Maiandacht Mai 2011

Maiandacht Mai 2011

Lied: GL 576 1 -4 Freu Dich du Himmelskönigin …….

  

Geschichtsbücher erwähnen Maria nicht.
Trotzdem hinterläßt sie Spuren,
deutlicher als die Taten der großen Herren.
So beginnt ihre Geschichte:
Sie ist ansprechbar.
Sie lebt nicht in der abgeschlossenen Welt ihres eigenen Ich.
Sie ist kein Gefangener ihres Wunschdenkens.
Sie kreist nicht um sich selbst.
Sie ist offen – offen auch für das Unerwartete.
Und das ist ihr Geheimnis:
Sie ist offen und ansprechbar – auch für Gott.
Das ist nicht selbstverständlich und nicht einfach.
Denn Gott spricht leise und nicht aufdringlich.
Gott spricht immer nur durch andere, oft anders, als wir es erwarten.
Die meisten Menschen hören nur sich selber,
Maria aber erkennt Gottes Stimme.
Maria ist betroffen und bestürzt über ihre Erfahrung mit Gott.
Statt Freude erfährt sie Angst, Gottes Nähe verwirrt sie, sein Vertrauen trifft sie im Innersten.
Maria schweigt und denkt nach.
Nur so kommt der Mensch zum Glauben.
Glauben heißt auf keinen Fall: alles blind hinnehmen,
das Denken anderen überlassen.
Maria schweigt und denkt nach.
Sie möchte glauben mit ganzem Herzen und ganzem Verstand.

 

Begrüßung

Ich begrüße Sie/Euch ganz herzlich zur Maiandacht. Wir wollen uns mit Maria als Knotenlöserin beschäftigen, wie sie im Bild von St. Peter am Perlach in Augsburg dargestellt ist. Vielleicht ist das für viele von Euch eine ungewöhnliche Darstellung und auch Vorstellung. Aber ich finde, dass es sich lohnt dieses Motiv einmal in den Blick zu nehmen.
Ihr seid in dieser Maiandacht eingeladen, dies auch auf ganz persönliche Art und Weise zu tun.

Lied: GL 594 1 – 4 Maria Dich lieben ………

Knoten
Jeder von uns hat schon Erfahrungen mit Knoten gemacht:
Kaum zieht man am falschen Schuhband, schon sitzt der Knoten fest.
Ein Knoten im Hals raubt mir die Luft und ich kann kaum sprechen.
Knoten können eine Schnur festhalten an einem Paket, dann ist der Inhalt gesichert.
Manche machen sich einen Knoten ins Taschentuch, um etwas Wichtiges nicht zu vergessen.

Es gibt verschiedene Weisen Knoten aufzulösen. Entweder mit viel Geduld den Faden durch den anderen schieben, manchmal reißt aber dann der Geduldsfaden und der Knoten wird einfach durchschnitten. Knoten in uns zu lösen braucht manchmal lange Zeit und langen Atem. Wir müssen uns von Knoten und Verstrickungen befreien, mit denen andere uns verschnürt haben. Manchmal brauche ich auch jemand dazu, der mir hilft meine Knoten zu lösen, weil ich alleine nicht damit klar komme.

Instrumentalmusik

Bildbetrachtung

Eine, die auch als Knotenlöserin bekannt geworden ist, wird auf einem Bild aus dem 17. Jhd. dargestellt.
Es zeigt Maria als anmutige junge Frau in einem leuchtend roten Kleid mit einem wehenden blauen Mantel. Sie ist dargestellt als das Heilszeichen am Himmel, wie es im Buch der Offenbarung beschrieben ist; mit einem Kranz von Sternen um ihr Haupt, die Mondsichel unter den Füßen, zertritt sie der Schlange den Kopf.
Über ihr schwebt eine Taube – altes Symbol für den Heiligen Geist. Nur wenig hebt er sich ab von dem hellen Licht, das Maria und die Engelschar um sie beleuchtet.

Ungewöhnlich ist vor allem, dass Maria nicht das Jesuskind auf dem Arm trägt, ihren toten Sohn beweint oder die Hände zum Gebet faltet. Stattdessen ist sie in eine mühsame Arbeit versunken: sie löst in einem fast hoffnungslos verwirrten weißen Band, das ihr ein Engel hinaufreicht, die unzähligen Knoten.
Mit beiden Händen und gelassener Aufmerksamkeit ist sie bei dieser Tätigkeit, als ob es im Moment nichts Wichtigeres gäbe als dieses Band.

Instrumentalmusik

Besinnung

Maria war in ihrem Leben mit schwierigen Situationen konfrontiert und hat einige solcher Knoten erfahren. Wir wollen diese Situationen im Leben Marias mit Texten aus der Bibel in Verbindung bringen und auf diesem Hintergrund auf unser Leben schauen. Wer möchte kann bei jedem Impuls dazu einen Knoten in die Schnur machen – den persönlichen „Knoten“

1. Unverständnis:
Weissagung des Simeon Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen (Lk 2,34-35)

 

Wir denken an Situationen, wo wir auf Unverständnis gestoßen sind, / wo wir verletzt wurden, durch Aussagen und durch das Handeln anderer.

Kurze Stille zum Nachdenken und Knotenmachen

 

2. Flucht nach Ägypten

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten (Mt 2,13-14)

Wir denken an Situationen, wo wir auf der Flucht waren, vor uns selber/ oder vor anderen / und wir denken auch an Aufgaben und Pflichten, denen wir aus dem Weg gegangen sind.

Kurze Stille zum Nachdenken und Knotenmachen

 

3. Schmerz/Kreuzweg

Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder. (Lk 23,27-28)

Wir denken an schmerzliche Situationen, die uns traurig gemacht haben, / Wegstrecken, die schwer zu gehen waren, / Pläne, die durchkreuzt wurden.

Kurze Stille zum Nachdenken und Knotenmachen

4. Trauer

Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu: Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er selbst für sich in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte eine großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber. (Mt 27,57-61).

Wir denken an die Menschen, um die wir trauern, weil sie gestorben sind, oder weil sie durch Trennung oder Streit keinen Kontakt mit uns wollen.
Wir denken auch an Dinge, die uns traurig machen, wie z. B. der Verlust unserer Kraft, dass wir manches nicht mehr so gut können wie früher…

Kurze Stille zum Nachdenken und Knotenmachen

5. Abschied

Die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam ins Grab gelegt wurde. (Lk 23,55) Wir denken an Möglichkeiten, die uns genommen sind, / die wir verabschieden müssen: Pläne, Wünsche, Hoffnungen. Kurze Stille zum Nachdenken und Knotenmachen

Vielleicht gibt es in ihrem Leben noch einen weiteren „Knoten“, den sie noch hinzufügen möchten, eine Not, einen Schmerz ……

Kurze Stille zum Nachdenken und Knotenmachen

Lied: GL 594 5 – 6 Maria Dich lieben ………….

Fürbitten

Herr Jesus Christus, wir erflehen deine Hilfe und bitten dich auf die Fürsprache deiner Mutter:

– Löse die Knoten unserer kleineren und größeren körperlichen Beschwerden und Krankheiten
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten

– Löse die Knoten unserer geistigen Konflikte,
  unserer Ängste und Beklemmungen, der Ablehnung
  von uns selbst und unserer Wirklichkeit
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten

– Löse die Knoten im Umgang mit unseren
  Nächsten, bei Verurteilung, Verachtung und Kritik
  und wenn wir überheblich, hochmütig und
  beleidigend sind
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten

– Löse die Knoten unserer Sorge um die Zukunft der
  Kinder und jungen Menschen
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten

– Löse die Knoten in unserem Alltag, wenn es uns
  schwerfällt, unsere Arbeit zu bewältigen und
  Stress und Ausgelaugtsein uns plagen
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten

– Löse die Knoten bei den Konflikten und
  Spannungen in unserer Kirche
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten –

 

– Löse die Knoten innerhalb der christlichen Kirchen und gib uns Einheit untereinander und Toleranz
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten

– Löse die Knoten des sozialen und politischen Lebens unseres Landes
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten

– Löse die Knoten unseres Herzens, damit wir uneigennützig lieben können
  Maria hilf uns beim Lösen der Knoten

Maria Knotenlöserin, bitte für uns bei deinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.   Amen.

 

Wir laden alle ein, ihre Schnur mit den Knoten zur Osterkerze zu legen.

Instrumentalmusik

Gebet

Gott, wir kommen vor dich mit dem, was uns belastet und in uns und um uns herum verknotet ist.

Gib Zeit und Kraft, die Knoten anzusehen und anzunehmen, wenn sie nicht gelöst werden können. Schenke uns einen langen Atem, die Fäden zu suchen, die helfen, Knoten in rechter Weise zu lösen. Schenke uns Hoffnung, das aus gelösten Bändern Neues entstehen kann.

 

Gott wir nehmen unsere Anliegen und Bitten mit hinein in das Gebet, das Jesus selber uns gelehrt hat: Vater unser …..
Wir grüßen die Gottesmutter (Gebetstext Zettel)

Segensgebet

Gott, wir hören oft dein Wort, aber es prallt an uns ab.
Es kommt gar nicht an, unbewußt sperren wir uns.
Wir müßten sonst umdenken und umkehren, andere, neue Menschen werden.
Das kostet Kraft und viel guten Willen.
Gott, wir möchten ansprechbar sein wie Maria.
Freilich, sie erschrickt über dein Wort, sie hört den Anspruch heraus, der in deinem Gruß liegt:
Gerufen werden in deine Nähe und unter deine Führung.
Gott, rüttle uns auf! Mach uns im Innersten unruhig, damit wir dein Wort hören,
das du uns sagst durch Jesus, unsern Bruder.

Das uns das gelingt, dazu segne uns im Namen des Vaters und des Sohnes

Lied: GL 595 1 – 4 Maria breit den Mantel aus ………………

 

Und so grüßte der Himmel die Erde

(Nach der engl. Vorlage: „There is Nothing Told“)

1. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie einst plötzlich schwanger war
und ein Engel sie grüßte und sprach:
Sei gesegnet, Gott selbst ist mit dir.

Refrain: Und so grüßte der Himmel die Erde,
wurden Größtes und Kleinstes nun eins
in Maria, gesegnet von Gott, von Gott.

2. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie ein großes Loblied sang,
in dem Letzte bei Gott Erste sind,
in dem Gott auf den Kopf die Welt stellt.

Refrain: Und so grüßte der Himmel die Erde,
wurden Größtes und Kleinstes nun eins
in Maria, gesegnet von Gott, von Gott.

3. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie ihr Kind im Stall gebar;
dort, wo Not herrscht, den König der Welt“
Und die Hirten ergriff, was geschah.

Refrain: Und so grüßte der Himmel die Erde,
wurden Größtes und Kleinstes nun eins
in Maria, gesegnet von Gott, von Gott.

4. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie die Zeichen recht verstand,
sie begriff, Gott ist Menschen dort nah,
wo sie schwach sind, verletzlich, bedrängt.

Refrain: Und so grüßte der Himmel die Erde,
wurden Größtes und Kleinstes nun eins
in Maria, gesegnet von Gott, von Gott.

5. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie das Gottesreich mittrug.
Denn im Leib dieser Frau wuchs das Heil,
das die Welt neu bestellt: Gottes Sohn.

Refrain: Und so grüßte der Himmel die Erde,
wurden Größtes und Kleinstes nun eins
in Maria, gesegnet von Gott, von Gott.

 

Und so grüßte der Himmel die Erde
1. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie einst plötzlich schwanger war
und ein Engel sie grüßte und sprach:
Sei gesegnet, Gott selbst ist mit dir.

Refrain: Und so grüßte der Himmel die Erde,
wurden Größtes und Kleinstes nun eins
in Maria, gesegnet von Gott, von Gott.

2. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie ein großes Loblied sang,
in dem Letzte bei Gott Erste sind,
in dem Gott auf den Kopf die Welt stellt.

3. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie ihr Kind im Stall gebar;
dort, wo Not herrscht, den König der Welt“
Und die Hirten ergriff, was geschah.

4. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie die Zeichen recht verstand,
sie begriff, Gott ist Menschen dort nah,
wo sie schwach sind, verletzlich, bedrängt.

5. Letztlich gibt’s nicht viel von ihr zu sagen,
nur, dass sie das Gottesreich mittrug.
Denn im Leib dieser Frau wuchs das Heil,
das die Welt neu bestellt: Gottes Sohn.

 


1. Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
laß uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorübergehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

2. Dein Mantel ist sehr weit und breit,
er deckt die ganze Christenheit,
er deckt die weite, weite Welt,
ist aller Zuflucht und Gezelt.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

3. Maria, hilf der Christenheit,
dein Hilf erzeig uns allezeit;
komm uns zu Hilf in allem Streit,
verjagt die Feinde all von uns weit.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

4. O Mutter der Barmherzigkeit,
den Mantel über uns ausbreit;
uns all darunter wohl bewahr
zu jeder Zeit in aller Gefahr.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

Freu dich du Himmelskönigin, Freu dich, Maria!

freu dich, das Leid ist all dahin. Halleluja

Bitt Gott für uns, Maria

Den du zu tragen würdig warst, Freu dich, Maria!

der Heiland lebt, den du gebarst. Halleluja

Bitt Gott für uns, Maria

Er ist erstanden von dem Tod, Freu dich, Maria!

wie er gesagt, der wahre Gott. Halleluja

Bitt Gott für uns, Maria

Bitt Gott für uns, so wird’s geschehn, Freu dich, Maria!

daß wir mit Christus auferstehn. Halleluja

Bitt Gott für uns, Maria

 

Maria dich lieben, ist allzeit mein Sinn;
dir wurde die Fülle der Gnaden verliehn:
du Jungfrau, auf dich hat der Geist sich gesenkt;
du Mutter hast uns den Erlöser gschenkt.

Dein Herz war der Liebe des Höchsten geweiht;

du warst für die Botschaft des Engels bereit.

Du sprachst: Mir geschehe, wie du es gesagt.

Dem Herr will ich dienen, ich bin deine Magd.

Du Frau aus dem Volke, von Gott ausersehn.

dem Heiland auf Erden zur Seite zu stehn,

kennst Arbeit und Sorge ums tägliche Brot,

die Mühsal des Lebens in Armut und Not.

Du Mutter der Gnaden, o reich uns die Hand

auf all unsern Wegen durchs irdische Land.

Hilf uns, deinen Kindern, in Not und Gefahr;

mach allen, die suchen, den Sohn offenbar.

Von Gott über Engel und Menschen gestellt

erfleh uns das Heil und den Frieden der Welt.

Du Freude der Erde, du himmlische Zier:

du bist voll der Gnaden, der Herr ist mit dir

 


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