Friedensgebet 9. Oktober 2002 – Kaunitz

Friedensgebet 9. Oktober 2002 – Kaunitz

Lied:

Es war einmal ein Wassertropfen, der schwebte in einer Wolke, und die Wolke schwebte über der kahlen Erde. „Ich bin ja so klein“, dachte der Wassertropfen, „ich brauche gar nicht erst herunterzuregnen. Die Erde wird sowieso nichts von mir bemerken.“ Sprach’s und verdampfte. Das fanden alle Wassertropfen sehr vernünftig, denn sie waren ja alle so klein. Und so entstanden keine Meere, keine Wälder, keine Tiere und keine Menschen, und die Erde blieb wüst und leer

In Wirklichkeit geht unsere kleine Eingangsgeschichte anders aus – zum Glück! Wenn Wassertropfen denken könnten, dann wüssten sie, dass sie viele sind, und aus vielen winzigen Wassertropfen entsteht ein Ozean.

Wir Menschen sind auch viele. Wenn jeder von uns für einige Minuten am Tag friedliche Gedanken sendet, werden wir auf die Dauer Frieden schaffen. Ich bin sicher, dass das möglich ist, wenn nur genug Menschen bereit sind, einige Minuten am Tag ganz bewusst FRIEDEN zu denken.

 

Musik

 

Du Gott des sanften Friedens,
vor dir denke ich an die Menschen,
die sich nach Stille und Frieden sehnen.
Sie sind allein mit ihrer Last.
Sie haben niemanden, dem sie das, was sie niederdrückt,
auf die Schultern legen können.
Vor dir denke ich an die Menschen,
die rastlos und ruhelos sind,
die sich selbst betäuben mit Aktivität
und dabei unglücklich werden.
Vor dir denke ich an die Menschen,
die sich nach Geborgenheit sehnen,
nach einem menschlichen Gesicht mit guten Augen,
die sie liebevoll anschauen.
Vor dir denke ich an die Menschen,
die eingeschnürt sind in ihre Verpflichtungen,
denen die Zwänge in ihrem Beruf
oder die Leere der Arbeitslosigkeit
die Luft zum Atmen nehmen.
Du bist der Friede,
du Gott des sanften und belehrenden Friedens.
Du nimmst Lasten ab,
du bist die Geborgenheit.
Du atmest uns frei.
Friede sei mit allen Friedlosen,
Friede tief wie das Meer,
tief wie die Stille der Erde,
tief wie die sanfte Nacht.

 

Lied:

 

Selig sind, die geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Die nicht schon auf alles eine Antwort wissen,
die sind gut dran,
denn ihnen tut sich die Welt GOTTES auf.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Die unter den Zuständen leiden,
die sind gut dran,
denn sie werden Mut und Hoffnung gewinnen.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Die nicht auf Gewalt setzen,
die sind gut dran,
denn ihnen wird die Erde gehören.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit;
denn sie sollen satt werden.
Die keine Ruhe geben und nach Gerechtigkeit schreien,
die sind gut dran,
denn sie werden zufrieden sein.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Die barmherzig sind,
die sind gut dran,
denn sie werden Barmherzigkeit erleben.
Selig sind, die reinen Herzens sind;
denn sie werden Gott schauen.
die sich selbst und anderen nichts vormachen,
die sind gut dran,
denn sie werden GOTT vor Augen haben.
Selig sind, die Frieden stiften;
denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Die den Frieden herbeiführen,
die sind gut dran,
denn ihnen wird man glauben, dass sie von GOTT sind.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
denn ihrer ist das Himmelreich.
Die angefeindet werden wegen neuer Gerechtigkeit,
die sind gut dran,
denn ihnen tut sich die Welt GOTTES auf.

 

Lied:

 

Herr, unser Gott, Schoepfer der Welt, wir Menschen koennen Dich nicht erfassen,

Die Vergangenheit ist Dein, und auch die Zukunft gehoert Dir. Jeder Augenblick des Lebens kommt aus Deiner Hand.

Wir stehen heute als Deine Geschoepfe vor Dir und bitten Dich, uns einen Weg zu zeigen, wie wir nach Deinem Willen handeln koennen. Du kennst die Zusammenhaenge der Schoepfung und die Kurzsichtigkeit unseres Handelns, unsere Aggressivitaet, unsere Gleichgueltigkeit und Arroganz. Und Du kennst diejenigen, die unter uns leiden.

Du kennst aber auch unseren Wunsch, Gerechtigkeit und Frieden in Deiner Schoepfung zu schaffen, die Du uns uebergeben hast. Lehre uns, jeden Menschen als Dein einzigartiges Geschoepf zu begreifen.

Heute sind wir zusammen hierher gekommen, um Dich um den Frieden in der Welt zu bitten,

Gott, Du bist barmherzig. Wir besinnen uns auf Deinen menschenfreundlichen Willen. Verzeihe uns unseren Leichtsinn und unsere Schuld gegenueber den Menschen, die nicht in Frieden leben koennen oder duerfen.

Lass uns miteinander eintreten fuer Recht und Gerechtigkeit und ein verantwortungsbewusstes Leben in der Schoepfung Gottes. Gott wird uns beim Letzten Gericht fragen, was wir fuer unsere Brueder und Schwestern getan haben, und Gott wird und sagen, dass wir dies alles ihm getan oder angetan haben.

Gott, erinnere uns an Deinen menschenfreundlichen Willen, wenn wir versucht sind, nur auf unsere eigenen Beduerfnisse zu schauen und anderen Menschen ihre Rechte einzuengen oder zu rauben.

Gott, unser Herr, letztendlich bist du es allein, durch dessen Kraft wir Menschen zum Guten befreit werden koennen.

Barmherziger Gott, beschuetze heute und in dieser Nacht diejenigen, die unschuldig leiden.
Erleichtere den Verwundeten und Gefangenen ihre Aengste und Schmerzen.
Lass die Sterbenden spueren, dass Du im Jenseits voll Liebe auf sie wartest.

Erleuchte die Lenker der Voelker, dass sie fuer das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen arbeiten und nicht fuer die Befriedigung ihrer Machtgier. Lass die Lenker der Voelker erkennen, dass am Tage des Juengsten Gerichts, am Tage der Abrechnung, ihre guten und schlechten Taten bei Gott gezaehlt werden und nicht die Groesse ihrer Namen in den irdischen Geschichtsbuechern.

Erleuchte heute und an allen kommenden Tagen uns, die wir hier gemeinsam beten. Lass uns immer bewusst sein, dass der Unfriede zwischen den Voelkern auch Wurzeln hat im Unfrieden zwischen einzelnen Menschen.

Viel Unfriede entsteht dadurch, dass wir unsere Kultur fuer die bessere halten, die Kultur der Anderen aber garnicht kennen, sie also auch nicht beurteilen koennen.
„Herr, kuenftig wollen wir neugieriger sein auf das, was Du neben uns geschaffen hast“.

Viel Unfriede entsteht dadurch, dass wir unsere Religion fuer die bessere halten, obwohl wir die Religion der Anderen garnicht kennen, sie also auch nicht beurteilen koennen.
„Herr, kuenftig wollen wir Dir nicht mehr vorschreiben, welche Gebete Du annahmen sollst“.

Wie leicht folgen wir Politikern, die schoene Versprechungen machen. Die uns einreden, wir koennten reich werden ohne eigene Arbeit. Die uns einreden, wir koennten Frieden haben ohne Gerechtigkeit.
„Herr, kuenftig wollen wir Unglaubwuerdiges nicht mehr hinnehmen“.

Wie leicht vergessen wir, dass fuer die Ungerechtigkeiten, die wir selbst begehen oder die wir ohne Protest geschehen lassen, spaeter unsere Kinder und Kindeskinder bezahlen muessen. Oft sogar mit ihrem Leben.
„Herr, kuenftig wollen wir immer rechtzeitig nein sagen“.

Lasst uns zuversichtlich zu Gott, unserem Herrn und Vater, beten mit den Worten, die uns Jesus gelehrt hat!

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser taegliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und fuehre uns nicht in Versuchung,
sondern erloese uns von dem Boesen,
denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lieber Gott, du hast mir Mut gegeben, darauf zu vertrauen, dass du mich annimmst. Gib mir weiterhin die Kraft, alle Unerwuenschten so sehr zu lieben, wie du mich liebst und mich annimmst. Du weisst, Herr, dass Unerwuenschte die Aermsten der Armen sind. Reiche koennen ebenso unerwuenscht sein wie die Armen dieser kleinen Erde, die du uns gegesben hast. Lass uns alle teilhaftig sein des Reichtums deiner Liebe, dann werden wir auch einander annehmen in deinem Reich auf Erden. Amen.

(Mutter Teresa)

Das uns das gelingt, dazu segne uns der treue und gute Gott:

Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

 

Lied:


 

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