Osterdienstag 2014 Wortgottesfeier “Emmaus”

Wortgottesfeier Osterdienstag 2014 – Emmaus

 

LIED: 326 1+2 Wir wollen alle fröhlich sein

Einleitung:

Ostern lässt sich nicht mit einem Feiertag abhaken. Zu groß ist das, was es hier zu feiern gilt, als dass wir gleich wieder zum Alltag übergehen könnten. So feiern wir gleich eine ganze Woche lang bis zum Weißen Sonntag. Und schließlich ist für die Christen jeder Sonntag ein kleines Osterfest.
Es geht um nichts weniger als um das Leben selbst. Durch die Auferstehung Jesu hat es eine ganz neue Dimension bekommen. Wie die beiden Jünger, die nach Emmaus gehen, holt der Auferstandene auch uns aus Mutlosigkeit, Resignation und Verzweiflung heraus.

 

lautstark und vernehmlich
möchte ich deinen tod
deine auferstehung
dein befreiungswerk verkünden
jedoch
mein hals ist mir zugeschnürt
mein mund ist wie verschlossen

tätkräftig und mutig
möchte ich an der seite
von unterdrückten kämpfen
solidarisch nicht nur in worten sein
jedoch
meine angst scheint mich zu lähmen
meine ohnmacht scheint mir die hände zu fesseln

zumindest etwas möchte ich nicht
resignieren
wenigstens das nicht
den kopf in den sand stecken
jedoch
das entsetzen wird manchmal übergroß
das grauen lastet manchmal
zu schwer auf meinem wollen

Herr, Jesus Christus,
du hast deine Jünger eingeführt in die Geheimnisse des Glaubens.
Herr, erbarme dich.
Du hast ihnen den Sinn der Heiligen Schriften erschlossen.
Christus, erbarme dich.
Du hast ihnen die Augen geöffnet für die Liebe und das Wirken Gottes.
Herr, erbarme dich.

 

Tagesgebet:

Jesus – du bist wahrhaft auferstanden.
Jesus – du lebst – das Grab ist leer.
Jesus – du bist in unserer Mitte.
Jesus – du schenkst uns dein Wort.
Jesus – du brichst mit uns das Brot.
Jesus – du bist bei uns.
Jesus – öffne uns die Augen, die Ohren,
dass wir nicht mit Blindheit und Taubheit geschlagen
nicht erkennen, wo du zu uns kommst
und mit uns gehst, zu uns sprichst. – Amen.

 

LIED: 326 4+5 Wir wollen alle fröhlich sein

 

Gekreuzigte Hoffnung anstelle des Evangeliums

Zwei Jünger sind unterwegs. Geschlagene Leute! Sie las-sen den Kopf hängen und sehen die Sonne nicht mehr. Von Ostern keine Spur. Für sie ist am Ostertag noch nicht Ostern geworden. Sie gehen weg von dort, wo das Kreuz stand, weg von dort, wo ihre Zukunftspläne platzten, wo sie ihre Hoffnung begraben haben. Mit anderen Worten: Sie verlassen die Gemeinde, sie treten aus.

Die Geschichte mit Jesus ist für sie passé. Sie wissen zwar noch zu erzählen, was er alles gesagt und getan hat: „Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk“. Sie wissen alles, was man von Jesus wissen kann; aber sie können nur traurig davon erzählen. Sie haben mit all ihrem Wissen Jesus nicht. Was sie von den anderen Jüngern sagen, das trifft auch für sie zu: „Ihn selbst aber sahen sie nicht“. „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, sagt Goethes Faust auf seinem Osterspaziergang.

Was den beiden Jüngern das Herz so schwer macht? Sie sagen es frei heraus: Sie haben auf Jesus gesetzt, von ihm das Heil erwartet. Und nun ist er schmählich gescheitert am Kreuz. Das ist der Punkt, über den sie nicht wegkommen, der tote Punkt. Wer so elend endet, kann doch nicht auf Seiten Gottes stehen. Ohnmacht in der Gotteserfahrung, im kirchlichen Alltag, im persönlichen Leben. Oft genug sind wir dann mit Gott und der Kirche oder auch mit uns selbst überkreuz und machen uns schließlich aus dem Staub: weg, weit weg. Ja nichts mehr davon sehen, ja nichts mehr davon hören. Immerhin gehen die Jünger zu zweit und sprechen über ihre Enttäuschungen. Das unterscheidet sie von vielen, die heute lautlos abwandern.

Während die zwei niedergeschlagen und enttäuscht ihren Weg gehen, „kam Jesus hinzu und ging mit ihnen“. Keine umwerfende Erscheinung, kein spektakulärer Auftritt, sie erkennen ihn zunächst gar nicht. Sie sind wie mit Blindheit geschlagen – wie unsereins oft genug. Sie müssen ihn neu kennenlernen. Der unbekannte Dritte fragt, hört zu, bringt zum Nachdenken. – Er verweist auf die Heilige Schrift, erschließt ihnen von dorther neue Perspektiven in ihrer Ratlosigkeit, öffnet ihnen die Augen.

Muß das nicht so sein? Wer so wie Jesus gegen das Leiden kämpft, der bekommt es am eigenen Leib mit dem Leiden zu tun. Der Arzt wird selbst verwundet. So will Gott die Wunden der Menschheit heilen, indem er sie selbst durchleidet. Der Gott, an den wir glauben, geht nicht an den Wunden der Welt vorbei, er trägt sie selbst und hat gerade dadurch die Kraft, sie zu heilen.

Das ist nicht im Handumdrehen nachzuvollziehen. Wandern gewährt Zeit. Jesus geht den langen Weg der beiden Jünger mit, durch das Tal ihrer Hoffnungslosigkeit. In den entscheidenden Fragen des Glaubens und Lebens gibt es keine Abkürzungen. Da muß man sich Zeit lassen und Geduld haben mit sich und den anderen – die Eltern mit den Kindern. Es ist tröstlich zu wissen, daß man Jesus nicht erst am Ende des Weges trifft, sondern schon unterwegs.

Der Weg ist lang, bis es dämmert. Der Abend bricht an, noch nicht der Morgen. „Bleib doch bei uns…“, drängen die beiden Jünger; man kann’s nur allzugut verstehen. Der Abend ist mehr als eine Tageszeit. Die Dunkelheit bricht ein. Wer die Nacht des Lebens kennt, wer erfahren hat, daß es finster aussieht, wer weiß, daß die Zeit zu Ende geht, der ahnt, was hier gemeint ist. Dann eingeladen zu sein ins Haus, an den Tisch – das ist wie ein Geschenk des Himmels. „Da ging er mit ihnen hin-ein, um bei ihnen zu bleiben“.

Und er, der Fremde, „nahm das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen“. Da fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen, und sie erkennen ihn. Jesus schenkt sich ihnen in der Mahlgemeinschaft. Zweimal wird’s gesagt, daß jeder es merkt: Das Brotbrechen, das Teilen des Lebens ist das Geschehen, in dem Jesus erkannt wird. Da gehen die Augen auf und das Herz. Da wandelt sich im Namen Jesu nicht nur das Brot. Da wandeln sich die müden, bleiernen Herzen zum brennenden Herzen: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust…“.

 

 

Haus, Tischgemeinschaft – „Bleib doch bei uns“. Da könnte man sich häuslich niederlassen. Aber Emmaus ist nur eine Station auf dem Wege. Wenn man angesteckt ist und wenn das Herz brennt, dann gibt es nichts Wichtige-res, als aufzubrechen. „Noch in derselben Stunde brachen sie auf…“. Sie eilen zu den anderen. Und was sie dort hören, können sie selbst bezeugen: „Der Herr ist wirklich auferstanden“, er lebt! Licht in der Nacht! Ungeahnte Horizonte tun sich den Wanderern auf für ihren Lebensweg.

Man kann sich heute leicht aus dem Staub machen, aber dann fragt man sich schließlich, warum zum Teufel man überhaupt aufbricht und unterwegs ist. Jeder mag darauf achten, daß ihm das Wort nicht ausgeht, das seinem Leben Richtung gibt, daß ihm das Brot unterwegs nicht ausgeht, das gebrochene Brot, von dem wir leben. Das ist das Erkennungszeichen für Jesus. Das schenkt uns die Gewißheit: Jesus lebt.

 

LIED: 334 1+3 O Licht der wunderbaren Nacht

 

Fürbitten:

Gott, unser Vater, durch die Auferstehung deines Sohnes hast du unsere Hoffnung,
dass du die Deinen nicht im Stich lässt. Daher kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Wir beten für die Opfer der Flugzeugkatastrophe und ihre Angehörigen.
Gib ihnen die Kraft, ihre schwierige Situation zu bestehen
und lass sie Menschen finden, die ihnen beistehen.. Vater im Himmel:

Wir beten für alle Christen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden
und aus ihrer Heimat vertrieben worden sind.
Eröffne ihnen Möglichkeiten, in ihre Heimat zurückzukehren
oder eine neue Heimat auch bei uns zu finden.

Wir beten für alle, die in der Kirche Verantwortung tragen und das ist jeder von uns
Lass uns hellhörig und aufmerksam sein für das, was die Menschen bewegt.

Für alle Christen, die in der Versuchung stehen, sich zurückzuziehen und zu resignieren.
Zeige ihnen, dass du mitten unter uns bist und mit uns den Weg gehst, den wir zu gehen haben.

Für alle, die sich von der Gemeinschaft der Gläubigen nichts mehr erwarten
und ihr den Rücken gekehrt haben. Zeige ihnen durch uns, dass du in deiner Kirche lebst und gegenwärtig bist.

Du bist wahrhaft auferstanden, Herr, und bist in unserer Mitte gegenwärtig.
Wir danken dir dafür. – Amen.

 

Lobpreis:

Halleluja 3x
Guter Gott und Vater,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dir unser Lob darzubringen.
Du bringst Leben hervor und gibst ihm Raum, sich zu entfalten,
und du sorgst für alles, was du geschaffen hast.
Halleluja 3x
Wie alle Geschöpfe sind auch wir dem Werden und Vergehen unterworfen.
Du lässt uns aber nicht allein, wenn unser Leben von Leiden überschattet ist.
In Jesus von Nazareth hast du unsere Ohnmacht den Mächten des Todes gegenüber mitgetragen.
In seiner Auferstehung hast du uns neue Hoffnung
auf unvergängliches Leben gegeben.
Halleluja 3x

 


Auf dem Weg nach Emmaus hat er an der Not und Verzweiflung seiner Jünger Anteil genommen und in ihnen die Kraft geweckt, ihre Resignation zu überwinden.
Sie haben entdeckt, dass er in neuer Weise in ihrer Mitte ist und dass er lebt.
Sein Geist hat auch in ihnen neues Leben entfacht
und sie zu Zeugen deiner Frohen Botschaft werden lassen.
Halleluja 3x
Dein heiliger Geist bewegt auch uns. Er führt uns zu neuer Lebendigkeit
und lässt uns mit Zuversicht an unsere Herausforderungen herangehen.
So loben und preisen wir dich mit der ganzen Schöpfung
und singen wir dir mit allen Engeln und Heiligen unseren Dank:

 

LIED: Halleluja Taize

ZUM VATER UNSER

Gott ist bei uns, wenn wir beten. Beten wir nun gemeinsam das Vater unser und halten wir uns dabei an den Händen. Gott hält zu uns, er hält zu unserem Leben, und wir halten zueinander. Und so beten wir mit seinen Worten: Vater unser im Himmel, …

 

ZUM FRIEDENSGRUSS

„Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!“

Lassen auch wir uns von Jesus so ansprechen?

Nehmen wir seinen österlichen Frieden an?

Wünschen wir ihn auch allen, mit denen wir uns schwertun?

 

Der österliche Friede des Auferstandenen sei heute und alle Tage mit euch!

Geben wir den Frieden Jesu jetzt hier unter uns weiter!

Dadurch bekommen wir auch die Kraft anderen die Hand zu reichen, wenn es schwer fällt

 

EINLADUNG ZUR HL. KOMMUNION

Sie erkannten ihn beim Brotbrechen! Weil das so ist, dass Christinnen und Christen in aller Welt ihn und sich selbst beim Brotbrechen erkennen, wollen wir auch heute wieder das eucharistische Brot miteinander teilen.

 

So seht Christus, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt!

A: Herr, ich bin nicht würdig, …

Als Jesus mit ihnen bei Tisch war, gingen ihnen die Augen auf,

und sie erkannten ihn!

LIED: 760 1+2 Wahrer Gott


Neue Wege gehen

Neue Wege gehen, Vertrautes hinter sich lassen
Sich vom Alten trennen. Von Gewohntem Abschied nehmen.

Neue Wege gehen – Entdeckungen machen – Neuland begehen – Wagnisse eingehen

Neue Wege gehen. Wohin werden sie mich führen?
Wie wird es mir unterwegs ergehen? Wer wird mir über den Weg laufen?
Neue Wege gehen
Ich mache mich zu einem Ziel auf … oder
… ist der Weg das Ziel?
Ich freue mich auf neue Erfahrungen … oder
… machen sie mir Angst?
Ich bin gespannt auf meine Weggefährten … oder … werde ich einsam sein?

Was ist, wenn ich vom Weg abkomme,
wen ich nicht mehr weiterweiß,
wenn ich das Ziel aus dem Auge verliere,
wenn mein Proviant ausgeht,
wenn Sturm aufkommt,
wenn ich in Nebel gerate,
wenn ich in einer Sackgasse lande?
Sollte ich nicht doch lieber gleich zu Hause bleiben,
gar nicht erst aufbrechen,
nichts wagen, dann kann ich nichts verlieren,
kein Risiko eingehen, dann kann auch nichts
schief gehen,
alles belassen, wie es immer war,
wie es ist, so wird es immer sein,
in alten Gleisen bleiben, da kenne ich mich aus.

Doch .. wo ist mehr Leben? Was heißt Leben?
Leben heißt sich verändern, nicht stehen bleiben,
Leben heißt sich entwickeln, nicht in etwas erstarren,
Leben heißt wandern und Neues wagen.
Und bei all dem geht einer mit
Einer weist mir den Weg,
kommt mir entgegen,
geht mir voraus.
Der eine, von dem wir sagen: er ist der Weg,
die Wahrheit und das Leben: Jesus Christus.

Ihm darf ich vertrauen,
ihm mich selbst anvertrauen,
auf allen meinen Wegen.
Wenn ich mich ihm anvertraue,
brauche ich mich nicht zu fürchten,
denn er kennt mich und er kennt meinen Weg.
Eines aber muss ich selbst tun:

Ich muss mich aufmachen mit ihm:

wenn ich in Nebel gerate,
wenn ich in einer Sackgasse lande?
Sollte ich nicht doch lieber gleich zu Hause bleiben,
gar nicht erst aufbrechen,
nichts wagen, dann kann ich nichts verlieren,
kein Risiko eingehen, dann kann auch nichts
schief gehen,
alles belassen, wie es immer war,
wie es ist, so wird es immer sein,
in alten Gleisen bleiben, da kenne ich mich aus.

Doch .. wo ist mehr Leben? Was heißt Leben?
Leben heißt sich verändern, nicht stehen bleiben,
Leben heißt sich entwickeln, nicht in etwas erstarren,
Leben heißt wandern und Neues wagen.
Und bei all dem geht einer mit
Einer weist mir den Weg, kommt mir entgegen, geht mir voraus.
Der eine, von dem wir sagen: er ist der Weg,
die Wahrheit und das Leben: Jesus Christus.

 


Ihm darf ich vertrauen,
ihm mich selbst anvertrauen,
auf allen meinen Wegen.
Wenn ich mich ihm anvertraue,
brauche ich mich nicht zu fürchten,
denn er kennt mich und er kennt meinen Weg.
Eines aber muss ich selbst tun:

Ich muss mich aufmachen mit ihm.

 

Schlussgebet:

 

Jesus,
lass auch uns zu unseren Freunden gehen
wie die Jünger von Emmaus.
Jesus,
lass auch uns nach Jerusalem gehen
wie die Jünger von Emmaus.
Und verkünden:
Jesus lebt;
durch Wort,
durch Tat,
durch unser Sein.
Jesus – du lebst,
sei bei uns
in unserem Leben,
in den Sorgen,
in den Freuden. – Amen.

 

Ostersegen

 

Gott des Lebens!
Den Stein des Todes
den Stein, der uns im weg lag,
den Stein, der uns vom Leben trennte –

Du hast ihn weggerückt in jener Nacht.
Der Weg zum Leben ist frei.

Das Licht des Lebens vor Augen,
das Licht der Auferstehung im Sinn,
das Licht von Ostern im Herzen,
bitten wir Dich:

Segne uns, o Gott, Stirn, Mund und Hände,
damit wir dein Wirken begreifen,
deine Botschaft der Auferstehung verkünden
und deine Werke der Gerechtigkeit verrichten auf Erden.

 

 

LIED: 525 1+3+4 Freu dich, o Himmelskönigin

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