Friedensandacht in Kaunitz am 30. Januar 2001

Friedensandacht in Kaunitz am 30. Januar 2001

 

 

Lied: 245 1-4-6

 

Gott unser Vater, wir treten vor dich und öffnen uns ganz deiner frohen Botschaft. Wir haben uns hier versammelt, um gemeinsam für den Frieden in der Welt zu beten. Es ist dein Wille, dass wir Menschen in einem Geist und in Frieden miteinander leben. Denn du Herr, bist der Gott des Friedens und der Liebe, dich wollen wir preisen, jetzt und in Ewigkeit – Amen

Als Zeichen deiner Anwesenheit unter uns Menschen haben wir heute Abend eine Kerze entzündet. Sie verbindet uns mit dir, Christus dem Licht der Welt, der du den Menschen den Frieden bringst – den Frieden den die Welt nicht geben kann.

Lass Herr dein Licht unter uns leuchten! (Kreuzzeichen)

Herr Jesus Christus, du hast zu den Jüngern gesagt: „Friede hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“. Oft vergessen wir in unserem Lebensalltag diesen Auftrag und werden so gegenüber unseren Mitmenschen und auch gegenüber dir schuldig. Deshalb rufen wir zu dir:

  • du führst aus Zerrissenheit zur Verständigung, – Herr, erbarme dich
  • du führst aus Menschenverachtung zum Frieden, – Christus, erbarme dich
  • du führst aus Rechtlosigkeit zur Gerechtigkeit, – Herr, erbarme dich

Der lebendige Gott erfülle uns mit seinem Frieden und schenke uns immer neu sein Erbarmen.

 

 

Herr, hilf uns, unsere Waffen abzulegen:

die scharfen Worte, die bösen Blicke, die verletzende Sprache,

die giftigen Angriffe, die lähmende Überheblichkeit,

das erdrückende Kraftprotzen, die atemberaubenden Frechheiten,

den beißenden Spott und all das,

womit wir sonst den täglichen Kleinkrieg führen.

Herr, gib deinen Frieden in unsere Sprache, in unsere Blicke,

in unsere Hände und Füße, in unseren Intellekt, in unsere Phantasie, in unser Herz.

 

Lied: 241 1+5

 

Ich glaube Gott, dass du diese Welt geschaffen hast.

Ich glaube, dass du uns Menschen gewollt hast,

jeden von uns gleich liebst und keine Unterschiede machst zwischen Rassen, Stand und Geschlecht.

Ich glaube Gott, dass du uns Jesus Christus, deinen Sohn gesandt hast,

der als Bruder unter uns Menschen lebte, der uns die frohe Botschaft der Liebe und des Friedens verkündete

und der für uns am Kreuze starb.

Ich glaube an den heiligen Geist, der auch jetzt unter uns weilt.

Der uns Kraft gibt, Gutes unter den Menschen zu tun,

der uns zwischen Gut und Böse unterscheiden läßt und der uns zur Liebe führt.

Ich glaube, dass ich einst in Gemeinschaft mit allen in dein Friedensreich ziehen werde. – Amen

 

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

Pause

Lied: 289 1

Voll Vertrauen
wollte ich den Weg mit dir gehen.
Doch – wo bist du jetzt?
Warum bist du so unendlich weit weg?
Warum lässt du mich im Stich?
Ich suche dich, jeden Tag neu.
Ich finde dich.
Einen kleine Augenblick lang.
Doch immer stoße ich an meine Grenzen.
Und du bist nicht da.
Und ich frage mich
ob du wirklich mein Weg bist.
Wo sind die Spuren im Sand?
Ich kann sie nicht entdecken.
Hast du mein Vertrauen verdient?
 
Voll Vertrauen,
gehe ich nun den Weg mit dir.
In den dunkelsten Schluchten warst du bei mir.
Es war so dunkel und kalt
dass ich dich nicht erkannt habe.
Mir fiel das Atmen schwer,
die Luft war dünn.
Doch du warst die Luft die mich gerettet hat.
Meine Grenzen –
ich habe sie mir selbst gebaut.
Und du hast mir geholfen, das zu erkennen.
Ich frage mich –
Wie lange dauert es
bis ich meine nächste Schlucht durchwandern muss.
Wirst du auch dann wieder mit mir auf dem Weg sein.
Mein Verstand sagt ja.
Mein Herz hat Angst.
 
Im Zurückschauen wird mein Weg ganz klar.
Und ich erkenne dich in jedem einzelnen Atemzug.
Aber ich lebe nicht in der Vergangenheit.
Sondern in diesem Augenblick.
Und du bist schon wieder weg.
Aber schon morgen
warst du gestern bei mir.
Und ganz allmählich
wächst das Vertrauen in dich.
Ganz neu.
Gefestigt.
Mit tiefen Wurzeln.
Du bist kein Gott mehr von Gestern.
Mein Verstand weiß das.
Und mein Herz sagt Ja!

 

Lied: 291 1+2

 

Gott unser Vater, du liebst uns als deine Kinder. Zu dir dürfen wir voll Vertrauen beten:

  • Für alle Opfer des Krieges im Balkan in Afghanistan und überall auf der Welt, schenke ihnen Zeichen der Hoffnung, dass dieser Krieg ein Ende findet und führe die Toten in dein Reich des Friedens, den Frieden den die Welt nicht geben kann.
  • Für alle Täter, die die Menschenrechte mit den Füßen treten, lenke ihr Gewissen so, dass sie ihr Handeln ändern.
  • Für alle Verantwortlichen in der Politik, schenke ihnen die Bereitschaft und den festen Willen für Verständigung, Friede und Gerechtigkeit.
  • Für unsere Kirche und uns selbst, dass wir die Kraft haben, deine Botschaft des Friedens unter den Menschen mit Wort und Tat zu verbreiten und dass wir in unserem Alltag als Menschen des Friedens und der Liebe leben.

Du Herr nimmst uns immer wieder als deine Söhne und Töchter an. Dafür wollen wir dir danken, jetzt und in Ewigkeit – Amen – Vater Unser …

 

 

Segen

Keinen Tag soll es geben, da du sagen mußt:

– Niemand ist da, der mich hält,

– Ich halte es nicht mehr aus,

– Niemand ist da, der mich liebt.

Gott der Herr, er begleite dich und schenke dir seinen Frieden,

er gebe dir Hoffnung und bewahre dich im Glauben und in der Liebe.

Dazu segne uns der allmächtige Gott,

der Vater, der Sohn und der heilige Geist – Amen

 

Lied: 638 1-3


 

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