Wortgottesfeier 22.09.2020 – Corona – Frieden

Wortgottesfeier 22.09.2020    –   Corona   –   Frieden

Begrüßung:
Herzlich willkommen zu dieser ersten Wortgottesfeier nach Corona. Lange nicht gesehen. Es ist noch nichts vorbei. Meine Frau und ich waren seit März nur zwei Mal in der Messe. Unter den bestehenden Regeln, Flatterband, Desinfektion, Abstand, keine Gemeinschaft – so kann ich nicht beten. Natürlich bete ich zu Hause, jeden Tag, auch mehrmals. Aber ein Ende dieser Pandemie ist nicht in Sicht. Es ist im Moment eine Sch……zeit. Corona jeden Tag in der Zeitung und auch in Verl noch ziemlich nahe. Krieg immer noch in Syrien und Afghanistan. In Russland werden Kritiker vergiftet und in Weißrussland friedliche Menschen auf der Straße in Bullis gezerrt und eingesperrt. Eigentlich geht es uns in Verl Supergut. Darum habe ich mir gesagt, länger will ich nicht mehr warten. Ich brauche die Menschen, die mit mir glauben, die mit mir beten, die bald wieder mit mir singen. Wir können die Welt wahrscheinlich nicht retten, aber wir können durch unser Beten, durch unser Tun, durch unser Reden, durch unser Helfen, einen kleinen Teil leisten, damit die Welt, wenigstens um uns herum, ein bisschen heller und schöner wird. Darum lasst uns in Gottes Namen beginnen: Im Namen des Vaters ……..

Du guter, liebender Gott,
von dir erhalten alle Geschöpfe Kraft, Sein und Leben.
Wir beten um deine Hilfe anzurufen,
da wir durch die Erfahrung der Corona-Pandemie,
die uns herausfordert und ängstigt, mehr denn je
die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz erfahren.
Dir vertrauen wir die kranken und alten Menschen an.
Sei du bei ihnen und ihren Familien, wenn sie sich einsam
und verlassen fühlen.
Hilf allen Gliedern der Gesellschaft, Verantwortung
zu übernehmen und untereinander solidarisch zu sein.
Stärke alle, die im Dienst an den Kranken bis an
ihre Grenzen gehen.
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria,
die mit uns auch in schweren Zeiten auf dem Weg ist,
bitten wir dich:
Segne mit deiner Liebe und Kraft uns oft so hilflose Menschen,
halte fern von uns allen Unfrieden, schenke Frieden den Menschen
in den Brandherden dieser Erde
und schenke uns einen festen Glauben an deine liebende Nähe.
Befreie uns von der Krankheit,
die unser Leben so stark beeinträchtigt und bedroht und
schenke Hilfe den Menschen in den Flüchtlingslagern,
durch Europa, durch Deutschland und durch uns.
Auf dich vertrauen wir, wem sonst sollten wir vertrauen.
Du bist doch unser Gott, der zu uns hält
und immer für uns da ist. Amen

SONG: KOMM WIR ZIEHN IN DEN FRIEDEN (Udo Jürgens)

Hiob war einer, der sich mit Gott auseinandergesetzt hat. Er hat geklagt und sein Schicksal beklagt und Gott richtig angeklagt. Hiob 29,16-31

Im Buch Hiob heißt es – mit meinen eigenen Worten umformuliert – sinngemäß so:
Nun aber zerfließt meine Seele in mir und Tage des Elends packen mich.
Nachts kann ich nicht schlafen, meine Schmerzen hören nicht auf.
Ich schreie zu dir, und du antwortest nicht.
Ich stehe da, doch du achtest nicht auf mich.
Ja, ich hoffte auf Gutes, doch Schlechtes kam.
Ich sehnte mich nach Licht, aber sah nur die Dunkelheit.
Mein Innerstes kocht.
Und das hört gar nicht auf.
Das Elend hat mich fest im Griff, ich bin ganz erstarrt in Trauer und Klage.

Lied GL 422 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr 1. u. 3. Str. (singe ich vor)

Ansprache
Ijob hat sehr intensiv beschrieben, wie traurig und verlassen er sich fühlte.
Er hat Gott angeklagt.
Er hat Gott sein Leid regelrecht vor die Füße geworfen.
Genau so dürfen wir das auch tun.
Wir dürfen klagen, dürfen auch jammern, wenn uns danach ist…..
Und bei dem Gott an den ich glaube, darf ich auch SCHEISSE schreien.
Wir dürfen das! Ijob hat es uns vorgemacht

Wir wollen das Kreuz in Stille einen Moment lang anschauen.
Wir wollen dabei auch daran denken, dass wir in unserer Traurigkeit und unseren Ängsten nicht allein sind, weil Jesus sie auch schon ausgehalten hat, lange vor uns und für uns.
Er ist solidarisch in unserem Leid, aber auch mit den Menschen in Moria und Weißrussland.
Er ist an unserer Seite und der Seite aller Menschen, die guten Willens sind.
Stille….. (umdrehen)
Der Dichter Albrecht Goes hat einmal geschrieben: „Mein bist du, spricht der Tod und will Groß Meister sein. Mir aber hat der Herr versprochen: Du bist mein.“

Wenn ich auf das Kreuz schaue, darf ich an Jesus denken, der alle Traurigkeit, Ängste und Verzweiflung ausgehalten hat, – für uns – und uns damit neues Leben schenkt, selbst dann, wenn wir keinen Ausweg wissen, oder es mit uns zu Ende geht.

Fürbitten
Für all unsere Sorgen unsere Ängste unsere Bitten, aber auch unsern Dank werde ich eine Kerze entzünden:

Wir beten für die Menschen, die wir lieben: unsere Mütter und Väter, unsere Großeltern, unsere Partner, unsere Kinder und Enkel, unsere Freunde nah und fern. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen, an die ich gerne denke, weil ich ohne sie nicht wäre. Ohne sie nicht leben will. Wir bitten für die Alleinstehenden, für die Isolierten, für die Menschen auf der Straße. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen, an die vielleicht kein anderer denkt und die sich verlassen fühlen. Keiner ihnen Nähe schenkt Wir bitten für die Flüchtenden, für die Menschen im Krieg, für die Hungernden und Kranken auf der ganzen Erde, für die Menschen in Moria.
Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen, die der Krieg und Hunger schwächt, weil ich damit klagen möchte. Mein Gott, das ist nicht gerecht. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Bitte ist für die Kranken und die, die ihnen beistehen und helfen. Für die Ärztinnen und Krankenpfleger, für die Mediziner und Forscher, für die Menschen, die die politische Verantwortung tragen in dieser Zeit, für alle, die dafür sorgen, dass das Leben weitergeht.
Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen, dort wo die Verzweiflung wohnt. Weil ich ihnen herzlich wünsche, dass mein Gott sie reich belohnt

Wir bitten für die Sterbenden, für die Trauernden und Hinterbliebenen. Für die, die dem Krieg, aber auch diesem blöden Virus zum Opfer gefallen sind. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für alle Menschen – gleich welcher Herkunft, Geschlecht, Religion, ganz besonders aber auch für meine Flüchtlinge hier in Deutschland. Für sie brennt dieses Licht.

Diese Kerze brennt für Menschen Die bereits gestorben sind, unsre Eltern, Geschwister, Freunde, Nachbarn  –  und nun neu geboren sind in Gottes Reich, als Gottes Kinder.
Für sie brennt dieses Licht.

Soren Kierkegaard sagt zum Gebet
Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was womöglich ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörer.
Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber, dass Beten nicht nur Schweigen ist, sondern Hören.
So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden hören, beten heißt, still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.

Stille

Wir beten:
Du Gott der Wüste und Du Gott des Gartens: Dein Sohn ist in die Wüste gegangen. Dort saß er. Dort betete er. Dort träumte er von einem Leben in größerer Fülle für andere. Sieh uns, wie wir uns bemühen, für eine ungewisse Zeit in der Einsamkeit Wurzeln zu schlagen und zu bedenken, wie wir uns auseinandergelebt haben. Lass uns die Ruhe finden, die wir brauchen. Und lass neue Ideen in uns aufkeimen für die, die keine Ruhe kriegen. Amen 

Friedensgruß und Vater Unser

Bevor wir gleich das Vater Unser beten, wollen wir einander anschauen und durch einen freundlichen Blick dem Nächsten alle guten Wünsche zum Frieden und zur Gesundheit zeigen.

Und jetzt lasst uns die Hände öffnen, als Zeichen für unser offenes für Gott und gemeinsam und langsam das VATER UNSER beten: Vater unser im Himmel …….

Gott, du verbindest uns Menschen
In Angst und Unsicherheit werden wir uns nah.
Plötzlich sind wir Nächste, die wir es gestern noch nicht waren.
Wir teilen Fragen und Sorgen,
Nicht-Wissen und doch Ahnen, was da kommen kann.
Die einen mögen bewahrt bleiben.
Andere werden um ihr Leben kämpfen.
Gelassen und voller Sorgen könnte unser Alltag werden.
In den kommenden Wochen und heute schon
bitten wir für alle Kranken und die es werden,
die Angst haben, dass der Virus sie erreicht,
für alle Ärztinnen und Pflegenden,
für die, die in diesen Tagen um ihre Existenz bangen.  
Bitten wir um Frieden in der Welt, der da anfängt,
wo wir liebevoll denken und handeln.
Frieden beginnt dort,
wo wir uns selbst überwinden
und die Hand zur Versöhnung reichen.
Wir bitten dich Gott,
dass Du uns alle bewahrst in diesen schweren Zeiten,
sei Du der, der uns eint,
als die, die glauben und auch die es nicht tun.
Wir Menschen sind verbundene,
aufeinander angewiesene,
miteinander helfende.
Du verbindest uns Menschen, Gott. Amen.

Wir wollen unsern Gott um seinen Segen bitten.
Ich wünsche dir nicht ein Leben ohne Entbehrung,
ein Leben ohne Schmerz, ein Leben ohne Störung.
Was solltest du mit einem solchen Leben?

Ich wünsche dir aber, dass du bewahrt sein mögest an Leib und Seele. Dass dich einer trägt und schützt und dich durch alles, was dir geschieht, deinem Ziel entgegenführt.

Dass du unberührt bleiben mögest von Trauer,
unberührt vom Schicksal anderer Menschen,
das wünsche ich dir nicht.
So unbedacht soll man nicht wünschen.

Ich wünsche dir aber,
dass dich immer wieder etwas berührt,
das ich dir nicht recht beschreiben kann.

Es heißt Gnade.

Es ist ein altes Wort, aber wer sie erfährt,
für den ist sie wie ein Morgenlicht.

Man kann sie nicht wollen und erzwingen,
aber wenn sie dich berührt, dann weißt du: Es ist gut.

Dazu segne Dich und Euch, der jeden Menschen liebende Gott,
der Vater, in dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen

Und nun geht hin, haltet und bringt den Frieden.

 SONG: Blowin‘ in the Wind (Bob Dylan)

GOLDENE HOCHZEIT Hildegard und Otto Hagenlüke

GOLDENE HOCHZEIT
Hildegard und Otto Hagenlüke

Wort Gottes Feier

LIED: Lobet den Herren

Begrüßung:

Kyrie:
Begrüßen wir den Auferstandenen in unserer Mitte.

Christus, du bist unsere Hoffnung und unser Rückhalt. Herr erbarme dich.

Christus, du bist unsere Stärke und unsere Zuversicht. Herr, erbarme dich.

Christus, du bist die Liebe, die wir einander schenken. Herr, erbarme dich.

Der jeden Menschen liebende Gott erbarme sich unser. Er nehme von uns alles, was uns von ihm trennt, er mache heil, was wir kaputt gemacht haben und schenke uns seine Nähe für unser ganzes Leben. Amen

Alles ist Gnade
Zufrieden alt und älter werden,
sich freuen können trotz Beschwerden
und die Menschen nehmen wie sie sind
und trösten können ein trauriges Kind: – Das ist Gnade.
Zurück zu denken voll Dankbarkeit
an die durchschrittene Lebenszeit,
das Gute, das ihr erfahren habt, nicht vergessen,
das Leid, das es zu tragen galt, nicht messen: – Das ist Gnade.

Sich selber nicht allzu wichtig wissen,
sich zu Freundlichkeit auch bei Ärger beflissen,
auch einmal über sich selber lachen,
mit Humor den anderen Freude machen: – Das ist Gnade.

Nicht auf vergängliche Dinge bauen,
zu allen Zeiten dem Gott der Liebe vertrauen,
um unserer Schuld Vergebung wissen,
drum niemals je verzagen müssen: – Das ist Gnade.

Und schaut nun hin auf euer Leben,
auf die vielen Jahre, die Gott euch gegeben,
dann könnt ihr im Buch der Vergangenheit lesen:  Es ist alles aus Gottes Gnade gewesen!

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 12,31b-13,13)
Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.   Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.  Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

ANSPRACHE

Liebe Hildegard und lieber Otto Hagenlüke!

Liebe Kinder, Enkel und Freunde des Goldhochzeitspaares, liebe Schwestern und Brüder!

50 Jahre, eine lange Zeit! 600 Monate, 18000 Tage. Wo sind sie geblieben? Wie schnell ist die Zeit vergangen!

Es waren Jahre und Tage, in denen viel geschehen ist.

Es waren wohl Jahre, Monate und Tage randvoll mit beidem:

Freude und Leid, Hoffnungen und Enttäuschungen, Sorgen und Glück. Es gab Hochs und Tiefs. Es waren gefüllte Jahre, gefüllt mit allem, was ein Menschenleben ausmacht.

In glücklichen und frohen Tagen ist es leicht, aufeinander zuzugehen und einander zu lieben. Aber gerade in schweren Stunden bedürfen wir des anderen, an den wir uns halten können, dem wir vertrauen und der für uns da ist.

Und das ist es, was Ihr vor 50 Jahren am Traualtar versprochen habt: Euch gegenseitig beizustehen, Euch zu lieben, zu achten und zu ehren, sowohl in guten als auch in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod Euch scheidet.

Ich wünsche Euch, lieber Otto und liebe Hildegard, dass Ihr im Rückblick auf die hinter Euch liegenden Jahre, dass Ihr bei allem Harten und Schweren – es läuft ja nicht immer alles wie am Schnürchen, es gibt Hindernisse und Widrigkeiten, es gibt Trauriges und Schicksalhaftes, ich denke nur an Krankheiten bei Euch, den Kindern oder Enkelkindern, vielleicht tun auch die Kinder nicht alles was man möchte, ich wünsche Euch, dass Ihr trotz manchem, was nicht leicht war, dass heute doch der Dank überwiegt.

Wir wollen vor allem Gott danken für alles Gute und Schöne, das Ihr in diesen Jahren erfahren durftet. Ich denke an den Tag Eurer eigenen Hochzeit – heute vor 50 Jahren, an viele Feiern mit Verwandten und Freunden, an die Geburt der eigenen drei Kinder, an die Geburt der 10 Enkelkinder, an Erstkommunionen, Geburtstagsfeiern und andere Feste im Kreis der Familie.

Vielleicht kommt es Euch vor, als sei alles erst gestern gewesen.

Heute überwiegt der Dank. Dank für die Menschen, die Euch über weitere oder kürzere Strecken begleitet haben. Dank für die Men­schen, denen Ihr Wegbegleiter, Hilfe und Stütze sein konntet und durftet. Dank für die Liebe, die Ihr schenken konntet und Dank für die Liebe, die Ihr empfangen durftet.

Dank für jede gute Tat. Dank für alle Ausdauer und Geduld.

Dank gebührt vor allem Gott. Er war und ist in Eurem Bunde der Dritte. Dank für seine Hilfe und seinen Schutz: „In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über uns Flügel gebreitet!“

Liebe Hildegard, lieber Otto, liebe Freunde hier in der St. Judas Thaddäuskirche!

Ein 50-jähriges Ehejubiläum ist ein bedeutsamer Tag.

Er markiert einen Abschnitt im Leben zweier Menschen.

Er gibt Anlass, dankend zurückzublicken. Und er lädt ein, die Zukunft, die im Dunkeln liegt, in Gottes Hand zu legen bzw. alles, was kommen mag, aus Gottes Hand anzunehmen.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ sagt Dietrich Bonhoeffer.

Wir können dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern weil Gott es mit uns lebt.“ sagt Alfred Delp, im KZ umgekommen.

Vergessen wir nicht:  Leben ist eine Reise, ein Pilgerweg zu Gott.

In einem Lied heißt es: „Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruhe mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.“ Von Gott kommen wir, zu ihm gehen wir.

Er ist das Ziel all unserer Wege.

So wollen wir uns heute erneut, besonders aber Hildegard und Otto Hagenlüke, unter den Segen Gottes stellen.
An Gottes Segen ist bekanntlich alles gelegen.  Amen

LIED: Herr, Deine Liebe ist wie Grass und Ufer

Gemeinsames Gebet: Hildegard und Otto

Herr, wir sind heute zusammengekommen,um unser gegebenes JA-WORT nochmal zu unterstreichen.
Wir blicken zurück auf viele Jahre und sehen dankbar,
was alles an Liebe und Hoffnungen wachsen durfte.
Unser Weg führte nicht allein über Höhen,
auch durch Tiefen mussten wir gehen.
Wir lernten Erfüllung und Enttäuschung kennen.
Unsere Liebe wurde reifer, die Freundschaft tiefer.
Wir glauben, dass du uns auf unserem Weg begleitet hast. Dafür danken wir dir.
Sei auch weiterhin unser Weggefährte.
Lass uns spüren, dass wir in keiner Situation allein gelassen sind.
Stärke in uns die Hoffnung und das Vertrauen,
dass deine Liebe uns verbindet – auch über den Tod hinaus. Amen.

Arthur:
Wir wollen Gott um seinen Segen bitten, damit ihr in ihm geborgen bleibt und in dieser Geborgenheit die Liebe leben könnt bis ans Ende eures Lebens.

Segensgebet
Der Herr segne und behüte euch.
Er hat vor langer Zeit eure Wege zusammengeführt.
Es war ein Weg mit Freude und Vertrauen, wohl auch mit Mühe und mit Not.
In Erinnerung an die vergangenen Jahre, bitten wir Gott um seinen Segen für euch:
Er schenke euch heute von seinem Frieden und seiner heiteren Gelassenheit.
Er gebe euch ein versöhntes Herz, wenn ihr zurückdenkt an die Mühsal vergangener Tage.
Er schenke euch Frieden mit euren Kindern und Enkeln
und lasse euch Freude spüren über das, was ihr gesät habt,
und gebe euch ein weises Herz, das loslassen kann.
Er versöhne euch mit den Enttäuschungen eures Lebens
und mit dem, was ihr schuldig geblieben seid,
euch selbst und vielen anderen trotz allem guten Willen.
Und was ihr nicht mehr ändern könnt, das möge er zum Besten wenden.
Er gebe euch ein großes Maß an Freude und Zuversicht für die weiteren Jahre eures Lebens.
Das schenke euch Gott, der wohnt, wo man ihn einlässt,
der mit euch geht heute und alle Tage bis über den Tod hinaus ins neue Leben. Amen.

Fürbitten: Arthur Einleitung und Ende – Enkelkinder Hagenlüke

Gebet der Kinder für Ihre Eltern (Kinder Hagenlüke)

VATER UNSER

Schlußgebet:

Barmherziger, liebender Gott, Du bist uns Menschen nahe, näher als wir uns selber sind.
Als liebende Wesen hast Du uns geschaffen, als Dein Ebenbild sollen wir auf dieser Erde leben. Hier und heute danken wir Dir für Hildegard und Otto Hagenlüke, die seit über 50 Jahren ihren Weg miteinander gehen. Sie zeigen uns durch ihr Leben, was Liebe aushält und schaffen kann, in guten und in schweren Tagen. Wir danken Dir für alles was sie an uns weitergeben an Erfahrung, Weisheit und gutem Rat. Lass sie noch lange in Zufriedenheit leben und begleite all ihre Wege, heute, morgen und in Ewigkeit. Amen

Und so segne Euch alle, der treue und immer liebende Gott, der Vater mit dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.

LIED: Großer Gott wir loben Dich

Friedensgebet in St. Marien Kaunitz am 26.08.2020 (Coronazeit)

Friedensgebet in St. Marien Kaunitz am 26.08.2020 (Coronazeit)

Begrüßung: Herzlich willkommen zum Friedensgebet. Lasst uns in Gottes Namen beginnen.
Das schöne Friedensgebet von Erika in der letzten Woche hat mir so gut gefallen, dass ich da anknüpfen möchte. Was wir Menschen brauchen, um diese Welt zu gestalten, zu verschönern, Licht reinzubringen – das ist der Frieden in uns selbst. Der Ruf: „Herr gib Frieden meiner Seele“, ist das Kernziel, das zu erreichen ist. Darum wollen wir auch heute beten – beten in einer besonderen Form. Ich möchte mit Euch ein Experiment machen und hoffe, Ihr kommt damit klar. Vielleicht lasst Ihr euch einfach darauf ein. Bitte!

MEDITATION 15 Minuten     (https://www.youtube.com/watch?v=J35wBoJc9F0)

HERZINTELLIGENZ
Je reicher die Menschen sind,
desto eher betrachten sie ihre Privilegien und Vorzüge
als eine Selbstverständlichkeit.
Wenn wir uns bester Gesundheit erfreuen
und das Leben uns zudem mit vielen günstigen
Gelegenheiten beschenkt,
nehmen wir diese wahrscheinlich ebenfalls für selbstverständlich,
was nicht gerade unsere Zufriedenheit mehrt.
Zufriedenheit wächst vielmehr aus der Dankbarkeit,
die wir für alle positiven Lebensumstände fühlen.
Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen, in uns keine Ruhe finden.
Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause,
nicht wo unser Körper ist.
Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald wir unser Herz öffnen,
sobald wir ein Gefühl liebevoller Wertschätzung spüren,
sobald wir dankbar, zufrieden, erleichtert und sorglos sind.

SONG: Frieden beginnt in mirSuppihuhn und die Kinderkönige https://www.youtube.com/watch?v=cn-0z4iXmIY

FRIEDE

Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede.    Mutter Teresa

Und Mutter Teresa sagt auch:
PEACE BEGINNS WITH A SMILE

Friede beginnt mit einem Lächeln – auch über uns selbst.

Wir wollen gleich das VATER UNSER beten und darum lasst uns nun unsere Hände öffnen wie Schalen, damit Gott sie füllen kann und langsam gemeinsam beten: VATER UNSER

GEBET
Ich komme in die Gegenwart Deines heiligen Geistes, o Herr,
um den Weg zu erkennen, auf dem ich Dir am meisten dienen kann,
und um mich auf die Aufgabe vorzubereiten,
die meine göttliche Bestimmung ist.

In meinem Bewusstsein ist die Wahrheit geboren,
dass der vollkommene Ausdruck Deines Menschenbildes abhängt
von der Erfüllung der Aufgabe, für die ich geschaffen wurde;
und all mein eigenes Wünschen und Streben ist still geworden
vor dem Verlangen meiner Seele, Deinen vollkommenen Willen zu tun.

Die Mauern, die Eigensucht um meine Welt errichtet hat,
sind zerbröckelt,
und ich sehe jetzt die Grenzenlosigkeit Deines Universums.
Lass mich in mein Leben nur noch das einbauen,
was mit dem einen großen Plan in Einklang steht
und für das Vollkommene gut ist.

Nimm mein Herz und mache es zu einem Heiligtum der Liebe,
das so grenzenlos ist, dass keines Deiner Kinder von seiner Wärme
unberührt bleibt, so einladend, dass jeder gerne darin willkommen
sein möchte. Mache es zu einem Platz, an dem jeder Verständnis
für seine Seele und sein Herz, für seine Nöte und Fragen findet.
Fülle es bis zum Überströmen mit Deinem Geiste des Erbarmens
und der Menschenliebe.
Nimm aus ihm, was Du willst, und fülle es mit dem, was Dir gefällt.

Meine Hände, o Herr, sind zwei geweihte Diener: Mache sie bereit,
jedem zu dienen, geschickt zu sein zur Erfüllung ihrer Pflichten.
Segne sie mit der Kraft, Strauchelnde zu stützen,
und mit der Bereitwilligkeit, die zu führen,
die das Licht Deiner Gegenwart suchen.
Segne sie auch mit Zartheit, damit alle die, auf denen sie ruhen,
die Weihe Deiner Güte spüren.

Segne meine Augen mit dem Blick, der durch allen äußeren Schein
in die Seele dringt, damit ich nicht falsch urteile oder handle.
Mache sie bereit, stets zu sehen, wo ein Wort, eine Handlung
oder ein Gedanke einen anderen segnen würde,
und lass sie niemals müde werden,
die kleinen Freuden des Lebens,
die aus der Erkenntnis erwachsen,
zu sehen und sie mit anderen zu teilen.

Segne meine Ohren, dass sie nicht nur die Worte vernehmen,
die von den Lippen gesprochen werden,
sondern auch die Stimmen des Herzens
und des Geistes, damit ich ihnen die rechte Auslegung geben kann
und so das vollkommene ICH des anderen in Erscheinung treten lasse.

Segne meine Lippen, dass von ihnen nur gute und heilsame Worte
ausgehen, damit durch meine Rede
auch andere dahin gebracht werden, dass sie Gutes reden.
Gebrauche mich ganz, o Herr, für Deine eigene große Güte
und Herrlichkeit; denn in Deiner Freude an mir
ist meine eigene Freude willkommen.

Darum bitte ich Dich – im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Gehet hin und haltet Frieden

LIED: Herr gib uns Deinen Frieden 3x

Taufe von Theo

Taufe von Theo Eikelbaum am 23.08.2020 in der
St. Judas Thaddäuskirche in Verl – Sürenheide

(identtisch mit der Taufe meines 7.Enkelkindes Theo)

A:Begrüßung + Kreuzzeichen

Liebe Tanja, lieber Niels, wir alle haben unser Leben von Gott. So sollt ihr euern Theo als Gabe des Schöpfers annehmen. Durch eure Liebe soll er das erste Zutrauen zur Güte Gottes gewinnen. Aber noch größer als unsere Liebe ist die Liebe Jesu Christi. Darum sollt ihr Theo zum Glauben an Jesus Christus hinführen, zum Beten anleiten und ihm helfen, ein lebendiges Glied der Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi zu werden. Seid ihr dazu bereit?

A: Liebe Nicole, du vertritts bei diesem Kind die christliche Gemeinde. Deshalb frage ich Dich: Bist Du bereit, die Patenschaft an diesem Kind zu übernehmen, für Theo zu beten, ihm in Notlagen beizustehen und ihm zu helfen, ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi zu werden?

A: Liebe Freunde und Verwandte von Tanja, Niels, Tim und Theo. Theo soll einmal selbst auf den Ruf Jesus Christi antworten. Dazu braucht es die Gemeinschaft der Kirche, dazu braucht es unsere Mithilfe und Begleitung. Für diese Aufgabe stärke uns Gott durch seinen Heiligen Geist.

Guter uns liebender Gott,

dir wird heute durch die Taufe Theo anvertraut.
Segne und behüte ihn.
Bleibe bei ihm auf allen Wegen und
sei bei ihm alle Tage und Stunden.
Segne aber auch seine Eltern und Freunde,
dass sie Theo das, was er an Liebe braucht,
behutsam und verlässlich geben. Amen.

Bezeichnung mit dem Kreuz:
A:  Theo, mit großer Freude empfängt dich die Gemeinschaft der Glaubenden. Im Namen der Kirche bezeichne ich dich mit dem Zeichen des Kreuzes.

Aus dem Evangelium nach Markus (nacherzählt)

Am Rande des Dorfplatzes haben sich die Männer versammelt. Es waren sehr viele. Sie standen rund um Jesus aus Nazareth herum. Sie redeten miteinander. Manchmal waren sie so aufgeregt, dass sie wild gestikulierten, dann wieder hörten sie gefesselt zu, was dieser bekannte Wanderprediger aus Nazareth redete.

Alle wollten seine Geschichten hören. Jesus erzählte den Menschen von Gott, dem guten Vater im Himmel. Er heilte Kranke und tröstete die Traurigen. Er gab Hungrigen zu essen und sprach mit Zweiflern und Kritikern über ihre Fragen. Für alle hatte er ein offenes Ohr.
Da kamen Frauen mit ihren Kindern auf der Straße daher. Die einen führten sie an der Hand. Die andern trugen sie auf dem Arm. Sie wollten auch zu Jesus.
Und Jesus sollte ihre Kinder segnen. Denn es war auch damals nicht leicht, Kindern ein gutes Zuhause zu schenken und ihnen den Weg in das Leben zu zeigen.
Erst standen die Mütter mit ihren Kindern weit hinten. Niemand machte ihnen ein wenig Platz. Und als sie näher an Jesus herankamen, mussten sie hören, wie hier und da getuschelt wurde: „Was wollen denn die hier? Kinder haben hier doch nichts verloren.“
Aber die Mütter mit ihren Kindern blieben da. Sie wussten: morgen ist Jesus vielleicht schon wieder anderswo. Heute ist der Tag, um ihm zu begegnen.
So drangen sie langsam zu Jesus vor. Und als sie endlich in der ersten Reihe standen, schon ganz nah bei Jesus, da wurden sie plötzlich ganz unwirsch angefahren: „Was sucht ihr denn hier? Kinder gehören hier doch nicht her. Ihr Geplapper und ihr Lachen stören hier nur. Und richtig still sitzen können sie auch nicht. Außerdem verstehen sie ja nicht, worum es hier bei Jesus geht. Geht am besten wieder heim. Die Kinder sollen zuhause spielen.“
Die Männer machten ärgerliche Gesichter. Ihre Hände waren wie eine Mauer, wie ein Zaun. Undurchdringlich. Abweisend.
Doch plötzlich, da wurden sie von hinten auseinander geschoben.
Jesus war das. Mit energischen Händen zerbrach er die abweisende Mauer.
Er rief:
„Lasst die Kinder zu mir kommen. Weist sie nicht ab. Denn sie sind bei Gott, meinem Vater herzlich willkommen. Sie gehören zu Gott. Gott ist bei ihnen. Ihnen gehört das Reich Gottes. Habt ihr noch so wenig von Gottes Reich verstanden?
Ich sage euch: Die Kinder sind nicht nur willkommen; ihr sollt sie euch zum Vorbild nehmen. Schaut sie an, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Und wie selbstverständlich sie sich versorgen und helfen lassen. Sie rechnen nicht auf, ob das, was sie bekommen, verdient ist oder erstattet werden muss.
Wer sich so von Gott beschenken lässt wie diese Kinder, der empfängt von Gott alles, was er zum Leben braucht, der bekommt das Himmelreich geschenkt.
Mit vollen Händen, die viele Dinge festhalten wollen, mit Händen, die gefüllt sind mit dem, was wir vorweisen wollen, mit abweisenden oder abwartenden Händen können wir nichts empfangen.
Ihr müsst werden wie diese Kinder, euren leeren Hände Gott entgegenstrecken, dann erlebt ihr, dass Gott wie ein guter Vater für euch sorgt.“
Und dann ging Jesus zu den Kindern, schloss sie liebevoll in seine Armen, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Ansprache
Liebe Kinder, Liebe Tanja und Niel, liebe Nicole und alle Freunde und Verwandte von Theo.

TIM, weißt Du was da ist? Ein Absperrband! Wofür braucht man das?

Als Jesus lebte, da gab es so etwas noch nicht. Aber wenigstens einmal, Ich habe das gerade vorgelesen, da hätten sich die Freunde von Jesus, seine Jünger, sich so ein Absperrband gewünscht. Es waren so viele Väter und Mütter mit Babys auf dem Arm und kleinen Kindern an der Hand, die zu Jesus wollten. Eine richtig bunte, lustige und laute Menge war das.

Alle wollten hören, was Jesus über Gott erzählte. Sie wollten ganz nahe zu ihm hin, ihn am liebsten anfassen. Und die Jünger sahen, dass es immer mehr wurden und wurden ganz ärgerlich. Was wollen denn diese Kinder alle von Jesus. Der hat doch wirklich genug zu tun. All die Kranke, die er noch heilen sollte und dann die Männer aus den Tempeln, die mit ihm schlaue Gespräche führen wollten und nun auch noch die quiekenden Kinder?! So kann das nicht gehen.

Am liebsten hätten die Jünger so ein Absperrband gehabt und zwischen die Kinder und Jesus gezogen. (Absperrband ziehen)

Und dann hätten sie laut gerufen, Mikrofone gab es damals noch nicht:

  • Halt, Stop, keinen Schritt weiter!
  • Weg mit euch – ihr habt hier nichts zu suchen!
  • Jesus hat keine Zeit für Euch – ihr seid noch viel zu klein!
  • Ihr kennt ja nicht mal die 10 Gebote!
  • Ihr wisst ja nicht mal, wie man sich in einem Gottesdienst benimmt!
  • Ihr stört nur – weg mit euch – lasst unsern Jesus in Ruhe!

Liebe Tanja, lieber Niels, liebe anderen Eltern, ich ahne wie es Ihnen/euch geht, manchmal würdet ihr sicher auch gerne mal ein Absperrband ziehen, wenn alles durcheinander geht,

  • wenn ihr eure Ruhe mal haben wollt.
  • wenn ihr all die Probleme mit den Kindern auch mal aussperren wollt.
  • wenn ihr nur mal unter Euch sein wollt oder nur mit Freunden

Zumindest für begrenzte Zeit, sollen andere nicht reinkommen, nicht eindringen in eure Intimsphäre.
Die Jünger würden nicht gerne ein Absperrband ziehen, sie haben praktisch eins gezogen, nicht so ein weiß/rotes, eher ein unsichtbares.
Klare Meinung – klare Entscheidung – die Kinder haben bei Jesus nichts zu suchen!
Ihr beide, Tanja und Niels bringt den Theo heute hier zur Taufe. Wenn man für euch einen Platz in der Geschichte sucht, dann seid ihr mit vielen anderen Eltern, nicht auf der Seite der Jünger, sondern bei denen, die die Kinder zu Jesus bringen wollen.
Damit habt ihr nicht alle Eltern auf eurer Seite. Viele denken und handeln:

  • Taufe JA – aber mit einem Säugling schon beten?
  • oder sogar christliche Lieder singen beim ins Bett bringen!?
  • oder jeden Abend das Kind segnen und ein Kreuz auf die Stirn machen!?

Das versteht so ein kleines Kind sowieso nicht. Später mal, aber jetzt doch noch nicht! – Ein Absperrband, nicht rot weiß, aber unsichtbar im Kopf!
Natürlich kann Theo nicht, Tim sicher auch noch nicht und die größeren Kinder nur teilweise erfassen und begreifen, was passiert, wenn wir mit ihnen beten, am Bett oder bei Tisch.
Aber jedes, jedes Kind spürt dabei,

  • meine Eltern sind da,
  • da ist Nähe, da ist Wohlwollen und Geborgenheit,
  • da ist tiefstes Vertrauen zu jemandem der noch mit da ist.
  • Da ist Gott, bei uns und mit uns.

Für Gott sind alle Menschen wichtig und wertvoll – er liebt sie alle!“
Als Jesus das sagte, das war, als wenn das Absperrband zerschnitten wurde (durchschneiden).
Jetzt konnten auch die Kinder zu Jesus kommen, er nahm sie in den Arm und zeigte ihnen, wie lieb sie auch Gott hatte.
Seit Jesus die Kinder eingeladen hat, gibt es keine Absperrung mehr zwischen Kindern und Gott. Mit Jesus hat sich das Denken gewandelt, wenn vielleicht auch noch nicht in allen Köpfen.
Was Jesus da tut, geschieht auch in der Taufe:

  • Gottes Liebe spüren
  • seinen Segen, seine dauernde Nähe zugesprochen bekommen
  • angenommen werden ohne Vorbedingungen

Und ihr hier, ihr Großen, auch ihr werdet das alles richtig verstanden haben. Jesus sagt zu jedem von uns, ohne Vorbedingung:

  • Kommt doch alle zu mir, die ihr Sorgen und Angst habt, die ihr traurig seid, kommt einfach.
  • Und wenn ihr euch freut, teilt die Freude mit mir – macht es wie die Kinder.
  • Wenn ihr nicht mehr könnt, sagt es mir.
  • Wenn ihr keinen Ausweg wisst, nehmt meine Hand

bei mir dürft ihr euch ausruhen, könnt ihr durchatmen, und wenn ihr nicht mehr könnt, werde ich euch tragen. Das verspreche ich euch.

Gott aber will unsere Armut, unsere Leere, unsere Suche beschenken.
Er sucht immer wieder die leeren Hände, die sich ihm entgegenstrecken.
Gott hat immer Sprechstunde – bei ihm wird nie jemand abgewiesen.

Es ist nie zu spät!

AMEN

Taufwasserweihe:

Herr, unser Gott, du hast das Volk Israel durch das Rote Meer geführt, um es zu retten. Dein Sohn Jesus ist im Wasser des Jordan von Johannes dem Täufer getauft worden. Aus der geöffneten Seite deines Sohnes am Kreuz floss Wasser heraus. So ist uns das Wasser zum Zeichen des Heils geworden. Segne das Wasser, mit dem Theo getauft wird. Uns aber lass unserer eigenen Taufe gedenken und versuchen ein Leben zu führen das Gott gefällt. Amen.

Taufe (Arthur gemeinsam mit Tanja und Niels)

Chrisam Salbung: Theo, du bist was ganz besonderes. Du bist wertvoll, wie ein Kaiser oder König. Mit Gott an der Seite kannst Du alles schaffen.

Weißes Kleid: Theo, Du bist heute besonders schön angezogen. Du bist heute und für Dein ganzes Leben bekleidet mit der Würde Gottes. Bewahre Dir diese Würde das ganze Leben.

Taufkerze: So wie diese schöne Taufkerze leuchtet und wärmt, so soll Dein Leben sein. Die Menschen sollen sich freuen, wenn sie Dich sehen und Du in ihrer Nähe bist.

Fürbitten (Familie)

Vater Unser

Gegrüßet seist Du Maria

Segen für Theo

Theo: Es segne dich

mit allem Guten, das dein Körper, dein Geist und deine Seele benötigt

und behüte dich

vor allen Bedrohungen auf allen deinen Wegen

der allmächtige Gott

der dich in diese Welt schickte und dich begleitet

der Barmherzige

der dich trägt, wenn deine Kräfte versagen, der dir den Weg zeigt, wenn du dich verläufst, der dich neu anfangen lässt, wenn du Fehler machst

der Vater

der Ursprung allen Seins, ohne den diese Welt nicht bestehen würde

der Sohn

der Mensch wurde, um dir nahe zu sein, der dich willkommen heißt, der dich einlädt in das Reich Gottes, dich berührt, dich herzt und täglich neu segnet

und der Heilige Geist

der immer schon bei den Menschen war und der auch jetzt nahe ist und der bleiben wird und als gute Kraft dein Leben immer bereichern wird.

Amen!

A: Segen über alle:

Gottes Segen begleite euch alle in die neue Woche,
begleite euch in eure eigene Zukunft!
Gott segne euch und schütze euch vor den bösen Mächten,
auch auf den Straßen, in der Schule und bei der Arbeit, im Internet und anderswo!
Christus segne euch und lasse Euch seine Nähe spüren,
auch da wo ihr euch einsam und verlassen fühlt!
Die heilige Weisheit segne euch
und stärke das Licht auf eurem Weg
und das Licht, das in euch selbst leuchtet!

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Amen

GOLDENE HOCHZEIT Hildegard und Otto Hagenlüke

GOLDENE HOCHZEIT
Hildegard und Otto Hagenlüke

Wort Gottes Feier
LIED: Lobet den Herren

Begrüßung:

Kyrie:
Begrüßen wir den Auferstandenen in unserer Mitte.
Christus, du bist unsere Hoffnung und unser Rückhalt. Herr erbarme dich.
Christus, du bist unsere Stärke und unsere Zuversicht. Herr, erbarme dich.
Christus, du bist die Liebe, die wir einander schenken. Herr, erbarme dich.

Der jeden Menschen liebende Gott erbarme sich unser. Er nehme von uns alles, was uns von ihm trennt, er mache heil, was wir kaputt gemacht haben und schenke uns seine Nähe für unser ganzes Leben. Amen

Alles ist Gnade
Zufrieden alt und älter werden,
sich freuen können trotz Beschwerden
und die Menschen nehmen wie sie sind
und trösten können ein trauriges Kind: – Das ist Gnade.
Zurück zu denken voll Dankbarkeit
an die durchschrittene Lebenszeit,
das Gute, das ihr erfahren habt, nicht vergessen,
das Leid, das es zu tragen galt, nicht messen: – Das ist Gnade.

Sich selber nicht allzu wichtig wissen,
sich zu Freundlichkeit auch bei Ärger beflissen,
auch einmal über sich selber lachen,
mit Humor den anderen Freude machen: – Das ist Gnade.

Nicht auf vergängliche Dinge bauen,
zu allen Zeiten dem Gott der Liebe vertrauen,
um unserer Schuld Vergebung wissen,
drum niemals je verzagen müssen: – Das ist Gnade.

Und schaut nun hin auf euer Leben,
auf die vielen Jahre, die Gott euch gegeben,
dann könnt ihr im Buch der Vergangenheit lesen:  Es ist alles aus Gottes Gnade gewesen!

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 12,31b-13,13)
Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.   Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.  Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

ANSPRACHE

LIED: Herr, Deine Liebe ist wie Grass und Ufer

Gemeinsames Gebet: Hildegard und Otto

Herr, wir sind heute zusammengekommen,
um unser gegebenes JA-WORT nochmal zu unterstreichen.
Wir blicken zurück auf viele Jahre und sehen dankbar,
was alles an Liebe und Hoffnungen wachsen durfte.
Unser Weg führte nicht allein über Höhen,
auch durch Tiefen mussten wir gehen.
Wir lernten Erfüllung und Enttäuschung kennen.
Unsere Liebe wurde reifer, die Freundschaft tiefer.
Wir glauben, dass du uns auf unserem Weg begleitet hast. Dafür danken wir dir.
Sei auch weiterhin unser Weggefährte.
Lass uns spüren, dass wir in keiner Situation allein gelassen sind.
Stärke in uns die Hoffnung und das Vertrauen,
dass deine Liebe uns verbindet – auch über den Tod hinaus. Amen.

Arthur:
Wir wollen Gott um seinen Segen bitten, damit ihr in ihm geborgen bleibt und in dieser Geborgenheit die Liebe leben könnt bis ans Ende eures Lebens.

Segensgebet
Der Herr segne und behüte euch.
Er hat vor langer Zeit eure Wege zusammengeführt.
Es war ein Weg mit Freude und Vertrauen, wohl auch mit Mühe und mit Not.
In Erinnerung an die vergangenen Jahre, bitten wir Gott um seinen Segen für euch:
Er schenke euch heute von seinem Frieden und seiner heiteren Gelassenheit.
Er gebe euch ein versöhntes Herz, wenn ihr zurückdenkt an die Mühsal vergangener Tage.
Er schenke euch Frieden mit euren Kindern und Enkeln
und lasse euch Freude spüren über das, was ihr gesät habt,
und gebe euch ein weises Herz, das loslassen kann.
Er versöhne euch mit den Enttäuschungen eures Lebens
und mit dem, was ihr schuldig geblieben seid,
euch selbst und vielen anderen trotz allem guten Willen.
Und was ihr nicht mehr ändern könnt, das möge er zum Besten wenden.
Er gebe euch ein großes Maß an Freude und Zuversicht für die weiteren Jahre eures Lebens.
Das schenke euch Gott, der wohnt, wo man ihn einlässt,
der mit euch geht heute und alle Tage bis über den Tod hinaus ins neue Leben. Amen.

Fürbitten: Arthur Einleitung und Ende – Enkelkinder Hagenlüke

Gebet der Kinder für Ihre Eltern (Kinder Hagenlüke)

VATER UNSER

Schlußgebet:

Barmherziger, liebender Gott, Du bist uns Menschen nahe, näher als wir uns selber sind.
Als liebende Wesen hast Du uns geschaffen, als Dein Ebenbild sollen wir auf dieser Erde leben. Hier und heute danken wir Dir für Hildegard und Otto Hagenlüke, die seit über 50 Jahren ihren Weg miteinander gehen. Sie zeigen uns durch ihr Leben, was Liebe aushält und schaffen kann, in guten und in schweren Tagen. Wir danken Dir für alles was sie an uns weitergeben an Erfahrung, Weisheit und gutem Rat. Lass sie noch lange in Zufriedenheit leben und begleite all ihre Wege, heute, morgen und in Ewigkeit. Amen

Und so segne Euch alle, der treue und immer liebende Gott, der Vater mit dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.

LIED: Großer Gott wir loben Dich

TERESA – Erinnerung von Opa

Logo: Mother teresa of Calcutta Center Mutter Teresa hat von 1910 – 1997 gelebt. In 97 habe ich sie noch getroffen.
„Friede beginnt mit einem Lächeln“ Mutter Teresa
Rose als Zeichen der Liebe. „In jedem Kranken, den wir aus den Strassen mitgebracht haben, habe ich das Gesicht Jesu Christi gesehen“

Sieben mal war ich mit Mitgliedern der Familie und mit Freunden in Indien. Immer auch in Calcutta und jedesmal haben wir Mutter Teresa getroffen. Ein bewundernswerte heilige Frau. Unsere Tochter Verena hat auch einige Wochen in ihrer Organisation gearbeitet. Darum heißt eine ihrer Töchter auch TERESA (Enkelkind 4). Für sie habe ich dieses „Kunstwerk“ geschaffen.

Friedensgebet St. Marien Kaunitz, 3. Juni 2020 – Corona

Friedensgebet St. Marien Kaunitz, 3. Juni 2020

Begrüßung und Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters. 
Alle: Er hat uns erschaffen. Er hält uns und die ganze Welt in seinen Händen. 
Im Namen des Sohnes. 
Alle: Er ist in unsere Welt gekommen und hat uns mit Gott versöhnt, 
Im Namen des Heiligen Geistes. 
Alle: Er erfüllt uns mit Leben, verbindet uns mit der Gemeinschaft der Christen und stiftet uns zum Frieden mit allen Völkern der Erde an. Amen.

Lieber Gott, die Gebete zu Dir sind in den letzten Wochen lauter geworden.
Mit vielen Menschen auf Deiner Erde suchen auch wir Deine Hilfe.
Einige von uns sind erschöpft vom ständigen Strom schlechter Nachrichten
Einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, bei den vielen Kranken und Toten nicht auszuflippen.
Einige von uns sind erschöpft, weil sie nicht wissen, wie sie die Miete bezahlen sollen.
Einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, Kinder, die zu Hause festsitzen, zu unterhalten, zu erziehen, zu ernähren und zu lieben.
Einige von uns sind erschöpft von den 13-Stunden-Schichten in einem Krankenhaus, das wir nicht mehr wiederkennen, während wir einen Job haben, von dem wir befürchten, dass er uns töten könnte.
Einige von uns gerieten in diese Pandemie mit bereits bestehenden körperlichen und geistigen Erkrankungen, die schon vorher anstrengend waren.
Einige von uns sind von der Einsamkeit erschöpft.
Einige von uns sind erschöpft, weil wir so lange auf einen Neuanfang von Nachfolge warten.
Einige von uns sind erschöpft, weil ihnen der Gottesdienstbesuch in der Gemeinschaft fehlt.
Und einige von uns sind erschöpft von der Anstrengung, dies alles für andere erträglicher zu machen.
Das Leben ist gerade so angespannt und zart.
Ich weiß, dass keinem von uns ein anderer Tag versprochen wird, Gott.
Aber ich bitte um die Kraft nur für den einen, in dem wir uns befinden.
Gib uns heute unsere tägliche Kraft.
Kraft für heute, und wenn du sie über hast, strahlende Hoffnung für morgen. AMEN.

Musik: Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden

Höre die Stille!
Still werden und hören.
Das Beten ist sehr schwer, wenn man nicht weiß, wie man beten soll,
aber wir müssen einander helfen, es zu lernen.
Das Wichtigste ist die Stille.
Menschen, die das Gebet lieben, lieben die Stille.
Wir werden uns nicht in die Gegenwart Gottes versetzen können,
ohne uns zu einer inneren und äußeren Stille zu zwingen.
Deshalb müssen wir uns an eine Stille des Geistes, der Augen und der Zunge gewöhnen.
Gott ist der Freund der Stille.
Wir müssen Gott finden,
wir können ihn aber weder im Lärm noch in der Betriebsamkeit finden.
Seht, wie die Natur, die Bäume, die Blumen, das Gras in einer tiefen Stille wachsen, wie Sterne, Mond und Sonne in der Stille auf- und untergehen.
So – Mutter Teresa von Kalkutta

GLAUBENSBEKENNTNIS

Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer dieser Welt, der uns mit seiner Liebe in seinen Händen hält.
Er schuf aus Nichts das Leben, den Menschen als Frau und Mann:
die Krone seiner Schöpfung. Daran glaube ich.
Ich glaube auch an Jesus Christus, der auf die Erde kam,
der Mensch wie wir wurde, und die Sünde auf sich nahm.
Er ist am Kreuz gestorben, für uns: und dann er ist auferstanden. ‚
Ich glaube an den Hl. Geist, den man im Herzen spürt,
der überall zugegen ist, und der uns Gottes Wege führt.
Ich glaube an diesen Hl. Geist!
Ich glaube, dass er meine Vorurteile abbauen kann.
Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.
Ich glaube, dass er meine Gleichgültigkeit überwinden kann.
Ich glaube auch, dass er mir Phantasie zur Nächstenliebe geben kann.
Ich glaube, dass er mich vor dem Bösen warnt.
Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.
Ich glaube, dass er meine Niedergeschlagenheit besiegen kann.
Ich glaube, dass er mir hilft, meine Schwächen zu ertragen.
Ich glaube, dass er mir die Arme stützt für meine Schwestern und Brüder.
Ich glaube, dass er mich verwandeln kann.
Er wird die Welt verwandeln und treibt uns an,
im Sinne Gottes zu handeln.
Ich glaube auch an die Gemeinschaft mit Gott –
als Fundament meines Lebens.
Ich glaube an die Liebe, die eint, was uns trennt.
Und wir werden auferstehen, so wie Christus es getan hat:
Und die Schuld wird uns vergeben. An all das glaube ich. Amen.

Musik: Frieden (Fendrich)

Weniger ist mehr – ein Versuch (Dorothee Sölle)

War geplant, aber nicht genommen – dafür Geschichte: „Das kleine Frieden“ – steht am Ende
„Wir leben das Leben in wachsenden Ringen“ (Rilke)
und werden darin nicht alles vollbringen
was wir uns träumen und wünschen und denken,
doch sind es wir selber, die wir uns lenken.
Wir können Neues ins Auge fassen,
selbst wenn es bedeutet, Geplantes zu lassen.
Manches gelingt zu ganz anderen Zeiten
Wir müssen dazu unseren Horizont weiten
Was einmal nicht wird, das kann neu gelingen,
Wir leben das Leben in wachsenden Ringen.

Manchmal sind wir richtig beschenkt,
– als wären die Schritte heilvoll gelenkt –
wenn aus Schwäche eine Kraft entsteht,
eine Kraft, die wir teilen, weil sie alles durchwebt –
die trägt und segnet und heilvoll belebt …

sie kommt auch in Stille, im Lassen, im Ruh´n,
zuweilen müssen wir dafür gar nichts tun.
Paulus nannte sie Gnade, diese Segenskraft,
weil sie aus dem Nichts alles erschafft.
Sie ist unser Grund – wie eine Hand, die uns hält
und uns ganz neu auf die Füße stellt.

Vielleicht werden nicht alle Pläne gelingen,
wir leben das Leben in wachsenden Ringen
doch: Was nicht ist, das kann noch werden
zum Beispiel der große Frieden auf Erden,
wir brauchen Geduld – und einen Atem ganz lang
wir werden und sind ein Lobgesang,
der die Schöpfung besingt und das Leben,
in Schwächen und Stärken die Güte als Segen.

Die Güte sucht und findet das Gute.
Mit Güte ist uns ganz anders zumute,
Wir können so lernen, mit vielem anders umzugeh’n
und sogar zu unseren Schwächen zu steh’n.
Denn es muss nicht immer alles gelingen
Wir leben das Leben in wachsenden Ringen …

Am Ende ist vielleicht Nichtkönnen eine Stärke
weil wir nicht vertrauen auf unsere Werke,
Leistung und Kraft und Pläne und Ziele,
die sollen sofort – und möglichst ganz viele –
gelingen.
Was ist mit dem Leben in wachsenden Ringen?

Manches braucht Zeit, um kraftvoll zu werden,
wie zum Beispiel der Frieden auf Erden.
Manches muss man auch lassen –
Und etwas neu ins Auge fassen.
Wir brauchen Geduld – und einen Atem ganz lang,
wir werden und sind ein Lobgesang,
der die Schöpfung besingt und das Leben,
in Schwächen und Stärken die Güte als Segen.

Die ganze Schöpfung ist voll Gesang,
das Leben ist ein weiter Klang,
wir sind nur ein Teil von alledem
geschaffen aus Erde, aus einer Handvoll Lehm
wir sind nicht das Ganze, nur ein Teil,
wir sind nicht die Schöpfung und nicht ihr Heil.

Darum gilt es, mit Grenzen zu leben.
Die Schöpfung, sie zeigt, was wird, wenn wir streben
nach Mehr und Weiter und Jetzt und Sofort.
Am Ende ist es, als wäre es Mord.
Weil wir das Lassen nicht lernen wollen
und Grenzen keinen Respekt mehr zollen.
Als wären Bescheidenheit und Begrenzungen kein Ziel,
weil wir in ihnen nicht die Größe sehn,
die es braucht, um zu verstehen:
„Alles“ zu wollen ist einfach zu viel.
Es bewirken Zeit und Raum,
um etwas anderem zu trau’n,
das entsteht, wenn wir lassen und ruhen und ändern
in uns, in Gesellschaft und ganz vielen Ländern,
es klingt ganz einfach und ist doch schwer:
Am Ende ist einfach weniger mehr.

Das gilt auch für das persönliche Leben,
in dem wir oft nach Dingen streben,
die wir wollen und denken, wir müssten sie machen,
es ist wie mit allen anderen Sachen
jetzt und sofort und schnell und mehr
als gäbe es keine Wiederkehr
als lebten wir nicht in wachsenden Kreisen
und müssten es uns selber beweisen,
dass wir alles können und tun,
nur nicht lassen – oder ruh’n.

Wie können wir andere Wege beschreiten
und unseren engen Horizont weiten,
indem wir lassen – und nicht mehr tun,
vielleicht müssen wir dazu mehr im Inneren ruh’n
Es ist auch hier – wie im großen Ganzen
sehr schwer, aus der Reihe zu tanzen
und etwas zu beginnen, was neu ist und schwer:
Am Ende ist einfach weniger mehr.

DAS KLEINE FRIEDEN

Da saß es still und leise. In einer kleinen Ecke. Eigentlich war es hier dunkel doch es selbst verbreitete Licht. Es hat sich hier her verkrochen, weil es einen Schutzraum suchte. Zu viele wollten ihm an den Kragen. Nun saß es hier in der Ecke. Abgehetzt. Unruhig. Gejagt. Das kleine Frieden. Gejagt von den Großen und Lauten. Mal wieder grölten sie und stritten miteinander. Die aggressive Wut mit der hinterhältigen Lüge. Die unbändige Habgier mit dem lieblosen Neid. Das schuldige Nachtragen mit dem trotzigen Stolz. Immer wieder ging es um dieselben Themen: Wer ist größer? Wer hat den meisten Einfluss? Wer kann am besten für das Wohl des einzelnen Menschen sorgen? All dies wurde für das kleine Frieden zu viel. Es verschwand und versteckte sich. Es fühlte sich von ihnen gejagt. Irgendwo auf der Flucht sah es die Zuversicht davonhoppeln. Es kam an der Hoffnung vorbei. Sie lag reglos am Boden. Hier in der dunklen Ecke fühlte sich das Frieden sicher. Hier wollte es bleiben. Bloß nicht mehr zu den anderen. Hier war es weit weg von dem Geschrei. Hier hatte es Ruhe. Vor den anderen und auch vor den Menschen. Hier konnte es sein Friedenslicht in Ruhe flackern lassen, ohne dass es jemand auspusten würde. Hier konnte es in den weichen Boden ein kleines Peace-Zeichen malen. Und auch die weiße Taube entspannte sich. Warum jagte man das Frieden? Es war doch so klein … so zerbrechlich … so unbedeutend …?? Nein, bei diesem Gedanken musste es selbst etwas schmunzeln. Es war zwar klein und zerbrechlich. Das bestimmt. Aber unbedeutend? Das war es auf keinen Fall! Ganz im Gegenteil: Im Grunde schätzen es alle. Im Kleinen, wie im Großen. Eigentlich wollten es alle haben. Und vielleicht war genau das das Problem. Alle wollten das kleine Frieden haben. Es besitzen. Es für die eigenen Zwecke ge- und eventuell sogar missbrauchen. Und das nervte das Frieden sehr. Wenn zwei verschiedene Seiten das kleine Frieden für die persönlichen Interessen beanspruchten, fühlte es sich zerrissen. Es hielt nicht mehr. Es wurde gejagt, weggedrängt und zog sich zurück. Ein kleines Frieden auf der Flucht. Manche sagten sogar, sie würden es irgendwo hinbringen. Sie sagten, „wir bringen euch Frieden.“ Dabei hatten sie das Frieden nicht im Gepäck, sondern politische, wirtschaftliche oder militärische Interessen. Das kleine Frieden hatten sie dabei vertrieben. Andere hatten das Frieden vergessen. Vermutlich war es schon zu lange bei ihnen. Man sprach von 73 Jahren gemeinsam mit dem Frieden. Doch über die Jahre wurde es als selbstverständlich wahrgenommen und nicht mehr mit Leben gefüllt. Es fühlte sich bei ihnen innen hohl. Nicht mehr als eine Hülle. Dabei wollte es doch einfach groß sein. Sich mit der Hoffnung freuen und mit der Versöhnung Feste feiern. Das war doch eigentlich das Ziel des Friedens. Bei ihnen sein. Leben. Frei sein. Es wollte nicht gejagt, erlegt oder benutzt werden. Es wollte nicht in Vergessenheit geraten oder einfach nur hingenommen werden. Es wollte wertgeschätzt werden. Liebevoll umsorgt. So saß das Frieden in der Ecke. Es begann sich umzugucken und war überrascht: Da waren ja noch andere. Die Liebe und die Leidenschaft. Das Vertrauen und das Staunen. Die Vergebung und auch die Würde. Sie alle waren da. Selbst die Hoffnung kam gestützt von dem Mut und der Kraft langsam auf das Frieden zu. Da wollte das Frieden wieder raus aus der Ecke. Hin zu den anderen. „Wir sind mehr“ sagte es sich. Mehr als die Lauten und Großen. Wir haben mehr zu sagen. Mehr zu geben. „Das wird mein Jahr“, sagte sich das Frieden und ging los.

Eine Geschichte zur Jahreslosung 2019 ev. Kirche:
Suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15)

Musik: Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden

Ökumenisches Gebet in Zeiten der Corona-Krise
Guter und barmherziger Gott!
In Zeiten von Verunsicherung und Krankheit kommen wir gemeinsam zu dir und werfen alle unsere Sorgen auf dich.
Du schenkst uns neue Zuversicht, wenn uns Misstrauen und Unsicherheit überwältigen.
Du bleibst uns nahe, auch wenn wir Abstand voneinander halten müssen.
Wir sind in deiner Hand geborgen, selbst wenn wir den Halt zu verlieren drohen.

Wir bitten dich:
für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind;
für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind;
für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern;
für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten.
Sei ihnen allen nahe, gib ihnen neue Hoffnung und Zuversicht,
den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

Wir bitten dich:
für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Heimen und Hospizen;
für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft;
für alle, die uns Tag für Tag mit dem Lebensnotwendigen versorgen;
für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen.
Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

Wir bitten dich:
für die jungen Menschen unter uns, die Kinder und Jugendlichen,
für alle, die um ihre Zukunft fürchten,
für die Familien, die die erzwungene Nähe nicht gewohnt sind,
für alle, die die Betreuung von Kindern und Jugendlichen übernommen haben.
Sei ihnen allen nahe, schenke ihnen Geduld und Weitsicht, Verständnis und Hoffnung.

Wir bitten dich:
für die Menschen weltweit, deren Gesundheit an jedem Tag gefährdet ist,
für alle, die keine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können,
für die Menschen in den Ländern, die noch stärker von der Krankheit betroffen sind.
Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht.

Auch bitten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sorgen den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen beistehen.
Mache uns bereit, Einschränkungen in Kauf zu nehmen
und lass uns dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.
Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Gott,
der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller annimmt.
Dir vertrauen wir uns an.
Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.

Wir beten mit der ganzen Christenheit auf Erden: Vater unser…

Gott, an diesem Abend bitten wir dich:
Bleibe du uns nah, auch wenn wir uns weiterhin voneinander fernhalten müssen.
Bleib uns nah, auch im Zweifel. Stille.
Für die Traurigen beten wir um Zeichen, die auch auf Abstand Nähe schenken und Trost.
Für die Fröhlichen beten wir und danken für alle Oster- und Pfingststimmung in diesen Tagen, für allen Humor. Stille.
Wir beten für alle, die Leben schützen und retten. Für den Frieden und das Recht. Stille.
Für die schaukelnden Boote auf offenen Meeren und all die gebeugten Menschen darin.
Führe sie an rettende Ufer. Stille.

Musik: Ein bißchen Frieden (Nicole)

Ich wünsche Euch nicht ein Leben ohne Entbehrung, ein Leben ohne Schmerz, ein Leben ohne Störung. Was solltet Ihr mit einem solchen Leben?

Ich wünsche Euch aber, dass Ihr bewahrt sein möget an Leib und Seele. Dass Euch einer trägt und schützt und Euch durch alles, was Euch geschieht, euerm Ziel entgegenführt.

Dass Ihr unberührt bleiben möget von Trauer, unberührt vom Schicksal anderer Menschen, das wünsche ich Euch nicht. So unbedacht soll man nicht wünschen.

Ich wünsche Euch aber, dass Euch immer wieder etwas berührt, das ich Euch hier nicht recht beschreiben kann.  –    Es heißt Gnade.

Es ist ein altes Wort, aber wer sie erfährt, für den ist sie wie ein Morgenlicht.

Man kann sie nicht wollen und erzwingen, aber wenn sie dich berührt, dann weißt du: Es ist gut. Es ist wirklich gut.

Gott schenke Euch seine Gnade durch seinen Segen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Geht hin, und haltet Frieden!

CORONASONG

CORONA

Bei Tag und Nacht denk ich an Dich CORONA,
seh´ ich ne Frau, glaub ich, sie heißt: CORONA
und wird mir warm, befürcht ich gleich: CORONA
Doch Du bist und bleibst für uns ein blödes Vir.

Bei Tag und Nacht bedrohst du uns CORONA,
du machst mich krank, ich will dich nicht CORONA
und kommst du doch, bekämpf ich dich CORONA
und die Welt wird endlich frei von dir.

CORONA, CORONA, CORONA,
hau ab und sterb endlich bald aus
CORONA, CORONA, CORONA,
wir tun es und bringen dir den Graus.

Du klitzekleines Virchen,
bist ein blödes Tierchen
und keiner will dich haben
o No No No No
o No No No No
Melodie: Marina, Marina (Rocco Granata)
Text: Natürlich Arthur