Friedensgebet St. Marien 09.10.2019 – Regenbogen

Friedensgebet St. Marien 09.10.2019 – Regenbogen

Begrüßung: Schön, dass Ihr da seid. Ich weiß zwar nicht immer wie alle heißen, die hier zum Friedensgebet kommen, aber ich vermisse immer alle die nicht da sind. Ob das Änne ist oder Ursula Kerkhoff, aber auch die, die schon verstorben sind und aus dem Himmel mitbeten. Lasst uns alle mit in unser Gebet nehmen.
Wir beginnen in Gottes Namen: Im Namen …

Es gibt Sätze im Leben, die vergisst man nicht. Mein Papa sagte immer wieder zu uns 5 Kindern: Egal welchen Scheiß Du machst, komm nach Hause ich helfe Dir.Und damit wir uns das selbst auch immer wieder zu eigen machen, habe ich eine Geschichte, die Ihr schon ein paar Mal gehört hat, aber die mich immer wieder beeindruckt.

Hundert weiße Bänder
Bei einer der Stationen stieg ein junger Mann in den Zug, mit kurz geschnittenen Haaren und einer einfachen Sporttasche. Einer Mitfahrerin fiel auf wie eine eigenartige Spannung von diesem an sich sympathisch wirkenden jungen Mann ausging. Kurz entschlossen setzte sie sich bei der nächstbesten Gelegenheit zu ihm. Sie kamen nach und nach ins Gespräch – und so hörte sie seine Geschichte. „Wissen Sie.“ sagte der junge Mann „ich bin heute aus dem Gefängnis entlassen worden. Jetzt hin ich auf dem Weg zu meinen Eltern und meinen Geschwistern. Vor ein paar Jahren habe ich durch eine Dummheit Schande über meine Familie gebracht und musste deswegen ins Gefängnis. Anfänglich schrieb ich jeden Tag einen Brief an meine Eltern und entschuldigte mich bei ihnen. Weil ich aber keine Antwort erhielt, habe ich langsam aufgehört, Briefe zu schreiben.“ Er war unsicher, oh seine Eltern nicht antworten wollten, weil sie ihn als Sohn verstoßen hatten oder ob vielleicht die ärmlichen Verhältnisse der Grund waren: Die Kosten für einen Brief Schreiber und die Postgebühren könnten für sie einfach zu hoch gewesen sein. „Jetzt habe ich vor einer Woche den letzten Brief geschrieben“ fährt er dann fort „Ich sagte ihnen, dass ich heute aus dem Gefängnis entlassen werde. Ich schrieb ihnen, mit welchem Zug ich ankommen würde. Aber ich weiß nicht, ob ich wirklich willkommen bin. Unser Haus liegt an dieser Bahnlinie. Im Garten steht ein großer Apfelbaum. Wenn ich nach Hause kommen darf, sollen meine Eltern in den Baum ein weißes Band aufhängen. Wissen Sie, ein Band, das man von der Bahnstrecke aus sieht. Hängt aber heute dort kein weißes Band, dann würde ich im Zug sitzen bleiben und fahre irgendwohin.“  Nun war es nicht mehr weit bis zum Häuschen seiner Eltern. Da wagt der junge Mann eine letzte Bitte auszusprechen: „Nach der nächsten Kurve kann man den Baum sehen. Könnten Sie nicht für mich hinschauen, ob Sie ein weißes Band im Baum hängen sehen?“ Natürlich hält sie für ihn Ausschau. „Ich seh’ den Apfelbaum! Aber – es hängt nicht nur ein Band in diesem Baum. Er ist über und über mit weißen Bändern geschmückt. Sie dürfen heimkommen!“ Dem jungen Mann laufen die Tränen über das Gesicht. „Ein Glück, sie vergeben mir.“
Frieden beginnt dort, wo einem Menschen vergeben wird.

Wir wollen in Stille darüber nachdenken, wo und mit wem wir Frieden in unserem Leben noch gut gebrauchen könnten und wo wir den ersten Schritt machen könnten um endlich wieder auch Frieden im Herzen zu finden.

LIED: 474 1-4 Wenn wir das Leben teilen

Friede beginnt da, wo wir leben
Wir vertrauen fest darauf, dass Frieden möglich ist.
Vor fünfzig Jahren gab es kein Schützenfest ohne Schlägerei – heute gibt es das wohl.
Für unsere Großväter waren die Franzosen Erbfeinde – heute ist kein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland mehr denkbar.
Die Abrüstung beginnt in unserem Herzen. Wir müssen gütige und versöhnende Gedanken in uns pflegen! Wir müssen daran denken, wir leben unter lauter Menschen, für die Jesus am Kreuz starb.
Friede ist keine Windstille zwischen zwei Kriegen. Friede ist eine Bewegung von Herz zu Herz, von Volk zu Volk. Geht diese Bewegung auch durch unser Herz hindurch? Sind wir auch Friedensstifter?
Es gibt keine Neutralität zwischen Frieden und Krieg. So wenig wie zwischen Gut und Böse.
Gott ist Frieden, Freude, Liebe. Das Böse ist Feindschaft, Streit, Neid, Eifersucht, Zank.
Auf welche Seite schlagen wir uns? Friede beginnt im Kleinen, da wo wir leben.
Wenn du Argwohn und Misstrauen in dir nährst und in deiner Umgebung ausbreitest, bereitest du Kriege vor. Vertraust du, weckst du Vertrauen.
Wer wie in einem Staffellauf von Vertrauen zu Vertrauen eilt, erobert die Welt für den Frieden.
Menschliche Gemeinschaft, Friede unter Menschen, entsteht durch Gespräch.
Echtes Gespräch gibt es nur da, wo jeder redlich dafür offen ist, dass der andere auch ihm etwas zu sagen hat.
Auch, wenn wir hier in OWL weitab von Krieg und Verfolgung leben, unser Tun, jeder einzelne von uns, kann dazu beitragen, dass diese Welt schöner und friedvoller wird.
LIED: 472 1-4 Manchmal feiern wir mitten im Tag

Vor langer Zeit begannen die Farben dieser Welt zu streiten.
GRÜN
sagte:
„Klar bin ich die Wichtigste! Ich bin das Symbol für Leben und Hoffnung.
Ich wurde gewählt für das Gras, für die Bäume und die Blätter. Ohne mich würden alle Tiere sterben. Schaut euch doch in der Landschaft um und ihr werdet sehen, das ich in der Mehrheit bin!“

BLAU unterbrach:
„Du denkst nur an die Erde! Aber betrachte doch den Himmel und das Meer!
Es ist das Wasser, das die Basis für alles Leben ist und von den Tiefen des Meeres in die Wolken hinaufgezogen wird. Der Himmel gibt Raum, Frieden und Unendlichkeit. Ohne meinen Frieden wärt ihr alle nichts!“

GELB lachte in sich hinein:
 „Ihr seid alle so ernst. Ich bringe Lachen, Fröhlichkeit und die Wärme in die Welt. Die Sonne ist gelb, der Mond ist gelb, die Sterne sind gelb… Eine Sonnenblume bringt die Welt zum Lächeln. Ohne mich gäbe es keinen Spaß.“

Als nächstes begann ORANGE ihr Lob zu singen
„Ich bin die Farbe der Gesundheit und der Erneuerung. Ich mag rar sein, aber kostbar, denn ich diene den Bedürfnissen menschlichen Lebens. Ich überbringe die wichtigsten Vitamine. Denkt an Karotten, Kürbis, Mango und Papayas. Ich hänge nicht ständig herum, aber wenn ich den Himmel zum Sonnenaufgang- oder Untergang färbe, ist meine Schönheit so eindrucksvoll, dass niemand Gedanken an einen von euch verschwendet.“

 ROT konnte es nicht länger aushalten und rief: 
 „
Ich bin der Herrscher von allen! Ich bin das Blut – Lebensblut! Ich bin die Farbe der Gefahr und der Tapferkeit. Ich bin bereit zu kämpfen. Ich bringe Feuer ins Blut. Ohne mich wäre die Erde so leer wie der Mond. Ich bin die Farbe der Leidenschaft und der Liebe, der roten Rosen und der Mohnblume.“

 PURPUR erhob sich zu ihrer vollen Größe: 
 “ Sie war sehr groß und sprach mit Pomp: Ich bin die Farbe der Fürsten und der Macht. Könige, Häuptlinge und Bischöfe haben immer meine Farbe gewählt, weil ich das Symbol für Autorität und Weisheit bin. Niemand zweifelt an mir, man hört und gehorcht.“

 Schließlich sprach INDIGO viel leiser als all die anderen, aber mit ebensolcher Bestimmtheit:
 “ Denkt an mich. Ich bin die Farbe der Stille. Ihr nehmt mich kaum wahr, aber ohne mich würdet ihr alle oberflächlich werden. Ich repräsentiere Gedanken und Betrachtung, Zwielicht und tiefes Wasser. Ihr raucht mich für das Gleichgewicht und für den Kontrast, für das Gebet und den inneren Frieden.“

 Und so fuhren die Farben fort zu prahlen, jede von ihrer eigenen Erhabenheit überzeugt. Ihr Streit wurde lauter und lauter. Plötzlich war da ein heller Blitz und grollender Donner. Regen prasselte schonungslos auf sie nieder. Die Farben drückten sich voll Furcht einer an den anderen, um sich zu schützen. Inmitten des Lärms begann der Regen zu sprechen:“ Ihr dummen Farben streitet untereinander und versucht den anderen zu übertrumpfen!
Wisst ihr nicht, dass jeder von euch für einen Zweck geschaffen wurde, einzigartig und besonders? Reicht euch die Hände und kommt zu mir!“ Sie taten wie ihnen geheißen wurde, sie kamen zusammen und reichten sich die Hände.
Der Regen fuhr fort.“ Von nun an, wenn es regnet, erstreckt sich jede von euch in einem großen Bogen über den Himmel, um daran zu erinnern, dass ihr alle miteinander leben könnt. Der Regenbogen ist ein Zeichen der guten Hoffnung auf ein Morgen. Daher, immer wenn ein guter Regen die Welt wäscht und ein Regenbogen am Himmel erscheint, erinnern wir uns daran, einer den anderen würdigen.“

LIED: abspielen: Regenbogen buntes Licht

Gebt einander ein Zeichen des Friedens und des guten Willens an der Verschönerung der Welt mitzuhelfen.

Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt der Gerechtigkeit aufzubauen, eine Welt ohne Rassismus, ohne Gewalt und ohne Krieg.
Hilf uns, eine Welt aufzubauen, in der Kinder Zugang zu Wasser haben und zur Schule gehen können.
Hilf uns, eine Welt aufzubauen, in der die Kinder Zugang finden zu Bildung und genug zu essen haben, ohne auf der Straße betteln zu müssen.
Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt ohne Tränen aufzubauen, eine Welt ohne Hunger, ohne Durst, eine Welt des Friedens.
Du schenkst uns überall auf der Welt die Kraft, neue Wege zu finden
Mit dir überwinden wir Unterschiede, die keine Bedrohung mehr sind.
Mit dir nehmen wir uns gegenseitig ohne Vorbehalte an.
Und Hand in Hand gehen wir voran ohne Angst.
Wir schenken ein Lächeln, ein Augenzwinkern, einen Händedruck.
Guter Gott, hilf uns Menschen in aller Welt, neue Wege zu finden, um eine Welt aufzubauen, in er alle Frieden finden. Amen.

VATER UNSER Wir wollen uns die Hände reichen und gemeinsam so beten, wie unser Bruder und Freund Jesus es uns gesagt hat.

Deine Hände sollen immer Arbeit finden,
immer einen Groschen in der Tasche,
wenn du ihn brauchst.
Das Sonnenlicht soll
auf dein Fenstersims scheinen
und dein Herz voll Gewissheit sein,
dass nach jedem Unwetter ein Regenbogen leuchtet.
Der Tag sei dir günstig
und die Nacht dir gnädig.
Die gute Hand eines Freundes
soll dich immer halten
Und möge Gott dir das Herz erfüllen
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Geht hin und haltet Frieden!

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