Friedensgebet St. Marien Kaunitz 12. Januar 2022

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 12. Januar 2022

Lied: Wir ziehen in den Frieden  Udo Lindenberg

Begrüßung
Ein gutes und gesegnetes neues Jahr wünsche ich Ihnen und Euch an diesem ersten Friedensgebet in 2022. Nicht zuletzt auch: ein friedliches neues Jahr! Frieden für unsere Welt, im Kleinen wie im Großen: Den wünschen sich so viele. Nicht zuletzt diejenigen, die in ihrer Kindheit oder sogar später noch Krieg erlebt haben. Viele sehnen sich auch nach dem Frieden im Persönlichen, nach Versöhnung in der Familie. Frieden, der ist ja nicht selbstverständlich. Wir wünschen ihn uns manchmal sehr herbei. Und viele, so wie wir, beten deshalb auch für den Frieden.

„Friede auf Erden!“ Das haben die Engel bei Betlehem vor über 2000 Jahren gesungen. Und so viel blutige Taten sind noch gefolgt. Und immer noch sterben heute Menschen in blutigen Kämpfen und durch Bomben, im Jemen und in Syrien, in Kolumbien oder Mexiko, sogar bei uns in Europa, in der Ukraine.

Was nur können wir tun, damit mehr Friede wird auf dieser Erde? Was kann ich persönlich tun? Ich bin überzeugt: mehr, als ich manchmal denke. Natürlich, die hohe Politik und die niederen Beweggründe vieler Mächtiger, die kann ich kaum beeinflussen. Aber: In Maßen kann ich doch etwas tun für den Frieden auf dieser Erde, auch im Großen, das glaube ich ganz fest.

Der Friede hat ja vor allem auch mit Gerechtigkeit zu tun. Mit gerechten und fairen Verhältnissen. Wo die nicht herrschen, brechen schnell Streit und Krieg aus. Das wusste schon die Bibel. Der Prophet Jesaja zum Beispiel nennt Frieden und Gerechtigkeit immer wieder in einem Atemzug. Und auch heute könnte man so rufen: Wehe ihnen! Es gibt sie ja noch immer, diese Unterdrückung der Armen. Zum Beispiel in Peru, Brasilien oder Kolumbien. Indigene, die von ihrem Land vertrieben werden, weil man dort Rohstoffe gewinnen – oder riesige Rinder- oder Sojafarmen anlegen will. Menschen dort in Südamerika müssen außerdem für billigsten Lohn auf Plantagen oder in Fabriken arbeiten. All das hat auch mit uns zu tun, in Europa. Wir profitieren von der Ungerechtigkeit und dem Unfrieden auf dieser Erde.

Frieden schaffen im neuen Jahr: Das kann deswegen tatsächlich im Supermarkt beginnen: indem ich kein billiges Rindfleisch kaufe. Indem ich Produkte mit Palmöl stehen lasse. Und so oft wie möglich zu fair gehandelten Produkten greife, zu fairem Kaffee, auch zu fair produzierter Kleidung. Friede und Gerechtigkeit und auch die Bewahrung der Schöpfung gehören zusammen. Ich ganz persönlich kann etwas ändern, ich kann Frieden stiften, mit jedem Einkauf, den ich tätige für eine gerechtere Welt.

Es tut mir in der Seele weh, mir vorzustellen, wie viele Millionen Kinder auf dieser Erde in Unfrieden und auf der Flucht leben müssen.

Ich glaube: So fängt der Friede an. So kann er wachsen. Wenn ich Menschen offen begegne, ohne Überheblichkeit und Vorurteile. Ich will das im neuen Jahr immer wieder versuchen. Mich im Großen gegen Krieg und Waffen einsetzen. Und im Kleinen den Menschen friedlich begegnen. Und ich werde wie heute und jeden Mittwoch auch immer dafür beten: dass der Frieden sich durchsetzt. „Gib uns Frieden, Herr! Dona nobis pacem!“ Damit die Botschaft der Engel irgendwann wahr wird: Friede auf Erden!

Kyrie

Zu dir, Gott, Schöpfer der Welt, kommen wir,
mit unserer Sorge um den Frieden.
Wir schämen uns, weil wir zum Unfrieden beitragen:
mit unserem Wirtschaften,
mit unserem Lebensstil,
durch rassistische Worte und nationalistische Politik.
All das spaltet deine Schöpfung, zerstört deine Geschöpfe.
Vergib uns unsere Schuld,
Kyrie eleison.

Zu dir, Bruder Jesus, kommen wir.
Du hast uns gezeigt, wie Frieden geht:
Miteinander, füreinander.
„Genug“ sagen und einfach leben.
Die Schwachen und Kleinen im Blick.
Lass uns deinem Ruf zu Buße und Umkehr folgen.
Kyrie eleison

Geistkraft des Friedens,
erfülle uns mit bleibender Sehnsucht:
nach Frieden, nach Gerechtigkeit,
nach Gottes Reich, das mitten unter uns ist.
Hier und heute. Jetzt und überall.
Kyrie eleison

Umkehren zum Frieden wollen wir
und in der Welt Frieden wachsen lassen.
Zur Ehre Gottes und zum Wohl unserer Nächsten.
Zur Freude unseres Herzens und für ein Leben in Fülle.
In Jesu Namen, Amen

Lied: Das weiche Wasser  Bots

Schwestern und Brüder,
Wenn es stimmt, dass Reichtum glücklich macht,
sollten wir unser Handeln nur noch am Gewinn orientieren.
Wenn es stimmt, dass der Stärkere immer gewinnt,
sollten wir weiterhin aufrüsten und zuschlagen.
Wenn es stimmt, dass sich eh nichts ändert,
sollten wir bequem sitzen bleiben.
Schwestern und Brüder,
Wenn es aber stimmt, dass den Armen das Reich Gottes gehört,
lasst uns noch heute ihre Solidarität suchen.
Wenn es stimmt, dass die Gewaltlosen das Land erben,
lasst uns noch heute Gewaltlosigkeit einüben.
Wenn es stimmt, dass die reinen Herzens Gott schauen,
lasst uns noch heute mit der Umkehr beginnen.
Wenn es stimmt, dass die Friedensstifter Kinder Gottes sind,
lasst uns noch heute dem Frieden nachjagen.
Wenn es stimmt, dass der Geist Gottes
Hoffnungslosigkeit in Hoffnung,
Mutlosigkeit in Mut,
Verdorrtes in Leben wandelt,
lasst uns noch heute dem Geist Gottes trauen,
uns seinem schöpferischen Wirken öffnen
und handeln.

Wir beten gemeinsam:
Ich glaube an Gott, der die Liebe ist
und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.
Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren,
an die Stärke der Waffen,
an die Macht der Unterdrückung.
Ich glaube an Jesus Christus,
der gekommen ist, uns zu heilen,
und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.
Ich glaube nicht, dass Kriege unvermeidbar sind,
dass Friede unerreichbar ist.
Ich glaube nicht, dass Leiden umsonst sein muss,
dass der Tod das Ende ist,
dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.
Ich glaube, dass Gott für die Welt eine Ordnung will,
die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet,
und dass alle Männer und Frauen
gleichberechtigte Menschen sind.
Ich glaube an Gottes Verheißung
eines neuen Himmels und einer neuen Erde,
wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.
Ich glaube an die Schönheit des Einfachen,
an die Liebe mit offenen Händen,
an den Frieden auf Erden. Amen

Lied: Wes hall overcome

Lasst uns die Hände öffnen, damit Gott uns beschenken kann und dann gemeinsam beten, wie Jesus schon mit seinen Freunden gebetet hat:
Vater Unser …..

Segen
Den tiefen Frieden im Rauschen der Wellen

wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden im schmeichelnden Wind

wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden über dem stillen Land

wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden unter den leuchtenden Sternen

wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden vom Sohn des Friedens

wünsche ich dir.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

LIED: Hevenu shalom alechem

Friedensgebet 15.12.21 Erinnerungen und der Frieden mit sich selbst

Nachfolgendes Friedensgebet haben mein Enkelkind Teresa und ihre beste Freundin Neele (beide 13) selbst erdacht inclusive alle Texte. Ich bin als Opa wahnsinnig stolz!!

Begrüßung: Herzlich Willkommen zu unserem Friedensgebet mein Name ist Teresa und das ist meine beste Freundin Neele. Unser heutiges Thema ist Erinnerungen und der Frieden mit sich selbst.  Wir beginnen diese Wortgottesfeier im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. 

Nun singen wir das Lied auf S. 470 Strophe 1-3 „Wenn das Brot das wir teilen“.

Lied (470 1-3 Wenn das Brot das wir teilen..)

Gebet N: Erinnerungen, was sind Erinnerungen? Manchmal sind sie gut, doch manchmal auch schlecht. Am liebsten hätten wir doch alle nur die guten Erinnerungen, nicht? Doch auch schlechte Erinnerungen sind gut. Denn man erinnert sich an Sachen, um sie nicht zu vergessen. Aber warum lässt Gott uns an die schlechten Zeiten denken? Ich glaube, dass Gott möchte, dass wir aus schlechten Zeiten/Erlebnissen lernen. Das wir nicht dieselben Fehler nochmal machen und damit wir anderen unsere Erfahrungen mitteilen können. Aus unseren Fehlern lernen, das ist das, was wir alle tun sollen. Für uns, für andere, für Gott und für die ganze Welt. Damit wir Frieden zu uns selbst finden. Amen

Gebet T: Wir sind alle hier, um für den Frieden zu beten, denn Frieden ist eins der wichtigsten Dinge auf der Welt. Wenn ich an Frieden denke, kommen mir die ganzen Katastrophen, Kriege und Krankheiten in den Sinn. Oft vergessen wir uns selbst! Jeder von uns hat Erinnerungen, an die man lieber nicht denken will, weil sie peinlich sind oder zu doll weh tun. Vielleicht einen Freund, den man verloren hat und sich nie richtig ausgesprochen hat. Doch das ist falsch! Jede einzelne Erinnerung hilft uns. Sie ist wichtig und wenn man sie verdrängt, kommt sie wieder, sobald man sich einsam fühlt. Denken Sie mal drüber nach, ob es nicht doch noch jemanden gibt, dem man vergeben kann.

Es gibt auch Erinnerungen, die einen sehr traurig machen. Wenn jemand, der einem nah stand, nun im Himmel ist. Auch diese Erinnerungen gehören nicht weggesperrt, sie müssen aufbewahrt werden und bei Gelegenheit wieder ans Licht kommen. Nur wenn man Frieden mit sich selbst schließt, die Vergangenheit akzeptiert und keine Erinnerungen verdrängt, kann man wirklich glücklich sein!

Lied: (798 Wo Menschen sich vergessen)

Gemeinsamer Text:

T: Zwei Freunde waren in der Kirche und es wurde ein Bibelvers vorgelesen, den sie nicht verstehen:

N: Das Thema der Messe war ja Frieden und Erinnerungen, aber ich frage mich, was der Bibelvers damit zu tun hat?

T: Wie genau war der Bibelvers nochmal? 

N:  Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

N: Vielleicht, ist damit gemeint, dass man in z.B. Konflikten auch das Gute sehen soll und sich an das Gute erinnern soll, damit man sich am Ende vergeben kann und wieder den nötigen Frieden findet.

T: Das kann gut sein, aber ich glaube, es hat auch damit zu tun, dass man lernen soll abzuschließen mit längst vergangenen Dingen. In dem Vers steht auch, dass der Herr ein Vorbild ist. Also soll man so handeln, wie Gott handeln würde und anstatt darauf zu beharren, dass man Recht hat. Lieber vergeben und Frieden schließen!

T: Wie geht’s den weiter? Vielleicht können wir dann mehr erfahren…

N: Nachdem Vers geht es weiter mit: „Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!

T: Das bedeutet dann ja das man nicht nur vergeben soll, sondern auch lieben muss um vollkommen zu werden, ohne Liebe gäbe es nur Krieg und Hass. Die Liebe ist also der Weg zum Frieden. In dem zweiten Absatz steht, dass in unserem Herzen der Friede Christi herrschen soll, ich denke das bedeutet, dass niemand von Grund auf böse ist, sondern nur durch schlechte Tatsachen, Einflüsse und Erlebnisse böses tut. Wenn die ganze Welt im Frieden leben würde, gäbe es auch keine schlechten Menschen!

N: Da bin ich deiner Meinung. Es ist wichtig sich selbst und andere zu lieben. Besonders wichtig finde ich, ist es den Leuten auch zu zeigen, dass man sie liebt. Wenn einem Liebe gezeigt wird fühlt es sich warm und herzlich an. Dieses Gefühl ist so schön, dass man es mit der ganzen Welt teilen sollte. Dieses Gefühl Liebe zu spüren, macht einen glücklich und verbessert eigentlich fast jeden Moment und jede Erinnerung.

T: Diese Bibelstelle stammt aus einem Brief von Paulus an die Kolosser. Ich denke es war aber auch eine „Predigt“ an alle Menschen auf der Welt, sodass sie nie vergessen, wie wichtig es ist zu lieben, zu vergeben und Frieden zu schließen, mit jedem und auch mit sich selbst. Zudem ­sollten wir dankbar sein, für das was wir haben und versuchen allen denen es schwer fällt, Frieden mit sich selbst zu schließen, helfen. Denn wenn man jemandem hilft, egal wem, dann ist man glücklich und hat einen erfüllteren Tag.

N: Wenn wir noch einmal zum Thema Liebe kommen, fällt mir noch ein, dass wenn man anderen Leuten Liebe zeigt, sollte man es auch ernst meinen. Es ist zwar schön so etwas zu fühlen, aber es kann auch weh tun, wenn rauskommt dass es nicht ernst war.  So etwas hatten doch bestimmt schon mehrere von Ihnen. Wenn man glücklich ist und dann kommt dieser eine Moment der sich anfühlt, als ob in Ihrem Körper alles explodiert.  Auch wenn dieser Moment doof ist, sollte man immer im Hinterkopf haben, dass das Leben weiter geht. In solchen Moment ist Frieden auch sehr wichtig, denn man sollte Frieden mit sich selber finden und abschließen können.

N: Wir könnten ja mal die Leute fragen, was sie von dem Vers halten und was sie denken, was dieser Vers bedeuten könnte.

T: Gute Idee, fragen wir sie doch mal…

Hier nochmal der Vers: Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! „Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. In eurem Herzen herrscht der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!

 T Lied: (450 Licht in der Nacht) Dies singen wir zweimal

Fürbitten: N Lieber Gott erhöre unsere Bitten:

 1.Wir denken an alle, die keinen Ausweg kennen. Lass sie Frieden mit sich selbst schließen. Gott unser Vater:
Wir bitten dich erhöre uns.

2.Wir gedenken derer, die ihr Hab und Gut zurücklassen müssen und die alles verloren haben wegen Krieg und Katastrophen. Schenke ihnen den Mut mit ihrer Vergangenheit abzuschließen, damit sie glücklich werden können.
Gott unser Vater:

3.Helfe den Armen und Obdachlosen, die in dieser kalten Jahreszeit einen warmen Schlafplatz und körperliche Nähe suchen. Schenke ihnen Wärme und Licht in dieser Zeit, damit sie in dieser Dunkelheit nicht allein sind.
Gott unser Vater:

4.Gib allen Kindern auf der Welt, die nicht mit ihrer Familie die Adventszeit verbringen können und in alten Erinnerungen verweilen, die Stärke und das Glück dennoch ein glückliches Weihnachtsfest zu verbringen.
Gott unser Vater:

N: Vater unser

 T Lied (796 Herr wir bitten komm und segne uns 1-3)

Segen: Der Herr segne und behüte euch,

              der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei gnädig,

             der Herr hebe sein Angesicht über euch und gebe jedem einzelnen Frieden

 N Schlusslied (453 bewahre uns Gott)

Schluss: Dankeschön, dass Sie heute Abend hier waren um mit uns zu Beten.

Falls Sie einmal einen schlechten Tag hatten, dann nehmen Sie sich doch einmal die Zeit und versuchen sich an tolle Momente zu erinnern und zu Vergeben. Und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!                                

  AMEN

FRIEDENSGEBET 15.09.2021 – Frieden – wie geht das?

FRIEDENSGEBET St. Marien Kaunitz 15.09.2021 – Frieden – wie geht das?

LIED: Wellermann – Nathan Evens (abspielen)

Frieden – wie geht das? Das soll uns heute beschäftigen.
Damit Ihr das nicht vergesst, schon mal die Friedenstaube zum Anschauen! (verteilen – Picassotaube)

Wir beten um den Frieden auf der Welt seit nunmehr 20 Jahren, als wir nach 9/11 uns nach der Kirche vor St. Anna trafen und uns vornehmen so lange zu beten, bis das Gemetzel und Elend aufhört.
Und – was haben wir bewirkt?      Überall Frieden?     Kein Streit mehr in den Familien?
Keine Kinder wohnen mehr im Schlamm, weil die Raketen die Häuser zerstört haben?
Keine Eltern weinen mehr, weil die Söhne und Töchter gefallen sind?
Alles gut geworden nun? Eher nicht – die Zahl der Betroffenen nimmt zu.
Aber eins stimmt bestimmt – der Gott des Friedens hat in unserer Gemeinschaft einen festen Platz gefunden.
Und darum lasst uns auch in seinem Namen diesen Gottesdienst, der auch ein Dienst an uns ist, beginnen: Im Namen des Vaters ………….

Aber – wie geht nun Frieden? Was muss ich tun? Was kann ich tun?

Wann immer ich – zumindest alleine – zuhause bin, läuft bei uns das Radio. Seit Monaten höre ich ungefähr 3-5 mal am Tag: The Wellermann come.
Schon nach dem zweiten Takt denke ich – Aha Wellermann – schon wieder. Und trotzdem höre ich es immer wieder gerne. Im Takt stampfe ich leicht mit den Füßen, habe schon zig mal den Text nachgeschaut und wieder vergessen. Wellermann ist ein Versorgungsschiff für die Seeleute, die oft wochenlang unterwegs sind und Zucker, Tee und Rum bringt.
Ich finde den Song einfach toll – ein richtiger Ohrwurm.

Ohrwurm – das ist das Stichwort, warum ich das Lied ausgesucht habe. Das kann man sofort erkennen, zuerst nur mitsummen oder stampfen – ein richtiger Hit.
2 Takte nur und man weiß Bescheid.

Leute – Und das ist die Lösung – so fängt Frieden an.
Wenn unser gelebter Glaube, nicht der, den wir in Gottesdiensten oft runterplappern, nein wenn das, was wir im Alltag tun, wenn das als Hit rüberkommt – ja, zu Ohrwurm wird.
Schon wieder die Christen mit ihrer Hilfsbereitschaft.
Schon wieder die Christen, die teilen und abgeben.
Schon wieder die Christen, die als erste die Hand zur Versöhnung reichen.
Schon wieder die Christen, die auch Nichtdeutschen helfen.
Schon wieder die Christen, die nicht alles blöde Gequatsche nachplappern, wo andere schlecht bei wegkommen.

Wir wissen alle:
Wir werden die Taliban aus Verl nicht stoppen.
Wir werden die Raketen über Israel nicht abfangen.
Wir werden in Eritrea, in Kolumbien, in Mali oder sonst wo kein Schwert und keine Kugel aufhalten können.

Wenn unser Gebet das bewirken könnte, dann wollte ich unsern Gott nicht mehr.
Einen Gott, der Flüchtlinge zu tausenden absaufen und Millionen Kinder verhungern lässt, brauche ich nicht.
Der junge Mütter sterben und Kinder verunglücken lässt. Das ist nicht mein Gott.
NEIN – Frieden fängt hier an. Gottes Botschaft meint uns. Frieden muss hier, in mir drin anfangen. – im Herzen und im Kopf.
Bei uns. In jedem von uns.

Ist unser Beten dann hier nur reines Alibi, damit wir gut nach außen dastehen?
Damit die Leute sagen, schon wieder diese Truppe, die sich jeden Mittwoch trifft.

Nicht nur mich, sondern auch euch würde bestimmt interessieren, was unser jahrelanges Beten, mit schönen Liedern, großartigen Texten, herrlicher Atmosphäre, denn bei uns bewegt und verändert hat.
In jedem von uns. Bei unserm Denken, unserm Leben im Alltag, bei Begegnungen mit andern oder auch in der Familie. Hat das Beten hier was bewirkt, oder hätten wir lieber in der Zeit die Küche aufräumen oder die Füße hochkegen sollen?
Hören wir noch einmal kurz rein, (The Wellermann) und dann komme ich zu Euch, um zu fragen, was unser Friedensgebet bei Euch bewirkt hat. (gehe mit dem Mikrofon zu den Mitbetenden)

Das waren tief gehende, beeindruckende Antworten, die wir gehört haben.
Das muss aber weiter gehen, wir dürfen nicht aufhören, diesen Weg des Friedens zu beschreiten. Die Menschen sollen an uns erkennen, dass es einen Gott gibt, der will, dass die Menschen sich lieben, miteinander teilen und füreinander da sind. Es gibt noch viel zu tun.

Hören wir Worte aus der Heiligen Schrift:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen.
Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir,
sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.                    Johannes 14,23-

LIED: 216 1+3, Im Frieden Dein, oh Herre mein

Lasst uns nun gemeinsam beten, ganz langsam. Lasst uns bedenken, was Jesus uns in seinem Gebet zum Vater sagen und lehren will, damit diese seine Welt schöner und besser wird:
VATER UNSER IM HIMMEL, ……

LIED: 456 1-4 Herr, Du bist mein Leben, ……….

Lasst uns zum Abschluss um Gottes Segen bitten:
Barmherziger Gott, du hast die vielen Völker durch gemeinsamen Ursprung miteinander verbunden und willst, dass sie eine Menschheitsfamilie bilden. Die Güter der Erde hast du für alle bereitgestellt.
Segne die leidenden Menschen auf der ganzen Welt. Gib ihnen Kraft, ihre Situation zu meistern und lass sie Hilfe von uns und von anderen erfahren.
Segne die Mächtigen der Kriegs- und Konfliktparteien, dass sie Wege finden, die Gerechtigkeit und Versöhnung wirken.
Segne alle Menschen, dass sie einander achten und lieben und dem Verlangen ihrer Brüder
und Schwestern nach Gerechtigkeit und Fortschritt entgegenkommen.
Segne alle Menschen, ihre Talente und Möglichkeiten recht zu entfalten. Dass wir Trennungen nach ethnischen, nationalen, religiösen oder sozialen Gruppen überwinden, damit in der menschlichen Gesellschaft Recht, Gerechtigkeit und Friede herrschen.
Segne die Familien, dass keine Kinder aufgegeben werden, dass Schuld vergeben und die Hand zur Versöhnung immer wieder gereicht wird.
Segne uns, dass wir die Kraft haben unseren Glauben auch im Alltag zu leben und so Deine Liebe allen Menschen deutlich machen

Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
komme auf uns herab, schenke uns Frieden und Versöhnung und bleibe bei uns allezeit. A: Amen.

Geht und werdet zu Ohrwürmern für Liebe, Versöhnung und Frieden.

Und auf die Taube schreibt doch mal zuhause hintendrauf, was ihr Euch so als nächstes vornehmt und besser machen wollt.

Lasst uns nun noch mal unsern Gott besingen, er oder sie, die uns Kraft geben uns zu ändern und Wege des Friedens zu beschreiten.

He’s got the whole world in His hands
He’s got the whole wide world in His hands
He’s got the whole world in His hands
He’s got the whole world in His hands…

Er hält das winzig kleine Baby in seiner Hand
Er hält die Mutter und die Tochter in seiner Hand
Er hält den Sohn und den Vater in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Han

Er hält auch dich und mich, Schwester, in seiner Hand
Er hält auch dich und mich, Bruder, in seiner Hand
Er hält uns alle hier in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Han

Er hält die Erde und den Himmel in seiner Hand
Er hält die Nacht und den Tag in seiner Hand
Er hält die Sonne und den Mond in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Han

Er hält die Vögel und die Fische in seiner Hand
Er hält den Wind und den Regen in seiner Hand
Er hält den Frühling und den Herbst in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Han

Er hält die Jungen und die Alten in seiner Hand
Er hält die Reichen und die Armen in seiner Hand
Er hält alle Menschen in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand
Gott hält die Welt in seiner Hand

DANKE GOTT!

1art1 Pablo Picasso - Friedenstaube, 1961 Poster Kunstdruck 80 x 60 cm :  Amazon.de: Küche, Haushalt & Wohnen

Friedensgebet in St. Marien Kaunitz am 26.08.2020 (Coronazeit)

Friedensgebet in St. Marien Kaunitz am 26.08.2020 (Coronazeit)

Begrüßung: Herzlich willkommen zum Friedensgebet. Lasst uns in Gottes Namen beginnen.
Das schöne Friedensgebet von Erika in der letzten Woche hat mir so gut gefallen, dass ich da anknüpfen möchte. Was wir Menschen brauchen, um diese Welt zu gestalten, zu verschönern, Licht reinzubringen – das ist der Frieden in uns selbst. Der Ruf: „Herr gib Frieden meiner Seele“, ist das Kernziel, das zu erreichen ist. Darum wollen wir auch heute beten – beten in einer besonderen Form. Ich möchte mit Euch ein Experiment machen und hoffe, Ihr kommt damit klar. Vielleicht lasst Ihr euch einfach darauf ein. Bitte!

MEDITATION 15 Minuten     (https://www.youtube.com/watch?v=J35wBoJc9F0)

HERZINTELLIGENZ
Je reicher die Menschen sind,
desto eher betrachten sie ihre Privilegien und Vorzüge
als eine Selbstverständlichkeit.
Wenn wir uns bester Gesundheit erfreuen
und das Leben uns zudem mit vielen günstigen
Gelegenheiten beschenkt,
nehmen wir diese wahrscheinlich ebenfalls für selbstverständlich,
was nicht gerade unsere Zufriedenheit mehrt.
Zufriedenheit wächst vielmehr aus der Dankbarkeit,
die wir für alle positiven Lebensumstände fühlen.
Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen, in uns keine Ruhe finden.
Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause,
nicht wo unser Körper ist.
Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald wir unser Herz öffnen,
sobald wir ein Gefühl liebevoller Wertschätzung spüren,
sobald wir dankbar, zufrieden, erleichtert und sorglos sind.

SONG: Frieden beginnt in mirSuppihuhn und die Kinderkönige https://www.youtube.com/watch?v=cn-0z4iXmIY

FRIEDE

Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede.    Mutter Teresa

Und Mutter Teresa sagt auch:
PEACE BEGINNS WITH A SMILE

Friede beginnt mit einem Lächeln – auch über uns selbst.

Wir wollen gleich das VATER UNSER beten und darum lasst uns nun unsere Hände öffnen wie Schalen, damit Gott sie füllen kann und langsam gemeinsam beten: VATER UNSER

GEBET
Ich komme in die Gegenwart Deines heiligen Geistes, o Herr,
um den Weg zu erkennen, auf dem ich Dir am meisten dienen kann,
und um mich auf die Aufgabe vorzubereiten,
die meine göttliche Bestimmung ist.

In meinem Bewusstsein ist die Wahrheit geboren,
dass der vollkommene Ausdruck Deines Menschenbildes abhängt
von der Erfüllung der Aufgabe, für die ich geschaffen wurde;
und all mein eigenes Wünschen und Streben ist still geworden
vor dem Verlangen meiner Seele, Deinen vollkommenen Willen zu tun.

Die Mauern, die Eigensucht um meine Welt errichtet hat,
sind zerbröckelt,
und ich sehe jetzt die Grenzenlosigkeit Deines Universums.
Lass mich in mein Leben nur noch das einbauen,
was mit dem einen großen Plan in Einklang steht
und für das Vollkommene gut ist.

Nimm mein Herz und mache es zu einem Heiligtum der Liebe,
das so grenzenlos ist, dass keines Deiner Kinder von seiner Wärme
unberührt bleibt, so einladend, dass jeder gerne darin willkommen
sein möchte. Mache es zu einem Platz, an dem jeder Verständnis
für seine Seele und sein Herz, für seine Nöte und Fragen findet.
Fülle es bis zum Überströmen mit Deinem Geiste des Erbarmens
und der Menschenliebe.
Nimm aus ihm, was Du willst, und fülle es mit dem, was Dir gefällt.

Meine Hände, o Herr, sind zwei geweihte Diener: Mache sie bereit,
jedem zu dienen, geschickt zu sein zur Erfüllung ihrer Pflichten.
Segne sie mit der Kraft, Strauchelnde zu stützen,
und mit der Bereitwilligkeit, die zu führen,
die das Licht Deiner Gegenwart suchen.
Segne sie auch mit Zartheit, damit alle die, auf denen sie ruhen,
die Weihe Deiner Güte spüren.

Segne meine Augen mit dem Blick, der durch allen äußeren Schein
in die Seele dringt, damit ich nicht falsch urteile oder handle.
Mache sie bereit, stets zu sehen, wo ein Wort, eine Handlung
oder ein Gedanke einen anderen segnen würde,
und lass sie niemals müde werden,
die kleinen Freuden des Lebens,
die aus der Erkenntnis erwachsen,
zu sehen und sie mit anderen zu teilen.

Segne meine Ohren, dass sie nicht nur die Worte vernehmen,
die von den Lippen gesprochen werden,
sondern auch die Stimmen des Herzens
und des Geistes, damit ich ihnen die rechte Auslegung geben kann
und so das vollkommene ICH des anderen in Erscheinung treten lasse.

Segne meine Lippen, dass von ihnen nur gute und heilsame Worte
ausgehen, damit durch meine Rede
auch andere dahin gebracht werden, dass sie Gutes reden.
Gebrauche mich ganz, o Herr, für Deine eigene große Güte
und Herrlichkeit; denn in Deiner Freude an mir
ist meine eigene Freude willkommen.

Darum bitte ich Dich – im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Gehet hin und haltet Frieden

LIED: Herr gib uns Deinen Frieden 3x

Friedensgebet St. Marien Kaunitz, 3. Juni 2020 – Corona

Friedensgebet St. Marien Kaunitz, 3. Juni 2020

Begrüßung und Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters. 
Alle: Er hat uns erschaffen. Er hält uns und die ganze Welt in seinen Händen. 
Im Namen des Sohnes. 
Alle: Er ist in unsere Welt gekommen und hat uns mit Gott versöhnt, 
Im Namen des Heiligen Geistes. 
Alle: Er erfüllt uns mit Leben, verbindet uns mit der Gemeinschaft der Christen und stiftet uns zum Frieden mit allen Völkern der Erde an. Amen.

Lieber Gott, die Gebete zu Dir sind in den letzten Wochen lauter geworden.
Mit vielen Menschen auf Deiner Erde suchen auch wir Deine Hilfe.
Einige von uns sind erschöpft vom ständigen Strom schlechter Nachrichten
Einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, bei den vielen Kranken und Toten nicht auszuflippen.
Einige von uns sind erschöpft, weil sie nicht wissen, wie sie die Miete bezahlen sollen.
Einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, Kinder, die zu Hause festsitzen, zu unterhalten, zu erziehen, zu ernähren und zu lieben.
Einige von uns sind erschöpft von den 13-Stunden-Schichten in einem Krankenhaus, das wir nicht mehr wiederkennen, während wir einen Job haben, von dem wir befürchten, dass er uns töten könnte.
Einige von uns gerieten in diese Pandemie mit bereits bestehenden körperlichen und geistigen Erkrankungen, die schon vorher anstrengend waren.
Einige von uns sind von der Einsamkeit erschöpft.
Einige von uns sind erschöpft, weil wir so lange auf einen Neuanfang von Nachfolge warten.
Einige von uns sind erschöpft, weil ihnen der Gottesdienstbesuch in der Gemeinschaft fehlt.
Und einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, dies alles für andere erträglicher zu machen.
Das Leben ist gerade so angespannt und zart.
Ich weiß, dass keinem von uns ein anderer Tag versprochen wird, Gott.
Aber ich bitte um die Kraft nur für den einen, in dem wir uns befinden.
Gib uns heute unsere tägliche Kraft.
Kraft für heute, und wenn du sie über hast, strahlende Hoffnung für morgen. AMEN.

Musik: Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden

Höre die Stille!
Still werden und hören.
Das Beten ist sehr schwer, wenn man nicht weiß, wie man beten soll,
aber wir müssen einander helfen, es zu lernen.
Das Wichtigste ist die Stille.
Menschen, die das Gebet lieben, lieben die Stille.
Wir werden uns nicht in die Gegenwart Gottes versetzen können,
ohne uns zu einer inneren und äußeren Stille zu zwingen.
Deshalb müssen wir uns an eine Stille des Geistes, der Augen und der Zunge gewöhnen.
Gott ist der Freund der Stille.
Wir müssen Gott finden,
wir können ihn aber weder im Lärm noch in der Betriebsamkeit finden.
Seht, wie die Natur, die Bäume, die Blumen, das Gras in einer tiefen Stille wachsen, wie Sterne, Mond und Sonne in der Stille auf- und untergehen.
So – Mutter Teresa von Kalkutta

GLAUBENSBEKENNTNIS

Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer dieser Welt, der uns mit seiner Liebe in seinen Händen hält.
Er schuf aus Nichts das Leben, den Menschen als Frau und Mann:
die Krone seiner Schöpfung. Daran glaube ich.
Ich glaube auch an Jesus Christus, der auf die Erde kam,
der Mensch wie wir wurde, und die Sünde auf sich nahm.
Er ist am Kreuz gestorben, für uns: und dann er ist auferstanden. ‚
Ich glaube an den Hl. Geist, den man im Herzen spürt,
der überall zugegen ist, und der uns Gottes Wege führt.
Ich glaube an diesen Hl. Geist!
Ich glaube, dass er meine Vorurteile abbauen kann.
Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.
Ich glaube, dass er meine Gleichgültigkeit überwinden kann.
Ich glaube auch, dass er mir Phantasie zur Nächstenliebe geben kann.
Ich glaube, dass er mich vor dem Bösen warnt.
Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.
Ich glaube, dass er meine Niedergeschlagenheit besiegen kann.
Ich glaube, dass er mir hilft, meine Schwächen zu ertragen.
Ich glaube, dass er mir die Arme stützt für meine Schwestern und Brüder.
Ich glaube, dass er mich verwandeln kann.
Er wird die Welt verwandeln und treibt uns an,
im Sinne Gottes zu handeln.
Ich glaube auch an die Gemeinschaft mit Gott –
als Fundament meines Lebens.
Ich glaube an die Liebe, die eint, was uns trennt.
Und wir werden auferstehen, so wie Christus es getan hat:
Und die Schuld wird uns vergeben. An all das glaube ich. Amen.

Musik: Frieden (Fendrich)

Weniger ist mehr – ein Versuch (Dorothee Sölle)

War geplant, aber nicht genommen – dafür Geschichte: „Das kleine Frieden“ – steht am Ende
„Wir leben das Leben in wachsenden Ringen“ (Rilke)
und werden darin nicht alles vollbringen
was wir uns träumen und wünschen und denken,
doch sind es wir selber, die wir uns lenken.
Wir können Neues ins Auge fassen,
selbst wenn es bedeutet, Geplantes zu lassen.
Manches gelingt zu ganz anderen Zeiten
Wir müssen dazu unseren Horizont weiten
Was einmal nicht wird, das kann neu gelingen,
Wir leben das Leben in wachsenden Ringen.

Manchmal sind wir richtig beschenkt,
– als wären die Schritte heilvoll gelenkt –
wenn aus Schwäche eine Kraft entsteht,
eine Kraft, die wir teilen, weil sie alles durchwebt –
die trägt und segnet und heilvoll belebt …

sie kommt auch in Stille, im Lassen, im Ruh´n,
zuweilen müssen wir dafür gar nichts tun.
Paulus nannte sie Gnade, diese Segenskraft,
weil sie aus dem Nichts alles erschafft.
Sie ist unser Grund – wie eine Hand, die uns hält
und uns ganz neu auf die Füße stellt.

Vielleicht werden nicht alle Pläne gelingen,
wir leben das Leben in wachsenden Ringen
doch: Was nicht ist, das kann noch werden
zum Beispiel der große Frieden auf Erden,
wir brauchen Geduld – und einen Atem ganz lang
wir werden und sind ein Lobgesang,
der die Schöpfung besingt und das Leben,
in Schwächen und Stärken die Güte als Segen.

Die Güte sucht und findet das Gute.
Mit Güte ist uns ganz anders zumute,
Wir können so lernen, mit vielem anders umzugeh’n
und sogar zu unseren Schwächen zu steh’n.
Denn es muss nicht immer alles gelingen
Wir leben das Leben in wachsenden Ringen …

Am Ende ist vielleicht Nichtkönnen eine Stärke
weil wir nicht vertrauen auf unsere Werke,
Leistung und Kraft und Pläne und Ziele,
die sollen sofort – und möglichst ganz viele –
gelingen.
Was ist mit dem Leben in wachsenden Ringen?

Manches braucht Zeit, um kraftvoll zu werden,
wie zum Beispiel der Frieden auf Erden.
Manches muss man auch lassen –
Und etwas neu ins Auge fassen.
Wir brauchen Geduld – und einen Atem ganz lang,
wir werden und sind ein Lobgesang,
der die Schöpfung besingt und das Leben,
in Schwächen und Stärken die Güte als Segen.

Die ganze Schöpfung ist voll Gesang,
das Leben ist ein weiter Klang,
wir sind nur ein Teil von alledem
geschaffen aus Erde, aus einer Handvoll Lehm
wir sind nicht das Ganze, nur ein Teil,
wir sind nicht die Schöpfung und nicht ihr Heil.

Darum gilt es, mit Grenzen zu leben.
Die Schöpfung, sie zeigt, was wird, wenn wir streben
nach Mehr und Weiter und Jetzt und Sofort.
Am Ende ist es, als wäre es Mord.
Weil wir das Lassen nicht lernen wollen
und Grenzen keinen Respekt mehr zollen.
Als wären Bescheidenheit und Begrenzungen kein Ziel,
weil wir in ihnen nicht die Größe sehn,
die es braucht, um zu verstehen:
„Alles“ zu wollen ist einfach zu viel.
Es bewirken Zeit und Raum,
um etwas anderem zu trau’n,
das entsteht, wenn wir lassen und ruhen und ändern
in uns, in Gesellschaft und ganz vielen Ländern,
es klingt ganz einfach und ist doch schwer:
Am Ende ist einfach weniger mehr.

Das gilt auch für das persönliche Leben,
in dem wir oft nach Dingen streben,
die wir wollen und denken, wir müssten sie machen,
es ist wie mit allen anderen Sachen
jetzt und sofort und schnell und mehr
als gäbe es keine Wiederkehr
als lebten wir nicht in wachsenden Kreisen
und müssten es uns selber beweisen,
dass wir alles können und tun,
nur nicht lassen – oder ruh’n.

Wie können wir andere Wege beschreiten
und unseren engen Horizont weiten,
indem wir lassen – und nicht mehr tun,
vielleicht müssen wir dazu mehr im Inneren ruh’n
Es ist auch hier – wie im großen Ganzen
sehr schwer, aus der Reihe zu tanzen
und etwas zu beginnen, was neu ist und schwer:
Am Ende ist einfach weniger mehr.

DAS KLEINE FRIEDEN

Da saß es still und leise. In einer kleinen Ecke. Eigentlich war es hier dunkel doch es selbst verbreitete Licht. Es hat sich hier her verkrochen, weil es einen Schutzraum suchte. Zu viele wollten ihm an den Kragen. Nun saß es hier in der Ecke. Abgehetzt. Unruhig. Gejagt. Das kleine Frieden. Gejagt von den Großen und Lauten. Mal wieder grölten sie und stritten miteinander. Die aggressive Wut mit der hinterhältigen Lüge. Die unbändige Habgier mit dem lieblosen Neid. Das schuldige Nachtragen mit dem trotzigen Stolz. Immer wieder ging es um dieselben Themen: Wer ist größer? Wer hat den meisten Einfluss? Wer kann am besten für das Wohl des einzelnen Menschen sorgen? All dies wurde für das kleine Frieden zu viel. Es verschwand und versteckte sich. Es fühlte sich von ihnen gejagt. Irgendwo auf der Flucht sah es die Zuversicht davonhoppeln. Es kam an der Hoffnung vorbei. Sie lag reglos am Boden. Hier in der dunklen Ecke fühlte sich das Frieden sicher. Hier wollte es bleiben. Bloß nicht mehr zu den anderen. Hier war es weit weg von dem Geschrei. Hier hatte es Ruhe. Vor den anderen und auch vor den Menschen. Hier konnte es sein Friedenslicht in Ruhe flackern lassen, ohne dass es jemand auspusten würde. Hier konnte es in den weichen Boden ein kleines Peace-Zeichen malen. Und auch die weiße Taube entspannte sich. Warum jagte man das Frieden? Es war doch so klein … so zerbrechlich … so unbedeutend …?? Nein, bei diesem Gedanken musste es selbst etwas schmunzeln. Es war zwar klein und zerbrechlich. Das bestimmt. Aber unbedeutend? Das war es auf keinen Fall! Ganz im Gegenteil: Im Grunde schätzen es alle. Im Kleinen, wie im Großen. Eigentlich wollten es alle haben. Und vielleicht war genau das das Problem. Alle wollten das kleine Frieden haben. Es besitzen. Es für die eigenen Zwecke ge- und eventuell sogar missbrauchen. Und das nervte das Frieden sehr. Wenn zwei verschiedene Seiten das kleine Frieden für die persönlichen Interessen beanspruchten, fühlte es sich zerrissen. Es hielt nicht mehr. Es wurde gejagt, weggedrängt und zog sich zurück. Ein kleines Frieden auf der Flucht. Manche sagten sogar, sie würden es irgendwo hinbringen. Sie sagten, „wir bringen euch Frieden.“ Dabei hatten sie das Frieden nicht im Gepäck, sondern politische, wirtschaftliche oder militärische Interessen. Das kleine Frieden hatten sie dabei vertrieben. Andere hatten das Frieden vergessen. Vermutlich war es schon zu lange bei ihnen. Man sprach von 73 Jahren gemeinsam mit dem Frieden. Doch über die Jahre wurde es als selbstverständlich wahrgenommen und nicht mehr mit Leben gefüllt. Es fühlte sich bei ihnen innen hohl. Nicht mehr als eine Hülle. Dabei wollte es doch einfach groß sein. Sich mit der Hoffnung freuen und mit der Versöhnung Feste feiern. Das war doch eigentlich das Ziel des Friedens. Bei ihnen sein. Leben. Frei sein. Es wollte nicht gejagt, erlegt oder benutzt werden. Es wollte nicht in Vergessenheit geraten oder einfach nur hingenommen werden. Es wollte wertgeschätzt werden. Liebevoll umsorgt. So saß das Frieden in der Ecke. Es begann sich umzugucken und war überrascht: Da waren ja noch andere. Die Liebe und die Leidenschaft. Das Vertrauen und das Staunen. Die Vergebung und auch die Würde. Sie alle waren da. Selbst die Hoffnung kam gestützt von dem Mut und der Kraft langsam auf das Frieden zu. Da wollte das Frieden wieder raus aus der Ecke. Hin zu den anderen. „Wir sind mehr“ sagte es sich. Mehr als die Lauten und Großen. Wir haben mehr zu sagen. Mehr zu geben. „Das wird mein Jahr“, sagte sich das Frieden und ging los.

Eine Geschichte zur Jahreslosung 2019 ev. Kirche:
Suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15)

Musik: Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden

Ökumenisches Gebet in Zeiten der Corona-Krise
Guter und barmherziger Gott!
In Zeiten von Verunsicherung und Krankheit kommen wir gemeinsam zu dir und werfen alle unsere Sorgen auf dich.
Du schenkst uns neue Zuversicht, wenn uns Misstrauen und Unsicherheit überwältigen.
Du bleibst uns nahe, auch wenn wir Abstand voneinander halten müssen.
Wir sind in deiner Hand geborgen, selbst wenn wir den Halt zu verlieren drohen.

Wir bitten dich:
für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind;
für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind;
für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern;
für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten.
Sei ihnen allen nahe, gib ihnen neue Hoffnung und Zuversicht,
den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

Wir bitten dich:
für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Heimen und Hospizen;
für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft;
für alle, die uns Tag für Tag mit dem Lebensnotwendigen versorgen;
für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen.
Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

Wir bitten dich:
für die jungen Menschen unter uns, die Kinder und Jugendlichen,
für alle, die um ihre Zukunft fürchten,
für die Familien, die die erzwungene Nähe nicht gewohnt sind,
für alle, die die Betreuung von Kindern und Jugendlichen übernommen haben.
Sei ihnen allen nahe, schenke ihnen Geduld und Weitsicht, Verständnis und Hoffnung.

Wir bitten dich:
für die Menschen weltweit, deren Gesundheit an jedem Tag gefährdet ist,
für alle, die keine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können,
für die Menschen in den Ländern, die noch stärker von der Krankheit betroffen sind.
Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht.

Auch bitten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sorgen den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen beistehen.
Mache uns bereit, Einschränkungen in Kauf zu nehmen
und lass uns dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.
Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Gott,
der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller annimmt.
Dir vertrauen wir uns an.
Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.

Wir beten mit der ganzen Christenheit auf Erden: Vater unser…

Gott, an diesem Abend bitten wir dich:
Bleibe du uns nah, auch wenn wir uns weiterhin voneinander fernhalten müssen.
Bleib uns nah, auch im Zweifel. Stille.
Für die Traurigen beten wir um Zeichen, die auch auf Abstand Nähe schenken und Trost.
Für die Fröhlichen beten wir und danken für alle Oster- und Pfingststimmung in diesen Tagen, für allen Humor. Stille.
Wir beten für alle, die Leben schützen und retten. Für den Frieden und das Recht. Stille.
Für die schaukelnden Boote auf offenen Meeren und all die gebeugten Menschen darin.
Führe sie an rettende Ufer. Stille.

Musik: Ein bißchen Frieden (Nicole)

Ich wünsche Euch nicht ein Leben ohne Entbehrung, ein Leben ohne Schmerz, ein Leben ohne Störung. Was solltet Ihr mit einem solchen Leben?

Ich wünsche Euch aber, dass Ihr bewahrt sein möget an Leib und Seele. Dass Euch einer trägt und schützt und Euch durch alles, was Euch geschieht, euerm Ziel entgegenführt.

Dass Ihr unberührt bleiben möget von Trauer, unberührt vom Schicksal anderer Menschen, das wünsche ich Euch nicht. So unbedacht soll man nicht wünschen.

Ich wünsche Euch aber, dass Euch immer wieder etwas berührt, das ich Euch hier nicht recht beschreiben kann.  –    Es heißt Gnade.

Es ist ein altes Wort, aber wer sie erfährt, für den ist sie wie ein Morgenlicht.

Man kann sie nicht wollen und erzwingen, aber wenn sie dich berührt, dann weißt du: Es ist gut. Es ist wirklich gut.

Gott schenke Euch seine Gnade durch seinen Segen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Geht hin, und haltet Frieden!

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 15.01.2020 – In manibus tuis –

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 15.01.2020 – In manibus tuis –

Jeder steckt eine kleine Kerze vor der Krippe an! (Meditationsmusik )

Begrüßung:
Wir wollen für den Frieden beten.  Bilder der Gewalt und der Brutalität stehen uns vor Augen.  Wir wollen den Blick und unsere Gedanken hinwenden zu den Menschen in Not, wollen nicht blind sein für die Menschen, die unser Gebet brauchen. Wir bitten Gott um seine Hilfe und um seinen Trost, um Fantasie und Mut, um Schritte des Friedens und der Versöhnung zu suchen und zu gehen.

Wir haben jeder ein Licht angezündet – die Flammen sind zur Ruhe gekommen. Von diesem Lichtermeer, das von der Krippe her strahlt, wollen wir das Licht nehmen für die Menschen, an die wir denken.

Das ist unser Gebet, das es hell und warm werden möge bei den Menschen, die im Dunkel von Gewalt, Krieg, Vertreibung oder Hunger leben müssen.

Wir wissen, es gibt das Licht der Welt, an den wir glauben, Jesus Christus. Wir wollen jetzt neu Mut schöpfen, dass dieses Licht der Welt uns gemeint hat, als er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt!“ Dass dieser Christus uns an seiner Hand hält und uns führt, dass wir unseren Beitrag zum Frieden und zur Versöhnung mit liebendem Herzen leisten können.

Darum beginnen wir im Namen des Gottes, der auch Friedensfürst heißt:
Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

In manibus tuis Wir beten gemeinsam (langsam)
(Bild von Habdank auf Liederzettel)
Gott,
ich suche eine Hand,
die mich hält und ermutigt,
die mich beruhigt und beschützt.
Ich taste nach einer Hand,
die mich begleitet und führt,
die mich heilt und mich rettet.
Ich brauche eine Hand,
die stark ist und mich trägt,
die mich ergreift, nicht mehr loslässt.
Ich möchte eine Hand,
die es gut mit mir meint,
die sich zärtlich um mich legt.
Ich sehne mich nach einer Hand,
der ich mich restlos anvertrauen kann,
die treu ist, die mich liebt.
Ich suche eine große Hand,
in die ich meine kleinen Hände
und auch mein Herz
hineinlegen kann,
eine Hand,
in der ich geborgen bin – ganz.

Gott,
Deine Hand lädt mich ein:
Komm!
Deine Hand läßt mich spüren:
Fürchte dich nicht!
Deine Hand schenkt die Gewißheit:
Ich liebe dich.
In Deiner Hand bin ich geborgen
und aufgehoben für immer.
Und wenn ich dennoch
in einen Abgrund stürzte –
ich weiß:
am Grund dieses Abgrunds
wartet auf mich
Deine Hand,
Deine gütige, alles bergende Hand.
Und Deiner liebenden Hand –
kann mich niemand entreißen.
Gott,
in Deine Hand – lege ich alles.
Deine Hand – läßt mich nicht mehr los.
Danke, Du gute zärtliche Hand, danke.

Jesus,
kranke Menschen
erfasst Du mit Deiner Hand
und richtest sie auf.
Nach dem sinkenden Petrus
streckst Du Deine Hand aus
und rettest ihn.
Den Kindern
legst Du zärtlich die Hand auf
und segnest sie.
Den traurigen Jüngern
zeigst du Deine wunden Hände
und sagst: Seht und begreift!
Jesus, ergreife auch mich mit Deiner Hand.
Denn in Deiner Hand – ist alles gut.

LIED: Er hält die ganze Welt in seiner Hand

Frieden
Frieden ist ein Geschenk Gottes, aber er kommt nicht schön verpackt vom Himmel gefallen.
Man kann ihn auch nicht mit noch so viel Geld kaufen.
Auch im Lotto kann man ihn nicht gewinnen.
Er ist nicht wie ein Schatz, irgendwo auf der Welt vergraben.
Frieden ist ein Geschenk, ein Geschenk in uns.
Wir müssen ihn in uns finden, ihn herauslassen, unseren Egoismus überwinden, den Frieden verbreiten.

Für den Frieden müssen wir alle etwas tun, er ist nicht nur Sache der Politiker.
Wir alle können etwas für den Frieden tun, den Menschen zeigen, wie man in Frieden zusammenleben und eine neue Welt schaffen kann.
Wir können Frieden schaffen, indem wir Menschen dieser Welt miteinander sprechen, einander zuhören, Freude und Kummer teilen, uns gegenseitig helfen, uns immer wieder die Hände reichen!

LIED: Der mich atmen läßt, ….

Wir bilden eine lange Kette vor der Krippe, nehmen uns an die Hand und beten gemeinsam das Gebet unseres Gottes: Vater Unser ….

Euch fällt jetzt bestimmt noch ein netter Wunsch ein, den Ihr Eurem Mitbeter rechts und links sagen könnt.

Wir wollen jetzt die Hände zum Christuskind hin öffnen:
Herr, ich halte dir meine Hände hin, alles, was sie heute in die Hand genommen haben, alles, was mir gelungen und misslungen ist.
Ich halte dir die Menschen hin, denen ich heute die Hand gereicht habe, und die, denen ich sie verweigert habe.
Ich halte dir hin, was ich geformt und gestaltet habe und was mir aus der Hand geglitten ist. Ich halte dir in meinen Händen diesen Tag hin, so wie er war.
Ich verzichte darauf, zu beurteilen und zu bewerten, was war.
Ich überlasse dir das Urteil.
Ich vertraue dir, dass du alles verwandeln kannst, was heute war.
Ich übergebe dir den Tag.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir alles zwischen den Fingern zerrinnt, dass der Tag nur Stückwerk war. Füge du zusammen, was zerstückelt ist.
Ich lege meinen Tag und alles, was ich heute in die Hand genommen habe, in deine guten und zärtlichen Hände.
Halte du deine schützende Hand über mich.
Lass mich heute Nacht in deiner guten Hand geborgen sein.
Du hast deinen Namen in meine Hand geschrieben und meinen Namen in deine Hand.
So lass mich in dieser Hand spüren, dass ich in dir bin und du in mir.
In dir darf ich nun ruhen. Und du wirst bei mir und in mir sein, wenn ich nun schlafe.
Lass dein Licht in meinem Herzen leuchten, wenn ich mich nun der Dunkelheit der Nacht anvertraue.
Und halte deine schützende Hand über meine Familie und über alle, die mir lieb sind. Amen

SEGEN
Unser Gott, Vater und Freund, segne uns und unsere Familien, segne unsere Freunde und all die Menschen, die wir nicht leiden können. Segne alle, die sich für den Frieden einsetzen und die unter den Kriegen leiden. Segne die Liebenden und die Zerstrittenen, die Kranken und Sterbenden und die Gesunden. Segne alle Menschen dieser Erde: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

LIED: Hevenu shalom alechem – Wir wollen Frieden für alle

Friedensgebet St. Marien Kaunitz – Weihnachten 2019

Friedensgebet St. Marien Kaunitz – Weihnachten 2019

Begrüßung: Lasst uns in Gottes Namen beginnen. + Eine Woche noch, dann wird der Grundstein zu unserer Erlösung gelegt. Weihnachten – Christus wird geboren. Die Engel kündeten der Welt: Friede den Menschen auf Erden. Darum möchte ich dieses Friedensgebet in besonderer Weise gestalten – einfach weihnachtlich.

LIED: 241 Nun freut euch, ihr Christen

Evangelium nach Lukas

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Stille

Kein Friede in Sicht
… und auf Erden ist Frieden.

Die Engel haben sich geirrt.
Es ist kein Frieden auf Erden.

Heute jedenfalls nicht:
Wir denken an die schrecklichen Terroranschläge überall in der Welt
Und all die schrecklichen und heimtückischen Anschläge auch schon bei uns in Deutschland.

Von Syrien war im Evangelium die Rede:
Quirinius war Statthalter von Syrien.
Heute ist es Assad.

Wenn wir von Syrien hören, dann denken wir an Aleppo.
Eine zerstörte Stadt. Geschunden vom Krieg.

Wir könnten viele andere Länder nennen, die mit Krieg überzogen werden: Afghanistan Jemen Irak und viele mehr.

Wenn wir genau hinschauen, dann erkennen wir, wer in unserer Zeit Gewalt und Hass sät:
Oft sind es Diktatoren.
Und es sind weltweit islamistische Terroristen.

… und auf Erden ist Frieden.
Nein, so fühlt sich unsere Welt im Moment wirklich nicht an.
Es gibt viel Krieg und Gewalt.

Und:    –   Unsere Welt ist im Wandel – auch das spüren wir:
Der Brexit in England    –    Trump in Amerika

„… uns ist ein Kind geboren.“
Und genau in diese Welt kommt Gott.
Damals nach Bethlehem. Heute zu uns.

Interessant ist, wie Gott kommt:
Nicht mit einer Streitmacht.
Nicht mit einem robusten UNO-Mandat.
Gott kommt – als Kind.

In einem Viehstall. Am Rand der Gesellschaft und am Rand der Welt.
„Das ist ergreifend“, sagen die Sentimentalen.
„Das soll wohl ein Witz sein“, sagen die Gewalttätigen und die Diktatoren. „Das ist Gottes Sohn“, verkünden die Engel.

Die Macht dieses Kindes ist nicht zu begreifen.
Dieses Kind in der Krippe hat keine Panzer, keine Kriegsschiffe und keine Armee.
Und trotzdem treffen sich in dieser Heiligen Nacht Millionen, ja Milliarden von Menschen an der Krippe.
Sie hören auf Gottes Wort
Sie singen Weihnachtslieder
Sie beten

Was wir in diesen Tagen feiern, das haben die alten Propheten schon 700 Jahre vor der Geburt Jesu vorausgesagt.
Wir haben die Verkündigung an der Krippe gehört:
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter. Man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende.

Die Welt verändert sich:
Durch die Geburt eines Kindes.

Gott kommt als Kind
Das merke ich bei jedem Taufgespräch:
Die Freude der Eltern, wenn sie ihr Kind in den Armen halten
Das Leuchten in den Augen der Eltern 
Und das Strahlen der kleinen Babys

Ein kleines Kind – das ist Menschlichkeit pur.
Gott kommt zu uns – als Kind.
Und das mit voller Absicht:

In jedem Menschen ist Menschlichkeit.
Auch wenn das Herz noch so hart, noch so grausam und noch so böse ist.

In jedem Menschen ist Menschlichkeit.
Gott kommt als Kind, um die Menschlichkeit in uns anzuticken.
Um die Menschlichkeit in uns zum Klingen zu bringen.

Diese Menschlichkeit ist mir in den letzten Wochen und Monaten oft begegnet:
Ich denke an junge Familien in unseren Gemeinden, die Patenschaften für Flüchtlingsfamilien übernommen haben und diese auch zu Weihnachten einladen …..
Menschlichkeit

Ich denke an das Engagement in unseren Gemeinden für Malawi, für Uganda, für Rumänien. Wo Menschen sich auch über die Weihnachtstage auf den Weg machen.
Menschlichkeit

Ich denke an so viele kleine Gesten des Alltags, Handreichungen, Anrufe, Besuche, kleine Geschenke, die von Menschen einfach getan werden.
Menschlichkeit

Liebe Freunde,
das steckt in jedem Menschen:
Menschlichkeit

Und das steckt auch in Gott.
Sein Passwort ist: „Liebe“
„… und auf Erden ist Frieden“

… und auf Erden ist Frieden.
da steht in der Bibel noch ein Satz davor. Den darf man nicht unterschlagen.

Und dieser 1. Satz ist die Voraussetzung für alles, was danach gesagt wird. Als erstes sagen die Engel:
Verherrlicht ist Gott in der Höhe.
Und erst dann kommt der Satz:
… und auf Erden ist Frieden.

Nur wer Gott die Ehre gibt, wird auf Dauer auch dem Menschen die Ehre geben.

Es ist im Leben eben nicht alles gleich gut und alles in Ordnung:
Wer auf die Stimme des Hasses hört, der landet bei den Nazis oder beim IS. Wer auf die Stimme Gottes hört, der landet bei der Krippe und beim Kind.

Geht doch in diesem Jahr ganz bewusst zur Krippe nicht nur hier in Kaunitz,
geht vielleicht auch alleine.
Schaut Euch das Kind an. Mit Zeit und in Ruhe.

Ich glaube, dass das Kind von Bethlehem leise zu uns spricht:
Es begrüßt uns mit dem Gruß, mit dem die Menschen einander in Israel begrüßen:
Shalom. Salam. Friede.

Und dann sagt das Kind in der Krippe zu uns:
Mach es wie ich.
Werde Mensch! – Stille

LIED: 238 O du fröhliche

Fürbitten
„Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn du allein, Gott, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“
Wenn alle Menschen mit diesem Satz aus dem 4. Psalm im Herzen schlafen gehen könnten, dann wäre Frieden auf der Erde.
Davon träumen wir und darum bitten wir dich, Gott für alle Kinder auf der Welt, die vor Hunger nicht einschlafen können. Hilf, dass sie satt werden, damit sie nicht lernen, ihren leeren Bauch mit Wut und Hass zu füllen. Mach uns wach für die Zusammenhänge, die Hungersnot bewirken, lass uns aufstehen und kreativ werden, dass wir sinnvoller umgehen mit Geldern und Gütern.
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Wir beten für die Jugendlichen, die sich fürchten vor der Nacht, weil Alpträume von erlittener Gewalt sie überfallen, als wären sie real, für die jungen Frauen, die durch sexuelle Gewalt, und die jungen Männer, die durch Kriegserlebnisse traumatisiert sind. Lass sie Menschen finden, denen sie sich anvertrauen und das Unaussprechliche aussprechen mögen, Menschen, die das auch aushalten können. Schenke ihnen die Ahnung von einem sicheren Ort im Innern, zu dem sie zu jeder Zeit Zuflucht nehmen können.
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Wir denken an die Menschen, die in Arbeit und Sorgen versinken, die in schlaflosen Nächten wühlen, weil unerledigte Dinge über ihnen zusammenschlagen wie meterhohe Wellen und alles noch viel schlimmer erscheint als am Tag. Hilf ihnen zu ordnen, was wichtig ist und was nicht, und loszulassen. Sende in ihre Träume das Wissen um Selbstbestimmung, dass sie Macht gewinnen über ihre Zeit und ihre Aufgaben. Lass sie spüren, dass sie von unschätzbarem Wert sind jenseits dessen, was sie leisten, und darin Ruhe finden.
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.


Wir vertrauen dir die Menschen an, die in der Nacht weinen vor Sehnsucht nach vermissten Menschen oder verlorener Heimat, über eine zerbrochene Liebe, vor Schmerzen oder weil sie sterben müssen. Lass sie spüren, dass du ihnen so nah bist wie das Kissen, das ihre Tränen aufnimmt. Tröste sie mit der Vision, dass aus ihren Tränen in der Seele ein Regenbogen aufgehen kann.  
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Wir bitten für die Menschen, die sich der Unsicherheit des Meeres anvertrauen, Seeleute in Seenot, Menschen, auf Flüchtlingsschiffen zusammengepfercht. Behüte ihre Wege. Lass sie spüren, dass du mitgehst in jede Fremde, und lass sie Momente von Vertrautem finden.
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Gott, wir sehen die Not und legen dir heute auch unsere ganz persönlichen Bitten ans Herz ….
Wir bitten gemeinsam:
Alle: Gott, dein Friede erfülle die ganze Welt.

Guter Gott, manchmal ist es so, als wäre der Traum schon wahr: Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn du allein Gott, hilfst mir, dass ich sicher wohne. Für solche Nächte danken wir dir und bitten darum, dass dieser Traum für alle Menschen auf dieser Erde wahr wird. Amen

Jetzt wollen wir gemeinsam das Gebet des Herrn sprechen. Jeder für sich, ganz langsam und in Stille und dabei unserm Gott all das sagen, was wir ihm immer schon sagen wollten       Vater Unser

Irischer Weihnachtssegen

Gott lasse dich ein gesegnetes Weihnachtsfest erleben.

Gott schenke dir die nötige Ruhe, damit du dich auf
Weihnachten und die frohe Botschaft einlassen kannst.

Gott nehme dir Sorgen und Angst
und schenke dir neue Hoffnung.

Gott bereite dir den Raum, den du brauchst
und an dem du so sein kannst, wie du bist.

Gott schenke dir die Fähigkeit zum Staunen
über das Wunder der Geburt im Stall von Bethlehem.

Gott mache heil, was du zerbrochen hast
und führe dich zur Versöhnung.

Gott gebe dir Entschlossenheit, Phantasie und Mut,
damit du auch anderen Weihnachten bereiten kannst.

Gott bleibe bei dir mit dem Licht der Heiligen Nacht,
wenn dunkle Tage kommen.

Gott segne dich und schenke dir seinen Frieden.
Im Namen des Vaters ……..

LIED: 233 O, Herr, wenn du kommst

Friedensgebet St. Marien 09.10.2019 – Regenbogen

Friedensgebet St. Marien 09.10.2019 – Regenbogen

Begrüßung: Schön, dass Ihr da seid. Ich weiß zwar nicht immer wie alle heißen, die hier zum Friedensgebet kommen, aber ich vermisse immer alle die nicht da sind. Ob das Änne ist oder Ursula Kerkhoff, aber auch die, die schon verstorben sind und aus dem Himmel mitbeten. Lasst uns alle mit in unser Gebet nehmen.
Wir beginnen in Gottes Namen: Im Namen …

Es gibt Sätze im Leben, die vergisst man nicht. Mein Papa sagte immer wieder zu uns 5 Kindern: Egal welchen Scheiß Du machst, komm nach Hause ich helfe Dir.Und damit wir uns das selbst auch immer wieder zu eigen machen, habe ich eine Geschichte, die Ihr schon ein paar Mal gehört hat, aber die mich immer wieder beeindruckt.

Hundert weiße Bänder
Bei einer der Stationen stieg ein junger Mann in den Zug, mit kurz geschnittenen Haaren und einer einfachen Sporttasche. Einer Mitfahrerin fiel auf wie eine eigenartige Spannung von diesem an sich sympathisch wirkenden jungen Mann ausging. Kurz entschlossen setzte sie sich bei der nächstbesten Gelegenheit zu ihm. Sie kamen nach und nach ins Gespräch – und so hörte sie seine Geschichte. „Wissen Sie.“ sagte der junge Mann „ich bin heute aus dem Gefängnis entlassen worden. Jetzt hin ich auf dem Weg zu meinen Eltern und meinen Geschwistern. Vor ein paar Jahren habe ich durch eine Dummheit Schande über meine Familie gebracht und musste deswegen ins Gefängnis. Anfänglich schrieb ich jeden Tag einen Brief an meine Eltern und entschuldigte mich bei ihnen. Weil ich aber keine Antwort erhielt, habe ich langsam aufgehört, Briefe zu schreiben.“ Er war unsicher, oh seine Eltern nicht antworten wollten, weil sie ihn als Sohn verstoßen hatten oder ob vielleicht die ärmlichen Verhältnisse der Grund waren: Die Kosten für einen Brief Schreiber und die Postgebühren könnten für sie einfach zu hoch gewesen sein. „Jetzt habe ich vor einer Woche den letzten Brief geschrieben“ fährt er dann fort „Ich sagte ihnen, dass ich heute aus dem Gefängnis entlassen werde. Ich schrieb ihnen, mit welchem Zug ich ankommen würde. Aber ich weiß nicht, ob ich wirklich willkommen bin. Unser Haus liegt an dieser Bahnlinie. Im Garten steht ein großer Apfelbaum. Wenn ich nach Hause kommen darf, sollen meine Eltern in den Baum ein weißes Band aufhängen. Wissen Sie, ein Band, das man von der Bahnstrecke aus sieht. Hängt aber heute dort kein weißes Band, dann würde ich im Zug sitzen bleiben und fahre irgendwohin.“  Nun war es nicht mehr weit bis zum Häuschen seiner Eltern. Da wagt der junge Mann eine letzte Bitte auszusprechen: „Nach der nächsten Kurve kann man den Baum sehen. Könnten Sie nicht für mich hinschauen, ob Sie ein weißes Band im Baum hängen sehen?“ Natürlich hält sie für ihn Ausschau. „Ich seh’ den Apfelbaum! Aber – es hängt nicht nur ein Band in diesem Baum. Er ist über und über mit weißen Bändern geschmückt. Sie dürfen heimkommen!“ Dem jungen Mann laufen die Tränen über das Gesicht. „Ein Glück, sie vergeben mir.“
Frieden beginnt dort, wo einem Menschen vergeben wird.

Wir wollen in Stille darüber nachdenken, wo und mit wem wir Frieden in unserem Leben noch gut gebrauchen könnten und wo wir den ersten Schritt machen könnten um endlich wieder auch Frieden im Herzen zu finden.

LIED: 474 1-4 Wenn wir das Leben teilen

Friede beginnt da, wo wir leben
Wir vertrauen fest darauf, dass Frieden möglich ist.
Vor fünfzig Jahren gab es kein Schützenfest ohne Schlägerei – heute gibt es das wohl.
Für unsere Großväter waren die Franzosen Erbfeinde – heute ist kein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland mehr denkbar.
Die Abrüstung beginnt in unserem Herzen. Wir müssen gütige und versöhnende Gedanken in uns pflegen! Wir müssen daran denken, wir leben unter lauter Menschen, für die Jesus am Kreuz starb.
Friede ist keine Windstille zwischen zwei Kriegen. Friede ist eine Bewegung von Herz zu Herz, von Volk zu Volk. Geht diese Bewegung auch durch unser Herz hindurch? Sind wir auch Friedensstifter?
Es gibt keine Neutralität zwischen Frieden und Krieg. So wenig wie zwischen Gut und Böse.
Gott ist Frieden, Freude, Liebe. Das Böse ist Feindschaft, Streit, Neid, Eifersucht, Zank.
Auf welche Seite schlagen wir uns? Friede beginnt im Kleinen, da wo wir leben.
Wenn du Argwohn und Misstrauen in dir nährst und in deiner Umgebung ausbreitest, bereitest du Kriege vor. Vertraust du, weckst du Vertrauen.
Wer wie in einem Staffellauf von Vertrauen zu Vertrauen eilt, erobert die Welt für den Frieden.
Menschliche Gemeinschaft, Friede unter Menschen, entsteht durch Gespräch.
Echtes Gespräch gibt es nur da, wo jeder redlich dafür offen ist, dass der andere auch ihm etwas zu sagen hat.
Auch, wenn wir hier in OWL weitab von Krieg und Verfolgung leben, unser Tun, jeder einzelne von uns, kann dazu beitragen, dass diese Welt schöner und friedvoller wird.
LIED: 472 1-4 Manchmal feiern wir mitten im Tag

Vor langer Zeit begannen die Farben dieser Welt zu streiten.
GRÜN
sagte:
„Klar bin ich die Wichtigste! Ich bin das Symbol für Leben und Hoffnung.
Ich wurde gewählt für das Gras, für die Bäume und die Blätter. Ohne mich würden alle Tiere sterben. Schaut euch doch in der Landschaft um und ihr werdet sehen, das ich in der Mehrheit bin!“

BLAU unterbrach:
„Du denkst nur an die Erde! Aber betrachte doch den Himmel und das Meer!
Es ist das Wasser, das die Basis für alles Leben ist und von den Tiefen des Meeres in die Wolken hinaufgezogen wird. Der Himmel gibt Raum, Frieden und Unendlichkeit. Ohne meinen Frieden wärt ihr alle nichts!“

GELB lachte in sich hinein:
 „Ihr seid alle so ernst. Ich bringe Lachen, Fröhlichkeit und die Wärme in die Welt. Die Sonne ist gelb, der Mond ist gelb, die Sterne sind gelb… Eine Sonnenblume bringt die Welt zum Lächeln. Ohne mich gäbe es keinen Spaß.“

Als nächstes begann ORANGE ihr Lob zu singen
„Ich bin die Farbe der Gesundheit und der Erneuerung. Ich mag rar sein, aber kostbar, denn ich diene den Bedürfnissen menschlichen Lebens. Ich überbringe die wichtigsten Vitamine. Denkt an Karotten, Kürbis, Mango und Papayas. Ich hänge nicht ständig herum, aber wenn ich den Himmel zum Sonnenaufgang- oder Untergang färbe, ist meine Schönheit so eindrucksvoll, dass niemand Gedanken an einen von euch verschwendet.“

 ROT konnte es nicht länger aushalten und rief: 
 „
Ich bin der Herrscher von allen! Ich bin das Blut – Lebensblut! Ich bin die Farbe der Gefahr und der Tapferkeit. Ich bin bereit zu kämpfen. Ich bringe Feuer ins Blut. Ohne mich wäre die Erde so leer wie der Mond. Ich bin die Farbe der Leidenschaft und der Liebe, der roten Rosen und der Mohnblume.“

 PURPUR erhob sich zu ihrer vollen Größe: 
 “ Sie war sehr groß und sprach mit Pomp: Ich bin die Farbe der Fürsten und der Macht. Könige, Häuptlinge und Bischöfe haben immer meine Farbe gewählt, weil ich das Symbol für Autorität und Weisheit bin. Niemand zweifelt an mir, man hört und gehorcht.“

 Schließlich sprach INDIGO viel leiser als all die anderen, aber mit ebensolcher Bestimmtheit:
 “ Denkt an mich. Ich bin die Farbe der Stille. Ihr nehmt mich kaum wahr, aber ohne mich würdet ihr alle oberflächlich werden. Ich repräsentiere Gedanken und Betrachtung, Zwielicht und tiefes Wasser. Ihr raucht mich für das Gleichgewicht und für den Kontrast, für das Gebet und den inneren Frieden.“

 Und so fuhren die Farben fort zu prahlen, jede von ihrer eigenen Erhabenheit überzeugt. Ihr Streit wurde lauter und lauter. Plötzlich war da ein heller Blitz und grollender Donner. Regen prasselte schonungslos auf sie nieder. Die Farben drückten sich voll Furcht einer an den anderen, um sich zu schützen. Inmitten des Lärms begann der Regen zu sprechen:“ Ihr dummen Farben streitet untereinander und versucht den anderen zu übertrumpfen!
Wisst ihr nicht, dass jeder von euch für einen Zweck geschaffen wurde, einzigartig und besonders? Reicht euch die Hände und kommt zu mir!“ Sie taten wie ihnen geheißen wurde, sie kamen zusammen und reichten sich die Hände.
Der Regen fuhr fort.“ Von nun an, wenn es regnet, erstreckt sich jede von euch in einem großen Bogen über den Himmel, um daran zu erinnern, dass ihr alle miteinander leben könnt. Der Regenbogen ist ein Zeichen der guten Hoffnung auf ein Morgen. Daher, immer wenn ein guter Regen die Welt wäscht und ein Regenbogen am Himmel erscheint, erinnern wir uns daran, einer den anderen würdigen.“

LIED: abspielen: Regenbogen buntes Licht

Gebt einander ein Zeichen des Friedens und des guten Willens an der Verschönerung der Welt mitzuhelfen.

Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt der Gerechtigkeit aufzubauen, eine Welt ohne Rassismus, ohne Gewalt und ohne Krieg.
Hilf uns, eine Welt aufzubauen, in der Kinder Zugang zu Wasser haben und zur Schule gehen können.
Hilf uns, eine Welt aufzubauen, in der die Kinder Zugang finden zu Bildung und genug zu essen haben, ohne auf der Straße betteln zu müssen.
Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt ohne Tränen aufzubauen, eine Welt ohne Hunger, ohne Durst, eine Welt des Friedens.
Du schenkst uns überall auf der Welt die Kraft, neue Wege zu finden
Mit dir überwinden wir Unterschiede, die keine Bedrohung mehr sind.
Mit dir nehmen wir uns gegenseitig ohne Vorbehalte an.
Und Hand in Hand gehen wir voran ohne Angst.
Wir schenken ein Lächeln, ein Augenzwinkern, einen Händedruck.
Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt aufzubauen, in er alle Frieden finden. Amen.

VATER UNSER Wir wollen uns die Hände reichen und gemeinsam so beten, wie unser Bruder und Freund Jesus es uns gesagt hat.

Deine Hände sollen immer Arbeit finden,
immer einen Groschen in der Tasche,
wenn du ihn brauchst.
Das Sonnenlicht soll
auf dein Fenstersims scheinen
und dein Herz voll Gewissheit sein,
dass nach jedem Unwetter ein Regenbogen leuchtet.
Der Tag sei dir günstig
und die Nacht dir gnädig.
Die gute Hand eines Freundes
soll dich immer halten
Und möge Gott dir das Herz erfüllen
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Geht hin und haltet Frieden!

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 22-05-2019

Begrüßung und Kreuzzeichen:

Die Reise nach innen
Ich sitze hier vor Dir, Herr,
aufrecht und entspannt, mit geradem Rückgrat.
Ich lasse mein Gewicht senkrecht durch meinen Körper
hinuntersinken auf den Boden, auf dem ich sitze.

Ich halte meinen Geist fest in meinem Körper.
Ich widerstehe seinem Drang,
aus dem Fenster zu entweichen,
an jedem anderen Ort zu sein als an diesem hier,
in der Zeit nach vorn und hinten auszuweichen,
um der Gegenwart zu entkommen.
Sanft und fest halte ich meinen Geist dort,
wo mein Körper ist:
hier in diesem Raum.

In diesem gegenwärtigen Augenblick
lasse ich alle meine Pläne, Sorgen und Ängste los.
Ich lege sie jetzt in Deine Hände, Herr.
Ich lockere den Griff, mit dem ich sie halte, und lasse sie Dir.
Für den Augenblick überlasse ich sie Dir.
Ich warte auf Dich – erwartungsvoll.
Du kommst auf mich zu, und ich lasse mich von Dir tragen.

Ich beginne die Reise nach innen.
Ich reise in mich hinein, zum innersten Kern meines Seins,
wo Du wohnst.
An diesem tiefsten Punkt meines Wesens
bist Du immer schon vor mir da,
schaffst, belebst, stärkst ohne Unterlass meine ganze Person.

Und nun öffne ich meine Augen,
um Dich in der Welt der Dinge
und Menschen zu schauen.
Mit neuer Kraft gehe ich ins Leben,
nicht mehr allein,
sondern mit meinem Schöpfer zusammen.
Amen. Dag Hammarskjöld

LIED: Laudate omnes gentes

In dieser Zeit     Werner Letz

 Wir leben in einer Zeit, in der fast alles möglich scheint,
sogar, zu fremden Sternen zu fliegen.
 Aber wann sind wir soweit, dass keine Mutter mehr weint,
über Tote aus sinnlosen Kriegen.
 Noch sind wir davon weit entfernt, weil wir im Leben meist gelernt,
dass es wichtig ist, um jeden Preis zu siegen.                                                  
 Wann hat das alles ein Ende – wann benutzt ihr eure Hände,
nicht um Waffen zu halten – sondern um sie zu falten.
 Wer die eig´ne Meinung sagt, was uns hier selbstverständlich scheint,
riskiert in vielen Ländern heut´ sein Leben.
 Wer die Staatsmacht hinterfragt, weil sie Menschenrecht verneint,
dem wird keine Lebenschance mehr gegeben.
 G´rad gegenüber diesen Ländern, müsste uns´re Politik sich ändern,
aber man will die Geschäfte nicht gefährden.
 Öffnet den Mund und die Augen, damit sie nicht irgendwann noch glauben,
dass wir hinter ihnen steh´n und den Widerspruch nicht seh´n.
 Viele Menschen flieh´n weltweit, um dem Tode zu entgeh´n;
sie hoffen auf ein Leben in Frieden.
 Sag, bist auch Du bereit, dies als Auftrag anzuseh´n,
sie brauchen unsere ganze Menschenliebe.
 Nichts and´res zählt in dieser Zeit, sie tragen schwer an ihrem Leid.
Es gibt nichts, was wirksamer ist als die Liebe
 Täglich gemeinsam zu lernen, sich nicht voneinander zu entfernen,
nicht so auf Distanz zu geh´n, sondern diese Chance zu seh´n.
 Das Leben verlangt so oft, von uns, das wir ganz stark sind
und was auch kommt, es klaglos übersteh´n
Ein um´s andre mal gehofft, ein Sturm oder der Wind  
möge die dunklen Wolken fortwehen,
 um den off´nen Himmel zu sichten, und den
Blick neu auszurichten.
Es tut gut, an eine höhere Macht zu glauben.  
 Nutz´ Deine kurze Zeit hier gut, mach´ Dir selbst und andren Mut,
bleib bescheiden, das was wir sind – ein kleines Menschenkind  

LIED: Laudate omnes gentes

Gemeinsam: Ökumenisches Friedensgebet 2019
Allmächtiger Gott,
Schöpfer und Erhalter allen Lebens,
wir treten vor dich,
um für Frieden und Gerechtigkeit zu beten.

Du hast uns mit einer wunderbaren Heimat gesegnet:
Die Natur ist prachtvoll und schön.
Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kommen hier zusammen. Wir hören viele Dialekte und Sprachen.

Aber aus menschlicher Schwachheit und wegen
unseres Egoismus‘ geraten deine Schöpfung
und das Zusammenleben der Völker immer
wieder aus den Fugen. Deshalb bitten wir dich:

Wenn Unfriede herrscht und Menschen unter
Konflikten leiden:
Dann, Gott, öffne dem Frieden Tore in unsere
Herzen und in die Herzen der Völker.

Wenn Misstrauen und Gewalt unter den Menschen
wächst und Hass zwischen den Völkern entsteht:
Dann, Gott, stärke den Geist der Einheit.

Wenn uns Chaos und Durcheinander ängstigen
und Propaganda uns in die Irre führen will:
Dann, Gott, gib uns ein Herz voller Frieden,
das uns sicher durch diese Unklarheiten leitet.

Wenn es immer wieder neu gilt, die Probleme und
Sorgen der Menschen und Völker anzugehen:
Dann, Gott, lass uns Menschen unterstützen,
die sich in unserem Land und weltweit für Gerechtigkeit,
Gleichheit und Frieden einsetzen.

Gott, schenke uns deine Hilfe und lass uns das
Unsere tun gegen jede Art von Ungerechtigkeit.

Weil du uns deinen Frieden verheißen hast,
dürfen wir, dein Volk, neue Hoffnung schöpfen
und frischen Mut. Darum bitten wir dich im Namen
unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus.  Amen.

LIED: Laudate omnes gentes

Im Islam gibt es eine Geschichte:
Ein Mörder bittet Gott um Vergebung. Aber Gott schickt ihn weg und sagt: Was bittest du mich um Vergebung, hast du schon deinen Bruder um Vergebung gebeten, dem du all das angetan hast?
Was für ein Mistkerl! Das verzeih ich ihm nie. — Das hätte ich nie von ihr gedacht – dass sie mich so hintergeht – sie war doch mal meine Freundin!
Ich bin gekränkt, verletzt und wütend. Das kann doch alles nicht wahr sein!
Und jetzt? Vergeben?
Jeden Sonntag beten Christinnen und Christen: „Vater unser im Himmel, vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“
Wenn das so einfach wäre.
Sicher, Menschen wie der anglikanische Bischof Desmond Tutu oder Nelson Mandela im fernen Südafrika, die können das: vergeben, auch wenn man sie eingesperrt und misshandelt, verachtet und verlacht hat.
Aber ich?
Warum sollte ich vergeben? Vielleicht weil nur Vergebung einen Neuanfang ermöglicht.
Dem anderen vergeben, heißt nicht, dass man vergangenes Unrecht akzeptiert.

Vergebung beginnt, wenn man sagen kann:
„Was er getan hat, ist schlimm. Aber seine guten Seiten vergesse ich trotzdem nicht.“ oder
„Sie hat sich zwar unmöglich benommen, aber ich möchte die Freundschaft nicht ganz aufgeben.“ oder
„Ich weiß nicht, ob ich jemals verzeihen kann, was mir angetan wurde. Aber ich will mich nicht länger damit beschäftigen. Die Sache ist erledigt.“
Vergebung ist der einzige Weg, wenn man nach so einer Katastrophe ein neues Leben anfangen will. Und das geht nur, wenn man darauf verzichtet, dass einem Gerechtigkeit widerfährt. Wenn man sagt: Ich will ein neues, ein anderes Leben anfangen.

Herr,
oft wünsche ich mir
ein ZEICHEN von dir
Eine E-Mail, eine SMS
mit der FROHEN BOTSCHAFT

die mir sagt
was ich zun tun und lassen habe
Die mir verrät,
was die ZUKUNFT bringt
Die mir Mut schenkt
Im ANHANG eine große Portion
Hoffnung

Es wär leichter
mit einer E-Mail-Adresse von dir,
an die ich mich wenden kann,
nicht lange warten muss auf Antwort,
auf das Re-Mail in meinem Posteingang:
DEINE WORTE schwarz auf weiß,
eindeutig und ohne Zweifel

Herr,
lass mich erkennen,
WAS DU MIR SAGEN WILLST,
wie du die Zeichen gibst,
was die Stimme in mir spricht,
dass ich lerne,
deine Botschaften
zu deuten.

LIED: Laudate omnes gentes

VATER UNSER

Gott,
Du hast deine Wohnung unter uns genommen,
und überall, wo Menschen leben,
bist du zugegen.
An deine Gnade klammern wir uns an.
Lass uns also deine Gegenwart ehren
und dich bitten:
um Friede in uns und um uns.
um Liebe, die nicht aufgibt,
um Hoffnung, die nicht erlischt
und um Weisheit und Kraft
einander aufzubauen zu deiner Stadt auf Erden
zu einer Welt, die bewohnbar ist,
heute und immer. Amen

LIED: 796 1-5 Herr, wir bitten, komm und segne uns

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 30.01.2019 – Frieden in mir –

Friedensgebet St. Marien Kaunitz 30.01.2019 – Frieden in mir –

Lied: Frieden finden Jahreslosung 2019
Begrüßung: Kreuzzeichen
Natürlich ist es gut, dass ihr da seid. Aber was bringt das Ganze?
Es knallt immer noch in Syrien.
Es explodieren immer noch Menschen in Afghanistan.
Es krepieren immer noch elendig viele Kinder vor Hunger nicht nur im Jemen.
Es ersaufen immer noch Hunderte jedes Jahr im Mittelmeer.
Es schlägt immer noch mancher Ehemann seine Frau und Kinder.
Es verdienen immer noch viele Frauen zwangsweise Geld mit ihrem Körper.
Und wir selbst tratschen immer noch schlecht über Nachbarn und andere.
Was bringt dann unser Beten seit 18 Jahren für den Frieden?

2 Minuten meditative Musik (Panmeditation)

Wir beten abwechselnd den Psalm:
Ein moderner (Frieden) Psalm

Völker erheben ihre Waffen, *
sie führen Krieg, um sich gegenseitig zu vernichten;

Immer größeres Vernichtungspotential legen sie sich zu, *
es reicht aus, um die Erde x-mal in die Luft zu jagen.

Ein Pulverfass ist diese Erde geworden, *
ich habe Angst, dass es einmal den großen Knall gibt.

Menschen bauen sich Feindbilder auf *
und können sich nicht mehr offen begegnen.

„Wie du mir, so ich dir“, heißt die Parole, *
den ersten Schritt zu tun, ist keiner bereit.

Jeder fürchtet den anderen und bewaffnet sich bis an die Zähne, *
Vertrauen ist zum Fremdwort unter den Völkern geworden.

Millionen werden ausgegeben für Waffen, *
und Millionen sterben jährlich an Hunger.

Warum ist das nötig, ich kann es nicht begreifen, *
dass Menschen sich mit Bomben voreinander schützen
und anderen fehlt das Brot zum Leben.

Auch deine Schöpfung, Herr, liegt im Stöhnen, *
zu einem Rohstofflager, von dem er sich nimmt, was er will.

Wie aber wird es aussehen, wenn alles verbraucht ist, *
was wird uns bleiben, wenn Wasser, Wald und Boden
kein Leben mehr haben?

Was werden unsere Nachkommen einmal sagen, *
wenn sie zu spüren bekommen, was wir ihnen hinterlassen?

Vielleicht werden sie uns verfluchen, *
in die Hölle wünschen mit all unseren Machtwerken.

So stehe ich hier und bitte um Frieden, Herr, *
unter den Menschen und mit der Natur.

Ich spüre soviel, was mich mutlos macht, *
doch auch viele Hoffnungszeichen
kann ich entdecken am Horizont.

Ich sehe Menschen, die sich zusammenschließen, *
um miteinander für den Frieden zu beten.

Ich sehe Menschen aller Völker und Nationen, Religionen und Konfessionen, *
denen der Friede zum Anliegen geworden ist.

Ich sehe Menschen in Gruppen und Initiativen, *
die ihren Lebens- und Umgangsstil ändern.

Ich sehe Menschen, die Konflikte anders zu lösen versuchen *
als mit Gewalt und Bedrohung.

Dies macht mir Mut, Herr, und gibt mir die Möglichkeit, *
mich mit diesen Menschen zusammenzuschließen
auf dem Weg zu einem friedlichen Miteinander.

Denn im Grunde meines Herzens vertraue ich darauf, *
dass diese Erde in dein Friedensreich einmündet.

Du, Herr, wirst dich letztlich durchsetzen, *
und nicht die Mächte der Zerstörung und Vernichtung.

Du wirst die Herzen der Menschen von Grund auf bekehren *
und sie mit dem Geist der Liebe und des Friedens erfüllen,

darauf hoffe ich, und das gibt mir die Kraft, *
zu arbeiten für eine bessere Welt.

Denn ich weiß, du stehst auf der Seite des Lebens *
und nicht des Todes und Verderbens.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Was bringt das ganze Beten für den Frieden? Nutzt es was? Hilft es wem? Rechnet sich die Zeit, die wir aufbringen?
Habe ich schon oft drüber nachgedacht. Natürlich tut es gut mit Euch hier zusammen zu kommen. Viele von uns kommen seit 18 Jahren.
Es fällt auf, wenn bekannte Gesichter fehlen. Einige sind schon gestorben, manche können nicht mehr kommen.
Wir beten weiter – aber was bringt es.
Ich will mal anfangen, warum ich gerne noch Jahre weiter machen möchte. Ich versuche zu sagen, welchen Frieden es mir bringt mit euch zu beten?
Und dann gebe ich das Micro einfach weiter.
Euch fällt sicher auch was ein. Macht nichts, wenn sich manches wiederholt – im Gegenteil.
meditative Musik
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Ein Spatz sah, dass der große Prophet Abraham von Nimrod ins Feuer geworfen wurde und flog sofort zu einer Wasserstelle, nahm den Schnabel voll mit Wasser und flog zur Feuerstelle, um das Wasser dort abzulassen. Leider war sein Schnabel nur so klein, dass nur wenige Tropfen darin Platz hatten, und so flog er unermüdlich immer wieder hin und her und ließ seine wenigen Tropfen über dem großen Feuer ab, während das Feuer größer und größer wurde. Als ein anderer Vogel das sah, sprach er den Spatz an und fragte: „Weißt Du denn nicht, dass Du mit Deinen mickrigen wenigen Tropfen nichts gegen dieses riesige Feuer ausrichten kannst?“ Der Spatz antwortete: „Ich weiß, dass meine Tropfen nichts ausrichten. Aber wenn der Tag des Gerichtes kommt und ich gefragt werde, was hast Du getan, als der große Prophet ins Feuer geworfen wurde, da will ich nicht verschämt dastehen. Ich tue, was ich kann. Und wenn hunderttausende Vögel solche mickrigen Tropfen über dem Feuer abwerfen würden, dann könnten wir es löschen. Ich bin aber nur verantwortlich für mich selbst “

Gemeinsam können wir die Welt da, wo wir leben ein bisschen freundlicher und heller machen. Gemeinsam lasst uns einander an die Hand nehmen und einstimmen in das Gebet, das Jesus mit seinen Freunden auch gebetet hat:
Vater Unser ….

Verpflichtung zum Frieden

Der Friede beginnt mit der Vergebung, er beginnt mit dem Freispruch.
Zur Freiheit hat uns Gott befreit und zum Frieden hat er uns fähig gemacht.
Fangt bei euch selbst an:
Euren Hass zu besiegen,
andere nicht mehr zu zerstören,
sie nicht mehr fertig zu machen.
Fangt bei euch selbst an:
Euren Mut umzuwandeln in phantasievolle Kraft,
durchbrecht das alte Prinzip:
Auge um Auge – Zahn um Zahn.
Ihr fangt dann an, so zu leben, wie Jesus lebte.
Wenn ihr für den Frieden eintretet, – dann ohne Hass,
wenn ihr für den Frieden arbeitet, – dann ohne Streit,
wenn ihr auf den Frieden hofft, – dann ohne Angst,
denn Gott sagt:
Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst,
ich habe dich bei deinem Nahmen gerufen,
du bist mein.

Wir bitten um Gottes Segen:

Vor Beginn dieser Nacht bitten wir Dich Gott, Mutter und Vater, Bruder und Freund:

  • Segne alle Menschen, die von Schmerzen geplagt werden – mögen sie Linderung finden und Schlaf.
  • Segne die Sterbenden – möge Dein Engel sie an die Hand nehmen.
  • Segne die weltweit traumatisierten Kinder – mögen sie von Menschen, die sie lieben umarmt werden.
  • Segne die Einsamen und Verlassenen – mögen sie deine Nähe spüren.
  • Segne die Zerstrittenen in den Familien – mögen sie die Kraft finden die Hand zur Versöhnung zu reichen.
  • Segne die Eltern – mögen sie ihren Kindern nie die Tür schließen.
  • Segne alle Christen – mögen sie Gottes Liebe auch leben.
  • Segne die Muslime, die Juden, alle Menschen, die an einen liebenden Gott glauben – möge ihr Leben gelingen.
  • Segne jeden von uns – möge die Chance, die wir jeden Tag neu von Dir erhalten von uns mit christlichem Tun erfüllt werden.
    So segne euch der in der Liebe allmächtige Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist.

 LIED: Ein kleines Lied vom Frieden (Katja Epstein)

Antworten nach dem Gottesdienst eingefügt:
– die Gemeinschaft tut einfach nur gut (mehrfach)
– das eigene Verhalten im Denken und Tun ändert sich
– nach jedem „Friedensgebet“ gestärkt nach Hause gehen
– beim gemeinsamen Gebet fühlt man sich als Gemeinschaft der Glaubenden
– man ist schneller bereit sich wieder zu vertragen
– es wird kritischer betrachtet was einem erzählt wird