen. + Eine Woche noch, dann wird der Grundstein zu unserer Erlösung gelegt. Weihnachten – Christus wird geboren. Die Engel kündeten der Welt: Friede den Menschen auf Erden. Darum möchte ich dieses Friedensgebet in besonderer Weise gestalten – einfach weihnachtlich.

LIED: 241 Nun freut euch, ihr Christen

Evangelium nach Lukas

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Stille

Kein Friede in Sicht
… und auf Erden ist Frieden.

Die Engel haben sich geirrt.
Es ist kein Frieden auf Erden.

Heute jedenfalls nicht:
Wir denken an die schrecklichen Terroranschläge überall in der Welt
Und all die schrecklichen und heimtückischen Anschläge auch schon bei uns in Deutschland.

Von Syrien war im Evangelium die Rede:
Quirinius war Statthalter von Syrien.
Heute ist es Assad.

Wenn wir von Syrien hören, dann denken wir an Aleppo.
Eine zerstörte Stadt. Geschunden vom Krieg.

Wir könnten viele andere Länder nennen, die mit Krieg überzogen werden: Afghanistan Jemen Irak und viele mehr.

Wenn wir genau hinschauen, dann erkennen wir, wer in unserer Zeit Gewalt und Hass sät:
Oft sind es Diktatoren.
Und es sind weltweit islamistische Terroristen.

… und auf Erden ist Frieden.
Nein, so fühlt sich unsere Welt im Moment wirklich nicht an.
Es gibt viel Krieg und Gewalt.

Und:    –   Unsere Welt ist im Wandel – auch das spüren wir:
Der Brexit in England    –    Trump in Amerika

„… uns ist ein Kind geboren.“
Und genau in diese Welt kommt Gott.
Damals nach Bethlehem. Heute zu uns.

Interessant ist, wie Gott kommt:
Nicht mit einer Streitmacht.
Nicht mit einem robusten UNO-Mandat.
Gott kommt – als Kind.

In einem Viehstall. Am Rand der Gesellschaft und am Rand der Welt.
„Das ist ergreifend“, sagen die Sentimentalen.
„Das soll wohl ein Witz sein“, sagen die Gewalttätigen und die Diktatoren. „Das ist Gottes Sohn“, verkünden die Engel.

Die Macht dieses Kindes ist nicht zu begreifen.
Dieses Kind in der Krippe hat keine Panzer, keine Kriegsschiffe und keine Armee.
Und trotzdem treffen sich in dieser Heiligen Nacht Millionen, ja Milliarden von Menschen an der Krippe.
Sie hören auf Gottes Wort
Sie singen Weihnachtslieder
Sie beten

Was wir in diesen Tagen feiern, das haben die alten Propheten schon 700 Jahre vor der Geburt Jesu vorausgesagt.
Wir haben die Verkündigung an der Krippe gehört:
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter. Man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende.

Die Welt verändert sich:
Durch die Geburt eines Kindes.

Gott kommt als Kind
Das merke ich bei jedem Taufgespräch:
Die Freude der Eltern, wenn sie ihr Kind in den Armen halten
Das Leuchten in den Augen der Eltern 
Und das Strahlen der kleinen Babys

Ein kleines Kind – das ist Menschlichkeit pur.
Gott kommt zu uns – als Kind.
Und das mit voller Absicht:

In jedem Menschen ist Menschlichkeit.
Auch wenn das Herz noch so hart, noch so grausam und noch so böse ist.

In jedem Menschen ist Menschlichkeit.
Gott kommt als Kind, um die Menschlichkeit in uns anzuticken.
Um die Menschlichkeit in uns zum Klingen zu bringen.

Diese Menschlichkeit ist mir in den letzten Wochen und Monaten oft begegnet:
Ich denke an junge Familien in unseren Gemeinden, die Patenschaften für Flüchtlingsfamilien übernommen haben und diese auch zu Weihnachten einladen …..
Menschlichkeit

Ich denke an das Engagement in unseren Gemeinden für Malawi, für Uganda, für Rumänien. Wo Menschen sich auch über die Weihnachtstage auf den Weg machen.
Menschlichkeit

Ich denke an so viele kleine Gesten des Alltags, Handreichungen, Anrufe, Besuche, kleine Geschenke, die von Menschen einfach getan werden.
Menschlichkeit

Liebe Freunde,
das steckt in jedem Menschen:
Menschlichkeit

Und das steckt auch in Gott.
Sein Passwort ist: „Liebe“
„… und auf Erden ist Frieden“

… und auf Erden ist Frieden.
da steht in der Bibel noch ein Satz davor. Den darf man nicht unterschlagen.

Und dieser 1. Satz ist die Voraussetzung für alles, was danach gesagt wird. Als erstes sagen die Engel:
Verherrlicht ist Gott in der Höhe.
Und erst dann kommt der Satz:
… und auf Erden ist Frieden.

Nur wer Gott die Ehre gibt, wird auf Dauer auch dem Menschen die Ehre geben.

Es ist im Leben eben nicht alles gleich gut und alles in Ordnung:
Wer auf die Stimme des Hasses hört, der landet bei den Nazis oder beim IS. Wer auf die Stimme Gottes hört, der landet bei der Krippe und beim Kind.

Geht doch in diesem Jahr ganz bewusst zur Krippe nicht nur hier in Kaunitz,
geht vielleicht auch alleine.
Schaut Euch das Kind an. Mit Zeit und in Ruhe.

Ich glaube, dass das Kind von Bethlehem leise zu uns spricht:
Es begrüßt uns mit dem Gruß, mit dem die Menschen einander in Israel begrüßen:
Shalom. Salam. Friede.

Und dann sagt das Kind in der Krippe zu uns:
Mach es wie ich.
Werde Mensch! – Stille

LIED: 238 O du fröhliche

Fürbitten
„Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn du allein, Gott, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“
Wenn alle Menschen mit diesem Satz aus dem 4. Psalm im Herzen schlafen gehen könnten, dann wäre Frieden auf der Erde.
Davon träumen wir und darum bitten wir dich, Gott für alle Kinder auf der Welt, die vor Hunger nicht einschlafen können. Hilf, dass sie satt werden, damit sie nicht lernen, ihren leeren Bauch mit Wut und Hass zu füllen. Mach uns wach für die Zusammenhänge, die Hungersnot bewirken, lass uns aufstehen und kreativ werden, dass wir sinnvoller umgehen mit Geldern und Gütern.
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Wir beten für die Jugendlichen, die sich fürchten vor der Nacht, weil Alpträume von erlittener Gewalt sie überfallen, als wären sie real, für die jungen Frauen, die durch sexuelle Gewalt, und die jungen Männer, die durch Kriegserlebnisse traumatisiert sind. Lass sie Menschen finden, denen sie sich anvertrauen und das Unaussprechliche aussprechen mögen, Menschen, die das auch aushalten können. Schenke ihnen die Ahnung von einem sicheren Ort im Innern, zu dem sie zu jeder Zeit Zuflucht nehmen können.
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Wir denken an die Menschen, die in Arbeit und Sorgen versinken, die in schlaflosen Nächten wühlen, weil unerledigte Dinge über ihnen zusammenschlagen wie meterhohe Wellen und alles noch viel schlimmer erscheint als am Tag. Hilf ihnen zu ordnen, was wichtig ist und was nicht, und loszulassen. Sende in ihre Träume das Wissen um Selbstbestimmung, dass sie Macht gewinnen über ihre Zeit und ihre Aufgaben. Lass sie spüren, dass sie von unschätzbarem Wert sind jenseits dessen, was sie leisten, und darin Ruhe finden.
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.


Wir vertrauen dir die Menschen an, die in der Nacht weinen vor Sehnsucht nach vermissten Menschen oder verlorener Heimat, über eine zerbrochene Liebe, vor Schmerzen oder weil sie sterben müssen. Lass sie spüren, dass du ihnen so nah bist wie das Kissen, das ihre Tränen aufnimmt. Tröste sie mit der Vision, dass aus ihren Tränen in der Seele ein Regenbogen aufgehen kann.  
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Wir bitten für die Menschen, die sich der Unsicherheit des Meeres anvertrauen, Seeleute in Seenot, Menschen, auf Flüchtlingsschiffen zusammengepfercht. Behüte ihre Wege. Lass sie spüren, dass du mitgehst in jede Fremde, und lass sie Momente von Vertrautem finden.
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Gott, wir sehen die Not und legen dir heute auch unsere ganz persönlichen Bitten ans Herz ….
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Guter Gott, manchmal ist es so, als wäre der Traum schon wahr: Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn du allein Gott, hilfst mir, dass ich sicher wohne. Für solche Nächte danken wir dir und bitten darum, dass dieser Traum für alle Menschen auf dieser Erde wahr wird. Amen

Jetzt wollen wir gemeinsam das Gebet des Herrn sprechen. Jeder für sich, ganz langsam und in Stille und dabei unserm Gott all das sagen, was wir ihm immer schon sagen wollten       Vater Unser

Irischer Weihnachtssegen

Gott lasse dich ein gesegnetes Weihnachtsfest erleben.

Gott schenke dir die nötige Ruhe, damit du dich auf
Weihnachten und die frohe Botschaft einlassen kannst.

Gott nehme dir Sorgen und Angst
und schenke dir neue Hoffnung.

Gott bereite dir den Raum, den du brauchst
und an dem du so sein kannst, wie du bist.

Gott schenke dir die Fähigkeit zum Staunen
über das Wunder der Geburt im Stall von Bethlehem.

Gott mache heil, was du zerbrochen hast
und führe dich zur Versöhnung.

Gott gebe dir Entschlossenheit, Phantasie und Mut,
damit du auch anderen Weihnachten bereiten kannst.

Gott bleibe bei dir mit dem Licht der Heiligen Nacht,
wenn dunkle Tage kommen.

Gott segne dich und schenke dir seinen Frieden.
Im Namen des Vaters ……..

LIED: 233 O, Herr, wenn du kommst

Friedensgebet St. Marien 09.10.2019 – Regenbogen

Friedensgebet St. Marien 09.10.2019 – Regenbogen

Begrüßung: Schön, dass Ihr da seid. Ich weiß zwar nicht immer wie alle heißen, die hier zum Friedensgebet kommen, aber ich vermisse immer alle die nicht da sind. Ob das Änne ist oder Ursula Kerkhoff, aber auch die, die schon verstorben sind und aus dem Himmel mitbeten. Lasst uns alle mit in unser Gebet nehmen.
Wir beginnen in Gottes Namen: Im Namen …

Es gibt Sätze im Leben, die vergisst man nicht. Mein Papa sagte immer wieder zu uns 5 Kindern: Egal welchen Scheiß Du machst, komm nach Hause ich helfe Dir.Und damit wir uns das selbst auch immer wieder zu eigen machen, habe ich eine Geschichte, die Ihr schon ein paar Mal gehört hat, aber die mich immer wieder beeindruckt.

Hundert weiße Bänder
Bei einer der Stationen stieg ein junger Mann in den Zug, mit kurz geschnittenen Haaren und einer einfachen Sporttasche. Einer Mitfahrerin fiel auf wie eine eigenartige Spannung von diesem an sich sympathisch wirkenden jungen Mann ausging. Kurz entschlossen setzte sie sich bei der nächstbesten Gelegenheit zu ihm. Sie kamen nach und nach ins Gespräch – und so hörte sie seine Geschichte. „Wissen Sie.“ sagte der junge Mann „ich bin heute aus dem Gefängnis entlassen worden. Jetzt hin ich auf dem Weg zu meinen Eltern und meinen Geschwistern. Vor ein paar Jahren habe ich durch eine Dummheit Schande über meine Familie gebracht und musste deswegen ins Gefängnis. Anfänglich schrieb ich jeden Tag einen Brief an meine Eltern und entschuldigte mich bei ihnen. Weil ich aber keine Antwort erhielt, habe ich langsam aufgehört, Briefe zu schreiben.“ Er war unsicher, oh seine Eltern nicht antworten wollten, weil sie ihn als Sohn verstoßen hatten oder ob vielleicht die ärmlichen Verhältnisse der Grund waren: Die Kosten für einen Brief Schreiber und die Postgebühren könnten für sie einfach zu hoch gewesen sein. „Jetzt habe ich vor einer Woche den letzten Brief geschrieben“ fährt er dann fort „Ich sagte ihnen, dass ich heute aus dem Gefängnis entlassen werde. Ich schrieb ihnen, mit welchem Zug ich ankommen würde. Aber ich weiß nicht, ob ich wirklich willkommen bin. Unser Haus liegt an dieser Bahnlinie. Im Garten steht ein großer Apfelbaum. Wenn ich nach Hause kommen darf, sollen meine Eltern in den Baum ein weißes Band aufhängen. Wissen Sie, ein Band, das man von der Bahnstrecke aus sieht. Hängt aber heute dort kein weißes Band, dann würde ich im Zug sitzen bleiben und fahre irgendwohin.“  Nun war es nicht mehr weit bis zum Häuschen seiner Eltern. Da wagt der junge Mann eine letzte Bitte auszusprechen: „Nach der nächsten Kurve kann man den Baum sehen. Könnten Sie nicht für mich hinschauen, ob Sie ein weißes Band im Baum hängen sehen?“ Natürlich hält sie für ihn Ausschau. „Ich seh’ den Apfelbaum! Aber – es hängt nicht nur ein Band in diesem Baum. Er ist über und über mit weißen Bändern geschmückt. Sie dürfen heimkommen!“ Dem jungen Mann laufen die Tränen über das Gesicht. „Ein Glück, sie vergeben mir.“
Frieden beginnt dort, wo einem Menschen vergeben wird.

Wir wollen in Stille darüber nachdenken, wo und mit wem wir Frieden in unserem Leben noch gut gebrauchen könnten und wo wir den ersten Schritt machen könnten um endlich wieder auch Frieden im Herzen zu finden.

LIED: 474 1-4 Wenn wir das Leben teilen

Friede beginnt da, wo wir leben
Wir vertrauen fest darauf, dass Frieden möglich ist.
Vor fünfzig Jahren gab es kein Schützenfest ohne Schlägerei – heute gibt es das wohl.
Für unsere Großväter waren die Franzosen Erbfeinde – heute ist kein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland mehr denkbar.
Die Abrüstung beginnt in unserem Herzen. Wir müssen gütige und versöhnende Gedanken in uns pflegen! Wir müssen daran denken, wir leben unter lauter Menschen, für die Jesus am Kreuz starb.
Friede ist keine Windstille zwischen zwei Kriegen. Friede ist eine Bewegung von Herz zu Herz, von Volk zu Volk. Geht diese Bewegung auch durch unser Herz hindurch? Sind wir auch Friedensstifter?
Es gibt keine Neutralität zwischen Frieden und Krieg. So wenig wie zwischen Gut und Böse.
Gott ist Frieden, Freude, Liebe. Das Böse ist Feindschaft, Streit, Neid, Eifersucht, Zank.
Auf welche Seite schlagen wir uns? Friede beginnt im Kleinen, da wo wir leben.
Wenn du Argwohn und Misstrauen in dir nährst und in deiner Umgebung ausbreitest, bereitest du Kriege vor. Vertraust du, weckst du Vertrauen.
Wer wie in einem Staffellauf von Vertrauen zu Vertrauen eilt, erobert die Welt für den Frieden.
Menschliche Gemeinschaft, Friede unter Menschen, entsteht durch Gespräch.
Echtes Gespräch gibt es nur da, wo jeder redlich dafür offen ist, dass der andere auch ihm etwas zu sagen hat.
Auch, wenn wir hier in OWL weitab von Krieg und Verfolgung leben, unser Tun, jeder einzelne von uns, kann dazu beitragen, dass diese Welt schöner und friedvoller wird.
LIED: 472 1-4 Manchmal feiern wir mitten im Tag

Vor langer Zeit begannen die Farben dieser Welt zu streiten.
GRÜN
sagte:
„Klar bin ich die Wichtigste! Ich bin das Symbol für Leben und Hoffnung.
Ich wurde gewählt für das Gras, für die Bäume und die Blätter. Ohne mich würden alle Tiere sterben. Schaut euch doch in der Landschaft um und ihr werdet sehen, das ich in der Mehrheit bin!“

BLAU unterbrach:
„Du denkst nur an die Erde! Aber betrachte doch den Himmel und das Meer!
Es ist das Wasser, das die Basis für alles Leben ist und von den Tiefen des Meeres in die Wolken hinaufgezogen wird. Der Himmel gibt Raum, Frieden und Unendlichkeit. Ohne meinen Frieden wärt ihr alle nichts!“

GELB lachte in sich hinein:
 „Ihr seid alle so ernst. Ich bringe Lachen, Fröhlichkeit und die Wärme in die Welt. Die Sonne ist gelb, der Mond ist gelb, die Sterne sind gelb… Eine Sonnenblume bringt die Welt zum Lächeln. Ohne mich gäbe es keinen Spaß.“

Als nächstes begann ORANGE ihr Lob zu singen
„Ich bin die Farbe der Gesundheit und der Erneuerung. Ich mag rar sein, aber kostbar, denn ich diene den Bedürfnissen menschlichen Lebens. Ich überbringe die wichtigsten Vitamine. Denkt an Karotten, Kürbis, Mango und Papayas. Ich hänge nicht ständig herum, aber wenn ich den Himmel zum Sonnenaufgang- oder Untergang färbe, ist meine Schönheit so eindrucksvoll, dass niemand Gedanken an einen von euch verschwendet.“

 ROT konnte es nicht länger aushalten und rief: 
 „
Ich bin der Herrscher von allen! Ich bin das Blut – Lebensblut! Ich bin die Farbe der Gefahr und der Tapferkeit. Ich bin bereit zu kämpfen. Ich bringe Feuer ins Blut. Ohne mich wäre die Erde so leer wie der Mond. Ich bin die Farbe der Leidenschaft und der Liebe, der roten Rosen und der Mohnblume.“

 PURPUR erhob sich zu ihrer vollen Größe: 
 “ Sie war sehr groß und sprach mit Pomp: Ich bin die Farbe der Fürsten und der Macht. Könige, Häuptlinge und Bischöfe haben immer meine Farbe gewählt, weil ich das Symbol für Autorität und Weisheit bin. Niemand zweifelt an mir, man hört und gehorcht.“

 Schließlich sprach INDIGO viel leiser als all die anderen, aber mit ebensolcher Bestimmtheit:
 “ Denkt an mich. Ich bin die Farbe der Stille. Ihr nehmt mich kaum wahr, aber ohne mich würdet ihr alle oberflächlich werden. Ich repräsentiere Gedanken und Betrachtung, Zwielicht und tiefes Wasser. Ihr raucht mich für das Gleichgewicht und für den Kontrast, für das Gebet und den inneren Frieden.“

 Und so fuhren die Farben fort zu prahlen, jede von ihrer eigenen Erhabenheit überzeugt. Ihr Streit wurde lauter und lauter. Plötzlich war da ein heller Blitz und grollender Donner. Regen prasselte schonungslos auf sie nieder. Die Farben drückten sich voll Furcht einer an den anderen, um sich zu schützen. Inmitten des Lärms begann der Regen zu sprechen:“ Ihr dummen Farben streitet untereinander und versucht den anderen zu übertrumpfen!
Wisst ihr nicht, dass jeder von euch für einen Zweck geschaffen wurde, einzigartig und besonders? Reicht euch die Hände und kommt zu mir!“ Sie taten wie ihnen geheißen wurde, sie kamen zusammen und reichten sich die Hände.
Der Regen fuhr fort.“ Von nun an, wenn es regnet, erstreckt sich jede von euch in einem großen Bogen über den Himmel, um daran zu erinnern, dass ihr alle miteinander leben könnt. Der Regenbogen ist ein Zeichen der guten Hoffnung auf ein Morgen. Daher, immer wenn ein guter Regen die Welt wäscht und ein Regenbogen am Himmel erscheint, erinnern wir uns daran, einer den anderen würdigen.“

LIED: abspielen: Regenbogen buntes Licht

Gebt einander ein Zeichen des Friedens und des guten Willens an der Verschönerung der Welt mitzuhelfen.

Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt der Gerechtigkeit aufzubauen, eine Welt ohne Rassismus, ohne Gewalt und ohne Krieg.
Hilf uns, eine Welt aufzubauen, in der Kinder Zugang zu Wasser haben und zur Schule gehen können.
Hilf uns, eine Welt aufzubauen, in der die Kinder Zugang finden zu Bildung und genug zu essen haben, ohne auf der Straße betteln zu müssen.
Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt ohne Tränen aufzubauen, eine Welt ohne Hunger, ohne Durst, eine Welt des Friedens.
Du schenkst uns überall auf der Welt die Kraft, neue Wege zu finden
Mit dir überwinden wir Unterschiede, die keine Bedrohung mehr sind.
Mit dir nehmen wir uns gegenseitig ohne Vorbehalte an.
Und Hand in Hand gehen wir voran ohne Angst.
Wir schenken ein Lächeln, ein Augenzwinkern, einen Händedruck.
Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt aufzubauen, in er alle Frieden finden. Amen.

VATER UNSER Wir wollen uns die Hände reichen und gemeinsam so beten, wie unser Bruder und Freund Jesus es uns gesagt hat.

Deine Hände sollen immer Arbeit finden,
immer einen Groschen in der Tasche,
wenn du ihn brauchst.
Das Sonnenlicht soll
auf dein Fenstersims scheinen
und dein Herz voll Gewissheit sein,
dass nach jedem Unwetter ein Regenbogen leuchtet.
Der Tag sei dir günstig
und die Nacht dir gnädig.
Die gute Hand eines Freundes
soll dich immer halten
Und möge Gott dir das Herz erfüllen
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Geht hin und haltet Frieden!

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 22-05-2019

Begrüßung und Kreuzzeichen:

Die Reise nach innen
Ich sitze hier vor Dir, Herr,
aufrecht und entspannt, mit geradem Rückgrat.
Ich lasse mein Gewicht senkrecht durch meinen Körper
hinuntersinken auf den Boden, auf dem ich sitze.

Ich halte meinen Geist fest in meinem Körper.
Ich widerstehe seinem Drang,
aus dem Fenster zu entweichen,
an jedem anderen Ort zu sein als an diesem hier,
in der Zeit nach vorn und hinten auszuweichen,
um der Gegenwart zu entkommen.
Sanft und fest halte ich meinen Geist dort,
wo mein Körper ist:
hier in diesem Raum.

In diesem gegenwärtigen Augenblick
lasse ich alle meine Pläne, Sorgen und Ängste los.
Ich lege sie jetzt in Deine Hände, Herr.
Ich lockere den Griff, mit dem ich sie halte, und lasse sie Dir.
Für den Augenblick überlasse ich sie Dir.
Ich warte auf Dich – erwartungsvoll.
Du kommst auf mich zu, und ich lasse mich von Dir tragen.

Ich beginne die Reise nach innen.
Ich reise in mich hinein, zum innersten Kern meines Seins,
wo Du wohnst.
An diesem tiefsten Punkt meines Wesens
bist Du immer schon vor mir da,
schaffst, belebst, stärkst ohne Unterlass meine ganze Person.

Und nun öffne ich meine Augen,
um Dich in der Welt der Dinge
und Menschen zu schauen.
Mit neuer Kraft gehe ich ins Leben,
nicht mehr allein,
sondern mit meinem Schöpfer zusammen.
Amen. Dag Hammarskjöld

LIED: Laudate omnes gentes

In dieser Zeit     Werner Letz

 Wir leben in einer Zeit, in der fast alles möglich scheint,
sogar, zu fremden Sternen zu fliegen.
 Aber wann sind wir soweit, dass keine Mutter mehr weint,
über Tote aus sinnlosen Kriegen.
 Noch sind wir davon weit entfernt, weil wir im Leben meist gelernt,
dass es wichtig ist, um jeden Preis zu siegen.                                                  
 Wann hat das alles ein Ende – wann benutzt ihr eure Hände,
nicht um Waffen zu halten – sondern um sie zu falten.
 Wer die eig´ne Meinung sagt, was uns hier selbstverständlich scheint,
riskiert in vielen Ländern heut´ sein Leben.
 Wer die Staatsmacht hinterfragt, weil sie Menschenrecht verneint,
dem wird keine Lebenschance mehr gegeben.
 G´rad gegenüber diesen Ländern, müsste uns´re Politik sich ändern,
aber man will die Geschäfte nicht gefährden.
 Öffnet den Mund und die Augen, damit sie nicht irgendwann noch glauben,
dass wir hinter ihnen steh´n und den Widerspruch nicht seh´n.
 Viele Menschen flieh´n weltweit, um dem Tode zu entgeh´n;
sie hoffen auf ein Leben in Frieden.
 Sag, bist auch Du bereit, dies als Auftrag anzuseh´n,
sie brauchen unsere ganze Menschenliebe.
 Nichts and´res zählt in dieser Zeit, sie tragen schwer an ihrem Leid.
Es gibt nichts, was wirksamer ist als die Liebe
 Täglich gemeinsam zu lernen, sich nicht voneinander zu entfernen,
nicht so auf Distanz zu geh´n, sondern diese Chance zu seh´n.
 Das Leben verlangt so oft, von uns, das wir ganz stark sind
und was auch kommt, es klaglos übersteh´n
Ein um´s andre mal gehofft, ein Sturm oder der Wind  
möge die dunklen Wolken fortwehen,
 um den off´nen Himmel zu sichten, und den
Blick neu auszurichten.
Es tut gut, an eine höhere Macht zu glauben.  
 Nutz´ Deine kurze Zeit hier gut, mach´ Dir selbst und andren Mut,
bleib bescheiden, das was wir sind – ein kleines Menschenkind  

LIED: Laudate omnes gentes

Gemeinsam: Ökumenisches Friedensgebet 2019
Allmächtiger Gott,
Schöpfer und Erhalter allen Lebens,
wir treten vor dich,
um für Frieden und Gerechtigkeit zu beten.

Du hast uns mit einer wunderbaren Heimat gesegnet:
Die Natur ist prachtvoll und schön.
Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kommen hier zusammen. Wir hören viele Dialekte und Sprachen.

Aber aus menschlicher Schwachheit und wegen
unseres Egoismus‘ geraten deine Schöpfung
und das Zusammenleben der Völker immer
wieder aus den Fugen. Deshalb bitten wir dich:

Wenn Unfriede herrscht und Menschen unter
Konflikten leiden:
Dann, Gott, öffne dem Frieden Tore in unsere
Herzen und in die Herzen der Völker.

Wenn Misstrauen und Gewalt unter den Menschen
wächst und Hass zwischen den Völkern entsteht:
Dann, Gott, stärke den Geist der Einheit.

Wenn uns Chaos und Durcheinander ängstigen
und Propaganda uns in die Irre führen will:
Dann, Gott, gib uns ein Herz voller Frieden,
das uns sicher durch diese Unklarheiten leitet.

Wenn es immer wieder neu gilt, die Probleme und
Sorgen der Menschen und Völker anzugehen:
Dann, Gott, lass uns Menschen unterstützen,
die sich in unserem Land und weltweit für Gerechtigkeit,
Gleichheit und Frieden einsetzen.

Gott, schenke uns deine Hilfe und lass uns das
Unsere tun gegen jede Art von Ungerechtigkeit.

Weil du uns deinen Frieden verheißen hast,
dürfen wir, dein Volk, neue Hoffnung schöpfen
und frischen Mut. Darum bitten wir dich im Namen
unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus.  Amen.

LIED: Laudate omnes gentes

Im Islam gibt es eine Geschichte:
Ein Mörder bittet Gott um Vergebung. Aber Gott schickt ihn weg und sagt: Was bittest du mich um Vergebung, hast du schon deinen Bruder um Vergebung gebeten, dem du all das angetan hast?
Was für ein Mistkerl! Das verzeih ich ihm nie. — Das hätte ich nie von ihr gedacht – dass sie mich so hintergeht – sie war doch mal meine Freundin!
Ich bin gekränkt, verletzt und wütend. Das kann doch alles nicht wahr sein!
Und jetzt? Vergeben?
Jeden Sonntag beten Christinnen und Christen: „Vater unser im Himmel, vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“
Wenn das so einfach wäre.
Sicher, Menschen wie der anglikanische Bischof Desmond Tutu oder Nelson Mandela im fernen Südafrika, die können das: vergeben, auch wenn man sie eingesperrt und misshandelt, verachtet und verlacht hat.
Aber ich?
Warum sollte ich vergeben? Vielleicht weil nur Vergebung einen Neuanfang ermöglicht.
Dem anderen vergeben, heißt nicht, dass man vergangenes Unrecht akzeptiert.

Vergebung beginnt, wenn man sagen kann:
„Was er getan hat, ist schlimm. Aber seine guten Seiten vergesse ich trotzdem nicht.“ oder
„Sie hat sich zwar unmöglich benommen, aber ich möchte die Freundschaft nicht ganz aufgeben.“ oder
„Ich weiß nicht, ob ich jemals verzeihen kann, was mir angetan wurde. Aber ich will mich nicht länger damit beschäftigen. Die Sache ist erledigt.“
Vergebung ist der einzige Weg, wenn man nach so einer Katastrophe ein neues Leben anfangen will. Und das geht nur, wenn man darauf verzichtet, dass einem Gerechtigkeit widerfährt. Wenn man sagt: Ich will ein neues, ein anderes Leben anfangen.

Herr,
oft wünsche ich mir
ein ZEICHEN von dir
Eine E-Mail, eine SMS
mit der FROHEN BOTSCHAFT

die mir sagt
was ich zun tun und lassen habe
Die mir verrät,
was die ZUKUNFT bringt
Die mir Mut schenkt
Im ANHANG eine große Portion
Hoffnung

Es wär leichter
mit einer E-Mail-Adresse von dir,
an die ich mich wenden kann,
nicht lange warten muss auf Antwort,
auf das Re-Mail in meinem Posteingang:
DEINE WORTE schwarz auf weiß,
eindeutig und ohne Zweifel

Herr,
lass mich erkennen,
WAS DU MIR SAGEN WILLST,
wie du die Zeichen gibst,
was die Stimme in mir spricht,
dass ich lerne,
deine Botschaften
zu deuten.

LIED: Laudate omnes gentes

VATER UNSER

Gott,
Du hast deine Wohnung unter uns genommen,
und überall, wo Menschen leben,
bist du zugegen.
An deine Gnade klammern wir uns an.
Lass uns also deine Gegenwart ehren
und dich bitten:
um Friede in uns und um uns.
um Liebe, die nicht aufgibt,
um Hoffnung, die nicht erlischt
und um Weisheit und Kraft
einander aufzubauen zu deiner Stadt auf Erden
zu einer Welt, die bewohnbar ist,
heute und immer. Amen

LIED: 796 1-5 Herr, wir bitten, komm und segne uns

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 30.01.2019 – Frieden in mir –

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 30.01.2019 – Frieden in mir –

Lied: Frieden finden Jahreslosung 2019
Begrüßung: Kreuzzeichen
Natürlich ist es gut, dass ihr da seid. Aber was bringt das Ganze?
Es knallt immer noch in Syrien.
Es explodieren immer noch Menschen in Afghanistan.
Es krepieren immer noch elendig viele Kinder vor Hunger nicht nur im Jemen.
Es ersaufen immer noch Hunderte jedes Jahr im Mittelmeer.
Es schlägt immer noch mancher Ehemann seine Frau und Kinder.
Es verdienen immer noch viele Frauen zwangsweise Geld mit ihrem Körper.
Und wir selbst tratschen immer noch schlecht über Nachbarn und andere.
Was bringt dann unser Beten seit 18 Jahren für den Frieden?

2 Minuten meditative Musik (Panmeditation)

Wir beten abwechselnd den Psalm:
Ein moderner (Frieden) Psalm

Völker erheben ihre Waffen, *
sie führen Krieg, um sich gegenseitig zu vernichten;

Immer größeres Vernichtungspotential legen sie sich zu, *
es reicht aus, um die Erde x-mal in die Luft zu jagen.

Ein Pulverfass ist diese Erde geworden, *
ich habe Angst, dass es einmal den großen Knall gibt.

Menschen bauen sich Feindbilder auf *
und können sich nicht mehr offen begegnen.

„Wie du mir, so ich dir“, heißt die Parole, *
den ersten Schritt zu tun, ist keiner bereit.

Jeder fürchtet den anderen und bewaffnet sich bis an die Zähne, *
Vertrauen ist zum Fremdwort unter den Völkern geworden.

Millionen werden ausgegeben für Waffen, *
und Millionen sterben jährlich an Hunger.

Warum ist das nötig, ich kann es nicht begreifen, *
dass Menschen sich mit Bomben voreinander schützen
und anderen fehlt das Brot zum Leben.

Auch deine Schöpfung, Herr, liegt im Stöhnen, *
zu einem Rohstofflager, von dem er sich nimmt, was er will.

Wie aber wird es aussehen, wenn alles verbraucht ist, *
was wird uns bleiben, wenn Wasser, Wald und Boden
kein Leben mehr haben?

Was werden unsere Nachkommen einmal sagen, *
wenn sie zu spüren bekommen, was wir ihnen hinterlassen?

Vielleicht werden sie uns verfluchen, *
in die Hölle wünschen mit all unseren Machtwerken.

So stehe ich hier und bitte um Frieden, Herr, *
unter den Menschen und mit der Natur.

Ich spüre soviel, was mich mutlos macht, *
doch auch viele Hoffnungszeichen
kann ich entdecken am Horizont.

Ich sehe Menschen, die sich zusammenschließen, *
um miteinander für den Frieden zu beten.

Ich sehe Menschen aller Völker und Nationen, Religionen und Konfessionen, *
denen der Friede zum Anliegen geworden ist.

Ich sehe Menschen in Gruppen und Initiativen, *
die ihren Lebens- und Umgangsstil ändern.

Ich sehe Menschen, die Konflikte anders zu lösen versuchen *
als mit Gewalt und Bedrohung.

Dies macht mir Mut, Herr, und gibt mir die Möglichkeit, *
mich mit diesen Menschen zusammenzuschließen
auf dem Weg zu einem friedlichen Miteinander.

Denn im Grunde meines Herzens vertraue ich darauf, *
dass diese Erde in dein Friedensreich einmündet.

Du, Herr, wirst dich letztlich durchsetzen, *
und nicht die Mächte der Zerstörung und Vernichtung.

Du wirst die Herzen der Menschen von Grund auf bekehren *
und sie mit dem Geist der Liebe und des Friedens erfüllen,

darauf hoffe ich, und das gibt mir die Kraft, *
zu arbeiten für eine bessere Welt.

Denn ich weiß, du stehst auf der Seite des Lebens *
und nicht des Todes und Verderbens.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Was bringt das ganze Beten für den Frieden? Nutzt es was? Hilft es wem? Rechnet sich die Zeit, die wir aufbringen?
Habe ich schon oft drüber nachgedacht. Natürlich tut es gut mit Euch hier zusammen zu kommen. Viele von uns kommen seit 18 Jahren.
Es fällt auf, wenn bekannte Gesichter fehlen. Einige sind schon gestorben, manche können nicht mehr kommen.
Wir beten weiter – aber was bringt es.
Ich will mal anfangen, warum ich gerne noch Jahre weiter machen möchte. Ich versuche zu sagen, welchen Frieden es mir bringt mit euch zu beten?
Und dann gebe ich das Micro einfach weiter.
Euch fällt sicher auch was ein. Macht nichts, wenn sich manches wiederholt – im Gegenteil.
meditative Musik
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Ein Spatz sah, dass der große Prophet Abraham von Nimrod ins Feuer geworfen wurde und flog sofort zu einer Wasserstelle, nahm den Schnabel voll mit Wasser und flog zur Feuerstelle, um das Wasser dort abzulassen. Leider war sein Schnabel nur so klein, dass nur wenige Tropfen darin Platz hatten, und so flog er unermüdlich immer wieder hin und her und ließ seine wenigen Tropfen über dem großen Feuer ab, während das Feuer größer und größer wurde. Als ein anderer Vogel das sah, sprach er den Spatz an und fragte: „Weißt Du denn nicht, dass Du mit Deinen mickrigen wenigen Tropfen nichts gegen dieses riesige Feuer ausrichten kannst?“ Der Spatz antwortete: „Ich weiß, dass meine Tropfen nichts ausrichten. Aber wenn der Tag des Gerichtes kommt und ich gefragt werde, was hast Du getan, als der große Prophet ins Feuer geworfen wurde, da will ich nicht verschämt dastehen. Ich tue, was ich kann. Und wenn hunderttausende Vögel solche mickrigen Tropfen über dem Feuer abwerfen würden, dann könnten wir es löschen. Ich bin aber nur verantwortlich für mich selbst “

Gemeinsam können wir die Welt da, wo wir leben ein bisschen freundlicher und heller machen. Gemeinsam lasst uns einander an die Hand nehmen und einstimmen in das Gebet, das Jesus mit seinen Freunden auch gebetet hat:
Vater Unser ….

Verpflichtung zum Frieden

Der Friede beginnt mit der Vergebung, er beginnt mit dem Freispruch.
Zur Freiheit hat uns Gott befreit und zum Frieden hat er uns fähig gemacht.
Fangt bei euch selbst an:
Euren Hass zu besiegen,
andere nicht mehr zu zerstören,
sie nicht mehr fertig zu machen.
Fangt bei euch selbst an:
Euren Mut umzuwandeln in phantasievolle Kraft,
durchbrecht das alte Prinzip:
Auge um Auge – Zahn um Zahn.
Ihr fangt dann an, so zu leben, wie Jesus lebte.
Wenn ihr für den Frieden eintretet, – dann ohne Hass,
wenn ihr für den Frieden arbeitet, – dann ohne Streit,
wenn ihr auf den Frieden hofft, – dann ohne Angst,
denn Gott sagt:
Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst,
ich habe dich bei deinem Nahmen gerufen,
du bist mein.

Wir bitten um Gottes Segen:

Vor Beginn dieser Nacht bitten wir Dich Gott, Mutter und Vater, Bruder und Freund:

  • Segne alle Menschen, die von Schmerzen geplagt werden – mögen sie Linderung finden und Schlaf.
  • Segne die Sterbenden – möge Dein Engel sie an die Hand nehmen.
  • Segne die weltweit traumatisierten Kinder – mögen sie von Menschen, die sie lieben umarmt werden.
  • Segne die Einsamen und Verlassenen – mögen sie deine Nähe spüren.
  • Segne die Zerstrittenen in den Familien – mögen sie die Kraft finden die Hand zur Versöhnung zu reichen.
  • Segne die Eltern – mögen sie ihren Kindern nie die Tür schließen.
  • Segne alle Christen – mögen sie Gottes Liebe auch leben.
  • Segne die Muslime, die Juden, alle Menschen, die an einen liebenden Gott glauben – möge ihr Leben gelingen.
  • Segne jeden von uns – möge die Chance, die wir jeden Tag neu von Dir erhalten von uns mit christlichem Tun erfüllt werden.
    So segne euch der in der Liebe allmächtige Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist.

 LIED: Ein kleines Lied vom Frieden (Katja Epstein)

Antworten nach dem Gottesdienst eingefügt:
– die Gemeinschaft tut einfach nur gut (mehrfach)
– das eigene Verhalten im Denken und Tun ändert sich
– nach jedem „Friedensgebet“ gestärkt nach Hause gehen
– beim gemeinsamen Gebet fühlt man sich als Gemeinschaft der Glaubenden
– man ist schneller bereit sich wieder zu vertragen
– es wird kritischer betrachtet was einem erzählt wird

Friedensgebet St. Marien Kaunitz Advent 2018

Friedensgebet St. Marien Kaunitz Advent 2018

Begrüßung:

Deine Stimme hat uns gerufen, Gott, auch an diesem Tag.
Du sprichst und rufst ein Wort, das Antwort verlangt.
Wo Taubheit ist, da bist du nicht.

Deine Stimme hat uns gerufen, Gott.
Dein Wort hat uns geschaffen.
Du hast uns zusammengefügt – als Menschen. – Aber lass uns neue Menschen sein.

Wir haben ein Ziel, das vorausliegt.
Wir spielen uns ein auf deine Zukunft.
Wir bitten darum, dass wir einander nicht schaden,
sondern mit Sinn und Fruchtbarkeit erfüllen,
was heute noch sinnlos und unmenschlich ist.

Du hast deine Wohnung unter uns genommen, Gott.
Und überall, wo Menschen leben, bist du zugegen.
Lass uns deshalb deine Gegenwart ehren und gib uns Kraft,
einander aufzubauen zu deiner Stadt auf Erden,
wo du uns Licht bist und in der die Liebe wohnt.

Petrus 3,8-12:
Seid alle eines Sinnes, voll Mitgefühl und brüderlicher Liebe, seid barmherzig und demütig!
Vergeltet nicht Böses mit Bösem.
Stattdessen segnet, denn ihr seid dazu berufen, Segen zu erhalten.
Es heißt nämlich: Wer das Leben liebt und gute Tage sehen möchte, der soll nichts Böses und Falsches sagen.
Meide das Böse und tue das Gute. Suche den Frieden und jage ihm nach.
Denn die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten, er sieht ihre Bitten; aber das Gesicht des Herrn richtet sich gegen die Bösen.

LIED: Ins Wasser fällt ein Stein

Bei Matthäus heißt es:
Weiter sage ich euch: alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Du hast uns viel Macht gegeben

Du Schöpfer dieser Welt.
Wir leben von deiner Güte und Weisheit.
Die Welt gehört nicht uns, sie gehört dir.
Unsere Wissenschaft geht deinen Gedanken nach.
Unsere Technik verlässt sich auf deine Gesetze.
Unsere Wirtschaft lebt von deinen Gütern.
Unsere Politik ist dir verantwortlich.
Wir danken dir für Geist und Kraft der Menschen, denn Geist und Kraft sind von dir.
Du hast uns den Frieden anvertraut, die Freude und das Glück aller Menschen.
Wir bitten dich für jeden Menschen auf dieser Erde, dessen Frieden und Glück in Gefahr sind.
Wir bitten dich, bewahre uns den Frieden und bewahre uns davor,
den Frieden anderer zu gefährden; den Frieden unserer Familien, Freunde und Nachbarn und aller, denen wir begegnen.
Gott, uns Menschen ist viel Macht gegeben.
Was deine Weisheit geschaffen hat, ist uns unweisen Menschen anvertraut.

Was du gegeben hast, damit wir leben können,
ist Gefahr geworden für unser aller Leben.
Wir möchten dir danken für deine Welt.
Wir möchten einander schützen vor Gewalt und Hass.
Wir möchten deine Gaben behüten: die Menschen, ihr Glück und das Leben alles Lebendigen.
Wir bitten dich, Schöpfer dieser Welt,
hilf uns und gib Gelingen. AMEN

LIED: 221 1+2+5 Kündet allen in der Not

Gott, wir suchen Frieden: Für die Menschen in unserem Land. Für die Menschen in der ganzen Welt. Wir suchen Frieden mit deiner Schöpfung. Wir suchen Frieden zwischen den Religionen, zwischen katholischen und evangelischen Christen und in unserer Kirche. Wir suchen Frieden miteinander, mit uns selbst, und mit dir.

Gott, wir sehen Kriege. Wir sehen, dass die Erde ausgebeutet wird. Wir sehen Hass und Gewalt. Wir erleben Krisen, Krankheit, Leid und Tod. Wir sehen, dass viele Menschen dich vergessen haben. Aber wir erleben immer wieder Zeichen deiner Nähe.

Gott, wir danken dir für alle, die sich für Frieden einsetzen, für Gerechtigkeit – heute und in der Zukunft. Wir danken dir für deinen Sohn, Jesus Christus. Er ist unser Friede. Er hilft uns, Friedensstifter zu sein.

Krieg und Frieden  eine Geschichte aus der Zeitung „Die Zeit“
Der erste Weihnachtsfeiertag verlief in meiner Kindheit immer gleich.
Meine Mutter briet unter unweihnachtlichen Flüchen eine Gans, mein Vater saß in seinem Arbeitszimmer und tat so, als gehöre er nicht zur Familie, meine Brüder und ich lungerten vor der Küche herum und stritten, wer gleich beim Essen Brust oder Keule des Vogels erhalten würde.
In einem Jahr – es muss 1979 oder 80 gewesen sein – teilte unsere Mutter mit, dass wir am ersten Feiertag Gäste erwarteten: drei junge Männer aus Eritrea .
Sie seien wegen des Unabhängigkeitskrieges gegen Äthiopien aus ihrem Land geflohen und hätten Zuflucht in unserer schönen Heimatstadt Ulm gefunden. Nun gelte es, sie willkommen zu heißen und ihnen das Einleben zu erleichtern.

Mein jüngerer Bruder wandte besorgt ein, der Gänsebraten sei nicht groß genug für so viele Personen. Auch mein anderer Bruder und ich waren nicht begeistert von der Aussicht, mit fremden Männern aus einem fremden Land Weihnachten zu feiern.
„In welcher Sprache sollen wir denn mit denen reden?“, fragte ich. „Die sprechen Italienisch“, gab meine Mutter zurück, „Eritrea war italienische Kolonie.“ Na toll, dachte ich. Die Einzige in der Familie, die Italienisch konnte, war ich.

Die Gäste kamen und wurden uns vorgestellt. Einer hieß Fitui, der zweite Mussjeh, an den Namen des dritten erinnere ich mich nicht. Sie kamen uns vor wie die drei Könige aus dem Morgenland, nur dass sie nicht prächtig angezogen waren und keinen Weihrauch und keine Myrrhe mitbrachten. Sie waren schüchtern, antworteten zurückhaltend auf unsere Fragen. Irgendwann stellte sich heraus, dass sie neben Italienisch auch ein wenig Englisch sprachen, und so wurde die Kommunikation allmählich lebhafter.

Es wurde der einzige Weihnachtsfeiertag, an dem mein kleiner Bruder vergaß, sich mit uns um das Bruststück der Gans zu streiten. Gebannt lauschten wir den Erzählungen der Männer von den Kämpfen der eritreischen Rebellenbewegung EPLF, von ihrer Sehnsucht nach Unabhängigkeit und der Sorge um ihre Angehörigen, die in Eritrea zurückgeblieben waren.
Der Älteste von ihnen, Fitui, war verheiratet, seine Frau wartete in einem Flüchtlingslager auf ihre Ausreise, und er hatte keine Ahnung, ob er sie je wiedersehen würde.
An diesem Tag begriffen wir Kinder zum ersten Mal die Bedeutung des Wortes Frieden und wie es ist, wenn man nicht – wie wir – im Frieden lebt, sondern im Krieg. Es wurde uns bewusst, dass es völlig andere Realitäten gibt als die schwäbische Kleinstadtidylle, die wir bis dahin kannten.

Fitui und Mussjeh leben heute noch in Ulm. Sie haben Kinder, die inzwischen erwachsen sind, und meine Mutter wird zu ihren Familienfesten eingeladen. Jedes Jahr an Weihnachten erinnere ich mich an die Begegnung mit den drei Königen aus dem Morgenland und bin dankbar, dass sie mir damals ein viel wertvolleres Geschenk gemacht haben als Weihrauch und Myrrhe: Sie haben meinen Blick auf die Welt erweitert.

LIED: 225 Wir ziehen vor die Tore der Stadt

Wunschzettel
A: Zu Weihnachten wünsche ich mir …

U: … nicht nur etwas für mich selbst.

A: Ich wünsche mir, dass Menschen, die einsam sind, Freunde finden.

U: Ich wünsche mir, dass Menschen, die keine Träume haben, das Träumen lernen.

A: Ich wünsche mir, dass Menschen, die Hunger leiden, satt werden.

U: Ich wünsche mir, dass Menschen dort, wo Krieg herrscht, den Frieden kennen lernen.

A: Ich wünsche mir, dass Kinder anderswo auf der Welt, die nicht zur Schule gehen können, etwas lernen dürfen.

U: Ich wünsche mir, dass Kinder nirgendwo und niemals misshandelt oder missbraucht werden.

A: Zu Weihnachten wünsche ich mir …

U: … dass alle Menschen auf der Welt zu einer großen Familie werden…

A: … dass sie miteinander feiern, singen und teilen.

U: Ich wünsche mir, dass sie die Welt zu einem Ort machen, an dem alle gut leben können –
so wie du es für deine Schöpfung gewollt hast.

(Wir versammeln uns vor der Krippe) VATER UNSER  (an die Hand nehmen)
(Als Zeichen des Friedens und der Versöhnung zeichnen wir unserem Nachbarn rechts und links ein
Kreuz auf die Stirn)


Viele Wege haben uns hier zusammengeführt.
Täglich gehen wir Wege, die uns mit anderen Menschen zusammenführen,
und Wege, die uns trennen.
Manchmal brauchen wir Mut und Hilfe, um Wege des Friedens zu gehen.
Wege des Friedens entstehen nur, wenn wir sie gehen,
wenn wir mutig den Weg unter die Füße nehmen und auf andere zugehen.
Jesus Christus ist für uns zum Weg geworden.
Im Vertrauen auf ihn können wir den Weg gehen, den er uns gezeigt hat.
Sein Weg war ein Weg des Friedens und der Liebe.
In Jesus ist Gott zu den Menschen gekommen und hat Schritte des Friedens gewagt.

Jesus Christus, der in unserer Mitte ist, will unsere Schritte auf den Weg des Friedens lenken.
Wir können das schaffen!
Dazu gebe uns Kraft und segne uns der treue und liebende Gott, der Vater mit dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen
Euch und Euren Familien wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest, Frieden in der Familie und vor allem Frieden in Euch selbst.
Danke für das Mitbeten in diesem Jahr. Mich haben diese Friedensgebete ganz schön verändert, zum Heiligenschein fehlt noch ein bisschen – aber wir machen weiter.
Kommt gut nach Hause – und jetzt singen wir noch:

LIED: 233 O Herr, wenn Du kommst

Friedensgebet 28.11.2018 „Friede auch mit dem Nächsten“

Friedensgebet 28.11.2018 „Friede auch mit dem Nächsten“

LIED: 383 Ich lobe meinen Gott

BEGRÜSSUNG:

Im Alten Testament, bei Jesaja heisst es: Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ (Jer. 29,11).
Gott hat ausschließlich positive Gedanken über uns Menschen.
Sie verfolgen nur ein Ziel – uns Frieden, Hoffnung und eine Zukunft zu geben.

Das alte Kirchenjahr ist in drei Tagen vorbei. Viel ist passiert. Gutes und weniger Erfreuliches. Wir haben viele Menschen getroffen, mit ihnen gesprochen und manches gemeinsame Erlebnis gehabt. Wir haben uns gemeinsam gefreut und vielleicht auch geweint.
Können wir somit das alte Jahr abschließen, zuklappen, das neue starten?
Ist alles im grünen Bereich, alles not-wendige erledigt?
Alles in Ordnung?

Hören wir eine kurze Geschichte:
Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der hatte aber keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum Spielen. Also überlegte er, womit er den Knaben beschäftigen könnte.
Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde.
Dieses Bild riss er aus und zerschnipselte es dann in viele kleine Teile.
Das gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sei.
Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann das Puzzle.
Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild.
Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe.
Das Kind sagte: „Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet.
Den habe ich richtig zusammengesetzt.
Und als der Mensch in Ordnung war, da war es auch die Welt.“

Lasst uns das alte Jahr in Ordnung bringen. Lasst uns Frieden machen mit allem was uns belastet, mit allem Unfrieden im Kopf und im Herzen.
Auf einer bayrischen Grabtafel stand der Satz: „Hier liegen meine Gebeine, freu Dich, es sind nicht Deine!“  – Noch nicht, noch haben wir die Chance, Dinge gerade zu rücken und Gedanken, Worte und Taten der Versöhnung zu finden.
Wenn gleich jeder eine Kerze nach vorne bringt, entzündet und in das Kreuz steckt, lasst uns in Ruhe überlegen:
– Wen können wir nicht leiden – sind wir wirklich besser?
– Wer wartet vielleicht auf unseren liebevollen Anruf?
– Wer braucht endlich die Hand der Versöhnung von uns?
– Wer freut sich, wenn wir wieder Kontakt zu ihm finden?
– Gehen wir wirklich den ersten Schritt zum Frieden?

(30 dünne Kerzen vorbereitet. Ein hohles Holzkreuz mit trocknem weißem Sand gefüllt, Weihrauchfass mit Kohle und Körner vorbereitet.)

Wenn jetzt jeder einzeln nach vorne geht, eine Kerze entzündet und unsere guten Vorsätze wie Weihrauch zum Himmel steigen, haben wir alle Zeit der Welt.                        —      MUSIK


Dieser Tag wird vorbeigehen.
Dieses Jahr wird vorbeigehen.
Dieses Leben, wie es jetzt ist, wird vorbeigehen.
Dein Leben wird vorbeigehen.
Das Leben der Menschen, die du liebst, wird vorbeigehen.
Nichts ist selbstverständlich.
Es ist genau jetzt die richtige Zeit, Menschen, Dingen und Lebensumständen unsere größtmögliche Wertschätzung zu schenken.
Es ist unser eigener Blickwinkel, der darüber entscheidet, ob wir jemanden oder etwas wertschätzend oder nicht wertschätzend behandeln.

 „In einem Flüchtlingslager in Malawi begegne ich einem Mann, der gefoltert wurde. Er zeigt mir seine schwer zu ertragenden Narben.
Später kommt sein Peiniger ebenfalls in dieses Lager und wird sein Nachbar.
Es herrscht die pure Angst.
Dieser Flüchtling hat genug Geld gespart, um seinen Peiniger ermorden zu lassen. Als er mit mir darüber spricht, habe ich den Eindruck, dass dieses Projekt schon recht fortgeschritten ist.
Ich habe einen trockenen Mund.
Die Angst hat etwas Ansteckendes.
Was kann man sagen, wenn es keine Worte gibt?
Er kommt abends zu mir, um seinen Plan detailliert darzustellen. Ich habe keine Worte vor so viel Schmerz.
Etwas in mir bringt mich dazu, die Hände des jungen Mannes in meine zu nehmen.
Ich höre mich selber sagen: „Du wirst es nicht tun und ich werde dir sagen, warum.“
Wir schweigen lange und ich sehe wie sich sein Gesicht mit Schmerz überzieht, als stünde er seinem Peiniger gegenüber.
Er flüstert: „Warum denn nicht?“
Ich höre mich sagen: „Weil du ihm dann ähnlich würdest.“

Wir wollen uns an die Hand nehmen und mit innerem Frieden das Gebet sprechen, das Jesus seinen Freunden gelehrt hat:
VATER UNSER

Damit es Frieden in der Welt gibt,
müssen die Völker in Frieden leben.

Damit es Frieden zwischen den Völkern gibt,
dürfen sich die Städte nicht gegeneinander erheben.

Damit es Frieden in den Städten gibt,
müssen sich die Nachbarn verstehen.

Damit es Frieden zwischen Nachbarn gibt,
muß im eigenen Haus Frieden herrschen.

Damit im Haus Frieden herrscht,
muß man ihn im eigenen Herzen finden.   Laotse

Dass wir dazu die Kraft haben, segne uns der treue und friedliebende Gott:
Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

LIED: Herr, gib mir Mut zum Brücken bauen

 

 

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 24.01.2018

 

LIED: CD Let there the peace on earth

 Begrüßung:
Weihrauch anzünden!

Gebet:   Herr, unser Gott,
vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang
bist Du mit uns Menschen auf dem Weg durch die Zeit.
Zu deiner Ehre und Dir zum Dank haben wir den Weihrauch entzündet,
der zusammen mit unseren Gebeten zu dir aufsteigt.
Schau uns an, verliere uns nicht aus dem Blick,
nimm uns an die Hand und gib uns Deinen Geist.
Schenke uns und der ganzen Welt deinen Frieden
und lass uns unseren Beitrag leisten, jeden Tag wieder neu.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Friede –  wie geht Frieden?
Ich liebe Dich!

Unsere Augen strahlen,
meine Hand streichelt Dein Gesicht.
Du bist voller Wunder,
ein geheimnisvolles Geschenk.
Mein Herz schlägt 1000-mal,
nur Liebe ist in mir.
Das ist unser Gott!

Friede –  wie geht Frieden?
Ich sehe Dich!

Du hast mir weh getan,
dunkel sind meine Gedanken.
Zorn und Trauer kommen auf.
Ein Schrei – Herr, hilf mir!
Ein Echo kommt zurück –
ein wunderbarer Tag!
Die Sonne geht stets wieder auf,
weil ich Dich liebe.

Friede –  wie geht Frieden?
Ich denk an Dich!

Die Zeit war wunderbar,
die Sonne schien zu jeder Stunde.
Ein Wort nur – schnell gesagt,
und alles lag in Schutt und Asche.
Als es begann – es war so schön,
Erinnerung, die gibt mir Kraft.
Komm, wir bauen wieder auf.
Wir wollen das!

Friede –  wie geht Frieden?
Ich denk an mich!

Ich erschrecke und es schaudert mich,
wenn ich mein Innerstes betrachte.
Ich will das Dunkel nicht,
die Bilder und Gedanken,
wär´ da nicht noch das kleine Licht.
Ich danke Dir, du Gott und Mensch,
Du liebst mich einfach so – machst hell!
Ein neuer Tag beginnt. – Shalom!  AS17

LIED: Der mich atmen läßt 1-4

(gemeinsam)
Gott, Freud und Leid,
die wir tragen,
sind dir nicht gleichgültig,
unser Leben und Glück
sind deine große Sorge,
unser Friede ist der deine.
Wir danken dir,
dass du in allen deinen Menschen zugegen bist.
Wir bitten dich:
Lass uns von Tag zu Tag
wachsen in deinem Bund,
der neu und ewig ist,
solange wir leben
und in Ewigkeit.
nach Huub Oosterhuis

Friedensgesten

Friedensgesten sollen erwachsen
zwischen mir und den Menschen die es mir manchmal schwer machen.
Friedensgesten sollen erwachsen
wo ich es mir zu leicht mache mit meinen Vorurteilen.
Friedensgesten sollen erwachsen
immer wieder unvermutet Hoffnung schenken.
Friedensgesten sollen erwachsen
auch wenn mein guter Wille oft enttäuscht wurde.
Friedensgesten sollen erwachsen
ohne zu wissen, ob man meine Absicht versteht.
Friedensgesten sollen erwachsen
damit aus Feinden Freunde werden.
Friedensgesten sollen erwachsen
wenn wir uns den Himmel auf Erden wünschen.
Friedensgesten sollen erwachsen
mit aller uns möglicher Fantasie.
Friedensgesten sollen erwachsen
und die Erde für unsere Kinder bewahren.
Friedensgesten sollen erwachsen
Damit ich den Menschen alle Ehre mache,
denn wir sind ein Abbild Gottes. 

Fürbitten

  1. Gott, unser Vater, Krieg, Gewalt und Terror sind Alltag für viele Menschen. Wir bitten dich
    um Frieden und Versöhnung zwischen verfeindeten Völkern und Volksgruppen, zwischen
    Religionen und Weltanschauungen, zwischen Armen und Reichen.

Herr, erhöre unser Gebet. – Und lass unser Rufen zu dir kommen.

  1. Gott, unser Vater, wir bitten dich besonders für den Frieden im Heiligen Land, in dem dein
    Sohn Jesus Christus den Frieden verkündet hat, für die Verständigung zwischen Juden,
    Moslems und Christen, zwischen Israelis und Arabern, zwischen Religiösen und Säkularen.

Herr, erhöre unser Gebet. – Und lass unser Rufen zu dir kommen.

  1. Gott, unser Vater, wir bitten dich für alle, die wegen ihrer Religion oder Weltanschauung
    benachteiligt, verfolgt oder getötet werden, um Geduld, Ausdauer und Schutz vor ihren
    Verfolgern.

Herr, erhöre unser Gebet. – Und lass unser Rufen zu dir kommen.

  1. Gott, unser Vater, wir bitten dich für die Menschen, die auf der Flucht sind oder die aus
    ihrer Heimat vertrieben werden. Lass sie wieder Heimat finden und schenke ihnen ein Herz,
    das zur Versöhnung bereit ist.

Herr, erhöre unser Gebet. – Und lass unser Rufen zu dir kommen.

  1. Gott, unser Vater, wir bitten dich für alle, die durch Krieg, Gewalt oder Terror einen lieben
    Menschen verloren haben. Tröste sie in ihrem Leid und gebiete der Vergeltung Einhalt.

Herr, erhöre unser Gebet. – Und lass unser Rufen zu dir kommen.

  1. Gott, unser Vater, wir bitten dich für alle, die Krieg, Gewalt und Terror über andere
    Menschen bringen. Schenke ihnen Einsicht und Umkehr, damit sie Wege des Friedens
    finden.

Herr, erhöre unser Gebet. – Und lass unser Rufen zu dir kommen.

  1. Gott, unser Vater, wir bitten dich für alle Menschen, reinige unsere Herzen von Hass,
    Neid, Habsucht und Vergeltung. Schenke uns Gedanken und Wege der Verständigung und
    Versöhnung.

Herr, erhöre unser Gebet. – Und lass unser Rufen zu dir kommen.

  1. Gott, unser Vater, hilf uns, nicht nachzulassen im Einsatz für Frieden und Versöhnung, um
    Mut zur Verständigung, um Kraft und Ausdauer.

Herr, erhöre unser Gebet. – Und lass unser Rufen zu dir kommen.

Allmächtiger Gott, du schenkst den Frieden, den die Welt nicht geben kann. Sende uns den
Geist des Friedens. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

LIED: CD Wann ist denn endlich Frieden

VATER UNSER

(gemeinsam) Du bist unser Schöpfer
Gott, du bist unser Schöpfer,
deinen Namen würde ich am liebsten
in den Himmel schreiben,
damit alle Menschen auf der Welt erkennen:
Du bist größer als der Himmel und die Erde.
Die Kinder und Säuglinge,
wenn sie singen und lachen,
wenn sie plappern – sie loben dich,
weil du uns beschützt vor allen Feinden
und schlimmen Leuten.
Wenn ich aber den Himmel betrachte,
den Mond und die Millionen Sterne,
die heiße Sonne spüre,
dann komme ich mir so klein,
so nichtssagend vor.
Warum nimmst du uns an die Hand, Gott?
Warum denkst und sorgst du für uns?
Für mich ist das unbegreiflich,
dass du uns zu deinem Ebenbild geschaffen hast,
gute Menschen, die deine Schöpfung beschützen sollen:
Schafe und Rinder, die wilden Tiere;
die Vögel am Himmel und die Fische im Meer,
die großen Bäume und das kleine Vergissmeinnicht.
Gott, du bist unser Schöpfer,
dein Name soll groß am Himmel stehen;
denn du sagst „Ja“ zu uns,
bevor wir überhaupt sprechen können.
So bist du unser Herr,
und sonst ist keiner mehr Herr über uns.
Mit Deiner Kraft wollen wir unseren Auftrag annehmen
und die Welt friedvoller und Dir ähnlicher werden lassen. Amen 

Dazu segne uns alle der Herr,
Er erfülle unser Herz mit
Ruhe und Wärme,
unseren Verstand mit Weisheit,
unsere Augen mit Klarheit und
Lachen, unsere Ohren mit
Musik, unseren Mund mit Jubel,
unsere Nase mit Wohlgeruch,
unsere Hände mit Zärtlichkeit,
unsere Arme mit Kraft,
unsere Beine mit Schwung,
unsere Füße mit Tanz, unseren
ganzen Leib mit Wohlbefinden.
So lasse der Herr alle Zeit
seinen Segen auf uns ruhen,
im Namen des Vaters und des
Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

LIED: Der mich atmen läßt 5-8