Ostern 2020 – wie geht das?

Ostern 2020 – wie geht das?

  • aufstehen und DANKE sagen
  • das Fenster öffnen und frische Luft tief einatmen
  • den ersten Menschen, dem ich begegne, freundlich anschauen
  • mit Freude das alte Brötchen essen
  • Musik erklingen lassen, auch im Herzen
  • an die Menschen denken, die ich geliebt habe
  • sich über die Blaumeise am Fenster freuen
  • die dicker werdenden Knospen am Flieder erkennen
  • sich freuen, dass nur die Knie weh tun
  • sich am Sonntag auch über einen ev. Gottesdienst freuen
  • aufkommende düstere Gedanken verjagen
  • jemanden einen Ostergruß schicken
  • den Papstsegen wichtiger nehmen als pünktliches essen
  • einfach sich nur über die Sonne freuen
  • Entscheidungen von Virologen und Politikern zu verstehen suchen
  • mit Freude der Enkelin beim turnen zuschauen
  • Dankbar sein, dass man manchmal glauben kann
  • sich vom Lachen der Kinder anstecken lassen
  • Vögel beim Füttern der Jungen zuschauen
  • keinen Groll auf andere haben
  • zum Leben „Ja“ sagen
  • die Flöte vom anderen Ufer hören
  • versuchen schwierige Menschen zu verstehen
  • nicht Halbwahrheiten weitererzählen
  • täglich einen neuen Anfang machen
  • bei der Predigt eine Zigarette rauchen
  • dem Nachbarn die Brötchen mitbringen
  • dankbar über die Gesundheit sein
  • mit den Kindern und Enkeln telefonieren
  • einfach nur spazieren gehen
  • sich über den helfenden Gottesdienst freuen
  • allein hinten in der Kirche beten
  • in der Sonne ein Geschenk sehen
  • Luft und Zeit zum Danken haben AS

Träume von meiner Kirche

Träume von meiner Kirche St. Judas Thaddäus (in Verl–Sürenheide)

St. Judas Thaddäus – Patron in schwierigen und ausweglosen Situationen –

Ich träume von meiner Kirche, die in Bewegung ist, nach vorne schaut und die Menschen, mit all ihren Stärken und Schwächen, mitnimmt auf dem Weg zu Gott.

Ich träume von meiner Kirche, der die alltägliche und selbstlose Liebe wichtiger ist als die Lehren aus dem Katechismus und die Normen des Kirchenrechts.

Ich träume von meiner Kirche, die nicht immer auf die Antworten aus Rom oder Paderborn wartet, sondern sich auf den schöpferischen Geist verlässt, der allen Christen, Männern und Frauen, auch Kindern gegeben ist.

Ich träume von meiner Kirche, die immer wieder neue Wege zu den Menschen sucht, und die mit der ihr geschenkten Phantasie, die frohe Botschaft frisch, lebendig und menschennah lebt.

Ich träume von meiner Kirche, die in der Liturgie und in den Verkündigungen eine Sprache spricht, die Kinder und Jugendliche auch verstehen.

Ich träume von meiner Kirche, in der die Menschen feiern und lachen, tanzen und weinen können, aber immer auch in Gemeinschaft mit anderen.

Ich träume von meiner Kirche, in der das Evangelium so verkündet wird, dass es den Menschen hilft zu leben, in der die Menschen von Jesu Botschaft begeistert sind, man es ihnen ansieht und sie anderen von ihrer Freude erzählen.

Ich träume von meiner Kirche, die sich von den Menschen in die Pflicht nehmen lässt: von den Armen und Kranken, von den Flüchtlingen, von den wiederverheiratet Geschiedenen, von den ungeborenen Kindern, von den Hungernden in der weiten Welt und von der nach Sinn verlangenden Jugend.

Ich träume von meiner Kirche des Amtes, die es der Wahrheit und Einheit wegen immer geben wird, die aber weiß, dass Autorität mit Liebe übersetzt werden muss und dass Amt nichts anderes als Dienst meint.

Ich träume von meiner Kirche, die eine anziehende und wärmende Gemeinde ist, die jeden einlädt und willkommen heißt, der die Liebe Gottes sucht.

Ich träume von meiner Kirche, die mit der Kraft des Heiligen Geistes alle Spannungen aushält, die Konflikte bearbeitet und mit allen gemeinsam die Lösung in einem Weg der Liebe sucht.

Ich träume von meiner Kirche, die Hoffnung hat für die Welt und für einen jeden Menschen, weil sie den in ihrer Mitte spürt, der alle Hoffnung dieser Welt begründet.

Ich träume von meiner Kirche, die mich am Ende meines Lebens begleitet und mir in meinen letzten Atemzug hineinruft: Du wirst ewig leben – denn Du bist sein geliebtes Kind.

Ich glaube an diesen Traum von meiner Kirche (in der Sürenheide und weltweit), in der Jesus und seine Botschaft von Gott im Mittelpunkt stehen, in der ich mit meinen Schwächen getragen bin, mit meinem Glauben, mit meinen Stärken und mit meiner Begeisterung aber auch mit bauen kann, dass mein Traum von Seiner Kirche wahr wird.

Arthur Springfeld, Diakon

“Lebenstür” Gedenken der Getauften und Verstorbenen

„Lebenstür“

Diese Tür steeht bei uns hinten in der Kirche, Immer wenn jemand aus unserer Gemeine beerdigt wird oder ein Mensch durch die Taufe in die Gemeinschaft der Glaubenden und Zweifelnden aufgenommen wird, wird das durch eine Karte mit den Personalien bekannt gemacht und ein Lebenslicht angezündet.

Diese „Lebenstür“ öffnet sich in zwei Richtungen.

„Tür zum irdischen Leben“ und
„Tür zum ewigen Leben“

„Tür zum irdischen Leben“:

Der alte Mensch, der ohne Gott lebte, stirbt und aus der Taufe entsteht ein neuer Mensch, der mit Gott ein neues Leben beginnen darf, so wie Noah mit seiner Familie nach der Sintflut. (Genesis 7)

„Gott hat den Bogen raus!“ – wenn wir das vollkommene Halbrund eines Regenbogens sehen in seiner Schönheit, gemalt aus Wasser und Licht, können wir nur staunen. Wir sehen das Zeichen, dass Gott jedem Menschen seine Liebe und Treue zusagt, auf ewig. Wie beim Regenbogen, gilt es auch für unsere Täuflinge und jeden von uns: Gott hat uns wunderbar gemacht, weil wir es ihm wert sind. Jeder Regenbogen steht mit beiden Beinen fest auf der Erde und reicht doch bis in den Himmel – ein tolles Bild, wie wir Christen leben sollen.

Wo nur die Sonne scheint, gibt es auch nur Wüste. Für den Regenbogen braucht es Sonne und Regen. Als Getaufte haben wir die Zusage Gottes, dass wir immer, auch im Auf und Ab unseres Lebens, Gottes Nähe erfahren dürfen. Dafür steht der Regenbogen.

„Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich mein Gefallen“(Lk 3) – das ist auch uns zugesagt in der Taufe. Daran können wir immer wieder unsere Sehnsucht nach Liebe und Zuwendung stillen. Dieses Wort kann unsere Hoffnung beleben, wenn wir hoffnungslos geworden, enttäuscht, verzweifelt und von Krankheit, Alter, Schmerz und Trauer ganz unten angekommen sind.

  Aus dem Wasser
ist alles Lebendige in der Schöpfung hervor gekommen. Alles was lebt
, braucht Wasser:             Pflanzen, Tiere, Menschen. Manchmal ist das Wasser tief und gefährlich. In der Taufe ist das Wasser ein Symbol des Lebens. Der alte Mensch stirbt und wird neu. Das Wasser wäscht alles ab, was uns von Gott trennt.

In der Bibel wird von der Taufe Jesu (Mk 1) erzählt, dass der Geist „wie eine Taube“
auf Jesus herabkommt, ein Bild für das Unfassbare des Heiligen Geistes.

In der Paradiesgeschichte (Genesis) wird erzählt, dass Gott einen „Baum des Lebens“
geschaffen hat. Dieser Baum ist ein Symbol des ewigen Lebens; er steht für die Sehnsucht, die sich in allen Menschen findet. Wer Gottes Wort hört und zu leben versucht, „der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, gerät wohl“. (Psalm 1)

„Tür zum ewigen Leben“

Als Moses (Ex3,14) fragt: „Wie ist Dein Name?“ antwortet Gott: „Ich bin, der ich bin! Ich bin für Dich da“

Durch Jesus Christus unseren Bruder und Herrn gibt Gott uns eine weitere Antwort, die geprägt ist von Treue und Liebe. Wie der barmherzige Vater
auf sein schuldig gewordenes Kind wartet, wartet unser Vater im Himmel auf jede/n der ihn sucht. Er wird sie/ihn in seine Arme nehmen, sie/ihn liebevoll anschauen und ihr/ihm die himmlische Wohnung zuweisen.

Als Samuel (1Sam 3) im Glauben zu Gott fand, konnte er sagen: „Hier bin ich!“

Im irdischen Jerusalem suchten Menschen das Heil.

Für die Juden ist Jerusalem der Ort, an dem Gott Adam erschaffen und Abraham seinen Sohn opfern wollte.

Für die Christen ist die Stadt der Ort, an dem Jesus Christus litt, starb, wieder auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist.

Für die Muslime ist es der Ort, von wo aus Mohammed in den Himmel aufstieg, um mit den Propheten zu reden.

Der Evangelist Johannes malt den Christen das himmlische Jerusalem
vor Augen, als künftige Stadt und Wohnung bei Gott. Gott selbst wird in ihr wohnen, bei seinen Menschen.

Dann wird es kein Leid mehr geben und auch keinen Tod. 12 Tore
sind der Eingang zu dieser Stadt, bewacht von 12 Engeln.

Wie tief kann ich fallen, wenn alles zerfällt
Wenn Brücken und Stützen verschwinden?
Wie lang muss ich laufen auf dieser Welt
Um sicheren Boden zu finden?

Nie tiefer als in Gottes Hand
Nie länger als in seine Nähe.
Nie bau ich mein Leben auf Sand
Wenn ich jeden Schritt mit ihm gehe.

Wie frei kann ich werden?
Man hält sich für frei
Und hört doch nicht auf, sich zu binden.
Wie klar kann ich sehen?
Wer hilft mir dabei
Das Ziel meines Lebens zu finden?
Nie freier als in Gottes Hand
Nie klarer als in seine Nähe.
Nie bau ich mein Leben auf Sand
Wenn ich jeden Schritt mit ihm gehe.

Wie weit kann ich denken?
Wie komm ich dahin
Nicht nur für mich selber zu leben?
Wie gut kann ich helfen
Wenn andre sich mühn
Den Berg ihrer Sorgen zu heben?

Nie weiter als in Gottes Hand
Nie besser als in seiner Nähe.
Nie bau ich mein Leben auf Sand
Wenn ich jeden Schritt mit ihm gehe.


Manfred Siebald

Fürchte dich nicht, ich bin bei dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott.
Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich mit meiner Hand
Jesaja 41, 10

Lebenstür:

Idee, technische Gestaltung und Entwurf: Arthur Springfeld, Verl (Diakon)            Künstlerische Gestaltung: Walter Jasper, Wadersloh-Diestedde