Wort zum Sonntag, 29.02.2020 – „Wer aufgibt, hat schon verloren!“

Wort zum Sonntag, 29.02.2020 – „Wer aufgibt, hat schon verloren!“

„Wer aufgibt, hat schon verloren!“ Das Westfalen Blatt hat nach vielen Jahren aufgegeben und wird kein „Wort zum Sonntag“ für Verl mehr veröffentlichen. Heute lesen Sie es zum letzten Mal. Schade, war zwar manchmal ganz schön stressig, sich was einfallen zu lassen, aber die einzelnen Echos, die man erhalten hat, haben einen dann froh gemacht. Und darum, aufgeben, möchte Ich nicht. Ich möchte auch in Zukunft meinen Glauben weitersagen und auch in der Öffentlichkeit leben und bekennen.
Es haben leider so viele schon aufgegeben und ich meine nicht nur die, die aus unseren Kirchen ausgetreten sind, – die haben sich sicher genauso geärgert wie ich. Nein, ich meine jetzt die, die innerlich ihren Glauben gekündigt haben. Und das sind nicht nur zahlende Gläubige, dazu zählen auch Profis, wie Kirchenmitarbeiter und Priester. Natürlich kann man frustriert und enttäuscht sein über all die teils furchtbaren Geschehnisse im Bereich unserer Kirchen. Natürlich kann man – mit mir – sauer sein über manchen Pfarrer oder Bischof, oder über monarchische Strukturen, oder über vergoldete Kirchen und selbstverliebte Kirchengremien.  Denn, wenn im Jemen die Kinder verhungern, Säuglinge im Sudan keine ärztliche Versorgung haben und Flüchtlinge auf Lesbos im Dreck schlafen müssen und wir Reichen unser Geld mehrheitlich für uns behalten wollen, wer soll das denn noch verstehen, wo wir alle wissen, dass Jesus gesagt hat: „Liebe Deinen Nächsten – so wie ich euch liebe!“ Das bedrückt mich und macht mich fast krank, dann schreie ich manchmal zuhause laut Sch….., aber – aufgeben, werde ich nicht, jetzt extra nicht!
Ich fühle mich von diesem unserm Gott geliebt, an jedem Tag und in jedem Moment. Und jeden Gottesdienst im Kindergarten beginne ich mit den Kleinen mit unserem besonderen Kreuzzeichen: „Gott – hat – mich – lieb!“ Und so beginne ich für mich auch jeden Tag auf der Bettkante. Und diese seine Liebe spüre ich, jeden Tag, – in der Familie, im Garten, bei meinen Kranken, mit meinen Flüchtlingen, unter unsern Freunden, beim leckeren Essen meiner Frau, wenn ich zum Arzt gehen kann, beim Einkaufen, wenn ich ein Kind trösten darf, wenn ich dem Bettler vorm Edeka einen Euro gebe, wenn es regnet, wenn ich einfach nur „Danke“ sage ….. und noch lebe.  Und seine Liebe spüre ich auch, wenn ich an die vielen Fehler denke, die ich schon gemacht habe und hier nicht aufzählen werde. „Gott – hat – mich – lieb!“ Und darum werde ich nicht aufgeben, sondern versuchen nach besten Kräften etwas davon weiter zu geben.
Aufgeben – von etwas, von dem ich eigentlich zutiefst überzeugt bin, ist immer die falscheste Lösung. Mein Glaube, meine Beziehung zu unserm Gott, hat mir in meinem Leben in so vielen, teils bösen und schweren Situationen, so unendlich gutgetan. Gottes Hand hat mich an manchem Abgrund gehalten und seine Liebe hat mich durch andere Menschen immer wieder getroffen. Darum hoffe ich, dass niemals der Tag so dunkel wird, dass ich diese Hand loslasse und seine Liebe vergesse.
„Wer aufgibt – hat schon verloren!“ Vielleicht können wir uns gegenseitig helfen und ermuntern, uns gegenseitig stärken, wenn es schwer wird und uns immer wieder erinnern, dass der Gott dieser Welt jeden Menschen liebt.
„Danke“, dass Sie dem „Wort zum Sonntag“ so lange die Treue gehalten haben.
Ihnen und Ihren Familien wünsche ich, auch im Namen aller „SchreiberInnen“ eine gesegnete Zeit. Bleiben Sie behütet. Ihr Arthur Springfeld (diakon-arthur.de)

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